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Neuester Testbericht: ... wird von dem kleinen Mädchen Lilo adoptiert. Lilo hat keine Eltern mehr und wohnt zusammen mit ihrer grossen Schwester Nani. Nachdem Lil... mehr
Oh gut, mein Hund hat die Kettensäge gefunden!
Lilo & Stitch (DVD)

Name des Mitglieds: The-Wishmaster
Produkt:
Lilo & Stitch (DVD)
Datum: 03.12.10
Bewertung:
Vorteile: erstklassiger Film mit skurrilem Humor, gute technische Umsetzung, wenig Disney-tpischer Kitsch
Nachteile: ...einige weniger interessante Extras...
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Da mein Schatzi und ich gerade mal wieder auf dem Disney-Trip sind, müssen alle möglichen Filme aus dem Mickey Maus-Konzern herhalten, die sich in unserer Sammlung befinden - und das sind nicht gerade wenige. Eines der absoluten Highlights ist dabei ein relativ aktueller Streifen aus dem Jahre 2002, dessen DVD-Release wir damals kaum erwarten konnten und den wir seitdem schon etliche Male gekuckt haben: "Lilo & Stitch".
| ° Story
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In den Weiten des Weltalls tagt der intergalaktische Rat. Das "Experiment 626" des verrückten Wissenschaftlers Jamba ist dem Rat zu gefährlich, da es nur auf Zerstörung und Vernichtung ausgerichtet ist und soll deswegen verbannt werden. Doch das kleine blaue Monster kann fliehen und landet auf der Erde, genauer gesagt auf Hawaii. Dort wohnt die kleine Lilo mit ihrer großen Schwester Nani. Lilo ist eine Außenseiterin und wird von den Mädchen ihres Städtchens gemieden, weshalb sie sich nichts sehnlicher als einen Freund wünscht. "Am besten Du schickst mir einen Engel...", betet sie nachts vor ihrem Bettchen. Just in diesem Moment kracht "Experiment 626" mit dem gestohlenen Raumschiff in den Hawaiianischen Dschungel. Und da die kleine Lilo sowieso auf der Suche nach einem Haustier ist, kommt ihr am nächsten Tag im örtlichen Tierheim dieser seltsame, blaue Hund gerade recht....
| ° Meine Meinung
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Auch wenn es in den letzten paar Jahren ziemlich in Mode gekommen ist auf computergenerierte Animationsfilme wie "Monster AG" oder "Findet Nemo" zu setzen, so hat man sich bei Lilo & Stitch zum Glück mal wieder auf die altbekannten Stärken konzentriert: Zeichentrick. Die einzelnen Charaktere sind herrlich animiert, wobei mir hier vor allem Stitch gut gefallen hat. An ihm konnte ich mich gar nicht satt sehen und er weist eine unglaubliche Menge an irrwitzigen Gesichtsausdrücken, etc. auf. Wenn er gerade ein Raumschiff der intergalaktischen Flotte kapert knirscht er böse mit den Zähnen, auf der anderen Seite kuckt er dann wieder lieb und drollig um sich bei Lilo wieder einzuschmeicheln und etliche zum Schreien komische Grimassen runden das Ganze ab. Ich war von König "Kuskus" in "Ein Königreich für ein Lama" schon begeistert aufgrund der vielen Slapstik-Einlagen. Hier macht "Lilo & Stitch" gnadenlos gut weiter und sorgt mit irrwitziger Situationskomik immer wieder für einen Brüller.
Doch nicht nur das kleine blaue Alien, auch die restlichen Charaktere - allen voran Lilo - wurden sehr liebevoll gezeichnet und es ist echt rührend, wie die Kleine mit ihren großen Augen kucken kann. Die Außerirdischen sind dabei ihrer Rolle entsprechend ein wenig furchteinflößend und grotesk - aber stets fantasievoll - gestaltet, wirken aber nie eklig oder abstoßend. Die Vorsitzende des hohen Rats strahlt eine unglaubliche Würde und Erhabenheit aus, Kapitän Gantu verkörpert den starken, erfolgsorientierten Kommandanten der Weltraumflotte. Der durchgeknallte Professor Jamba ist mit seinem russischen Akzent der leicht abgedrehte Part des Einfang-Kommandos, während der Erden-Experte Pliklii die lustige, leicht trottelige aber eigentlich immer liebenswerte Seite vertritt und bald seine Vorliebe für Perücken und skurrile Kostüme entdeckt.
