John Rambo (DVD)
Wer nicht kämpfen will,... muss erst recht kämpfen! - John Rambo (DVD) DVD Video Film

Erhältlich in: 2 Shops

Neuester Testbericht: ... dann kommt auf einmal eine Explosion und ein Torso wird in der Luft zerfetzt. Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Auf einer einen Ha... mehr

Wer nicht kämpfen will,... muss erst recht kämpfen!
John Rambo (DVD)

Herr_S

Name des Mitglieds: Herr_S

Produkt:

John Rambo (DVD)

Datum: 21.05.10, geändert am 21.05.10 (115 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Birma-Thematik ist interessant, durch die übertriebende Gewaltdarstellung schon wieder lustig

Nachteile: Budget für die Special-Effekte wurde voll ausgenutzt

Nachdem ich mir am Wochenende den aktuellen Rocky-Film angeschaut habe und diesen für gräßlich befunden habe, war es an der Zeit den zweiten Film von Sylvester Stallone Rückkehr zu beurteilen. Ich weiß nicht genau woher dieses Verlangen kam, vielleicht weil ich wenigstens hier die Vorgängerteile kannte und nicht wie bei Rocky bei Null anfangen musste.

Wie dem auch sei, mit dem Hintergedanken im Kopf besuchte ich meinen Bruder, da ich wusste da er diesen Film sein eigen nennt und ihn mir schon das ein und andere Mal versucht hat anzudrehen. Heute soll sein Glückstag sein!

Die Vorzeichen waren ja schon eindeutig, denn hier liegt eine FSK von 18 vor und dennoch ist der Film immer noch geschnitten. Hier wird getötet, gemetzelt, geschossen, erschlagen, geprügelt, abgehackt, gestoßen, vergewaltigt, gerissen, gehauen, getreten, explodiert und und und und das im Minutentakt. Recht schnell wird einem Asiaten ein zweiter Darmausgang geschossen, hier ein Kopf abgetrennt, dort explodiert ein ganzer Mensch, dort wird eine schnelle Arm-Amputation vollzogen und so weiter. Im Grunde ein grausiger Tatbestand, aber in der Masse wie er hier im Film gezeigt wird, wird es schon wieder (leider!) albern.

Die Ernsthaftigkeit der ersten Filme fehlt hier vollkommen und durch den massiven Einsatz von Sprengstoff und Blut wird der Film unweigerlich ins Lächerliche gezogen. Ich habe oft und gut gelacht. Fast genauso viel war ich am Anfang angewidert von den Soldaten die die wehrlosen Zivilisten dahin meucheln. Aber dann kommt auf einmal eine Explosion und ein Torso wird in der Luft zerfetzt. Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Auf einer einen Hand haben wir die leidende Bevölkerung von Birma und auf einmal, bam, wird einem eben diese Hand weggesprengt. Es hat etwas von einer Feuerwerkssinfonie. Das ist einfach zu viel und dadurch wird das Zwerchfell arg in Mitleidenschaft gezogen.

Nach dem ersten Kritikpunkt, der natürlich arg wiegt, will ich aber nun zur Handlung kommen. Und da sie in diesem Film eher nebensächlich ist, will ich sie auch hier so behandeln.
In Birma herrscht Bürgerkrieg,..oder aktiver Massenmord, man kann es auslegen wie man will. Am Ende ist es egal, weil es ein blutiges Abschlachten ist. Jedenfalls lebt in dieser Region auch John Rambo, der mittlerweile Schlangen für eine Touristenshow einfängt.

Eines Tages wird er von einer Gruppe christlicher Missionare/Ärzte gefragt ob er sie in das Kriegsgebiet bringen könnte. Gegen Bezahlung natürlich. Rambo lehnt anfangs ab, wird dann aber von der einzigen Frau in der Gruppe überredet. Nach einigen (blutigen) Schwierigkeiten bringt er sie ans Ziel.

Rambo setzt die Gruppe ab und tuckert wieder Heim. Im Dorf angekommen nehmen die Missionare ihre Arbeit auf und beten die Bibel hoch und runter und versorgen die Kranken und Verletzten. Bis auf einmal eine Mörsergranate einschlägt und das Abschlachten (wieder) losgeht. Dabei gerät die Gruppe in Gefangenschaft.

