
Erhältlich in: 7 Shops
Neuester Testbericht: ... Vater der auch seinem lieblingshobby nachgeht und eine CB Funkstation betreibt ist eines tages überrascht als er seinen eignen Sohn in... mehr
Frequency - fast alles ist möglich!
Frequency (DVD)

Name des Mitglieds: kompetenz_team
Produkt:
Frequency (DVD)
Datum: 25.10.01, geändert am 25.10.01 (16 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: tolle Story, tolles Bild, toller Sound
Nachteile: eigentlich keine richtigen
Das wird man denken, wenn man den Film Frequency gesehen hat, in dem Sohn und Vater über 30 Jahre hinweg miteinander kommunizieren. Aber nun mal ins Detail:
Worum geht es?
************
Ein majestätisches Naturschauspiel steht zwischen zwei Männern. Zwischen Vater und Sohn. Zwischen einem Feuerwehrmann und einem Polizisten. Das Naturschauspiel nett sich „Aurora Borealis“, ein nur sehr selten auftretendes Spektakel, verursacht durch gewaltige Sonnenwinde, deren Energien beim Eintreten in die Erd-Atmosphäre für die sogenannten „Nordlichter“ sorgen. Die beiden Männer? Nun: die heißen John und Frank Sullivan, sind miteinander verwandt – Vater und Sohn. Und beide unterhalten sich über ihre Hobbyfunkgeräte miteinander. Über eine kaum messbare Entfernung von gerademal einer Stuhlesbreite und: 30 Jahre hinweg. Und Johns Vater, Frank, ist eigentlich ebenfalls seit etwa 30 Jahren tot. Als den beiden Hobbyfunkern die ganz besondere Verbindung zwischen ihnen bewusst wird, wird ihnen gleichzeitig klar, das sie einem ganz besonderen, unerklärlichen Phänomen beiwohnen. Und ihre Chance nutzen müssen. John berichtet seinem Vater von der furchtbaren Brandkatastrophe, in der Frank nur wenige Tage später umkommen soll – und es gelingt ihm, seinen Vater zu retten. Doch damit verändert sich der Lauf der Zeit – und ein Thema, das John längst und sprichwörtlich „zu den Akten gelegt“ hat, gewinnt an enormer Bedeutung und schält sich wie ein düsterer Schatten aus der Vergangenheit hervor. Die sogenannten „Nightingale-Morde“, grauenhafte Sexualdelikte, haben sich gemehrt. Statt ehemals dreien sind es nun zehn Mordopfer. Und der Täter ist nach wie vor nicht gefasst. Und sowohl für John wie auch für Frank entsetzlich: Mutter und Ehefrau Julia ist im Jahre 1999 ebenfalls eines der Opfer. Im Jahre 1969 hat Frank Sullivan nur noch wenige Tage Zeit, zusammen mit seinem 30 Jahre entfernten Sohn John das Unabwendba
re – abzuwenden...
Schon damals im Kino dachte ich mir, dieser Film müsse auch auf DVD Spaß machen. Wer an Science Fiction gefallen findet (Regisseur Toby Emmerich legt allerdings Wert auf die Bezeichnung „Science Fantasy“), sollte sich „Frequency“ durchaus einmal ansehen. Nicht nur die tollen Darsteller wie beispielsweise Dennis Quaid oder Jim Caviezel sorgen hier für feines Entertainment, auch die Handlung passt – trotz einiger Längen in der Handlung. Ein wirklicher Actionfilm ist „Frequency“ dann trotz Feuer und Feuerwehr oder der Crime-Story nicht unbedingt – Spannung ist jedoch grundsätzlich angesagt. Neben der Rahmenhandlung, die die ganz besondere und recht skurrile Begegnung der beiden Männer im Zaum hält, steht zu jeder Zeit jedoch das phantastische Erlebnisse im Vordergrund. Über paradoxe und - wenn überhaupt – nur schwerlich nachvollziehbare Aspekte hinsichtlich des üblichen „Zeitreisen-Genres“ sollte man natürlich auch bei diesem Film hinwegsehen können. Zahlreiche feine Zwischenspiele führen dann durch die jeweiligen Akte des Filmes. Plaudern beide Protagonisten anfangs noch frei und im Glauben, lediglich durch einige Kilometer voneinander getrennt zu sein, vor sich hin, fällt das „neue Kennenlernen“ in „Akt 2“ dann schon umso schwieriger aus. Und ist endlich heraus, das es sich bei den beiden Männern um Vater und Sohn und 30 Jahre Zeitunterschied handelt, gewinnt „Frequency“ rasch an Fahrt – leider erst nach etwa einer Stunde. Hier wäre „weniger“ vielleicht dann doch einmal „mehr“ gewesen. Das anschließende Crime-Szenario hat´s dann aber doch in sich und fesselt. Dennis Quaid alias Frank Sullivan mimt den besorgten Familienvater und angestachelten Hobby-Polizisten so gut, das einem gelegentlich der Atem stockt. Übrigens: zur unrealistischen Action-Posse driftet „Frequency“ kaum je ab. Auch hier
stehen Realitätsnähe und Nachvollziehbarkeit durchaus im Vordergrund. Der finale Showdown darf dann aber wieder fein phantastisch werden. Im packenden Finale bekriegen sich Sullivan Junior wie Sullivan Senior quasi „gleichzeitig“ mit dem einen Bösewicht (natürlich in den entsprechenden zeitlichen Varianten)
Verwirrung, Dramatik und einige Twists inbegriffen. Stets toll fotografiert und mit dezenten Spezialeffekten versehen macht „Frequency“ aber durchaus auch auf filmtechnischer Ebene Spaß. Zwar hätte die Filmmusik von Michael („S&M Metallica“) Kamen vielleicht noch ein wenig prägnanter ausfallen können, die cineastische Stimmung wird aber stets hochgehalten. Stellenweise abenteuerliche Kamerafahrten, großartig inszenierte Zwischenspektakel wie Brände oder die atmosphärischen Phänomene, aber auch viele andere Kleinigkeiten erfreuen das Auge. Kurzum: „Frequency“ ist ein Film, der zwar nicht eben wirklich Rekorde schlägt, aufgrund seiner eigenwilligen Story aber sehr empfehlenswert ausgefallen ist. SF-Fans sollten hier in jedem Fall zugreifen!
Bild
****
Das anamorphe 2.35:1-Bild der DVD ist auf den ersten Blick hervorragend gelungen. Allerdings nur auf den ersten Blick. Wer nämlich ein wenig an der stellenweise grandiosen Bildschärfe, dem tollen Kontrast und den satten Farben sowie der perfekten Verfassung des originalen Bildmaterials vorbeischaut, wird doch den einen oder anderen eher unfeinen Mangel erkennen. Aber halt - bevor hier echte „Negativ-Assoziationen“ geweckt werden: Das Bild von „Frequency“ dominiert in seinen stark positiven Aspekten. Richtig fein beispielsweise Kontrast und Farbgebung: stets bleibt die DVD artig und verschont uns mit unschönen Spektakeln wie graublauen, milchigen Schleiern bei Dunkelheit, „trockenem/kalten“ oder zu warmem Bild. Stellenweise sorgt dann die wahrlich knackige (aber ein wenig erkaufte) Bildschärfe für so
manch wahrlich grandiosen Bildeindruck. Negativ wird´s dann, wenn man seinen Blick etwas deutlicher auf den Bildhintergrund konzentriert: hier fällt neben einem sehr, sehr regelmässigen Rauschmuster nämlich immer wieder mal ein minimaler Quantisierungs-Effekt auf. Feine Schattierungen oder farbliche Abstufungen sind dann plötzlich gar nicht mehr so fein, sondern wirken eher wie aus einer etwas begrenzten Palette zusammengesetzt. Und auch die Bildschärfe wird desöfteren beeinträchtigt. Beispielsweise, sobald mittelprächtig Bewegung mit in´s Spiel kommt: aus der sonnengegerbten und „porentief reinen“ Profilaufnahme eines Dennis Quaid wird dann ein leicht schwammiger, etwas unscharfer Gesamteindruck. Und auch sonst fallen bei bewegten Szenen und Kameraschwenks immer wieder leichte Schärfemängel bei gleichzeitiger Abnahme im allgemeinen Grundrauschen auf. Und auch das ansonsten auf einem extrem feinen Niveau befindliche Nachziehen der Scheibe steigert sich dann in´s doch Bemerkbare: vor dunklen Bildhintergründen kann so manche minimale, aber stets präsente ´Schliere´ beobachtet werden. Hinsichtlich Zeilen- und Kantenflimmern schlägt sich die DVD tapfer. Bezüglich des Aliasing-Verhaltens müssen aber auch hin und wieder Einschränkungen hingenommen werden. Insbesondere die Handvoll Szenen, die inhaltsschwanger die auf dem Dach befestigte Funkantenne zeigen, machen dies überdeutlich: klobiger geht´s da kaum mehr. Glücklicherweise kommt dieser Effekt aber so selten zum Tragen, das auch hier unbeschwert drüber weggesehen werden kann.
Ton
***
Ganz ähnlich wie beim Bild macht auch der Ton einen etwas zwiespältigen Eindruck. Einerseits erschlägt schon der Filmbeginn mit brachialen Bassattacken und so manchem Surround-Effekt. Erst bei wirklich laufender Handlung fällt auf, wo´s fehlt: im Center und vor allem der Ballance „vorn/hinten“ nämlich. Der Center kann in keiner Sprachfassung (Deutsch/Englisch sind in DD5.1 vorhanden!) de
m monströsen Spektakel der Frontlautsprecher folgen. Und hinten gibt´s zwar immer wieder und wenn, dann auch beeindruckend, „Futter“ für´s Ohr, allgemein aber doch so sparsam, das die Effekte dadurch wieder gesondert auffallen – was sie ja eigentlich nicht sollten. Im direkten Vergleich zwischen deutscher und englischer Tonspur kann ausnahmsweise einmal die deutsche Variante punkten. Im englischen scheint alles irgendwie ein klitzekleines bisschen zusammenzurücken – und vor allem dem Center geht noch ein wenig eher die Puste aus. Erst der deutsche Track bringt dann auch sehr, sehr feine Sprachverständlichkeit in den Film. Wenn auch der eine oder andere Center-Effekt (es ist ein Kreuz, ich weiß) minimal deplaciert und leicht überzogen wirkt. Das besondere „Kanal-Dilemma“ wird speziell gegen Ende offensichtlich. Bei dem einen oder anderen Schuss aus einer Pistole beben die Stereo-Lautsprecher – während die stattliche 9mm-Waffe im Center zur kleinen „Penge“ degradiert wird. Immerhin gibt´s dann aber so manchen Querschläger – und quer über den gesamten Film regelmäßig auch ordentliche Bassattacken.
Features
********
Wahrlich gelungen. Wieder einmal erfreut mich als erstes der neuartige Zusatz „... mit einblendbaren Untertiteln“. Da es sich einmal mehr nicht um eine Canal Plus-Lizenz handelt, dürfte die Wahrscheinlichkeit gestiegen sein, das wir nicht mehr allzu häufig mit unseligen „O.m.U.“-Lizenzen gesteinigt werden. Da hieß es ja noch „Deutsche Untertitel nicht ausblendbar“, während es die damals noch maximale Steigerung auf „mit ausblendbaren Untertiteln“ brachte. Nun heisst´s: „mit einblendbaren Untertiteln“. Das ist doch mal ein Wort! Ein Wort auch, das man nach langer, langer Zeit einmal wieder an die Blinden gedacht hat: „Frequency“ bietet als eine von wenigen DVDs in Deutschland eine speziell angefertigte
Tonspur, die den Spielfilm-Ton mit Hinweisen und Informationen, allgemein: Bildbeschreibungen, durchsetzt und die Verstehbarkeit für Menschen, die nicht mehr sehen können, dadurch deutlich steigert. Ganz, ganz besonders gefällig auch, das man sich nun zum ersten Mal von den künstlerisch zwar gewiss wertvollen, im breiten Geschmack sicherlich aber eher uninteressanten Titel getrennt hat – „Frequency“ trumpft als reinrassige Mainstream-Unterhaltung da natürlich umso mehr auf. Sehr fein, Kinowelt! Aber auch der Rest der Scheibe begeistert: an quasi alles wurde gedacht. Neben dem Audio-Kommentar des Regisseurs soll an dieser Stelle ganz besonders auf das etwa 38 Minuten lange und optional deutsch untertitelte Making-of verwiesen werden, das sowohl unterhaltsam wie auch anschaulich Naturwissenschaft und Film-Unterhaltung miteinander verbindet und dadurch so manch interessante Information zum Besten gibt. Neben den obligatorischen Texttafeln mit zahlreichen Informationen zu Cast & Crew gibt´s auch noch vier geschnittene Szenen – ebenfalls optional deutsch untertitelt. Und ebenfalls sehr fein: bei sämtlichen Extras hat man das anamorphe Bildmaterial beibehalten. Das gibt´s eher selten. Eher selten allerdings auch, das der verwendete Begriff „Multi-Angle Clips“ ein wenig in die Irre führt. Zwar befindet sich insgesamt etwa 40 Sekunden SFX-Material auf der Scheibe, welches über insgesamt vier unterschiedliche Einstellungen den Weg vom Computer bis zum fertigen Film dokumentiert, von der Angle-Funktion des DVD Spielers macht diese Beigabe aber keinen Gebrauch: man muss sich alle Anteile der Reihe nach anschauen. Dies alles zusammen mit dem sehr feinen DVD Menü sowie dem unmerklichen Layerwechsel lässt dann letztlich keinen mehr zweifeln: einfach Top Features.
Fazit
****
Spannende und phantastische Unterhaltung pur – mit tollen Darstellern und einer sorgfältigen Inszenierung. Angesichts der starken Filmidee k
ann man dem Werk dann so manche Länge gewiss verzeihen – entsprechende Aufgeschlossenheit und Geduld einmal vorausgesetzt. Die kleineren Bildmängel fallen zwar ebenso auf wie der etwas eingeschränkte Ton, wirklich unangenehm wird´s aber nie. Eher das Gegenteil ist der Fall: Bild und Ton sind im allgemeinen wirklich sehr gut gelungen und die fulminante Extra-Ausstattung setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf. Zugreifen – es lohnt sich!
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich DVD Video Film

