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Neuester Testbericht: ... ist nur ein Spielball im Krieg der Mächtigen. (Zitat Ende) Inhalt und eigene Meinung (von mir) Buch vs Film Der Film konzentriert si... mehr
Solide Umsetzung, leider mit vielen Logikfehlern
Die Säulen der Erde (4 DVDs)

Name des Mitglieds: templerthomas
Produkt:
Die Säulen der Erde (4 DVDs)
Datum: 21.11.10
Bewertung:
Vorteile: s.Bericht
Nachteile: s.Bericht
Vorwort:
Dies ist wieder ein Filmbericht. Auch an der Stelle möchte ich betonen das uns hier Filmberichte erlaubt sind. Sie sind nicht ganz korrekt in der DVD Kategorie oder unter der jeweiligen Internetseite zu veröffentlichen. Um hier mal eventueller Kritik von Neulingen vorzubeugen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ein Meisterwerk wie so viele meinen ist es meiner Ansicht nach aber nicht. Vom Film erwartete ich mir recht wenig. Vor allem da zuletzt doch sehr unsägliche historische Romanverfilmungen meinen Fernseher-Bildschirm verunstalteten.
Die Säulen der Erde ist aber eine löbliche Ausnahme. Ich war überrascht über die hohe Qualität der Verfilmung. Mehr dazu gleich.
Zuerst aber noch die Daten:
Darsteller: Ian McShane, Donald Sutherland, Rufus Sewell Regisseur(e): Sergio Mimica-Gezzan Format: Dolby, PAL Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1) Untertitel: Deutsch, Englisch Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1 Anzahl Disks: 4 FSK: Freigegeben ab 16 Jahren Studio: Universum Film GmbH Erscheinungstermin: 7. Dezember 2010 Produktionsjahr: 2010 Spieldauer: 400 Minuten
Preis: 17,95 Euro
Inhalt (laut Hersteller)
1135 stirbt Heinrich I., König von England, ohne rechtmäßigen Nachfolger. Unter seinen unehelichen Kindern, sein legitimer Sohn starb bei einem Schiffsunglück, entbricht ein erbitterter Streit um die Krone. Währenddessen ziehen Steinmetz Tom Builder, seine schwangere Frau und ihre beiden Kinder auf der Suche nach Arbeit durchs Land. Seine Frau stirbt im Kindbett, doch der Rest der Gruppe findet Unterschlupf bei der mysteriösen Ellen und ihrem Sohn. Tom verliebt sich in Ellen und bekommt zudem die Chance seines Lebens: Der Bau einer Kathedrale. Doch er ist nur ein Spielball im Krieg der Mächtigen. (Zitat Ende)
Inhalt und eigene Meinung (von mir)
Buch vs Film
Der Film konzentriert sich zuerst sehr stark auf Tom Builders leidhaften Lebenslauf. Allerdings strafft er die Anfangsgeschichte von Tom doch sehr und lässt einiges weg. Im Film wie im Buch beginnt sein Leidensweg damit das durch eine abgesagte Adelshochzeit er seinen Job verliert und auf Arbeitssuche gehen muss. Während er im Buch noch als Erntehelfer bleibt zieht er im Film gleich los. Im Film wird das Schwein - das er eigentlich für die Erntehilfe erhielt - wie selbstverständlich als sein eigen angesehen. Als Wegelagerer/Outlaws ihm das Schwein stehlen und seine Tochter verletzen ist er schwer geschädigt. Im Buch findet Tom den Outlaw in einer Stadt, lauert ihm auf und erschlägt ihn. Im Film lässt man dies aus. Was im Grunde nicht schadet da Tom in beiden Fällen pleite ist (im Buch verzockte der Dieb das Guthaben aus dem Schweinsverkauf).
