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Neuester Testbericht: ... die Anspielung darauf ist, dass Donnie seine Visionen nur nachts hat. Regie: Richard Kelly Darsteller: Jake Gyllenhaal, Jena Malone, Drew ... mehr
„DARK...DARKER.. .DARKEST...DARKO“ ;
Donnie Darko (DVD)

Name des Mitglieds: Jochen
Produkt:
Donnie Darko (DVD)
Datum: 29.03.02, geändert am 31.03.02 (399 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: siehe Text
Nachteile: kein Kinostarttermin
--- „What makes you think I’m not?“
Die Oscars sind gerade vergeben. Hollywood hat sich wie jeden März brav selbst auf die Schulter geklopft. Und wie jedes Jahr hat die Academy die besten Filme bereits bei den Nominierungen übersehen. „Memento“ hat es immerhin noch auf eine lausige Nominierung gebracht, wurde aber natürlich nicht ausgezeichnet. Der Grund? Independentfilme werden so gut wie nie prämiert.
Da verwundert es kaum, daß der 4.5 Millionen Dollar billige „Donnie Darko“, der für mich die größte Überraschung des letzten Jahres war, nicht einmal eine armselige Nominierung erhielt. Dabei ist Donnie besser als alle „Schöngeister“ und „Trainingstage“ zusammengenommen! Leider war er in Deutschland bislang nur auf dem Fantasy Filmfest vergangenen Sommer zu sehen und hat noch keinen Starttermin. Das wird sich hoffentlich bald ändern.
Donnie Darko (Jake Gyllenhaal) ist ein Teenager mit psychischen Problemen. Ein imaginärer „Bunnny Rabbit“ teilt ihm den exakten Zeitpunkt der Apokalypse mit und läßt ihn schlafwandelnd Dinge tun, die sich seiner Kontrolle entziehen. Als er sich eines Nachts somnambul auf einem Golfplatz rumtreibt, kracht eine Airbus-Turbine in sein Zimmer. Keiner weiß, woher die Turbine gekommen ist, sie fiel einfach vom Himmel. Ist das Universum aus den Fugen geraten? Ist der düstere 1.80m große Bunny ein Mentor, der Donnie den richtigen Weg weisen will, um eine falsche Zeitlinie zu korrigieren?
Der Film, der in einer sauberen Kleinstadt im Jahr 1988 während des Präsidentschaftswahlkampfs spielt, wirft mehr Fragen auf als er Antworten zu geben vermag. Der Zuschauer kann sich hier nicht popcornmampfend zurücklehnen und auf ein alles erklärendes Ende hoffen. Er muß selbst versuchen, das Puzzle zusammenzusetzen. r>
Thematisch steht dieser Science Fiction Film in einer Reihe mit „Matrix“, „Truman Show“, „Stir of Echoes“, „Memento“, „Vanilla Sky“ und all den anderen Werken, in denen die Helden aus alternativen Realitäten oder schlimmen Träumen aufwachen. Wenn es einen Trend im amerikanischen Kino der letzten Jahre gibt, dann ist es wohl die Auseinandersetzung mit dem Realitätsbegriff. Warum das gerade jetzt passiert, diese Antwort sind uns Kulturwissenschaftler und Soziologen noch schuldig.
Es ist kaum zu glauben, daß es sich bei „Donnie Darko“ um das Regiedebüt von Richard Kelly handelt, der auch das Drehbuch schrieb. Auf dem Commentarytrack der DVD verrät er, Filme machen zu wollen, die einen auf eine unvorhersehbare Reise mitnehmen sollen. Das ist ihm hier zweifellos gelungen. „Donnie Darko“ erschließt sich erst nach mehrmaliger Rezeption und selbst dann bleibt das eine oder andere Fragezeichen bestehen.
Erfolgreich im Kino war diese Perle nicht. Die Bilder des 11. September waren noch zu präsent als der Film, in dem eine zerstörerische Jetdüse handlungstreibend ist, in die amerikanischen Kinos kam. Dabei wartet „Donnie Darko“ mit einem für einen Independentfilm ungewöhnlich erstklassigen Ensemble auf: Drew Barrymore, die den Film auch produziert hat, spielt eine hippe Englischlehrerin, Patrick Swayze gibt einen schleimig-perversen Angsttrainer und die großartige Mary McDonnell ist Donnies verzweifelte Mutter.
