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Heiteres Promi-Ratespiel mit Starfaktor
Die Totenliste (DVD)

Name des Mitglieds: mmatzer
Produkt:
Die Totenliste (DVD)
Datum: 12.10.08
Bewertung:
Vorteile: spannend, passabler Sound, gutes Bild
Nachteile: kaum Bonusmaterial, Starkult, Fuchsjagd als Geschmacksfrage
Der ehemalige Geheimdienstagent Anthony Gethryn (George C. Scott) steht vor einem Rätsel: Sein Freund Adrian Messenger ist unter mysteriösen Umständen ermordet worden. Der Tod des Schriftstellers scheint im Zusammenhang mit einer Liste zu stehen, auf der sich die Namen von elf Männern finden, die gemeinsam im Burmakrieg gedient haben. Alle fallen nach und nach unterschiedlichen Mordanschlägen zum Opfer. Gethryn macht sich auf die Jagd nach dem Serienkiller, doch die Raffinesse und ständig wechselnden Masken und Verkleidungen des Killers erschweren die Suche erheblich. (Verleihinfo)
Mit Robert Mitchum, Burt Lancaster, Tony Curtis, Kirk Douglas, Frank Sinatra, George C. Scott und anderen Stars.
Filminfos
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O-Titel: The List of Adrian Messenger (USA 1963)
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Veröffentlichung: 06.06.2008 [Kauf-DVD]
FSK: ab 12
Länge: ca. 95 Min.
Regisseur: John Huston
Drehbuch: Philip MacDonald, Anthony Veiller
Musik: Jerry Goldsmith
Darsteller: Robert Mitchum, Burt Lancaster, Tony Curtis, Kirk Douglas, Frank Sinatra, Tony Huston, Jacques Roux, Herbert Marshall, Clive Brook, Marcel Dalio, John Merivale, Dana Wynter, Bernard Archard, George C. Scott, Gladys Cooper, Ronald Long u.a.
Handlung
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Der ehemalige Geheimdienstmann und Gentleman-Ermittler Colonel Anthony Ruthven Gethryn (George C. Scott) besucht seinen Freund, den Erfolgsautor ehemaligen Offizier Adrian Messenger auf dem Gut der adeligen Familie Bruttenholm, der Lady Jocelyn Messenger angehört, Adrians Frau. Messenger hat ein merkwürdiges Anliegen: Gethryn voll eine Liste mit zehn Namen überprüfen, doch er will ihm nicht sagen, warum jetzt und aus welchem Grund. Daraufhin wolle er zwei Wochen nach Amerika fliegen und hinterher Gethryns Ergebnis erfahren. Doch Messenger kehrt nie zurück: Sein Flugzeug explodiert in der Luft.
Gethryn versichert sich der Mithilfe der Kriminalisten von Scotland Yard und übergibt dem Kommissar die Messenger-Liste. Er hat selbst herausgefunden, dass sechs der darauf Genannten bereits verstorben sind, angeblich alle an "Unfällen". Doch die Flugzeugexplosion war kein Unfall, denn der einzige Überlebende hat zuvor Kordit gerochen, wie es beim Sprengen zu riechen ist. Der Mann muss es wissen: Er sprengte selbst in der französischen Résistance jede Menge Versorgungseinheiten in die Luft, um die deutschen Besatzer zu schwächen. Gethryn war sein britischer Kontakt mit dem Decknamen "Ajax" (ein Name aus Homers "Ilias"). Doch was verbindet alle Namen?
Der ehemalige Widerstandskämpfer Raoul Le Borg kann sich noch genau an die letzte Worte erinnern, die sein Mitpassagier Adrian Messenger auf einer Holzkiste delirierend gemurmelt hat, bevor er in den kalten Fluten des Atlantiks starb. Diese scheinbar unzusammenhängenden Wörter geben Gethryn den ersten Hinweis auf einen gewissen George auf einem Foto, das möglicherweise in einem Manuskript steckt. Doch als Gethryn und Le Borg in Messengers Apartment eintreffen, finden sie nur Jocelyn vor, die sich um Messengers Katze kümmern will. Sie berichtet von einem mysteriösen Besucher, weiß aber nicht, wie der in die Wohnung gelangt sein kann. Das Manuskript wurde manipuliert, die Stenotypistin finden sie ermordet vor - ein "Unfall" mit Gas.
In dem Manuskript betrifft die manipulierte Seite Messengers Gefangenschaft im Burma-Krieg gegen die Japaner. Mit Hilfe der Kripo ergibt sich, dass alle zehn Namen auf der Liste plus Messenger in einem der Lager waren. Und von einer reichen Witwe erfahren sie von einem mysteriösen Kanadier, der sie verrraten haben soll, um sich einen Vorteil zu verschaffen.
