Girls United Again (DVD)
Vom Ausdrucks-Tänzer zum Profi-Cheerleader - Girls United Again (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... also alle Kosten und Mühen gescheut - was aber ja im Prinzip nicht weiter schlimm ist, solange gut gespielt wird. Dazu kann man allerdin... mehr

Vom Ausdrucks-Tänzer zum Profi-Cheerleader
Girls United Again (DVD)

TheBabz

Name des Mitglieds: TheBabz

Produkt:

Girls United Again (DVD)

Datum: 15.10.07

Bewertung:

Vorteile: vereinzelte Gags sind wohl vorhanden

Nachteile: langweilig + vorhersehbar, kein adäquater Schluss, trostlose DVD-Ausgabe

Vor gar nicht allzu langer Zeit erschien eine witzige Cheerleader-Komödie namens "Girls United", welche durch gute Darstellerinnen und nette Tanzeinlagen durchaus überzeugen konnte. Dem folgten mehrere Fortsetzungen, wobei ich heute zunächst mal über den zweiten Teil beruchten will. Viel Spaß beim lesen meiner Ausführungen!


-> Die "Girls United"-Reihe

Für die Fortsetzungen ist es völlig irrelevant zu wissen, was in den jeweiligen vorherigen Teilen geschah. Das Besondere der "Girls United"-Reihe ist es nämlich, dass zwar alle Filme als gemeinsames Motiv das Cheerleading als Solches haben, aber inhaltlich absolut autark sind. Die Personenkreise sind immer andere, und egal wie amüsant das Tun von Kirsten Dunst und Eliza Dushku im ersten Teil auch gewesen sind - der zweite Teil beruft sich in keiner Weise darauf. Es sei vielleicht nur an dieser Stelle kurz gesagt, dass sowohl Teil 1 als auch Teil 3 besser sind als Teil 2... und ein vierter Teil scheint in Planung zu sein.


-> Details zum Film

Original-Titel: Bring It On Again
Regisseur: Damon Santostefano
Jahr: 2004
Genre: Teeniefilm rund ums Cheerleading
Laufzeit: ca. 87 Minuten
Altersfreigabe [D]: ohne Altersbeschränkung
Darsteller: Anne Judson-Yager, Faune A. Chambers, Bree Turner, Richard Lee Jackson, Kevin Cooney


-> Die Handlung

Die Freundinnen Whittier und Monica sind gerade frisch am College eingetroffen und bewerben sich für das dort ansässige Cheerleader-Team. Whittier steigt bald zum Star auf und verlässt sogar ihren Freund Derek, der als Campus-DJ und Cafeteria-Aushilfe in der Popularitäsliste leider ganz weit unten steht. Direktor Sebastian hätte Whittier gerne als Nachfolgerin der aktuellen Teamleiterin Tina, die auch versucht, Whittier in ihrem Sinne zu prägen. Zunächst funktioniert dies auch, aber bald wird es Whittier in der 'superperfekten' Welt zu bunt - sie und ihre Freundin Monica verlassen das Team.
Dummerweise vermisst Whittier das Cheerleading sehr - doch zurückkriechen will sie nicht. Aus einer spontanen Idee heraus will sie mit Monica eine neue Cheerleader-Truppe gründen. Mitglieder dafür sind auch bald gefunden: Nämliche die Kampfsportler, die Theaterspieler und die Ausdrucksballetttänzer, deren Gruppen wegen der Kosten gestrichen worden sind. Es steht nämlich ein Wettbewerb an, mit dessen Preisgeld man die Gruppen wiederbeleben könnte. Doch von jeder Schule darf nur ein Team zu diesem Wettbewerb antreten...


-> Cast & Crew

Die Namen der Darsteller stehen ja bereits oben in den Kurzinfos, und viel mehr lässt sich über ihre bisherige Karriere nicht sagen - hier mal ein unkreditierter Auftritt, da mal eine Nebenrolle als Tänzerin in "Austin Powers". Was den Bekanntheitsgrad angeht, wurden hier also alle Kosten und Mühen gescheut - was aber ja im Prinzip nicht weiter schlimm ist, solange gut gespielt wird. Dazu kann man allerdings mal wieder nicht all zu viel sagen: Denn viele wirklich 'tiefschürfende' Handlungssequenzen gibt es in "Girls United Again" nicht. Es wird die meiste Zeit trainiert und gecheert, was auch Alles in Allem recht gut aussieht - vorallem der finale Showdown ist durchaus nett in Szene gesetzt. Ansonsten sind die jugendlichen Darsteller durchweg hübsch und dünn, großartige Fehler oder seltsame Sachen macht keiner. Also sind wir mal zufrieden.
Genau wie die Darsteller sind mir auch der Regisseur sowie der Drehbuchautor völlig unbekannt. Laut IMDB hat auch keiner von beiden vorher oder nachher etwas wirklich bedeutendes gemacht - was zumindest in Anbetracht des Drehbuchs kein Wunder ist. Doch darauf werde ich gleich in meiner Kritik eingehen.


