Die Vögel (DVD)
Hilflos dem Unheil aus der Luft ausgeliefert - Die Vögel (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... Finnisch verfügbar. In denselben Sprachen gibt es auch Menütafeln. Der Film aus dem Jahr 1963 ist ab FSK 16 freigegeben. Die Spieldauer d... mehr

Hilflos dem Unheil aus der Luft ausgeliefert
Die Vögel (DVD)

XXLALF

Name des Mitglieds: XXLALF

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Die Vögel (DVD)

Datum: 05.06.10

Bewertung:

Vorteile: Spannend, Horror-mäßig

Nachteile: Offenes Ende

Wenn ich mich noch genau zurückerinnere, war "Die Vögel" mein erster Hitchock-Film, den ich mir damals recht spät abends, mit meiner 2 Jahre älteren Schwester angesehen habe, als unsere Eltern nicht da waren. Oh Mann, was hatte ich mit 12 Jahren für ne Angst ausgestanden, als diese Vögel im Sturzflug kommend, auf die junge Frau losgingen und diese blutig hackten. Und dann das Gekreische der Vögel und der Frau, welches ich noch lange danach im Ohr hatte. Im Grunde war es für mich einer der ersten Horror-Filme, den ich mir damals im Fernsehen ansah, wobei dieser überhaupt nicht wie ein richtiger Horror-Film beginnt, sondern so nach und nach, mehr schleichend, mit dem Anflug der Vögel erst der Horroreffekt einsetzt. Fasziniert hat er mich schon in jungen Jahren, sodass ich mir "Die Vögel" noch heute sehr gerne anschaue.

Ganz kurz was der Film zu bedeuten hat. Dazu habe ich in meinem Hitchock-Buch folgendes gelesen:

Die Erzählung "The Birds", "Die Vögel" spielt in englischen Gefilden, die nach schwerer Erde, schwarzen Wolken, Schwermut, Traurigkeit und Weltuntergang riecht. Desaster, oder wie man sagt Unheil liegt schon mal in der Luft und kommt dann auch wirklich vom Himmel herunter, als überraschend und urplötzlich die Vögel mörderisch auf die Bauern und ihr Vieh herfallen. Als eine realistische, glaubwürdige Geschichte betrachtet, soll diese Horror-Story soviel Aussagen, dass gerade diese Vögel die Tollwut unter die Leute bringen: In England hat man schon dauernd eine große Angst vor Tollwut gehabt, sodass man sich radikal durch Vorbeugungsmaßnahmen dagegen schützt, wogegen diese Erkrankung im europäischen Erdteil nie hundertprozentig ernst genommen wird. Hitchock drückt in diesem Film, genauer gesagt mit den Vogelattacken etwas ganz anderes aus, man kann auch sagen er stellt es gleich, mit dem deutschen Luftkrieg, des "blitz", gegen die englische Insel. Demzufolge hat er von Haus aus schon, den Weitblick gehabt, verschiedene existente Besonderheiten auf eine noch höhere Stufe zu versetzen, und zur Apokalypse einer sich der wunderbaren Schönheit erfreuenden Welt zu steigern, die gedankenlos darüber hinwegsieht, dass in den Grundbestandteilen dieser großartigen Schönheit auch die Grundbestandteile der allgemeinen, totalen Vernichtung enthalten sind. Dieser Film, von wahrhaft absoluter Größe, ist als hochgestochener Thriller realisiert, was ihn schon zu einem wahren Wunderwerk macht.

Nun zum Inhalt des Films

Der Film fängt ungeheuer langsam als leichte Komödie an, wobei sich das Ganze immer mehr zu einer Horrorvorstellung verdüstert. In einer Tierhandlung in San Francisco trifft die junge, reiche und verwöhnte Melanie Daniels (Tippi Hedren), mehr durch Zufall mit dem jungen, smarten Anwalt Mitch Brenner (Rod Taylor) zusammen. Und obwohl Mitch nichts von ihr wissen will, verfolgt sie ihn unter dem Vorwand, dass sie nur gekommen ist um zwei Sperlingspapageien seiner Schwester Cathy (Veronica Cartwright) zum Geburtstag zu schenken, die in einem kleinen Fischerdorf, das Bodega Bay heißt wohnt. Jedoch Melanies gute Laune ist schnell dahin, zumal sie im Boot plötzlich von einer herabstoßenden Seemöwe angegriffen, und an der Stirn verletzt wird. Ernsthaft verletzt ist sie nicht, aber dennoch bleibt sie gegen den Willen von Mitch und Mitchs Mutter Lydia (Jessica Tandy), wobei sie bei Annie Hayworth (Suzanne Pleshette), der Lehrerin des Ortes übernachtet. Und obwohl Annie noch immer Mitch liebt, hegt er keine Gefühle mehr für sie. Annie setzt Melanie auch gleich in Kenntnis, wie sehr Lydia, Mitchs Mutter, nach dem Tod ihres Mannes sich vor dem allein gelassen werden ängstigt, was ihr den Anschein verleiht eine beherrschende und bestimmende Mutter zu sein.