Aber was hätte dieser Kanadier zu gewinnen, fragt der Kommissar zu Recht. Gethryn fragt zurück: Was hätte er zu verlieren, wären sie noch am Leben? Es muss etwas sein, das den Mörder ins Rampenlicht der Öffentlichkeit führt und das sehr wertvoll ist - Grund genug für die mittlerweile elf Morde. Eine Erbschaft vielleicht? Und Lord Bruttenholm (Clive Brook) ist inzwischen immerhin achtig Lenze alt...
Mein Eindruck
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Gegenüber der literarischen Vorlage des Krimi- und Hollywood-Drehbuch-Autors Philip MacDonald 1899-1981) hat John Huston zahlreiche Namensänderungen und viele Straffungen und Umstellungen vorgenommen. So sehen wir im Film nie den wahren Mörder und können nicht sicher sein, ob "der Kanadier" der Mörder ist - bis er sich selbst entlarvt. Denn, wie im Trailer herausgestellt wird, maskiert sich der Täter ausgezeichnet. Kirk Douglas trägt nicht weniger als drei oder vier Latexmasken, und große Stars jener Zeit (Robert Mitchum, Burt Lancaster, Tony Curtis, Frank Sinatra) maskierten sich für ihre Gastauftritte ebenfalls. Eine Art PR-Gag, der weidlich ausgeschlachtet wurde (siehe EXTRAS).
Leider verpufft der Effekt schon bald, weil man ihnen die Verkleidung schon meilenweit entfernt ansieht, so schlecht ist meist die Qualität des Latex. Einmal sieht man sogar das Pflaster unter der Maske (sie musste ja richtig sitzen). In einer dem Filmschluss angehängten Sequenz dürfen sie sich alle selbst demaskieren, damit man sie wenigstens nachträglich identifizieren kann. Das Highlight ist dabei Kirk Douglas, der als Mörder gleich in vier Rollen kaum zu erkennen ist.
Das ist jedoch, wie gesagt, nur ein PR-Gag. Wenig Freude fand ich auch an der Ermittlung Gethryns. Der Bursche, gespielt von dem energischen George C. Scott, ist eben kein Sherlock Holmes, verfügt kaum über das gewisse Charisma, sondern vermittelt den Eindruck, er müsse sich unterordnen und viele Rücksichten nehmen. Das hatte Holmes selten nötig. Immerhin hat er einen Sidekick, den auf l'amour abonnierten Franzosen Le Borg, der sich als reicher Geschäftsmann outet, um die Hand der jungen Witwe Jocelyn (Dana Wynter) zu erobern. Diesem Sidekick (und somit uns) kann Gethryn ständig erklären, was ihm durch den Sinn geht. Dazu gehört die überraschen Eröffnung, dass Gethryn selbst einmal das Herz Jocelyns erobern wollte, sie aber Messenger wählte. Wer weiß: Vielleicht läge sonst Gethryn jetzt auf dem Grunde des Atlantiks?
Die zweite Hälfte des Films konzentriert sich ganz auf den Schauplatz des Gutes und der Ländereien von Lord Bruttenholm. Hier, so vermutet Gethryn, wird der Mörder mit dem Faible für lange Listen zuletzt zuschlagen, um an das Erbe zu gelangen. Fuchsjagden scheinen zum Standardprogramm des Landadels zu gehören, und die Produzenten haben sich nicht lumpen lassen, um Reiter, Hunde, Landschaft und nicht zuletzt den Fuchs prächtig und dynamisch in Szene zu setzen.
Leider alles in Schwarzweiß, so dass das Auge reichlich wenig von der Farbenpracht hat. Gethryn stellt dem Mörder eine Falle und dieser seinerseits eine seinem Opfer. Hin und her gerissen, weiß der Zuschauer nicht, ob er das Ganze nun spannend oder spektakulär finden soll. Womöglich beides. Die Kamera von Joseph MacDobald tut jedenfalls ihr Bestes, um die Sprünge der Pferde optimal einzufangen. Die Musik von Jerry Goldsmith lässt sowohl Spannung als auch Spektakel erklingen. Eine finale Gegenüberstellung steigert die Spannung ins Unermessliche und führt die Entscheidung herbei.
Die betuliche Machart des Films ist weit entfernt von jenen dynamischen und skurrilen Meisterwerken der 1940er und 1950er, in denen Basil Rathbone als Sherlock Holmes auftrat (siehe meine Berichte). Man merkt, dass ein Amerikaner wie Hustons sich auf britischem Boden etwas unsicher fühlte. Die Nebenhandlungen lenken zusätzlich ab.
Die Jagd Gethryns auf den schlauen Mörder ist wie die Fuchsjagd, und da er den Fuchs nicht aufscheuchen will, muss er langsam vorgehen und sich verstellen. Schade, dass es daher erst ganz am Schluss zu einer direkten Konfrontation kommt. Und dass Gethryn seinem "Dr. Watson" Le Borg nichts erklären muss. Das müssen wir uns schon selbst zusammenreimen.