-> Meine Meinung zum Film

Auch wenn wir in diesem Film nicht an der High School, sondern am College sind, haben sich die Grundregeln der Popularität nicht geändert. Cheerleader und Footballspieler sind die Krone der Schöpfung, Basketballspieler und Autobesitzer mit Parkerlaubnis sind noch tolerabel, Theaterfreaks und Cafeteriamitarbeiter krebsen irgendwo am Boden herum. Wenn Cheerleaderkönigin Tina dem 'Frischling' Whittier diese Fakten wie eine Liste aufzählt, ist das sehr amüsant. Allerdings ist es auch schon eine der wirklich wenigen Dinge an diesem Film, die Spaß machen.

Zunächst einmal ist die Grundhandlung mal wieder absolut simpel: Der große Kampf des zickigen und superperfekten Teenageradels gegen den natürlich viel sympathischeren Bodensatz, für welchen "Freundschaft" nicht nur ein Wort ist. Wer da zum Schluss als Sieger hervorgeht, sollte eigentlich niemanden mehr so richtig überraschen. Aber viele Filme haben es trotz absoluter Standardhandlung durch interessante Charaktere und Nebenhandlungen durchaus auf einen gewissen Unterhaltungswert gebracht - "Girls United Again" schafft dies nicht.

Der ganze Anfang der Story ist simpel gestrickt, hat aber einige Stellen, die durchaus das Potential hätten, zu einer weiteren Entwicklung zu führen. Der Direktor des Colleges beispielsweise finanziert sich durch die Erfolge der Cheerleading-Truppe seinen Lifestyle und fordert Tina deutlich auf, dafür zu sorgen, dass dies auch so bleibt. Dieser Ansatz der Kungelei hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf irgendetwas.

Der Grundgedanke, aus Schauspielern und Ausdruckstänzern Cheerleader zu machen, scheint auf den ersten Blick ebenfalls ganz reizvoll und erinnert auch ein wenig an den ersten Teil der "Girls United"-Reihe. Dort wollte Kirsten Dunst durch Einflüsse aus anderen Richtungen die Performance ihrer Truppe aufwerten. Hier will dies nicht ganz gelingen - anfangs verkündet Whittier zwar, dass bei ihr alles anders sei und jeder das machen könnte, was ihm liegt. Doch im großen Showdown hat man plötzlich zu 95% eine völlig normale Cheerleading-Darbietung. Dies ist auch deshalb ein wenig traurig, weil einige der "Kunstfreaks" durchaus das Potential zu interessanten Charakteren haben - beispielsweise Penelope, die früher einmal Dramen als Ausdruckstanz vorgeführt hat. Spätestens zum Schluss ist sie im knappen Kostümchen nur noch ein Cheerleader wie viele andere.

Bei dem bereits mehrfach erwähnten "Showdown" handelt es sich im Übrigen nicht um diesen Wettbewerb mit Geldpreis, der die ehemaligen Gruppen retten soll, sondern lediglich um das Auswahlverfahren, ob Tina's Profitruppe oder dien Amateure um Whittier DIE Cheerleading-Gruppe des Colleges werden. Von dem Wettbewerb ist nachher gar keine Rede mehr, obwohl dieser doch eigentlich das Ziel der ganzen Aktion war. Scheinbar sind zum Schluss alle mit ihrer Rolle als Cheerleader vollauf zufrieden - zumindest wird bei mir dieser Eindruck erweckt.

