Gladiator (DVD)
Das Sandalen-Epos lebt! - Gladiator (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... Der Heeresführer Maximus ist dabei die Schlacht gegen den letzten germanischen Stamm zu führen und gewinnt diese auch. Durch diesen S... mehr

Das Sandalen-Epos lebt!
Gladiator (DVD)

commanderg

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Gladiator (DVD)

Datum: 26.03.01, geändert am 27.03.01 (415 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Tolle Schauspieler, Grandiose Kulisse, Sehr guter Sound

Nachteile: Für einige eventuell zu viel Blut

Der Anlass für diese Meinung könnte aktueller nicht sein: Gestern fand sich, anlässlich der 73. Oscar-Verleihung, mal wieder alles im Shrine Auditorium von Los Angeles ein, was im Filmgeschäft Rang und Namen hat. Gespannt warteten alle darauf, wer nun die 34 Zentimeter langen und 3,8 Kilo schweren Figuren mit 24-karätigen Edelmetall-Überzug (Darunter steckt ein einfacher Zinn-Kupfer-Körper der den Materialwert auf läppische 300 US-Dollar senkt) bekommen würde.

Das Ergebnis: Die meisten Oskars, nämlich ganze fünf, bekam das Sandalen-Epos „Gladiator“, darunter auch die besonders begehrten Preise für den besten Film und den besten Schauspieler (Russel Crowe). Weitere Preise für Gladiator erhielten Janty Yates für die besten Kostüme, Scott Millan, Bob Beemer, Ken Weston für den besten Ton und John Nelson, Neil Corbould, Tim Burke und Rob Harvey für die besten visuellen Effekte.

Bei so viel Zinn und Kupfer muss ich einfach etwas über den Film schreiben, doch auch ohne diese Metallvergabe wäre euch diese Meinung nicht lange erspart geblieben – der Film hat mich viel zu stark begeistert.

Wie ich in die Arena kam:

Eines schönen Freitages entschied ich mich mit ein paar Freunden ins Kino zu fahren, allerdings waren wir uns bis zum Schluss nicht einig, welcher Film es denn nun werden sollte. Während die eine Hälfte den „Gladiator“ bevorzugte wollte die andere Hälfte (darunter auch ich) lieber „Romeo must die“ mit Jet Li und Aaliyah ansehen - Arena gegen Martial Arts. Langsam wurde es kritisch, denn die Menschenmasse schob uns unbarmherzig näher an die Kasse – eine Entscheidung musste her! Die Rettung kam von hinten, denn glücklicherweise hatten ein paar weibliche Geschöpfe hinter uns das „Gespräch“ mitgehört und schlugen vor in „Gladiator“ zu gehen. Noch immer war die Romeo-Fraktion nicht überzeugt, was sich jedoch schlagartig änderte, als die weiblichen Wesen erwähn
ten, das sie sich diesen Film auch ansehen wollten. Plötzlich herrschte Einigkeit und Frieden und wir alle waren der Meinung, dass der „Gladiator“ wohl die best Entscheidung wäre. Und das sollten wir auch nicht bereuen.

Der Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 180 nach Christi Geburt: Das römische Imperium kämpft mal wieder gegen seine Lieblingsbarbaren, die Germanen. Eine entscheidende Schlacht gewinnen die Römer dann unter Führung des Tribuns Maximus (Russel Crowe). Noch in der Nacht der Siegesfeier macht ihm der Kaiser, Marc Aurel (Richard Harris) dann ein unglaubliches Angebot (Bei geschichtlicher Betrachtung ist es aber gar nicht mehr so unglaublich, da häufig Adoptivsöhne zum Nachfolger des Kaisers wurden): Maximus soll sein Nachfolger werden.

Das jedoch gefällt Commodus (Joaquin Phoenix), Marc Aurels neurotischem Sohn, gar nicht. Als sein Vater ihm von seinem Entschluss berichtet bringt er diesen kurzerhand um und befiehlt danach die Exekution des Maximus und seiner Familie. Wie es sich für einen Held und Sandalen-Rocky gehört ist Maximus selber bereit in den Tod zu gehen, doch die Exekution seiner Familie geht eindeutig zu weit. Maximus überwältigt also seine Henker und reitet nach Spanien um seine Familie zu retten – leider ist er jedoch zu spät, die Kaisertruppen haben ihr grausames Werk schon vollendet. Vor seiner toten Frau und seinem toten Sohn bricht Maximus zusammen.

