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Neuester Testbericht: ... bereit, Jackie laufen zu lassen, wenn sieden Name ihres Auftraggebers preisgibt. Die Entscheidung fällt ihr Schwer, dem Ordell Robbie, ihr ... mehr
Rum Punch
Jackie Brown (DVD)

Name des Mitglieds: Autistic_Cucoo
Produkt:
Jackie Brown (DVD)
Datum: 26.08.00, geändert am 26.11.00 (37 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: guter Film, gute Schauspieler, gute Story
Nachteile: dt. Zwangsuntertitel
Tarantino hat Leonards Roman „Rum Punch“ in ein Drehbuch umgewandelt und natürlich Regie geführt. Er hat dabei übrigens die Handlung von Florida nach Los Angeles, seinen bevorzugten Drehort, verlegt, und die Hauptfigur von einer Frau kaukasischer in eine Frau afroamerikanischer Abstammung verwandelt.
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DER FILM
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STORY
Jackie Brown ist eine Stewardess bei einer erbärmlichen mexikanischen Fluglinie. Um ihr mieses Gehalt etwas aufzubessern, führt sie für den kleinen Waffenhändler Ordell Robbie, der sich selbst für den größten und praktisch unbesiegbar hält, Geldtransporte durch. Eines Tages wird sie nun vom FBI in Gestalt von Ray Nicolette am Flughafen mit 50.000 $ in der Tasche erwischt.
Ray und sein Polizeikollege Mark Dragus wittern ihre große Chance, endlich handfeste Beweise gegen Ordell in die Finger kriegen zu können. So buchten sie Jackie erstmal ein, um sie ein wenig mürbe zu machen und ihre Kooperation zu erzwingen. Ordell bezahlt Jackies Kaution, und sie wird vom Kautionshändler Max Cherry aus dem Knast geholt.
Ordell versucht natürlich, den „Schwachpunkt“ Jackie zu beseitigen, was ihm aber gründlich misslingt. Darauf entwickeln er und Jackie einen Plan, das FBI an der Nase herumzuführen und trotzdem Ordells gesamtes Geld aus Mexiko nach L.A. holen zu können.
Was Ordell, sein dauerbekifftes Betthäschen Melanie und sein grenzdebiler Freund Louis aber nicht ahnen, ist, dass Jackie zarte Bande zu Max knüpft, und mit diesem zusammen einen Gegenplan ausheckt, der sie und Max in
Besitz von Ordells Geld und Ordell in den Knast oder, noch besser, unter die Erde bringen soll.
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SCHAUSPIELER
Das Staraufgebot in diesem Film ist dem in „Pulp Fiction“ mindestens ebenbürtig.
Jackie Brown wird von Pam Grier gespielt. Tarantino hat die Rolle explizit für Grier geschrieben, als eine Hommage an deren frühere Erfolge – sie feierte in den frühen Siebzigern mit Blaxploitation-Filmen wie „Foxy Brown“ große Erfolge.
Ordell Robbie wird von Samuel L. Jackson verkörpert. Eigentlich wollte Tarantino die Rolle selbst spielen, es erschien ihm allerdings neben der Regiearbeit als zu stressig, auch noch eine Hauptrolle zu übernehmen. Jackson wirkt aber in der Rolle (natürlich) auch sehr überzeugend.
Robert DeNiro beweist in der Rolle des Louis einmal mehr, dass er alles kann, außer das Publikum zu enttäuschen. Er spielt den alternden, geistig etwas beschränkten Ex-Knasti einfach hervorragend.
Max Cherry wird von Robert Forster gespielt. Forster spielte nach einigen größeren Leinwanderfolgen Ende der sechziger / Anfang der siebziger Jahre in unzähligen B-Movies und Fernsehserien mit, was ihn für eine Rolle in einem Tarantino-Film geradezu prädestiniert.
Michael Keaton ist der hyperaktive FBI-Agent Ray Nicolette. Er übernahm die selbe Rolle auch noch einmal in „Out of sight“.
Ordells Freundin Melanie wird von Bridget Fonda gespielt, die vorher Rollen in z.B. „Der Pate 3“ und „Codename Nina“ hatte.
Mark Dragus schließlich wird von Michael Bowen gespielt, der vorher u.a. in „Beverly Hills Cop 3“ mitspielte.
In einer im wahrsten Sinne des Wortes kurzlebigen Nebenrolle ist übrigens auch Chris Tucker zu sehen.
Tarantino übernimmt wie gesagt keine Rolle in diesem Film, er taucht aber dennoch auf – nämlich als die elektronische Stimme von Jackies Anrufbeantworter (natürlich nur in der O
riginal-Tonfassung).
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DIE MUSIK
Musik spielte in Tarantinos Filmen schon immer eine große Rolle, so auch bei „Jackie Brown“. Diesmal bekommen wir allerdings nicht die vielleicht aus „Pulp Fiction“ bekannte Surf-Musik zu hören, sondern teilweise weit ins kitschige abgleitende Disco- und Soulmusik.
