Kindsköpfe (DVD)
Groan Ups - Kindsköpfe (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... zusammen mit ihren Familien an einem See verbringen. Dabei wollen sie ihrem Coach den letzten Wunsch erfüllen und dessen Asche auf ei... mehr

Groan Ups
Kindsköpfe (DVD)

atrachte

Name des Mitglieds: atrachte

Produkt:

Kindsköpfe (DVD)

Datum: 25.10.10

Bewertung:

Vorteile: siehe Bericht,

Nachteile: siehe Bericht,

Sticht ein Film in erster Linie mit einem bis in die Nebenrollen mit großen Namen besetzten Cast auf, so drängt sich bei dem geneigten Kino-Gänger natürlich vollkommen zurecht der Verdacht auf, das mit einer möglichst prominenten Besetzung ein eventuell inhaltsleerer Film kaschiert werden soll. Das aktuellste Beispiel für eine solche Taktik ist sicherlich die neue Familien-Komödie des Amerikaners Dennis Dugans ("Leg dich nicht mit Zohan an", "Chuck und Larry - Wie Feuer und Flamme"), dessen Besatzungsliste für "Kindsköpfe" sich geradezu zu wie das Who-is-Who der US-Comedy-Szene lesen lässt, warten doch mit Adam Sandler ("Big Daddy", "Reign Over Me"), Kevin James ("King of Queens", "Der Kaufhaus-Cop"), Chris Rock ("Dogma", "Bad Company"), David Spade ("Rules of Engagement", "Black Sheep") und Rob Schneider ("Big Stan", "Leg dich nicht mit Zohan an") gleich fünf (mehr oder minder) bekannte Gesichter des Genres auf. Ergänzt wird die illustre Runde von den nicht minder großen Namen eines Steve Buscemi ("Reservoir Dogs", "Fargo") und einer Salma Hayek ("Desperado", "Dogma"), was jedoch was unterm Strich schließlich zurückbleibt ist ein Film, dessen Hülle nach "Hui" schreien mag, dessen Inhalt jedoch so Seelenlos und Leer wirkt, dass das ganze schon an Frechheit grenzt.

Nachdem sie von dem Tod ihres beliebten Basketball-Trainers erfahren haben, finden sich die fünf Jugendfreunde Lenny, Eric, Kurt, Marcus und Rob (gespielt von Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock, David Spade und Rob Schneider) samt ihrer Familien in der alten Heimatstadt zusammen um ihren Coach die letzte Ehre zu erweisen. Gleichzeitig nutzen die fünf Freunde das Wiedersehen um ein wenig an die vergangenen Tage der Kindheit zu erinnern und mieten für das lange Wochenende ein altes Haus an einem nahe gelegenen See, wo sie zusammen mit ihren Familien die Zeit verbringen und sich wieder ein bisschen näher kommen wollen.