Nun folgen eine ganze Reihe unergründlicher Vogelattacken, wobei gleich am darauffolgenden Tag die Kinder auf Cathys Geburtstagsfeier im Freien von Seemöwen angegriffen werden, und später, gleich des Nachts, sehr viele Spatzen durch den Kamin in die Wohnstube der Brenners eindringen, wo sie recht viel Schaden anrichten. Als Mitchs Mutter Lydia, am nächsten Tag ihren Nachbarn und Farmer Dan Fawcett besuchen will, entdeckt sie, dass auch in seinem Haus die Vögel gewütet haben, woraufhin sie ihn tot mit ausgepickten Augen findet. Melanie gelingt es, sich ein wenig mit Mitchs Mutter anzufreunden, woraufhin Melanie zum Schulhaus fährt, um Cathy abzuholen. Und dort entdeckt sie, dass eine große Schar Krähen schon auf den Angriff wartet. Melanie warnt Annie, woraufhin die Schulkinder beim Verlassen des Schulgebäudes um ihr Leben rennen, da sie von diesen Krähen verfolgt werden. Auf halbem Weg stürzt ein Mädchen und wird von den Krähen angegriffen, woraufhin Cathy ihr helfen will, jedoch ebenfalls von den Krähen attackiert wird. Melanie erkennt den Ernst der Lage, woraufhin sie versucht die Krähen zu vertreiben, und dann mit den Kindern Schutz in einem Auto sucht. Als sich die Angriffslust der Krähen gelegt hat, fahren sie in ein Restaurant in die Stadt, wobei schon kurze Zeit später dort die Vögel wieder auftauchen und einen großen Schaden anrichten, zumal es demzufolge zu einem Feuer und einer Explosion der Tankstelle kommt. Selbst Annie, die von Mitch und Melanie vor dem Haus gefunden wird, ist ein Opfer dieser grausamen Vögel geworden. Bevor die Nacht einbricht verbarrikadiert Mitch alle Fenster und Türen des Hauses in welchem sie wohnen, woraufhin dann wirklich die Vögel in der Nacht das Haus besonders wild angreifen und an Dach und Türen sich zu schaffen machen. Melanie hört ein Geräusch auf dem Dachboden und geht diesem nach, woraufhin sie von den dort eingedrungenen Vögel brutal verletzt wird und einen Schock erleidet. Als die Attacke vorbei ist, und ein Moment der Ruhe eingekehrt ist, verlassen die Brenners, zusammen mit Melanie das Haus, und fahren durch Abertausende von Vögeln, einer unheilvollen verdüsterten Landschaft entgegen.

Nun zur Meinung des Films

Na ja, als Horror empfinde ich den Film heute noch, zumal, wenn man es von diesem Standpunkt aus sieht, dass in eine verschlafene Stadt, sowie Bodega Bay eine ist, in der die Zeit stillzustehen scheint, und alle Aktivitäten langsam und irrelevant erscheinen, und die Menschen die dort leben, sich mit Belanglosigkeiten des Alltags abgeben, bis dann die Vögel eines Tages in Scharen einbrechen. Ja, das ist Horror pur, der dann noch verstärkt wird, als dann diese Vögel diese ruhig wirkende Stadt wirklich angreifen, wobei das Ganze demzufolge noch bestialisch und bösartiger wirkt.

Gleich zu Anfang in den ersten Szenen, in einer Zoohandlung, in der Vogelabteilung, in welcher zahme, zutrauliche Vögel in ihren Käfigen sitzen, erzählt Mitch, Melanie, als ein Vogel dem Käfig entwischt und durch die Zoohandlung flattert, dass er den Vogel wieder in seinen goldenen Käfig steckt. Und irgendwie erscheint es schon wie eine Art Doppeldeutigkeit zu sein, als Melanie in die Telefonzelle flüchtet, als sie von Seemöwen angegriffen wird.

Ja, und als eine Seemöwe nachts an Annie Hayworths Fenster hackt, erscheint es wie ein weiteres, recht seltsames und merkwürdiges Zeichen, zumal Annie daraufhin zu Melanie sagt: "Vielleicht hat sie nicht sehen können wohin sie flog", woraufhin Melanie ihr antwortet: "Aber wir haben doch heute Nacht Vollmond".

Ein angriffslustiger Vogel hat sich also schon mal angekündigt, sozusagen ist es wie "die Ruhe vor dem Sturm", was schon eine gewisse Spannung schafft, die jedoch erst dann gelöst wird, als tatsächlich diese Vögel dann angreifen.