Die Atmosphäre des Films wird dadurch natürlich sehr beeinflusst. Tarantino schuf auf diese Art eine Stimmung, die perfekt an alte Siebziger-Jahre-Krimis erinnert.
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FILMKRITIK
Nach „Pulp Fiction“ und „From Dusk Till Dawn“ wurde von Tarantino natürlich ein weiterer Film erwartet, der seinem Status als „Mr Blood & Guts“ gerecht wird. Diese Erwartungen hat er aber komplett über den Haufen geworfen. „Jackie Brown“ weist zwar die typischen, irgendwie kranken Dialoge und Gesprächsthemen auf und spielt auch wie gewohnt in Kreisen kleiner Gangster, verzichtet aber weitestgehend auf explizite Gewaltdarstellung und ist im Grunde eigentlich nur ein Liebesfilm. Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse ein wenig, und einige Leute müssen das Leben lassen - insgesamt gibt es aber „nur“ vier Tote, die ohne den Einsatz von literweise Kunstblut und Gehirnmasse realisiert werden.
„Jackie Brown“ ist tatsächlich anders, aber nicht schlechter. Der „Tarantino-Style“ wird durch Rückblenden, sich überschneidende Ereignisse und ungewöhnliche Kameraeinstellungen und -fahrten zur Genüge zelebriert, und der Zuschauer weiß auch einige Zeit selbst nicht, wer nun wen und vor allem wie an der Nase herumführt.
Natürlich bekommen Insider auch hier genug kleine Anspielungen auf andere Tarantino-Filme zu sehen, u.a. besorgt Jackie sich einmal einen Snack bei „Teriyaki Donut“ - siehe Marsellus Wallace in „Pulp Fiction“.
„Jackie Brown“ ist wie gesagt nicht besser oder schlecht
er als „Pulp Fiction“, sondern eben anders. Der Film läßt sich Zeit, es wird die Handlung von den Charakteren getragen und nicht umgekehrt. Die Charaktere werden auch vor Beginn der eigentlichen Handlung erst mal eingeführt, damit der Zuschauer sich in deren Handlungs- und Denkweisen hineinversetzen kann. Die hochkarätige Besetzung garantiert zusammen mit der hervorragend umgesetzten Story für vergnügliche 145 Minuten.
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DIE DVD
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„Jackie Brown“ ist ab 16 Jahren freigegeben und innerhalb der Tarantino Collection auf DVD erschienen. Der Film ist in 4:3 und in 1,85:1 (Letterbox-Verfahren) auf die Scheibe gepresst worden, als Sprachen stehen Deutsch und Englisch, jeweils in Dolby Digital 5.1, zur Verfügung. Leider bekommen wir die englische Fassung nur als Originalversion mit Untertitel – soll heißen: deutsche Untertitel sind Pflicht und nicht abschaltbar. Bild und Ton weisen keine Schwächen auf.
Neben dem Film finden sich knapp 40 Minuten an Bonusmaterial auf der DVD:
°°°°°SCHNAPP DIE 100$
Dieses interaktive Feature sorgt beim Anschauen des Films für die Einblendung eines Banknoten-Bündels, das nach Anklicken per Fernbedienung Szenen von den Dreharbeiten abspielt.
°°°°°INTERVIEW
Ein Interview mit Quentin Tarantino und Robert DeNiro, vor allem über DeNiros Rolle im Film.
°°°°°TRAILER
Die Filmtrailer von „Pulp Fiction“ und natürlich „Jackie Brown“ können hier angewählt werden.
°°°°°CAST&CREW
Hinter diesem Menüpunkt verstecken sich kurze Texte samt Filmografie über die Hauptdarsteller, garniert mit kurzen Statements der Darsteller über ihre Rollen.
°°°°°TRIVIALES
Unter „Referenzen“ werden hier alle Anspielungen im Film samt Szenenverweis erklärt, unter „Goofs“ findet sich wie gewohnt eine Aufstellung aller Regie- und Logikfehler im Film, wieder mit „Li
nk“ zur entsprechenden Szene.
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FAZIT
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„Jackie Brown“ ist ein sehr guter Film, die DVD-Ausstattung geht in Ordnung. Einen schalen Nachgeschmack hinterlassen nur die Zwangsuntertitel bei der englischen Sprachfassung.
Der Film ist nicht nur für Tarantino-Fans empfehlenswert – alle, die Tarantino bisher aufgrund der Brutalität in den Filmen nichts abgewinnen konnten, dürfen diesmal auch beruhigt zugreifen.
Die DVD ist wie gesagt in der Tarantino-Collection innerhalb der Box neben „Pulp Fiction“ und „From Dusk Till Dawn“ und auch einzeln erschienen. Preislich liegt sie sicherlich innerhalb gewohnter Parameter.
Fazit:
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