Sonderlich viel gibt die Rahmenhandlung von "Kindsköpfe" ja wirklich nicht her, allerdings will man ja noch so Fair sein und zugeben, das die meisten anderen Filme dieser Gattung ebenfalls nicht mit viel mehr Einfallsreichtum prahlen. Doch der Unterschied zwischen diesen und Dennis Dugans Inszenierung eines familienfreundlichen Wochenendtrips mit den üblichen Plot Verläufen (man streitet sich, versöhnt sich, wird von alten Konkurrenten herausgefordert...) und geradezu peinlich anmutenden Ami-Pathos (am Morgengrauen wird die ehrbürtige Flagge im Kreise der Söhne gehisst) liegt wohl vor allem darin, das man bei "Kindsköpfe" nicht einmal den Eindruck bekommt, das sich der Regisseur die Mühe gegeben hat hier ein halbwegs unterhaltsames Stück Film abzuliefern. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass das Drehbuch von Adam Sandler und "Saturday Night Live" Urgestein Fred Wolf so ziemlich der leidenschaftsloseste Dreck ist, der mir seit langer Zeit untergekommen ist. So ist die Rahmenhandlung, wie sie in der oben aufgeführten Inhaltsangabe steht, tatsächlich schon nach keiner ganzen Viertelstunde abgearbeitet, sodass sie der Film fortan anfühlt wie eine eine endlose Aneinanderreihung von Sketchen, die sich auf dem Niveau von gar nicht zünden wollenden "fart & shit" Gags bewegen. Denn mal ehrlich, wer lacht denn bitte noch darüber, wenn ein dicker Kerl aus dem Garten-Pool steigen will und dieser daraufhin platzt, ein Vierjähriger noch an der Brust seiner Mutter hängt oder Jemand stolpert und mit der Visage in Kot landet?
Traurig ist vor allem die Tatsache, das man aus dem Cast so gar nichts raus geholt hat und jeder Darsteller genau die Rolle spielen muss, die er schon seit Jahren inne hat. So spielt Adam Sandler den netten Familienvater, bleibt dabei aber so erschreckend blass, wie noch nie in seiner Karriere. Kevin James spielt den liebenswerten Dicken, der das ein oder andere Witzchen über sich ergehen lassen muss, Chris Rock den Quoten-Afroamerikaner mit den üblichen Witzen und der eigentlich so großartige David Spade spult sein altbekanntes Frauenhelden-Muster ab, was aber ebenfalls recht lasch wirkt. Da ist es schon fast bezeichnend das ausgerechnet der schwächste Part der Runde, also Rob Schneider in seinem gut ausbalancierten Zusammenspiel mit Filmfrau Joyce Van Patten ("Marley & Ich") das einzige wirkliche Highlights des Streifens ist, auch wenn die Nummer mittel-alter Sonderling ist verheiratet mit alter Hippie-Tante schon ziemlich durchgekaut ist. Was bleibt sind noch Steve Buscemi, der sich wohl nur seinen Gehaltsscheck abholen wollte, Samla Hayek, die ebenfalls ziemlich überflüssig ist, Maria Bello ("A History of Violence"), deren einzige Aufgabe es ist Milch zu geben, und Maya Rudolph ("Appartement ") als Schwangere, sowie die diversen Kinderdarsteller, die sich abwechselnd für die Eltern schämen dürfen, so tun müssen als wüssten sie nicht das es vor Flachbildschirmen auch Röhrenmonitore gab und so weiter.

Dabei ist es kaum von der Hand zu weisen, das die Darsteller am Set wohl wirklich ihre Freude hatten und gut miteinander harmoniert haben. Das Problem ist nur, dass es dem Zuschauer herzlich wenig gibt, wenn sich Sandler und Co. in gemütlicher Runde an alte Tage erinnern, schließlich fühlt man sich im Kinosessel nur wie ein lästiger Beobachter eines Freundetreffens, der schnell wieder verschwinden soll. Schade, denn alleine aus der Besetzung und der Grundidee eines Treffens alter Jugendfreunde hätte man durchaus mehr machen können, vor allem, wenn man gezielt eine Komödie für ein älteres Publikum gemacht hätte. So ist "Kindsköpfe" nicht mehr, als ein lieblos zusammengewürfeltes Sketch-Filmchen, das keinem Freude machen dürfte.

Daten zum Film:
Originaltitel: Grown Ups (USA, 2010)
Laufzeit: ca. 102 Minuten
FSK: Ab 6 Jahren
Regie: Dennis Dugan
Darsteller: Adam Sandler (Lenny Feder), Kevin James (Eric Lamonsoff), Chris Rock (Kurt McKenzie), David Spade (Marcus "Higgy" Higgins), Rob Schneider (Rob Hillard), Salma Hayek (Roxanne Chase-Feder), Maria Bello (Sally Lamonsoff), Maya Rudolph (Deanne McKenzie), Joyce Van Patten (Gloria Hillard),...

3/10

Fazit: Naja