Eine weitere Gruppe für abkommandiert die christlichen Helfershelfer zu retten. Allerdings nicht mit Weihwasser, sondern mit Kanonen und C4. Rambo darf auch dieses Trüppchen nach Birma rein bringen und schließt sich, nach anfänglichen Schwierigkeiten, dem Trupp an um die Christen zu retten.

Am Ende geht es darum, in einer nächtlichen Aktion die erste Gruppe, durch Gruppe Zwei, verstärkt durch Rambo, aus einem Gefangenenlager zu befreien. Ob sie es schaffen und wie viele sie dieses mal töten und wie viele von ihnen getötet werden, müsst ihr schon selber herausfinden.

Im Mittelpunkt des Filmes steht, wie der Titel schon ein wenig andeutet, John Rambo. Die tragische Figur, sagen wir eher besser, der tragische Verlierer jeden Krieges. Der Anfang kam mit dem Vietnamkrieg von dem er wieder Heim kam und missverstanden wurde. Es folgt der Irak-Krieg und am Ende muss er, gegen seinen Willen, auch in Birma töten. Man sieht Rambo fast immer an das er gar nicht töten will, aber er gezwungen wird von Dritten. Und wie er es selbst so passend formulierte, wenn man gezwungen wird, ist töten gar nicht so schwer. Das sieht man ihm an.

Ein Gesicht, verzehrt vom Widerwillen noch einmal den Abzug zu drücken. Außerdem versucht er so oft es geht, niemanden zu töten. Nur im Notfall, wenn es notwendig wird. Insgesamt ist die Schauspielerische Leistung aber auch nur solide im ganzen Film. Rambo hat nur einen Gesichtsausdruck und die christlichen Bibelschwingen wirken vollkommen platt und linear. Aber mal ehrlich und ganz unter uns,... wer erwartet bei einem Film mit dem Titel "John Rambo" Oscarwürdiges Schauspiel? Ich nicht, und wenn der Film überhaupt einen Oscar gewinnen sollte, dann auch nur für die BAM Special-BAM-Effekte BAM.

Das Bonusmaterial der DVD ist (mal wieder) eher lachhaft. Ein TV-Special und der übliche Trailer. Schnell übersprungen.

Was bleibt am Ende? Ein vor gewalttriefendes, blutiges Machwerk, das leider nicht den "Charme", zumindest soweit man davon reden kann, der alten Teile hat. Die Thematik des Birma-Bürgerkriegs ist verlockend und interessant, allerdings wird mit den Blutbeutel zu sehr gespielt.
2 von 5 Blutstropfen.

Filmdaten
Deutscher Titel John Rambo
Originaltitel Rambo
Produktionsland USA, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2008
Länge 91 Minuten (Blu-ray Disc, ungekürzt), indiziert;
87 Minuten (DVD, ungekürzt)(SPIO/JK), indiziert;
86 Minuten (Kinofassung);
85 Minuten (KJ-Fassung);
83 Minuten (ab 16)
Altersfreigabe FSK Keine Jugendfreigabe, in deutschen Kinos gekürzt (in Österreich ab 16, ungekürzt); ungekürzte SPIO/JK-Fassung auf DVD erhältlich, stark gekürzte Version ab 16 auf DVD erhältlich

Stab
Regie Sylvester Stallone
Drehbuch Sylvester Stallone, Art Monterastelli
Produktion Kevin King, Avi Lerner, John Thompson
Musik Brian Tyler
Kamera Glen MacPherson
SchnittSean Albertson

Besetzung
Sylvester Stallone: John Rambo
Julie Benz: Sarah Miller
Matthew Marsden: Söldner (Schoolboy)
Graham McTavish: Lewis
Reynaldo Gallegos: Diaz
Jake La Botz: Reese
Tim Kang: En-Joo
Maung Maung Khin: Major Tint
Paul Schulze: Michael Burnett

Fazit: Lieber wieder den ersten Teil anschauen