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Ein Titan gegen einen Titan...
Kampf der Titanen (DVD)

Name des Mitglieds: The-Wishmaster
Produkt:
Kampf der Titanen (DVD)
Datum: 05.06.10
Bewertung:
Vorteile: ...unterhaltsam, atmosphärisch, schauspielerisch in Ordnung, einige nette Effekte...
Nachteile: ...aus heutiger Sicht in vielen Bereichen veraltet, Story ohne überraschende Wendungen...
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Filmklassiker gibt es viele. Leider sind darunter auch immer wieder Streifen, die kaum noch im TV zu sehen sind, während andere schon zum x-ten Male wiederholt werden. Zur ersten Kategorie gehört der Fantasy-Schinken "Kampf der Titanen", den ich am letzten Wochenende mit meinem Schatzi gekuckt habe und über den ich nun hiermit berichten möchte.
| ° Story
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Göttervater Zeus hat sich - mal wieder - den fleischlichen Gelüsten hingegeben und die schöne Danae von Argos geschwängert. Ihr Vater, König Acrisios, ist davon gar nicht erpicht und lässt die Frevlerin samt ihrem Kind in einer Kiste ins Meer werfen. Das wiederum missfällt Zeus auf's Äußerste, so dass er Poseidons Seeungeheuer auf das Königreich von Acrisios hetzt und es zerstören lässt. Danae dagegen wird samt ihrem Sprössling Perseus gerettet und findet sich auf einer Insel wieder. Jahre später ist Perseus zu einem stattlichen jungen Mann herangewachsen und sichtlich der ganze Stolz von Zeus. Ganz anders sieht es da mit Calibos, Sohn der Göttin Thetis, aus. Da er bis auf Pegasus alle geflügelten Pferde des Göttervaters gefangen und getötet hat, wird er von Zeus in eine entstellte Bestie, halb Mensch, halb Untier, verwandelt. Seine geplante Hochzeit mit der wunderschönen Andromeda von Phönizien fällt damit ins Wasser.
Das erzürnt natürlich Thetis und aus Neid verfrachtet sie Perseus eines nachts nach Phöniziens Hauptstadt Joppe, um ihm die Schrecken des Lebens erfahren zu lassen. Zeus erfährt von Thetis Intrige und kommt Perseus zu Hilfe, indem er ihm drei göttliche Geschenke - einen unsichtbar machenden Helm sowie ein Schwert und einen Schild - zukommen lässt. In Joppe angekommen erfährt Perseus vom Schicksal der Andromeda und ihres einstigen Geliebten Calibos. Andromeda soll nun neu verheiratet werden, aber jedem Bewerber stellt sie ein schwieriges Rätsel und wer es nicht lösen kann, landet auf dem Scheiterhaufen. Perseus nutzt seinen Unsichtbarkeitshelm, um sich des nachts in Andromedas Kammer zu schleichen. Gebannt von ihrer Schönheit muss er mit ansehen, wie er sie von bösen Träume heimgesucht und ihre Seele von einem riesigen Geier jede Nacht entführt wird. Wer steckt hinter diesen Schrecken? Und wie kann Perseus Andromeda helfen? Die Hoffnung scheint einzig darin zu liegen, das geflügelte Pferd Pegasus zu fangen und dem riesigen Geier zu folgen. Doch Perseus weiß nicht, dass ihn dort nur noch größere Schrecken erwarten und er sich bald nicht nur dem entstellten Calibos, sondern auch den stygischen Hexen, der grausamen Medusa und Poseidons Seeungeheuer stellen muss. Aber letztlich kann nur ein Titan gegen einen Titan bestehen...
| ° Meine Meinung
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1979 erschuf Trickspezialist Ray Harryhausen mit "Kampf der Titanen" eines der letzten großen Fantasy-Epen seiner Zeit. Mit einem Budget von damals sagenhaften 15 Millionen Dollar bannte er die Story des Perseus auf die Leinwand und verwandelte die griechische Sage in ein mit Effekten gespicktes Fantasy-Spektakel. Die Story weist zwar aufgrund der klassischen Vorgabe logischerweise nur bedingt Überraschungen auf, ist in sich aber schlüssig und wurde spannend umgesetzt. Die Besetzung der einzelnen Charaktere scheint dabei anfangs etwas ungewöhnlich, denn vor allem Harry Hamlin als Perseus sieht nicht gerade wie der typische griechische Sagenheld aus, sondern könnte eher einer US-Soap wie "Reich und Schön" entsprungen sein, wo er als Latino-Gärtner eine Nenbenrolle spielt.