Teeniefilme haben ja oft die Angewohnheit, Charaktere etwas überzogen und Handlungen dadurch nicht allzu realistisch darzustellen. Bei "Girls United Again" geht der Realismus allerdings spätestens im letzten Teil komplett den Bach runter. Man sieht längere Montagesequenzen, in der Whittier ihrer zusammengewürfelten Truppe versucht, das Cheerleaden beizubringen. Dies klappt jedoch nicht so richtig, lediglich rhythmisches Klatschen scheint gegen Ende hinzuhauen. Aber alle Arten von Hebefiguren sehen doch eher wackelig bis lebensgefährlich aus. Beim großen Showdown wenige Tage später klappt jedoch alles wie am Schnürchen und sieht wahnsinnig professionell aus - abgerundet wird das Ganze noch durch einheitliche Kostüme. Wie man das alles in der kurzen Zeit auf die Reihe gekriegt haben soll, ist mir ein völliges Rätsel. Auch scheinen die meisten Zuschauer des Showdowns sich während der Performance der Truppe noch schnell zueinander passende Fanschilder gebastelt zu haben - beim Eintritt hat es lediglich einen lauwarmen Höflichkeitsapplaus gegeben, zum Schluss hin sind alle begeistert. Aha.

Auch das ein oder andere Klischee wird bei der Charakterisierung einiger Personen mal wieder ausgegraben. So ist die Teamleiterin Tina natürlich die Oberzicke schlechthin, der aber scheinbar doch jeder zu Füßen liegt. Außerdem gibt es natürlich einen Quotenschwulen, der ein super Kumpel ist sowie den ein oder anderen Kommentar, der nicht gerade auf ein sehr hohes geistiges Niveau der einzelnen Cheerleader schließen lässt. Und Derek als musikinteressierter 'Loser' hat natürlich im Gegensatz zu den ganzen Footballspielern einen Bart und längere Haare, dafür eine schmächtige Figur. Alles in Allem auch hier wenig überraschend das Ganze.

Den ein oder anderen kleinen Höhepunkt gibt es jedoch auch bei "Girls United Again". Zum einen sei hier der junge Mann genannt, der das Schulmaskottchen spielt. Er ist vor jedem Auftritt etwa so nervös wie alle Cheerleader und Footballspieler zusammen und motiviert sich selber stundenlang - in einer Szene erzählt er sogar, dass die von ihm verkörperter "wunderbare Illusion" nicht angenommen wird. Ganz versteckt spielt sich noch eine weitere, recht lustige Sache ab: Vor dem Showdown sieht man, wie der Campus-Sender KCUF über ebenjenen berichtet. Am unteren Rand gibt es dabei einen Newsticker, der allerlei spaßige Sachen von sich gibt. Mein persönliches Highlight: "Dyslectic Students Offended By KCUF Logo" :)

Leider sind diese humoristisch halbwegs wertvollen Einfällen im Film Mangelware. Im Text auf der Rückseite der DVD-Hülle heißt es: "Diese sportliche College-Komödie steht ihrem Vorgänger in nichts nach und bringt mit coolen Gags und sexy Musik die Fans zum Jubeln!". Ich kann weder sonderlich viele "coole Gags" erkennen, und auch die Musikuntermalung erfüllt absolut nicht die Erwartungen, sondern wartet mit willkürlichem Allerweltsmüll auf.

Alles in Allem hat "Girls United Again" zwar in Ansätzen die ein oder andere nette Idee, ist aber in der Gesamtbetrachtung eine echte Enttäuschung. Er hat weder den Charme und Witz des ersten Teils noch die aus totaler Klischeeisierung gewonnene Absurdität von Teil drei. Wirklich kein Film, den man unbedingt gesehen haben sollte.


-> Ein paar Worte zur DVD

Für 8,95 Euro kann man sich bei Amazon die von Universal herausgegebene DVD von "Girls United Again" zulegen. Diese ist von der Bild- und Tonqualität her absolut in Ordnung und präsentiert dem willigen Zuschauer den Film wahlweise in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch. Bei den Untertiteln gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit des Niederländischen. Im statischen Menü (welches übrigens nur in englisch verfügbar ist!), ist ansonsten nur noch eine Anwahlmöglichkeit für die insgesamt 18 Kapitel verfügbar. Extras gibt es keine, nicht mal den ein oder anderen Trailer. Dies ist einfach... überhaupt nichts.


-> Abschlussurteil

Bei "Girls United Again" handelt es sich weder um einen amüsanten Film noch um einen würdigen Nachfolger. Die Handlung ist vorhersehbar und der Schluss ist meiner Meinung nach enttäuschend. Unterstützt wird das Ganze noch durch die absolut trostlose Aufmachung der DVD. Wer gerne mal alle Filme sehen will, in denen gecheerleaded wird, kann gerne zugreifen... allen anderen rate ich mit einer Bewertung von zwei Sternen deutlich ab.

Fazit: Öder Film, den man sich sparen kann!