Ja, und ein weiteres Thema des Films ist das scheitern der Kommunikation, das besonders in einer Szene ganz deutlich zum Ausdruck kommt, als nämlich Melanie und der Besitzer des Restaurants beobachten, dass ein Mann eine Zigarette anzündet, obwohl nahe seinem Auto Benzin ausfließt. Und obwohl alle ihm zurufen in welcher Gefahr er sich befindet, was er jedoch nicht versteht, da das Geschrei der Seemöwen die Warnrufe übertönt, wirft er das Zündholz achtlos zu Boden, und verursacht daraufhin eine gewaltige Explosion.

Und irgendwie hat man die Vermutung, dass Melanie, die als ungebetener Gast in den bis dahin ruhigen Ort kommt, der Auslöser für das ganze Desaster ist. Damit meine ich die Attacken der Vögel. Sie bringt die Unruhe, das Unvorhersehbare mit in den, wie es scheint, noch verschlafenen Ort Bodega Bay. Sie tritt, man kann auch sagen "bricht" in das Leben der Familie Brenner ein, das letztendlich eine Neuordnung der Beziehungen untereinander, zwischen Mitch, Annie, Lydia und Melanie bedeutet. Die Attacken der Vögel besitzen somit eine reinigende Funktion, was die familiäre Zuordnungen betrifft, die dadurch neu gebildet wird, sodass Liebespaare zusammen finden, wodurch ein höherer Stellenwert auf das menschliche miteinander zustande kommt.

Okay, Melanie das recht verwöhnte Ding, lebt in einem "goldenen Käfig" dem sie sich vom Stand her unweigerlich beugen muss, wobei sie sich in ihrer Arroganz und Überheblichkeit einer grausamen, fürchterlichen Prüfung unterzogen wird. Das bis hin zu jener äußeren Verwundung in der Dachkammer führt, die wiederum verrückten kopflosen Wahnvorstellungen gleichen. Erst die Katastrophe und die gemeinsam zu bestehenden Gefahren, bringt Melanie nicht nur Mitch näher, sondern auch Mitchs Mutter Lydia, die sie letztendlich als Teil der Familie billigt oder gar annimmt.

Ohne das Wort "Ende" endet dieser Film, sodass dies zu Spekulationen des Zuschauers führt, wie es weiter geht, zumal das "Happyend" in der Luft hängt, auch wenn sich Mitch und Melanie gefunden haben.

Obwohl ich diesen Hitchock Film "Die Vögel" schon sehr oft gesehen habe, finde ich ihn immer wieder aufs neue unheimlich spannend und faszinierend zugleich, wenn man bedenkt, wie viel unterschiedliche Genietalente und Spezialisten mitgewirkt haben. Vom Vogeltrainer bis zum Special-Effect-Zauberer. Ca. 370 Trickaufnahmen sind in diesem Film eingebaut, wobei die meisten aus einer Kombination verschiedener Tricks zusammengebaut sind, und die letzte Szene in welcher Abertausende Vögel zu sehen sind, also soweit das Auge reicht, besteht allein aus 32 verschiedenen Filmelementen. Ja, und normale Filmmusik ist in diesem Film auch völlig unnötig, zumal dieser ein Tongewebe aus elektronisch nachgemachtem Vogelgeschrei und Flügelschlagen hat, was ja allein schon einen gewissen Horroreffekt auslöst.

Einmalig schön, und sehr spannend dazu, und deshalb auch die volle Punktezahl

Daten zur DVD "Die Vögel"

Darsteller: Rod Taylor, Tippi Hedren, Jessica Tandy
Regisseur(e): Alfred Hitchcock
Komponist: Bernard Herrmann
Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Untertitel: Deutsch, Niederländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universal/DVD
Erscheinungstermin: 9. November 2006
Produktionsjahr: 2001
Spieldauer: 115 Minuten

Extras:

Making Of (OmU)
"Tippi" Hedrens Leinwand-Test
Featurette
Unveröffentlichte Szene: Fotos & Drehbuchseiten
Alternatives Ende: Zeichnungen & Storyboards
Prodduktions-Fotogalerien
Original Kinotrailer
4-seitiges Booklet mit Produktionsnotizen

Fazit: Wenn man das Ende betrachtet, genauer gesagt die letzte Szene, als sie mit dem Auto wegfahren, kann man davon ausgehen, dass die Vögel es geschafft haben, die Menschen aus dieser Gegend zu vertreiben. Die Vögel können noch viel mehr bedeuten: Seuchen, Atomare Unfälle, Krieg usw. Kurz gesagt alles, wo die Bevölkerung weichen muss, dass sie weiterleben kann.

Fazit: Siehe unterer Abschnitt