Seine schauspielerischen Leistungen in "Kampf der Titanen" sind jedoch passend, wenngleich nicht gerade hervorstechend. Ähnlich verhält es sich mit Judi Bowker in der Rolle der Andromeda- nur mit dem Unterschied, dass sie tatsächlich in einer Serie mitgespielt hat, in "Black Beauty" um genau zu sein. Auch wenn ihre Rolle in dem Fantasy-Epos keine großartigen Leistungen verlangt, so sieht sie dennoch hübsch aus und man nimmt ihr die Rolle der Prinzessin ab. Erwähnenswert zudem noch Laurence Olivier, der als Zeus den Olymp regiert.
Doch bei einem Streifen dieser Art sind eigentlich nicht die schauspielerischen Leistungen ausschlaggebend, soviel sollte klar sein. Stattdessen zählt vielmehr die Atmosphäre und das Flair des Films - und beides ist bei "Kampf der Titanen" in ausreichender Menge vorhanden. Das beginnt schon damit, dass zum stimmungsvoll rauschenden Ozean Danae samt Kind rituell in eine Kiste gesperrt und anschließend den wogenden Fluten hingegeben werden. Beeindruckend geht wenig später Acrisios Königreich in einer riesigen Flutwelle unter. Monumentale Bauten stürzen ein, Wassermassen fluten die Straßen und hysterisch kreischende Menschen rennen um ihr Leben. Nebelverhangen und in Wolken gehüllt erscheinen die Götter im Olymp, sternklare Nächte im verlassenen Theater auf Erden, düstere Sümpfe, finstere Grotten - die Lokationen sind allesamt echte Stimmungsträger und wurden sehr liebevoll gestaltet.
Von den Effekten darf man aus heutiger Sicht natürlich keine Wunder erwarten. Die tricktechnischen Spielereien mit einem überdimensionalen Seeungeheuer erinnert dezent an die Godzilla-Klassiker aus Nippon und auch der animierte Calibos in seiner Bestiengetstalt kommt einem Knetmännchen oder einem alten King Kong gleich. Der Kampf von Perseus und seinen Begleitern gegen riesige Skorpione strotzt nahezu vor Bluescreen, ebenso ergeht es den getreuen Recken bei der Auseinandersetzung mit dem zweiköpfigen Höllenhund Dioskilos. Doch was aus heutiger Sicht vielleicht veraltet und unprofessionell wirkt, konnte damals restlos überzeugen und hat im Vergleich zu den oftmals mit computeranimationen überladenen Filmen der Neuzeit wenigstens eines: Charme.
Gewisse Effekte können sich übrigens selbst heute noch sehen lassen. Hierbei denke ich vor allem an das geflügelte Pferd Pegasus, die mechanische Eule Bubu oder - und das ganz besonders - an die Gorgonin Medusa, die hier in einer sehr eigenwilligen und extrem bösartigen und grausamen Gestalt erscheint. Musikalisch wird das Spektakel von pasenden Orchesterklängen untermalt, die mal ruhig und friedlich, mal aufbrausend und bedrohlich jeweils sehr gut zur entsprechenden Szene passen. Die Synchronisation ist ansprechend, wenngleich ohne nennenswerte Highlights (und zum Glück auch Tiefpunkte).
| ° Infos
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Titel: Kampf der Titanen
Originaltitel: Clash of the Titans
Regie: Desmond Davis
Drehbuch: Clarence Greene, Russell Rouse
Darsteller: Harry Hamlin, Judi Bowker, Laurence Olivier, Claire Bloom, Ursula Andress, etc.
Land: USA, 1979
Länge: 118 min.
FSK: 12
| ° Fazit
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Schwing das Schwert und reicht den Wein - mystisch-griechisch muss es sein! "Kampf der Titanen" kann zwar mit heutigen Effekt-Feuerwerken rein technisch gesehen bei weitem nicht mehr mithalten, überzeugt aber dennoch durch seine stimmungsvolle Atmosphäre und die aufwändig gestalteten Tricktechniken. Die musikalische Untermalung ist stimmig, die Schauspieler machen ihre Sache ordentlich und die Story bleibt bis zum Ende nachvollziehbar und wird spannend erzählt. Kurzum, dem Zuschauer wird 118 Minuten lang ein optisch ansehnliches Fantasy-Spektakel geboten, welches vor allem Fans alter Sandalenfilme interessieren dürfte.
In diesem Sinne...
Stay Dark!
The-Master-of-the-Titans
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen mit Medusas Anblick erfreut werden... ;)
Fazit: Das Fazit hat den Kampf gewonnen.
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