Ein glückliches Ende wurde gestrichen, so dass der Streifen abrupt endet. Doch halt! Die fünf damaligen Superstars dürfen sich noch separat vorstellen. Was ebenfalls völlig überflüssig erscheint, wenn man die Ent-Larvung aus heutiger Sicht betrachtet. Wie auch immer: Das "Lexikon des internationalen Films" findet den Film "spannend inszeniert und glänzend gespielt". Das dicke Lob würde ich jedoch nur George C. Scott und vor allem Kirk Douglas zusprechen.
Die DVD
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Technische Infos
Bildformate: Widescreen (1.66:1 - anamorph)
Tonformate:
Dolby Digital 2.0 (Stereo) in Deutsch
Dolby Digital 2.0 (Stereo) in Englisch
Sprachen: D, Englisch
Untertitel: keine
Extras:
1. Originaltrailer
2. Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
3. Faltblatt mit Zuschauer-"Umfrage"
Mein Eindruck: die DVD
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1.) Bild und Ton
Die Bildqualität des digital überarbeiteten Filmes wäre makellos, gäbe es nicht jenen unerklärlichen Streifen, der nur in den kurzen Szenen auftaucht, in denen ein Reiter vor einer Rückprojektion seine künstliche Pferdeattrappe reitet. Seltsamerweise tritt der dünne senkrechte Streifen nur in solchen Szenen auf. Die Wirkung ist fatal, denn man hat den Eindruck, als hinge der Darsteller wie eine Marionatte an einem Kabel. Der Film ist ja schließlich nicht gerade ein Actionkracher à la "Matrix", oder?
Der Sound könnte ebenfalls besser sein, denn in den lauten Passagen der Musik beginnen die Obertöne reichlich zu scheppern. Von Untertiteln ist ebenfalls nichts zu entdecken, was aber bei so viel Personal recht nützlich gewesen wäre. Der Zuschauer hätte sofort gewusst, wie die einzelnen Figuren heißen und ihre Namen geschrieben werden. Der deutschen Synchronisation ist ja hinsichtlich der Aussprache der Namen nicht immer zu trauen.
Extras
2.) Originaltrailer (2:23 Min.)
Das heitere Prominentenraten wird auch vom Trailer aufgegriffen, um das Publikum ins Kino zu locken.
3.) Bildergalerie
In der Galerie sind sowohl deutsche Aushangfotos in Schwarzweiß als auch farbige (!) amerikanische enthalten. Die Farbfotos müssen nachkoloriert sein, denn der Film wurde in Schwarzweiß gedreht. Neben Plakaten und Werbematerial finden sich auch zwei Hefte zur Information des Zuschauers, so etwa ein heft der "Illustrierten Film-Bühne".
4.) Faltblatt
Der DVD ist ein Faltblatt beigelegt, das, in Schwarzweiß gedruckt, den damaligen Kinobesucher aufforderte, VOR dem Ansehen des Films einen "kriminalistischen Erkennungs-Tip" abzugeben. Dabei sollte der Befragte die im Film zu sehenden fünf Bösewichter den fünf Superstars Robert Mitchum, Burt Lancaster, Tony Curtis, Frank Sinatra und Kirk Douglas zuordnen. Keine leichte Aufgabe, denn die Latextmasken sehen nahezu perfekt aus. Die Lösung des Rätsels folgt nach dem Ende der Handlung.
Unterm Strich
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Regisseur John Huston (u. a. "Der Malteser Falke", "Der Schatz der Sierra Madre", "African Queen") verfilmte "Die Totenliste" 1963 mit George C. Scott in der Gethryn- Rolle. Herausgekommen ist ein etwas verwirrendes, aber flott inszeniertes B-Movie von zeitlosem Unterhaltungswert. Man kann es sich jederzeit ansehen, selbst dann, wenn man ein militanter Gegner der hier zelebrierten Fuchsjagd ist.
Mich persönlich hat der Starkult abgestoßen, den die PR-Maschine des Universal-Studios ausschlachtete, um den recht belanglosen Streifen zu promoten. Die finale Demaskierungsorgie ist denn auch nur dem Publikum geschuldet, das eben diese Stars auf Geheiß der PR verehrt. Hier wird das Konzept des Films als Unterhaltungsprodukt auf die Spitze getrieben, und von "L'art pour l'art" kann man nur träumen. Kein Wunder, dass die Studios anno 1967 völlig am Ende waren.
Die Silberscheibe hat mich nicht überzeugt. Die Bildqualität ist zwar superb, bis auf jenen seltsamen Streifen, doch der Ton ist es nicht, und die Untertitel fehlen ebenso wie ein Booklet, das die Hintergründe der Filmentstehung beleuchtet hätte. Wer Star-Informationen sucht, wird sie jedenfalls in den diversen Filmheften der Bildergalerie finden. Dort sollte man die Zoomfunktion (sofern vorhanden) des DVD-Players ausgiebig nutzen, um sich die winzigen Textzeilen zu Gemüte führen zu können.
Fazit: drei von fünf Sternen.
Michael Matzer (c) 2008ff
Fazit: siehe Bericht
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