ZUR DVD
Nachdem der Kassenerfolg in den Lichtspielhäusern ausgeblieben ist, kann man noch auf den Erfolg im Heimkino hoffen. Die Sorgfalt, mit der die DVD produziert wurde, könnte jedenfalls dazu beitragen.
Das MENÜ ist mit einigen animierten Bildern aus dem Film recht schlicht aber übersichtlich gehalten. Unterlegt sind diese Bilder mit Donner- oder leisen Störgeräuschen.
BILD
Das anamorphe Breitw
andbild (2.35:1) ist einwandfrei. Die Farben sind zwar nicht sonderlich kräftig aber insgesamt zufriedenstellend. Auf einigen amerikanischen DVD-Seiten wurde böse über die Bildqualität der DVD hergezogen – ich kann das nicht nachvollziehen.
TON / UNTERTITEL
Der Benutzer kann zwischen einem englischen Dolby Digital 5.1 und einem 2.0 Surround Mix sowie einem französischen 2.0 Mix wählen. Die Dolby Digital Spur ist exzellent aufgeschlüsselt. Die Dialoge sind im Verhältnis zur trendigen 80er Jahre Musik nie zu leise. Besonders gelungen ist die unheimlich-sonore Stimme des Bunny Rabbits, die aus den Surroundkanälen schallt. So muß es in etwa sein, wenn man Stimmen hört, die nicht da sind.
Es befinden sich spanische sowie englische Untertitel für Schwerhörige auf der Disc.
EXTRAS
Auf der Kommentarspur ist sich Kelly noch nicht sicher, ob das Budget der DVD ausreichen wird, um Deleted Scenes zur Verfügung zu stellen. Es hat gereicht. Insgesamt 20 rausgeschnittene Einzelszenen oder längere Varianten der im Film enthaltenen Szenen befinden sich auf der Scheibe. Auf dem Fantasy Filmfest lief eine etwas längere Fassung, die mehr Sinn ergeben hat. Die Momente, die der Schere zum Opfer gefallen sind und etwas mehr Licht ins Dunkel bringen, sind hier versammelt.
Mit den zwei Kommentarspuren sind insgesamt fünf Tonspuren auf der Scheibe. Beim ersten Kommentar kann man den Gedanken des Regisseurs Richard Kelly und denen des Hauptdarstellers Jake Gyllenhaal lauschen. Auf Kommentar Nummer zwei plaudern neben dem Regisseur auch noch Drew Barrymore, Mary McDonnell, Jena Malone, Beth Grant, Holmes Osborne, Katherine Ross und James Duval. Es ist durchaus aufschlußreich in die Commentarytracks reinzuhören, weil dort einige vermeintliche Unklarheiten gut erklärt werden und auch auf bestimmte Details hingewiesen wird, die man selbst beim zweiten Anschauen nicht unbedingt mitbekommen hat, einem aber die geniale Konstruktion des Films einma
l mehr vor Augen führen.
Eine ganze Reihe von TV-Spots und ein Trailer sind ebenso unter den Special Featuren zu finden wie Cast & Crew Infos, eine Website Gallery, die „Cunning Visions“ Informercials, das „Mad World“ Musikvideo von Gary Jules, eine Sammlung an Zeichnungen, Produktionsfotos und Anmerkungen zum Soundtrack.
FAZIT
Es handelt sich bei „Donnie Darko“ nicht nur um den originellsten SciFi-Film des vergangenen Jahres, der durch hochkarätige Schauspieler, ein innovatives Drehbuch und coole 80er Jahre Musik den Zuschauer in seinen Bann zieht. Nein: Die RC-1-DVD überzeugt obendrein durch eine gehörige Masse an Zusatzmaterial und ist mit £ 13.99 auch durchaus erschwinglich. Warum also auf einen nicht terminierten Kinostart warten, wenn der Film nur wenige Mausklicks entfernt ist?
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich DVD Video Film


12.04.02
Klingt mal wieder superinteressan t, Danke für den Tipp. Bei hagelt es ja in letzter Zeit Kronen, mein lieber Schwan. Ist aber auch berechtigt ;-]