Als er aufwacht findet er sich in den Händen von Sklavenhändlern wieder, welche ihn nach Afrika schaffen und dort, als Ausgleich für ein paar schwule Kamele, an den Ex-Gladiator Proximo (Oliver Reed) verkaufen. Dieser verdient seine Brötchen mit einer Gladiatorenschule in Nordafrika, da in Rom unter Marc Aurel keine Gladiatorenkämpfe mehr erlaubt waren. Natürlich wird Maximus als Gladiator zum Liebling des Publikums, das ihn wegen seiner Herkunft schlicht Spanier nennt.

In Rom ist Commodus derweil nicht besonders beliebt, so dass
er sich an den alten immer wieder gerne aufgegriffenen Grundsatz „Brot und Spiele“ erinnert und wieder Gladiatorenkämpfe in Rom erlaubt. Zu diesen reist auch Proximo mit seiner Gladiatorenschule an, einem Treffen zwischen Maximus und Commodus steht also nichts mehr im Wege (Außer vielleicht, dass die Gladiatorentruppe von Proximo im Kampf um Kathargo die Katharger spielen muss) ...

Zum Schluss dürfen natürlich auch die Worte des Commodus nicht fehlen, mit denen der Inhalt des Films häufig paraphrasiert wurde:

„Der Tribun, der zum Sklaven wurde.
Ein Sklave, der zum Gladiator wurde.
Ein Gladiator, der sich gegen den Kaiser auflehnte.“

Die Darsteller:

Zuerst ist hier natürlich der geniale Russel Crowe zu nennen, der seinen Oscar wirklich mehr als verdient hat. Umso bemerkenswerter ist dieser Oscar übrigens, wenn man sich seine Konkurrenz ansieht: Neben dem zweifachen Oscar-Preisträger Tom Hanks (nominiert für "Cast Away - Verschollen") waren auch noch Ed Harris ("Pollock") und Geoffrey Rush ("Quills - Macht der Besessenheit") nominiert (Javier Bardem ("Before Night Falls") war wohl eher ungefährlich).

Der am 7. April 1964 in Neuseeland geborene Crowe überzeugte schon in dem Drama "The Insider". In Gladiator übertrifft sich Crowe jedoch selber: Er überzeugte mich so sehr, dass ich ihn schon fast als Idealbild eines römischen Feldherren ansehe. Und auch den schmalen Grad zwischen heroischem Kämpfer und feinfühligem Familienvater meistert er, ohne dabei in den Kitsch abzurutschen. Seinen wirklich sehenswerten Umgang mit dem Schwert hat Crowe übrigens in einem Interview erklärt. So antwortete er auf die Frage „Wie lange hat es gedauert, bis Sie mit dem Schwert umgehen konnten?“ mit einem süffisanten Grinsen: „Was denken Sie? Ich lebe in Australien und bin somit Spezialist im Ausrichten von Grillfesten. Das Schwert ist kaum größer
als eines unserer Steakmesser“.

Ebenfalls klasse spielt Joaquin Phoenix den Commodus. Er ist wirklich das Musterbeispiel für den sprichwörtlichen Cäsarenwahn (schönstes Beispiel dafür ist Caligula, der so verrückt war, dass er ein Pferd zum Senator ernannte) und gerade solche Rollen scheinen Phoenix zu liegen. Schon in "Quills - Macht der Besessenheit" spielt er eine ähnlich gelagerte Figur recht gut. In Gladiator gelingt es ihm, den Commodus grausam, neurotisch und zugleich dennoch irgendwie anziehend darzustellen. Lohn dafür war übrigens auch eine Golden Globe-Nominierung.

Auch die anderen Rollen sind gut besetzt: Von Richard Harris hätte ich mir gewünscht, dass er noch etwas länger zu sehen gewesen wäre und auch Oliver Reed zeigt hier eine sehr gute Leistung als alter Kämpfer mit Herz. Ganz wichtig für alle Männer: Connie Nielsen. Die hübsche Dänin hatte nach „Mission to Mars“ nun mal die Chance in einem guten Film mitzuspielen und nutzt diese ebenfalls mit Bravour. Sie spielt Lucilla, die Schwester des verrückten Commodus, die vordergründig die Machenschaften ihres Bruders unterstützt, deren Herz jedoch ganz allein Maximus gehört.

