Donna Leon - Acqua Alta / Venezianisches Finale (DVD)
Venedig hält der Welt den Spiegel vor - Donna Leon - Acqua Alta / Venezianisches Finale (DVD) DVD Video Film

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Venedig hält der Welt den Spiegel vor
Donna Leon - Acqua Alta / Venezianisches Finale (DVD)

wolfgangdeusch

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Donna Leon - Acqua Alta / Venezianisches Finale (DVD)

Datum: 09.06.08, geändert am 18.01.11 (148 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: gut umgesetzte Romanverfilmungen

Nachteile: . . . es ist die Realität

Zu den Hintergründe:


Zuerst muss man, vor dem lesen des Romans die Hintergründe des "Aqua Alta" in Venedig verstehen.
In den letzten 100 Jahren ist Venedig um ca. 35-40 cm ins Meer gesunken.
Das macht den Venezianer immer mehr Probleme, und verursacht auch extreme Kosten in der Instandhaltung und der Restaurierung der Gebäude.
Viele alte und sehenswerte Gebäude, wie das venezianische archäologische Museum, sind ständig davon bedroht.
Die Venezianer haben gelernt damit zu leben und den Zustand hinzunehmen, akzeptieren aber, tun die Venezianer den Zustand nicht.
Daher ist der Venezianer bei jedem "Aqua Alta" genervt und gibt der ganzen Welt und vor allem der Politik die Schuld an der Misere.
In Windeseile werden dann bei Hochwasser, als erstes auf dem Markusplatz, engen Steggerüste montiert um den tägliche Leben der Bewohner einigermaßen am Laufen zu halten.
Zu dieser Situation kommt auch noch der Zustand, dass die Touristen auf den wirklich engen Stegen anhalten um Fotos zu schießen und so den "Verkehr" zu stocken bringen.
Das ärgert die Venezianer natürlich noch mehr, da die zwar zum Großteil von den Touristen leben, aber das tägliche Leben extrem durch diese beeinflusst wird.

"Acqua Alta"
Zur Geschichte:
In Venedig steigt das Hochwasser, es ist kalt, und in Brunettis Büro streikt die Heizung.
Wie jeden Winter bedroht auch das Hochwasser das größte Museum Venedigs.
Da erfährt Commissario Guido Brunetti, dass die amerikanische Altertumsforscherin Brett Lynch (Gesine Cukrowski) von zwei Männern in Ihrer Wohnung zusammengeschlagen wurde.
Außer Brunetti regt sich außer Brunetti kaum jemand auf, da Sie ja eine Ausländerin ist.
Aber dadurch will jemand verhindern, dass Brett Lynch den venezianischen Museumsdirektor Dottor Semenzato trifft, für den sie eine Ausstellung chinesischer Vasen organisiert hat.
Doch einige der kostbaren Leihgaben wurden nicht nach Peking zurück geschickt, sondern durch Fälschungen ersetzt.
Der renommierte Museumsdirektor wird ermordet.
Brunettis Chef Patta will erst einen Raubüberfall vermuten, und will den Fall schnell anschließen.

Zur Spannung:
Jetzt steigt nicht nur das Wasser in Venedig, sondern auch noch die Spannung in dem Roman.
Es wird uns einmal mehr die öffentliche Verkommenheit und die doppeldeutige Moral der Gesellschaft vor Augen geführt, und dadurch wird der Roman extrem spannungsgeladen.
Durch den Liebesroman, der sich in der Story ergibt, kommt auch das Herz nicht zu kurz.
Wäre Brunetti nicht so energisch, wäre schnell die Luft aus der Story. - Leider nicht der beste Roman von Donna Leon, aber im Film gut umgesetzt.

Zu der Verfilmung:
Wie auch bereits bei den anderen Verfilmungen der Donna-Leon Romane, wird hier der Film von der Idyll Venedigs dominiert und diese eindrücklich gezeigt.
Doch dieses Mal zeigt der Film sogar Bilder vom Hochwasser und Brunett muss in Gummistiefeln in der Kunstszene ermitteln.

Zum Hintergrund:
Die Szene der Kunst und der Künste ist in der Welt, und da kann sich Venedig nicht ausnehmen, voller Glanz und Prunk. Leider ist im Hintergrund nicht alles Gold was glänzt. Das wird uns hier in diesem Roman wieder einmal vor Augen geführt.

"Venezianisches Finale"
Zur Geschichte:
Den ersten Akt der Premiere von "la Traviata" im Opernhaus La Fenice , wird von dem deutsche Stardirigent Helmut Wellauer, nicht zur Zufriedenheit der Opernkenner dirigiert
Nach der Pause zum Beginn des zweiten Aktes, fehlt der Star und wird vergiftet in seiner Garderobe aufgefunden.
Es riecht unverkennbar nach Bittermandel - Zyankali im Espresso?.
Wie Commissario Brunetti bald herausfindet, ist die schöne Welt der Künste auch mehr Schein als Sein.
Nicht nur die Sopranistin Flavia Petrelli hätte allen Grund gehabt, sich an dem herrischen Maestro zu rächen.
Auch eine verbitterte, alte Sängerin, der Dirigent Helmut Wellauer vor vielen Jahren die Karriere verbaute, gerät ins Visier der Ermittlungen des Commissarios.
Erst allmählich rückt die wesentlich jüngere Ehefrau des Ermordeten ins Zentrum der Ermittlungen.
Welches dunkle Geheimnis versucht die Witwe zu verbergen?

Zur Spannung:
Hier wird im Laufe des Films ein Thema aufgegriffen, das noch immer in unserer Gesellschaft zu sehr totgeschwiegen wird.
Die Diplomatie, die Brunetti im Roman an den Tag legt, wird im Film gut umgesetzt.

Fazit: sehenswert