Lady Audkeys Geheimnis
Lady Audleys Geheimnis (DVD)

Name des Mitglieds: Maike2011
Produkt:
Lady Audleys Geheimnis (DVD)
Datum: 10.03.11
Bewertung:
Vorteile: Preis/Leistung ok
Nachteile: ---
Inhalt
Der junge Engländer George Talboy kehrt nach sechsjähriger Abwesenheit als erfolgreicher Goldsucher aus Australien zurück, um mit seiner schönen Frau Helen und dem Sohn Charles ein glückliches Leben zu beginnen. Er erfährt jedoch, dass Helen inzwischen gestorben ist. In London trifft George seinen alten Schulfreund Robert Audley wieder, der ihn zu trösten versucht, indem er ihn zum Herrensitz seines Onkels Sir Michael Audley und dessen zweiter Frau Lady Audley mitnimmt. Während dieses Besuchs verschwindet George eines Nachts spurlos. Zunächst vermutet man, dass er wieder nach Australien abgereist ist. Doch bald muss Robert annehmen, dass sein Freund ermordet wurde. Er macht sich zur Aufgabe, den geheimnisvollen Fall aufzuklären ...
Bildbewertung:
Mit dem Zweiteiler über "Lady Audleys Geheimnis" bringt das hier veröffentlichende Label "inakustik" einen spannend und mit vielen namhaften Darstellern besetzten Fernsehkrimi zur Veröffentlichung auf DVD. Der im Juni 1978 erstmals bei der ARD zu erlebende zweiteilige Fernsehkrimi entstand nach der 1863 ins deutsche übersetzten Romanvorlage "Lady Audley's Secret" von der englischen Autorin Mary Elizabeth Braddon (1837-1915).
Der Film kann sich ohne Übertreibung mit in die Reihe von großen Literaturverfilmungen der Klassiker der Kriminalliteratur einreihen. In der Machart und Szenerie gediegener Krimis aus den Siebzigern, mit dem ganz besonderen Flair und Charme jener Zeit, zeigt sich dieser Krimi mit seinem aus heutiger Sicht zugegeben etwas behäbigen, aber deswegen nicht weniger zauberhaften Stil seiner Inszenierung.
Das Drehbuch zum Film stammt aus der Feder von Herbert Asmodi (1923-2002). Unverkennbar ist beim hier vorliegenden Werk die Handschrift vom Autor Asmodi erkennbar, der ja zuvor schon mit einigen Drehbüchern, so zb. zu den sehr bekannten Literaturverfilmungen der Buchautorin Wilkie Collins ("Die Frau in Weiß", "Der Mondiamant" u.a.), von sich reden machte. Die Regie bei dem von der DVD dieser Veröffentlichung vorliegenden zweiteiligen Krimi führte Wilhelm Semmelroth (1914-1992), welcher unter anderem auch schon bei einigen der Collins- und zahlreichen weiteren Literaturverfilmungen selbige in seinen Händen hatte.
Der Fernsehfilm bietet ein Wiedersehen mit zahlreichen großen Namen und Mimen jener Tage. Sie alle überzeugen mit einer ins Detail gehenden und sich Zeit nehmenden Darstellung der von ihnen dargestellten und verkörperten Charaktere. Es sind hochkarätige Namen wie die von Susanne Uhlen, Hans Caninenberg, Christian Wolff, Michael Schwarzmeier oder auch die einer Katerina Jacob und eines Willi Semmelrogge, die hier allesamt überzeugen und mit ihrem Spiel in den Bann ziehen. Zusammen mit den prächtigen Kostümen von Dela Fredrich und den stimmungsvollen von Kameramann Bernd Müller eingefangenen Bildern, wird dieser Krimi für den Zuschauer zu etwas ganz besonderem, sofern er gewillt und bereit ist sich auf ihn einzulassen.
Der von Kritikern mit der Bezeichnung von "Sternstunden des deutschen Fernsehens" bedachte Krimi, setzt in seiner gezeigten Handlung an als "George Talboy" (Michael Schwarzmaier) nach mehreren Jahren fern der Heimat, aus Australien wieder heim nach Portsmouth kommt. Eigentlich freut er sich auf seine Frau und sein Kind, muss aber stattdessen erfahren, dass seine Frau während seiner Abwesenheit verstorben ist. Vom Verlust gezeichnet unternimmt "Georgs" Freund "Robert Audley" (Christian Wolff) den Versuch, diesen etwas abzulenken. Hierzu lädt er ihn aufs Land, hin zum Onkel "Michael" (Hans Caninenberg) ein. Als plötzlich "George" auf dem gesamten Landsitz nicht mehr zu finden ist und anscheinend spurlos verschwunden ist, beginnt ein wildes spekulieren über den Verbleib und momentanen Aufenthaltsort von "George". Scheint es anfangs noch so, als würde sich alles im Wohlgefallen auflösen, mehren sich mit der Zeit immer mehr die Anzeichen und Verdachtsmomente für ein schreckliches Verbrechen. Ein für den Zuschauer äußerst spannend inszeniertes Suchen nach dem Verbleib von "George" beginnt. Dabei ist die geschickt und feinmaschig gestrickte und erzählte Handlung immer wieder mit überraschenden Wendungen gespickt, welchen den Zuschauer geradezu mit in die zu sehende Geschichte involvieren und nicht mehr loslassen.