Die Atmosphäre:

Zu dem sehr guten Gesamteindruck gehört auch die stimmungsvolle Atmosphäre, die Regisseur Ridley Scott auf die Leinwand gezaubert hat. Besonders die digitalen Rekonstruktionen des alten Roms (v.a. des Kolosseums) sind unglaublich gut gelungen und schön. Genauso echt wirkt die riesige Schlachtszene zu Beginn des Filmes – der Zuschauer fühlt sich mitten im Geschehen und eventuell etwas an den Film Braveheart erinnert. Mit zu der Atmosphäre trägt auch der kristallklare Sound bei, den uns Scott Millan, Bob Beemer und Ken Weston beschert haben. Ich persönlich bin auch begeistert von der Musik im Film, für die sich der deutsche Hans Zimmer verantwortlich zeigt. Irgendwo habe ich gelesen, dass diese Musik unpassend sei und eher an ein Popalbum erinnere,
für meinen Geschmack passt die Musik jedoch sehr gut und zerstört die Atmosphäre keinesfalls, sondern rundet sie ganz im Gegenteil ab. Zimmer war übrigens auch für einen Oskar nominiert, zog jedoch bei der Endausscheidung den kürzeren (Ein Oskar ging ja trotzdem nach Deutschland).

Die DVD:

Weil mich der Film im Kino so begeistert hat, habe ich mir kurz nach deren Erscheinen auch die DVD zugelegt. Ganz sicher ist diese aufgrund der sehr schönen Bilder und des klareren Sounds gerade bei diesem Film für alle Besitzer von DVD-Playern die bessere Alternative zur Videokassette.

Die DVD der Collector's Edition ist reich mit Bonusmaterial gefüllt, so dass man in der Plastikhülle sogar zwei Silberscheiben findet. Klang (Dolby Digital 5.1) und Bild sind wie erwartet klar und sorgen damit für 149 Minuten ungetrübten Filmgenuss. Besonders interessant fand ich das Making Of (Wobei ich zugeben muss allgemein ein Fan der Making Ofs zu sein) und vor allem die Dokumentation über die echten Gladiatorenkämpfe im alten Rom. Dieses Feature sollte man sich auf jedem Fall ansehen, wenn man im Besitz der DVD ist. Weiterhin wird DVD-Standartkost, wie entfallene Szenen, Audiokommentare, Trailer, Fotogalerien, Biografien oder auch Produktionsnotizen geboten. Alles nichts weltbewegenes, aber dennoch eine recht ordentliche Abrundung des hervorragenden Films. Auf jedem Fall möchte ich jedoch nochmals auf die Dokumentation über die Gladiatorenspiele hinweisen – unbedingt ansehen! Sehr gut gelungen finde ich auch die Menüs, die gleich stimmungsvoll den Film einleiten. So lobe ich mir das, denn was gibt es blöderes als einen tollen Film mit einem Menü, welches ich auf einem C64 besser erstellt hätte?

Bei der DVD ist es möglich aus den Sprachen Deutsch und Englisch zu wählen. Bei den Untertiteln bietet Gladiator Deutsch, Englisch, Holländisch, Italienisch und Spanisch an. Wenn ich die doch nur alle sprechen könnte...

Mein Fazit:

Gera
de Fans der Sandalen-Epos "Der Untergang des Römischen Reiches" ("Diese Geschichte erzählt von Liebe und Hass, Grausamkeit und Opfermut, Hinterlist und Treue und von einer alles verzehrenden Rache" – Ein Satz, der laut Cinema auch bei „Gladiator“ passt) oder „Ben Hur“ kommen hier voll auf ihre Kosten. Doch auch Menschen, die nicht knappe 40 Jahre auf einen neuen Star dieses Genres gewartet haben sollten hier mal einen Blick riskieren, der Film ist für mich das Highlight der letzten Jahre. Wer allerdings Probleme mit Gewalt hat, welche hier zwangsläufig auch vorkommt oder unter 16 ist, der sollte dann doch lieber Abstand vom „Gladiator“ nehmen und vor dem Kolosseum warten. Nicht umsonst setzte die FSK die Altersbeschränkung auf 16 Jahre fest.

Fazit: