Freitag, der 13. (DVD)
Er will nur spielen! - Freitag, der 13. (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... drei "Freitag"-Teilen in seinen Film einfließen lässt und es auch einen weiteren Teil der Reihe geben soll. Zudem wurde die Han... mehr

Er will nur spielen!
Freitag, der 13. (DVD)

das-christian

Name des Mitglieds: das-christian

Produkt:

Freitag, der 13. (DVD)

Datum: 06.08.10

Bewertung:

Vorteile: unterhaltsam, nicht schlechter als seine Vorgänger

Nachteile: Charaktereigenschaften von Jason, einfallslose Kills

Der Name Michael Bay steht für anspruchsloses Popcorn-Kino und hohe Budgets. Im Horrorbereich war er bereits als Produzent der durchaus guten Remakes zu Texas Chainsaw Massacre und Hitcher zuständig, nun ist ein weiterer Horrorklassiker dran - Friday the 13th. Ich habe mir erhofft, dass ich einen Horrorfilm vorgesetzt bekomme, der qualitativ über den ganzen B Movies steht, aber trotzdem noch die klassischen Elemente aus den vorhergehenden Freitag der 13.-Teilen enthält. Kurz: verblödete und pimpergeile Teenager werden von einem rotzcool wirkenden Jason möglichst brutal und blutig zu Geschnetzeltem verarbeitet. Zudem sollte das keinesfalls wie eine Kopie der Originale wirken.


Story
Die Story ist so dünn wie ein Blatt Papier und passt auf die Rückseite einer Chipkarte:

Jasons Mom wird niedergemetzelt. 20 Jahre später metzelt Jason fünf Teenies nieder, die sich ins Camp Crystal Lake verirren. Darauf versucht Clay (Jared Padalecki) seine vermisste Schwester zu finden, die mit unter den fünf Teenies war. Parallel dazu fährt eine weitere Truppe Teenies ins Camp Crystal Lake. Jason, wird nach sechswöchiger Meuchelpause wieder aktiv und dezimiert die Gruppe nach und nach.

Kritik

Ein dreijähriger hätte die Story hierfür schreiben können. Aber wer von einem Jason-Film eine innovative und ausgeklügelte Story mit Plot Twists erwartet, der glaubt vielleicht auch an den Weihnachtsmann. Die Teenies haben diesmal nicht Dinge wie rumvögeln, Alk und Drogen im Kopf, wie man es aus den anderen, schätzungsweise 7325 Slasherfilmen kennt, NEIN, diese hier haben Dinge wie poppen, saufen und Koks im Kopf. Immerhin handelt es sich nicht um ein 1:1 Remake. Es ist eher als Zusammenfassung von Teil 1, 2 und 3 zu verstehen, da zuerst Jasons Mutter unfreiwillig abtritt, er anschließend mit Kartoffelsack über der Rübe Kebap aus der ersten Teeniebrigade macht und letztendlich mit Eishockeymaske, die er auf einem Dachboden findet, seine Arbeit beim zweiten Teenieschwarm fortsetzt.
Für Spannung ist über die kompletten 105 Minuten gesorgt. In den ersten 20 Minuten wird eine Gruppe im Schnelldurchgang dezimiert, für die folgende Gruppe, mit der Hauptfigur, bleiben dann die restlichen 80 Minuten übrig. Ein Zusammenhang zwischen beiden Gruppen ist auch gegeben, so dass hier nicht der Eindruck erweckt wird, dass ein sinnloses Gemetzel stattfindet, was aber der Fall ist...ist ja ein Freitag der 13.-Film.

Es wird schnell ersichtlich, wer die höchsten Überlebenschancen hat, dies ist Hauptdarsteller Jared Padalecki in der Rolle des Clay, bekannt aus Gilmore Girls und Supernatural. Im späteren Verlauf kommen noch zwei weibliche Charaktere hinzu, die sich aber nur zur Steigerung der Tittenquote herausstellen. Der Rest ist Hundefutter. Quotenneger und Klassenstreber (Asiaten sind dafür am Besten geeignet) dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Richtigen Tiefgang hat kein Charakter, daher hält sich auch das Mitfühlen in Grenzen. Jason ist der eigentliche Held, was sich hier etwas schwierig gestaltet. Man ist es gewohnt, dass Jason kaltblütig und emotionslos handelt. Das Problem hier ist aber, dass er Emotionen zeigt. Scheinbar hat der Mongo immer noch nicht verkraftet, dass Mama vor ein paar Jahren platt gemacht wurde. Darstellerisch kann man als Jason kaum etwas falsch machen, außer man hat eine Körpergröße unter 1,80 m, wobei ein Jason in Plateau- oder Stöckelschuhen sicherlich eine gute Figur abgeben würde. Trotzdem hat es der hiesige Jason-Darsteller nicht geschafft, die Coolness eines Kane Hodder oder Ken Kirzinger zu erbringen, was sicherlich auch an den Charaktereigenschaften seiner Rollenauslegung liegt. Denn seit wann nimmt unser Lieblingsmongoloid Jason denn Geiseln??? Das was in diesem Remake aus ihm gemacht wurde, passt eher in eine Sitcom mit eingespielten Lachern.
Ein weiteres Erkennungszeichen sind Logiklöcher von der Größe des Eisbergs, der die Titanic gerammt hat. So darf man zusehen, wie ein Pärchen im Zelt volle Arbeit für die Kinderplanung leistet, während es im Zelt so dunkel wie in einem Bärenarsch ist, sieht es von außen so aus, als würde ein Licht darin brennen (Jason erledigt die Sache dann übrigens schnell mit der Kinderplanung). Wenn man bedenkt, dass die bisherigen Freitag der ...-Teile auch keine cineastischen Monsterbeiträge waren, kann man sagen, dass sich dieses Remake immerhin an die Originalteile gehalten hat.

Es gibt genügend Kills, aber ein bisschen härter und einfallsreicher hätte Jason wirklich zulangen können. Nur eine Szene, in der die Fontanelle eines Fickblondchens mit Jasons Machete durchlöchert wird, bleibt in Erinnerung, nicht wegen der Brutalität, sondern weil es die einzig beachtenswerte Tötungsszene ist. Immerhin erweist er sich als fabelhafter Bogenschütze...wo wir wieder bei unserer Sitcom und den eingespielten Lachern wären...

Fazit

Die Story ist primitiv, die nötigen Logikfehler sind vorhanden und es gibt notgeile Teens, die förmlich danach schreien von Jason zerlegt zu werden. Jason ist jedoch ein kompletter Durchfall und für echte Fans wohl auch die größte Enttäuschung. Der Splatter hätte auch etwas einfallsreicher ausfallen können. Das Einspielergebnis deutet aber darauf hin, dass ein zweiter Teil folgen wird, also insgesamt ein 12., wenn ich Freddy vs. Jason außen vor lasse...der übrigens um Längen härter war.

Filminfos

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2009
Laufzeit: 93 Min
FSK: 18
Regie: Marcus Nispel
Drehbuch: Damian Shannon, Mark Swift, Mark Wheaton, Victor Miller
Darsteller: Jared Padalecki, Danielle Panabaker, Amanda Righetti, Travis Van Winkle, Derek Mears, Aaron Yoo u. v. m.

Fazit: durchschnittliche Slasherkost