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Neuester Testbericht: ... kaum besser als Kriegsführer wie Hitler. Beide Menschen waren Monster. Zurück zum Film. Im Laufe des filmischen Verlaufs erhält auch Wass... mehr
Ein tödlich gutes Duell
Duell - Enemy at the Gates (DVD)

Name des Mitglieds: Herr_S
Produkt:
Duell - Enemy at the Gates (DVD)
Datum: 15.08.10
Bewertung:
Vorteile: Schauspielerisch top, die Bestie "Krieg" wurde sehr gut fimlisch eingefangen
Nachteile: -
Ein neuer Tag, ein neuer Bericht. Nachdem Eli-Reinfall, wird es mal wieder Zeit für einen guten, handfesten Film. Meine Wahl fiel dafür auf den Film "Duell-Enemy of the Gates". Ein moderner Antikriegsfilm der nicht - soviel kann ich schon einmal sagen - den Vergleich mit "Der Soldat James Ryan" und Co zu fürchten hat.
Aber kommen wir erst einmal ein wenig zu den Hintergründen von "Duell".
Erst letzte Woche lief der Film im Fernsehen, auf Kabel 1. Da ich allerdings arbeiten durfte bis 1 Uhr , hatte ich ein leidliches Problem. Drum die DVD aus dem Schrank gekramt und eingelegt. Wenigstens kam ich damit in den Genuss, den Film ohne Werbeunterbrechung zu sehen.
"Duell" basiert weitesgehend auf der wahren Lebensgeschichte von Wassili Saizew, der als junger Scharfschütze in den Hexenkessel von Stalingrad in der heißen Phase des zweiten Weltkrieges geschickt wird.
Quasi mit offenen Armen in den Tod geschickt, denn anfangs geblendet vom gließenden Patriotismus sieht er die Gefahr nicht. Erst als er eingetroffen ist in einer von Granaten zerstörten Stadt, hüllt ihn der Geruch des Todes ein und er wird sich der Gefahr wirklich bewusst.
Allein die Überfahrt über die Wolga erweißt sich schon als schwierig, denn deutsche Jagd-Flugzeuge beschießen die Boote, auf denen die russische Soldaten über den Fluß transportiert werden sollten. Viele sterben, ein paar mehr überleben glücklicherweise. Allerdings sollten sie nur der nächsten Gefahr ins Auge blicken dürfen.
Vor Ort wird dann die Waffenausgabe vorangetrieben. Allerdings nur für jeden zweiten Soldaten, gibt es ein Gewehr. Die jenigen die kein Gewehr bekamen, müssen ihrem Vorgänger folgen und ihm auf Schritt und Tritt begleiten. Sollte der Gewehrträger erschossen werden, soll der Waffenlose sein Gewehr nehmen. Solang ist er einfach nur Kugelfang. Eine bizarre Vorstellung, das menschliche Leben so massiv zu verheizen. Allein diese Szene ist schon sehr stark, wenn man bedenkt, welche hohe - oder eben nicht - Stellung das Leben der Soldaten hat.
Weiter geht es mit einer Offensive gegen die deutschen auf einem offenen Platz. Die Russen stürmen auf die deutsche Stellung. Nur die Hälfte kann allerdings die Schüsse der Deutsche mit gleichen beantworten.
Als die Soldaten von Stalin ihre Aussichtslosigkeit bemerken, beschließen sie umzukehren und zu ihren Offizieren zurückzukehren. Allerdings hagelt es auch von hier Kugeln, denn jeder der umkehrt, wird als Dessartour entlarvt und muss erschossen werden. Egal ob er nur sein Leben retten will, oder wirklich der Wolf im Schafspelz ist. Es ist egal, jeder der zurückgeht, muss erschossen werden. Und so werden die armen russsischen Soldaten von allen Seiten beschossen. Vom Feind und vom Verbündeten.
Eine Szenerie fast so stark wie die der Gewehrausgabe. Auch hier wird die Nichtigkeit des Soldatenlebens für die oberste Führung dargestellt. Eine Schande. Kann man eigentlich stolz den roten Stern des Kommunismus tragen, wenn man solche Sachen im Hinterkopf hat? Stalin war auch kaum besser als Kriegsführer wie Hitler. Beide Menschen waren Monster.
Zurück zum Film. Im Laufe des filmischen Verlaufs erhält auch Wassili Saizew sein eigenes Gewehr. Das eines Toten natürlich. Er mausert sich allmählich vom namenlosen Soldaten hin zur Hoffnung für Stalins Kämpfer, nachdem, er im Alleingang fünf deutsche Soldaten erschossen hat und dies sein neuer Freund, ein Herr aus der Propagandaabteilung miterlebt hat.
Somit entsteht mit der Zeit ein Kult um Wassili und jeder "Abschuss" seinerseits wird mit Jubel honoriert.
Durch Wassili kriegen die Sowjets neue Hoffnung und die Deutschen einen neuen Feind. Allerdings weiß man auch im dritten Reich wie man schießt, drum schickt man Major König an die Wolga um den Feind der Deutschen zu eliminieren.
Das Duell nimmt seinen Lauf und beinhaltet viele spannende Zusammenkünfte, in der sich beide Parteien nichts schenken, außer eine Kugel. Jeder will seinen Kontrahenten töten und will vorher nicht Stalingrad verlieren. Was noch passieren wird, verrate ich euch nicht. Genauso wenig wer dieses Duell gewinnen wird. Es muss ja noch etwas spannend bleiben.
Schauspierlisch ist der Film ganz großes Kino. Jude Law als Wassili spielt sehr überzeugend und ich glaube ihm seine stalinistische Überzeugung für diesem Film. Sein Gegenspieler Ed Harris muss sich da nicht hinten anstellen und ist der perfekte Gegenspieler für Jude Law. Beide Schauspieler fruchten durcheinander. Es macht Spaß ihnen bei der gegenseitigen Jagd zuzuschauen.
Ansonsten hat der Film einen erschreckend hohen Grad an Authentizität, der zwar auch durch die ganzen "Abschüsse" erzeugt wird - den es fließt ausreichend Blut - aber genauso stark durch die Handlungen der sowjetischen Offiziere, von denen ich schon am Anfang gesprochen habe. Skrupellos, menschenverachtend und erschütterend.
Die mageren Extras: Ein 20minütiges Making of, eine Trailer-Show und unverwendete Szenen (12 Minuten). Nicht unbedingt sehenswert, lenkt nur vom guten Film ab.
Der Film kriegt eine ganz klare Empfehlung. Mit einer der besten Antikriegsfilme des letzten Jahrzehnts.
Filmdaten
Deutscher Titel Duell - Enemy at the Gates
Originaltitel Enemy at the Gates
Produktionsland Vereinigte Staaten, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Irland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2001
Länge 130 Minuten
Altersfreigabe FSK ab 16
Stab
Regie Jean-Jacques Annaud
Drehbuch Jean-Jacques Annaud,Alain Godard
Produktion Jean-Jacques Annaud,John D. Schofield
Musik James Horner
Kamera Robert Fraisse
Schnitt Noëlle Boisson,
Humphrey Dixon
Besetzung
Jude Law: Wassili Saizew
Joseph Fiennes: Politkommissar Danilow
Ed Harris: Major König
Rachel Weisz: Tanja Tschernowa
Bob Hoskins: Nikita Chruschtschow
Sophie Rois: Ludmilla
Ron Perlman: Kulikow
Gabriel Thomson: Sascha Filipow
Eva Mattes: Mutter Filipow
Matthias Habich: Feldmarschall Paulus
Ein neuer Tag, ein neuer Bericht. Nachdem Eli-Reinfall, wird es mal wieder Zeit für einen guten, handfesten Film. Meine Wahl fiel dafür auf den Film "Duell-Enemy of the Gates". Ein moderner Antikriegsfilm der nicht - soviel kann ich schon einmal sagen - den Vergleich mit "Der Soldat James Ryan" und Co zu fürchten hat.
Aber kommen wir erst einmal ein wenig zu den Hintergründen von "Duell".
Erst letzte Woche lief der Film im Fernsehen, auf Kabel 1. Da ich allerdings arbeiten durfte bis 1 Uhr , hatte ich ein leidliches Problem. Drum die DVD aus dem Schrank gekramt und eingelegt. Wenigstens kam ich damit in den Genuss, den Film ohne Werbeunterbrechung zu sehen.
"Duell" basiert weitesgehend auf der wahren Lebensgeschichte von Wassili Saizew, der als junger Scharfschütze in den Hexenkessel von Stalingrad in der heißen Phase des zweiten Weltkrieges geschickt wird.
Quasi mit offenen Armen in den Tod geschickt, denn anfangs geblendet vom gließenden Patriotismus sieht er die Gefahr nicht. Erst als er eingetroffen ist in einer von Granaten zerstörten Stadt, hüllt ihn der Geruch des Todes ein und er wird sich der Gefahr wirklich bewusst.
Allein die Überfahrt über die Wolga erweißt sich schon als schwierig, denn deutsche Jagd-Flugzeuge beschießen die Boote, auf denen die russische Soldaten über den Fluß transportiert werden sollten. Viele sterben, ein paar mehr überleben glücklicherweise. Allerdings sollten sie nur der nächsten Gefahr ins Auge blicken dürfen.
Vor Ort wird dann die Waffenausgabe vorangetrieben. Allerdings nur für jeden zweiten Soldaten, gibt es ein Gewehr. Die jenigen die kein Gewehr bekamen, müssen ihrem Vorgänger folgen und ihm auf Schritt und Tritt begleiten. Sollte der Gewehrträger erschossen werden, soll der Waffenlose sein Gewehr nehmen. Solang ist er einfach nur Kugelfang. Eine bizarre Vorstellung, das menschliche Leben so massiv zu verheizen. Allein diese Szene ist schon sehr stark, wenn man bedenkt, welche hohe - oder eben nicht - Stellung das Leben der Soldaten hat.
Weiter geht es mit einer Offensive gegen die deutschen auf einem offenen Platz. Die Russen stürmen auf die deutsche Stellung. Nur die Hälfte kann allerdings die Schüsse der Deutsche mit gleichen beantworten.
Als die Soldaten von Stalin ihre Aussichtslosigkeit bemerken, beschließen sie umzukehren und zu ihren Offizieren zurückzukehren. Allerdings hagelt es auch von hier Kugeln, denn jeder der umkehrt, wird als Dessartour entlarvt und muss erschossen werden. Egal ob er nur sein Leben retten will, oder wirklich der Wolf im Schafspelz ist. Es ist egal, jeder der zurückgeht, muss erschossen werden. Und so werden die armen russsischen Soldaten von allen Seiten beschossen. Vom Feind und vom Verbündeten.
Eine Szenerie fast so stark wie die der Gewehrausgabe. Auch hier wird die Nichtigkeit des Soldatenlebens für die oberste Führung dargestellt. Eine Schande. Kann man eigentlich stolz den roten Stern des Kommunismus tragen, wenn man solche Sachen im Hinterkopf hat? Stalin war auch kaum besser als Kriegsführer wie Hitler. Beide Menschen waren Monster.
Zurück zum Film. Im Laufe des filmischen Verlaufs erhält auch Wassili Saizew sein eigenes Gewehr. Das eines Toten natürlich. Er mausert sich allmählich vom namenlosen Soldaten hin zur Hoffnung für Stalins Kämpfer, nachdem, er im Alleingang fünf deutsche Soldaten erschossen hat und dies sein neuer Freund, ein Herr aus der Propagandaabteilung miterlebt hat.
Somit entsteht mit der Zeit ein Kult um Wassili und jeder "Abschuss" seinerseits wird mit Jubel honoriert.
Durch Wassili kriegen die Sowjets neue Hoffnung und die Deutschen einen neuen Feind. Allerdings weiß man auch im dritten Reich wie man schießt, drum schickt man Major König an die Wolga um den Feind der Deutschen zu eliminieren.
Das Duell nimmt seinen Lauf und beinhaltet viele spannende Zusammenkünfte, in der sich beide Parteien nichts schenken, außer eine Kugel. Jeder will seinen Kontrahenten töten und will vorher nicht Stalingrad verlieren. Was noch passieren wird, verrate ich euch nicht. Genauso wenig wer dieses Duell gewinnen wird. Es muss ja noch etwas spannend bleiben.
Schauspierlisch ist der Film ganz großes Kino. Jude Law als Wassili spielt sehr überzeugend und ich glaube ihm seine stalinistische Überzeugung für diesem Film. Sein Gegenspieler Ed Harris muss sich da nicht hinten anstellen und ist der perfekte Gegenspieler für Jude Law. Beide Schauspieler fruchten durcheinander. Es macht Spaß ihnen bei der gegenseitigen Jagd zuzuschauen.
Ansonsten hat der Film einen erschreckend hohen Grad an Authentizität, der zwar auch durch die ganzen "Abschüsse" erzeugt wird - den es fließt ausreichend Blut - aber genauso stark durch die Handlungen der sowjetischen Offiziere, von denen ich schon am Anfang gesprochen habe. Skrupellos, menschenverachtend und erschütterend.
Die mageren Extras: Ein 20minütiges Making of, eine Trailer-Show und unverwendete Szenen (12 Minuten). Nicht unbedingt sehenswert, lenkt nur vom guten Film ab.
Der Film kriegt eine ganz klare Empfehlung. Mit einer der besten Antikriegsfilme des letzten Jahrzehnts.
Filmdaten
Deutscher Titel Duell - Enemy at the Gates
Originaltitel Enemy at the Gates
Produktionsland Vereinigte Staaten, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Irland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2001
Länge 130 Minuten
Altersfreigabe FSK ab 16
Stab
Regie Jean-Jacques Annaud
Drehbuch Jean-Jacques Annaud,Alain Godard
Produktion Jean-Jacques Annaud,John D. Schofield
Musik James Horner
Kamera Robert Fraisse
Schnitt Noëlle Boisson,
Humphrey Dixon
Besetzung
Jude Law: Wassili Saizew
Joseph Fiennes: Politkommissar Danilow
Ed Harris: Major König
Rachel Weisz: Tanja Tschernowa
Bob Hoskins: Nikita Chruschtschow
Sophie Rois: Ludmilla
Ron Perlman: Kulikow
Gabriel Thomson: Sascha Filipow
Eva Mattes: Mutter Filipow
Matthias Habich: Feldmarschall Paulus
Fazit: Top! Erstklassiger Antikriegsfilm.
Weitere Testberichte: im Bereich DVD Video Film