Dem laut veröffentlichenden Label mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 141 Minuten und im Format 4:3 zur Ansicht kommenden Bildern, scheint keine größere Restauration oder digitale Bearbeitung zugute gekommen zu sein. So lassen sich dann auch die seit dem Dreh und der Produktion diesen Zweiteilers vergangenen mehr als dreißig Jahre nicht ganz leugnen. Die Farben wirken insgesamt gesehen etwas zurückhaltend und bisweilen auch nicht vollkommen natürlich. Ein wenig fallen die Unterschiede in der Qualität zwischen den Innen- und Außenaufnahmen auf. Schärfe und Kontrast zeigen sich in der zu erwartenden Qualität einer Fernsehproduktion zum Ende der Siebziger hin. Unruhen und Rauschen im Bild machen sich in wechselnder Intensität und Quantität bemerkbar. Die bisweilen zu bemerkenden Nachzieheffekte und sich verschiebenden Konturenumrisse sind wohl den damaligen Aufnahmetechniken wie MAZ u.ä. zuzuschreiben.
Das DVD-Menü ist in seiner Gestaltung mit einigen Filmsequenzen und der im Hintergrund zu hörenden Musik von Hans Jönsson (1913-1993) gestaltet. Außer der Möglichkeit den ersten bzw. den zweiten Teil diesen Fernsehkrimis zu starten werden keine weiteren Funktionen angeboten.
Ein Kapitelmenü kommt nicht zur Ansicht, jedoch sind in den beiden Folgen einige Marker gesetzt die optional angewählt werden können. Extras finden sich keine auf der hier vorliegenden DVD.
Tonbewertung:
Ein deutscher Ton im Format Dolby Digital 2.0 kommt in dem hier vorliegenden Zweiteiler zu Gehör. Er ist zumeist verständlich, wirkt aber bisweilen recht dumpf, als wäre durch den Einsatz eines Filters der Ton in seinen Höhen und Tiefen etwas beschnitten. Die in diesem Zweiteiler zu Gehör kommende Musik wurde vom Rundfunkorchester des WDR unter Leitung des Komponisten der Filmmusik, Hans Jönsson eingespielt. Bisweilen macht sich leider ein verstärkt auftretendes Grundrauschen im Ton sowie eine gewisse Mittigkeit bemerkbar. Untertitel für Hörgeschädigte oder Gehörlose finden sich leider nicht auf der DVD dieser Veröffentlichung.
Gesamturteil:
Mit "Lady Audleys Geheimnis" kommt hier ein zweiteiliger Fernsehkrimi als Literaturverfilmung unter Verwendung der Romanvorlage von Elizabeth Braddon durch das Label "inakustik" zur Veröffentlichung. Der von der Kritik mit dem Begriff "Sternstunden des deutschen Fernsehens" bedachte Krimi zeichnet sich vor allem durch seine Machart und Szenerie mit dem ganz besonderen Flair und Charme gediegener Krimis aus den Siebzigern aus. Auch mit diesem filmischen Werk, des schon zuvor mit einigen anderen Produktionen sehr erfolgreichen Duos, bestehend aus dem Autor Herbert Asmodi und dem Regisseur Wilhelm Semmelroth, gelang mit dem Zweiteiler über "Lady Audleys Geheimnis" eine beachtenswerte und interessante Literaturverfilmung.
Infos über mich:
Ich habe auch zusammen mit meinem Mann und Partner eine Internetpublikation "Fernseh-Serien-Auf-DVD.de".Unsere Berichte werden von meinem Partner "Torsten" und mir gemeinsam verfasst und teilweise auf anderen Plattformen online gestellt.
Wir freuen uns über ihre sachbezogenen Kommentare hier unter den Berichten und werden natürlich auch eure Berichte lesen und kommentieren.
LG Maike
Fazit: Kaufempfehlung für Genrefans
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