Rundum gelungen an dem Streifen ist auf jeden Fall auch der Sound. Und wenn man vom Sound bei "Lilo & Stitch" spricht, kommt man ohne den Namen "Elvis Presley" nicht aus. Die kleine Lilo ist nämlich ganz begeistert vom King und bringt diese Vorliebe auch Stitch nahe - der in einer grandiosen Szene als Elvis verkleidet im Glitzeranzug am Strand sein Bestes gibt. Aus dem Trailer dürfte bereits die Szene mit "Stitch als Plattenspieler" bekannt sein - einer der größten Brüller des Films - und auch hier beehrt uns auf musiaklischer Ebene der King wieder, im Film aber mit einem anderen Song als im Trailer.
Ansonsten muss sehr lobend erwähnt werden, dass sich das sonst obligatorische, schmalzige Disney-Gesinge bis auf einen Ausrutscher völlig aus dem Streifen heraus hält, was vor allem auch Gegnern des Micky Maus-Konzerns den Wind aus den Segeln nehmen dürfte. Trotz einiger hervorragender Ohrwurm-Songs in den letzten Jahren finde ich diese Entwicklung auch mehr als begrüßenswert, denn immerhin haben wir es nach wie vor mit einem Zeichentrickfilm zu tun und nicht mit einem Musical. Ein wenig anders sieht es bei der Synchronisation aus, hier darf ich endlich mal ein wenig meckern. Denn an sich macht "No Angel"-Vanessa ihre Sache als Stimme der großen Schwester zwar ganz überzeugend, aber warum sie manchmal "Lilo" und dann wieder "Lillo" sagt, entzieht sich gänzlich meiner Kenntnis. Aber darüber kann ich eigentlich hinweg sehen, immerhin singt sie dafür ja so gut wie nie... *g*
Ganz generell bin ich von "Lilo & Stitch" aber immer noch begeistert. Zwar muss ich zugeben, dass die Story nicht gerade bahnbrechend neu ist und auch nicht sonderlich viel Raum für Überraschungen bietet, aber sind wir doch mal ehrlich - das erwarten wir bei einem Disney-Film doch auch gar nicht. Dafür überzeugt der Streifen vor allem durch das facettenreiche Auftreten von Stitch. Und wer sich übrigens wundert, warum Stitch mal vier Arme, mal zwei hat, dem sei folgendes gesagt: Der kleine Außerirdische kann seine Gliedmaßen sowie die Fühler auf dem Kopf und die Stacheln auf seinem Rücken nach Belieben einziehen und wieder ausfahren, um im richtigen Moment noch einen Tick schnuckeliger zu wirken. Ein klein wenig Disney-Kitsch bleibt uns dann trotz der fehlenden Songs doch nicht erspart, denn die Familie als heiliges Gut wird gerade gegen Ende sehr in den Mittelpunkt gestellt. Das hätte fast ins Auge gehen und dem Film Punkte kosten können, aber ich sehe gerade mal noch so darüber hinweg, weil die Familie, bzw. der Begriff "Ohana", einfach zur Story gehört und man es auch nicht zu sehr strapaziert.
| ° Die DVD
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Generell sind die DVDs aus dem Hause Disney ja ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite findet man luxuriös ausgestattete Special Editions von Disney-Highlights wie "Die Monster AG", "König der Löwen", "Schneewittchen" oder "Die Schöne und das Biest", auf der anderen Seite werden Streifen wie "Susi & Strolch", "Mulan" oder "Arielle" dermaßen lieblos auf die Silberscheiben gepresst, dass man heulen könnte. Bei "Lilo & Stitch" hat man sich aber zum Glück wieder mehr Mühe gegeben, was alleine schon die lange Auflistung an Extras auf der Rückseite der Packung verspricht.
Rein technisch kann die DVD die in sie gesetzten Hoffnungen dann auch in jedem Falle erfüllen. Das Bild wird gestochen scharf im 1.66:1-Format wiedergegeben und kann sich wirklich sehen lassen. Die Farben erstrahlen ind kräftigen und satten Tönen, die Konturen wirken klar, ein Flimmern oder Flackern ist nicht zu erkennen. Optisch sind natürlich die Raumschiffszenen im Weltall ein Highlight, aber auch der Rest des Filmes sieht einfach prächtig aus. Der Sound reiht sich in den beiden Sprachen Deutsch und Englisch (jeweils Dolby Digital 5.1, bzw. DTS 5.1) mit ein, die Untertitel sind auf Deutsch, Englisch und Türkisch verfügbar.
