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Neuester Testbericht: ... ein Auto und ein seltsames Tier mit Hörnern zu sehen sind. Viel kann der Kommissar aus dem Bild nicht raus lesen, woraufhin er Rat bei... mehr
In sich stimmig
Es geschah am hellichten Tag (DVD)

Name des Mitglieds: Eminencia
Produkt:
Es geschah am hellichten Tag (DVD)
Datum: 21.10.09, geändert am 06.07.11 (121 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: alles
Nachteile: -
Filmkritik zu:
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Es geschah am hellichten Tag
(DVD)
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"In sich stimmig"
Nachdem ich vor einiger Zeit "Es geschah am hellichten Tag" aus dem Jahr 1996 gesehen hatte, habe ich mir nun auch den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1958 angeschaut:
Schnell merke ich, dass sich Ladislao Vajdas "Es geschah am hellichten Tag" aus dem Jahr 1958 zumindest bild- und tontechnisch stark von dem 1996 gedrehten, gleichnamigen Film unter der Regie Nico Hofmanns unterscheidet. Während in der neueren Version grelle Farben und musikalische Klänge dominieren, sehe ich die Charaktere im alten Film durch triste Schwarz-Weiß-Szenen stapfen, die immer dann, wenn Unheil droht, mit kreischend-lautem Orchestral-Geknurre untermalt werden.
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Die einsame Suche nach einem unbehelligten Täter
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Am Plot hat sich hingegen nicht viel verändert. Der war damals schon genauso düster und bedrohlich wie in der Neuauflage:
Es geht um Morde an Kindern. Nachdem der Hausierer Jaquier (bedrückend authentisch: Michel Simon) im Wald eine Kinderleiche gefunden hat, wendet er sich an die Polizei - und wird sowohl von dieser als auch vom tobenden Mob umgehend als Hauptverdächtiger geführt. Nur der scheidende Kommissar Matthäi (ungewohnt kühl und sachlich: Heinz Rühmann) glaubt an die Unschuldsbeteuerungen von Jaquier. Zu wenig - der Hausierer ist dem Leidensdruck bald nicht mehr gewachsen und erhängt sich in seiner Zelle. Für die Polizei - vor allem für den auf Matthäis Position gerückten Henzi (Siegfried Lowitz) - ein Segen, denn nun glaubt sie, den Fall ohne weitere Mühen zu den Akten legen zu können. Nur Matthäi kann sich mit der verhinderten Auflösung der Morde nicht abfinden, gibt deshalb sogar seine anstehende Position im Ausland auf und beginnt schließlich, gegen die Widerstände seines Vorgesetzten (Heinrich Gretler) selbst weiterzuermitteln.
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Sowohl äußerlich als auch innerlich glaubwürdig
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Während mich in der Verfilmung von 1998 vor allem die neumodische Farbgebung und ein gefühltes Zuviel an Charakteren gestört haben, empfinde ich die 1958er-Verfilmung des Dürrenmatt-Stoffes als in sich geschlossen und absolut glaubhaft.
Die Authentizität beginnt schon bei den Bildern: Dank Schwarz-Weiß-Technik bewegt sich der Film konsequent in einer Atmosphäre aus kühler Tristesse und freudloser Härte. Insbesondere letztere wird durch die paukenschlagähnlichen Klanguntermalungen zu Beginn von heiklen Szenen eindrucksvoll verstärkt.
Während ich beim Ansehen des jüngeren Films auch immer wieder Zweifel daran hatte, ob die dargestellte Naivität der Kinder wirklich glaubhaft bzw. zeitgemäß ist, kam diese Frage diesmal gar nicht auf. Der Film spielt einfach in einer anderen Zeit und unter anderen Voraussetzungen. Hier wirken die Kinder nicht nur jünger (wohl deshalb, weil man einfach jüngere Darsteller ausgewählt hat), sondern erscheinen auch von Natur aus naiver und unschuldiger. Die heutzutage prädominanten Medien wie das Fernsehen oder das Internet kennen sie noch längst nicht. Wollen sie sich im Film erfreuen, dann gehen sie in der Natur spielen und schießen nicht wie heute am Bildschirm Lebewesen ab.
Vielleicht wirkt es auch gerade wegen dieses vermeintlichen 'Rückstands' in Sachen Technik glaubwürdig, dass sich Matthäi und ein befreundeter Psychiater erstaunlich lange mit den möglichen Hintergründen einer Unheil verkündenden Kinderzeichnung auseinandersetzen. Heutzutage würde man stattdessen wohl eher fieberhaft nach Hautschüppchen, Haarwurzeln oder sonstigem verwertbaren Material suchen, um damit (sicherlich durchaus nützliche) DNS-Abgleiche anzustellen.
Was ich damit eigentlich nur sagen möchte: "Es geschah am hellichten Tag" von Vajda nutzt seine 95 Minuten Laufzeit zunächst dafür aus, eine tragfähige Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise zu installieren, um anschließend langsam, aber konsequent, einem Höhepunkt entgegen zu steuern. Dabei bleiben meiner Meinung nach keine Fragen offen. Alles wird nach einem Grund-Folge-Schema erklärt: Jacquier erhängt sich, weil er sich verloren glaubt. Die Polizei stellt ihre Ermittlungen ein, weil sie darin ein Schuldbekenntnis sieht. Matthäi kann sich vom Fall nicht loslösen, weil er den Eltern des toten Mädchens sein Versprechen gab, den Mörder zu finden und er Jacquier nicht für den Täter hält. Usw. Usf.
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Übersichtliches Figurenrepertoire
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Anders als im Film aus dem Jahre 1998 erlebt man hier auch nicht einen unüberschaubaren Auflauf von etlichen verschiedenen Figuren. Stattdessen beschränkt man sich auf einige markante Gesichter von Kindern, Bürgern und Polizisten, von denen mich insbesondere Heinz Rühmanns Matthäi mit seiner kontrolliert-sachlichen Mimik und Sprechweise beeindruckt hat.
Dessen Gegenspieler Schrott (Gert Fröbe) überzeugt (und verschreckt) hingegen als von seiner eigenen Frau (kurz und gut: Berta Drews) unterdrückter Schwächling, der seine aufgestauten Hassgefühle mittels einer Rasierklinge an kleinen Mädchen entlädt.
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Alter Stoff auf neuen Medien
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Es scheinen verschiedene DVDs mit dem Film zu existieren, so u.a. eine Fassung, in der das Bild und der Ton restauriert wurden. Diese Version enthält neben einer Hörfilmfassung für Blinde und Untertiteln für Hörgeschädigte auch einige sehenswerte Extras wie einen Hörbuchauszug aus "Das Versprechen", einen Trailer zum US-Film "Das Versprechen", Fotos, die "Chronik eines Klassikers" sowie ein paar Biografien.
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Mein Fazit
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Der Film ist meiner Meinung nach sowohl filmtechnisch als auch in Hinblick auf die Schauspielerleistungen sehens- und empfehlenswert.
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(c) Eminencia / Divalein, 2009
Fazit: Rundum gelungen!
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