Widmen wir uns nun noch den Extras. Hier wurde auf den ersten Blick geklotzt und nicht gekleckert, aber meist ist dabei ja nicht alles an Bonusmaterial wirklich interessant. Zum Standardrepertoire gehören eigentlich die Trailer, bei "Lilo & Stitch" können sie jedoch bedenkenlos als eines der Highlights bezeichnet werden. Denn das kleine blaue Alien zeigt hier in vier Varianten, wie er schon früher versucht hat in einem Disney-Streifen eine Rolle zu spielen: Als tollpatschiger Wellenreiter bei Arielle, als cooler Macker im Weltraumauto, der Aladdin auf dem fliegenden Teppich mal eben Prinzessin Jasmin abspenstig macht, als Simba-Ersatz in "König der Löwen" und als Störenfried bei der romantischen Tanzszene von Belle und dem Biest. Damit einher geht das Feature "Mit Stitch auf Zeitreise - Die Jahre bei Disney". Auch hier bekommt man einen kleinen Einblick in die Klassiker des Konzerns und erfährt, dass Stitch schon seit geraumer Zeit in einem Film mitspielen wollte, bis er letztlich seinen eigenen Streifen bekommen hat.
Weniger interessant als zuerst angenommen ist dagegen das "Making of", welches im Endeffekt einfach viel zu kurz ist. Ganz anders sieht es aber dafür mit dem Special zur Animation des Hula-Tanzes aus: Hier wird gezeig, wie akribisch genau dieser traditionsreiche Tanz von den Zeichnern umgesetzt wurde. Eine Gruppe von Tänzerinnen wurde beobachtet und gefilmt, danach sieht man immer wieder Vergleiche zwischen den Originalaufzeichnungen und den Animationen, die teilweise wirklich 1:1 übernommen wurden. Man erfährt zudem einige Details über den Tanz an sich, wirklich unterhaltsam und informativ. Selbiges gilt auch für das Featurette über den Look von Lilo & Stitch, wo darauf eingegangen wird, wie stark sich der Film alleine schon von der Art und Weise der Charakterdarstellung und den Zeichnungen von seinen direkten Vorgängern unterscheidet. Letztes wirklich sehenswerte Extra ist "Lilo's Lexikon", wo die einzelnen hawaiianischen Inseln etwas näher vorgestellt werden und man beispielsweise etwas über deren Besonderheiten (z.B. Vulkane, etc.) oder Geschichte erfährt.
Den Rest hätte man sich dagegen meiner Meinung nach sparen können, da man diese Sachen - wenn überhaupt - dann nur einmal aus Neugier betrachtet, danach aber nie wieder anschaut. Das gilt nicht nur für das A-Teens Video zu "I can't help falling in love with you" oder das Making of zu "Burning Love" (Elvis-Song von einer gewissen Wynonna), sondern leider auch für die zusätzlichen Szenen, bei denen man verstehen kann warum sie aus dem fertigen Film geschnitten wurden. Im Spiel "Das Alien-Experiment" darf man dann verschiedene Schalter betätigen und je nach Zufall mal ein neues "Experiment" sehen, ganz toll. *gähn* Ähnlich interessant gestaltet sich auch der "Unterricht im Hula-Tanz", der auch nicht hätte sein müssen. Nur schade, dass die deutsche Version um ganze 6 Minuten gekürzt wurde, aber man wollte wohl auf Biegen und Brechen eine uneingeschränkte FSK-Fraigabe erreichen...
| ° Fazit
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Der Film an sich ist einfach nur grandios, keine Frage, und sollte eigentlich von jedem gesehen werden, der sich für witzige Animationsfilme begeistern kann. Stitchs unkonventioelle Optik und sein rotzfreches Verhalten lassen ihn zu einem ganz besonders sympathischen Anti-Helden im Disney-Universum werden und machen den Streifen somit auch für Disney-Hasser interessant. Die DVD wurde technisch einwandfrei umgesetzt und bietet viel Bonusmaterial. Knapp die Hälfte davon ist zwar nur bedingt interessant, der Rest kann sich aber durchaus sehen lassen. Und da man aus dem Hause Disney was die Ausstattung der Silberscheiben angeht sowieso nicht oft verwöhnt wird, kann ich hier trotz kleiner Mängel eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.
In diesem Sinne...
Stay Dark!
The-Hulamaster
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen Besuch von einem Experiment aus dem Alien-Labor bekommen... ;)
Shake Heads - Für den Grief!
Fazit: Das Fazit hat ebenfalls eine Kettensäge gefunden.
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