Tom und seine Familie begegnen der attraktiven Ellen und ihrem Sohn. Diese nehmen sie in ihrer Höhle auf. Als sie wieder aufbrechen bekommt Toms Frau Agnes das erwartete Kind. Dabei stirbt sie und Tom beschließt das Kind am Grab der Mutter zu lassen.
Das wirkt im Film sehr grausam. Im Buch ist es besser erklärt. Tom ist zu weit weg von jeglicher menschlicher Siedlung und möchte nicht mitansehen wie sein Sohn stirbt. Er überlegt sich dies aber wieder und kehrt zu seinem Sohn zurück. Der ist aber verschwunden. Im Film erfährt Tom nicht wer das Kind mitnahm (oder ob es ein wildes Tier raubte). Im Buch erfährt er wer das Kind mitnahm - ein Priester der zufällig auf Weg war. Im Film taucht da ein Mönch auf der ganz dankbar das Kind mitnimmt. Na ja. Das ist wiederum im Buch besser gelöst. Dort gibt der Priester das Kind seinem Bruder dem Prior eines Klosters.
Zurück zur Geschichte kommen Tom und Ellen anschließend recht schnell zusammen. Was vor allem Toms Sohn missfällt, von seiner Tochter aber begrüsst wird. Toms Sohn und Ellens Sohn bilden dabei eine alles andere als glückliche Patchwork Familie.
Tom findet Arbeit, schließlich sogar die Arbeit auf die er ein Leben lang aus war - den Bau einer Kathedrale.
Dieser wird vom neu gewählten Prior Philip in Auftrag gegeben. Dessen Weg vom Waisenjungen zum mächtigen Prior erhält im Buch sehr viel Raum (inklusive dem brutalen Mord an seinen walisischen Eltern durch die Engländer). Im Film erfährt man darüber gar nichts. Das ist sehr schade da diese Episode sehr interessant ist. Im Film kommt aber der Weg von Philip in das mächtige Prioramt auch sehr gut rüber. Dennoch sehr schade wie seine Lebensgeschichte zusammengeschnitten wurde.
Besser gelöst ist die Intrigengeschichte um den Königsthron. Dem Film gelingt es die dynastischen Konflikte auf das Minimum zu reduzieren. So kommt man als Zuschauer sehr leicht mit und ist schnell im Bilde über den Konflikt um die Thronnachfolge des verstorbenen Königs.
Hier hat mir der Film sehr gut gefallen. Natürlich kann man vom Film nicht eine 1:1 Umsetzung des Buchs erwarten. Es wurden unnötige Szenen weggelassen, leider aber auch inhaltsreiche und spannende Passagen. Im großen und ganzen ist der erste Teil solide umgesetzt. Die Action kommt nicht zu kurz und der Film ist durchgehend spannend geraten.
Einige Kürzungen vermisst man nicht, andere sehr. Durch die vielen Kürzungen gibt es aber immer wieder Logikfehler im Film. Wer das Buch nicht gelesen hat kommt hier wohl immer wieder auf unlogische Handlungsweisen und auch zu klare Schwarz/Weiß Zeichnungen.
Die schauspielerischen Leistungen sind sehr unterschiedlich. Natalia Wörner als Ellen ist eine Fehlbesetzung. Sie ist zu alt für die Rolle und konnte mich in keiner Szene richtig überzeugen. Sie wirkt oftmals zu teilnahmslos, ihr Hass wirkt eher wie Verärgerung und ihre Leidenschaft ist auch nicht gerade oscarreif. Rufus Sewell als Tom Builder entspricht ebenfalls nicht der Buchvorlage. Dafür macht er seinen Job recht gut und konnte mich durchaus überzeugen. Seine Emotionen kommen sehr authentisch rüber. Donald Sutherland ist eine große Enttäuschung. Der Mann kann weitaus mehr als er im Film zeigt. Er wirkt im Gefängnis nicht sehr verzweifelt oder emotionsgeladen. Er wirkt eher wie jemand der über ein verlorenes Fußballspiel redet. Seltsam. Die Szene hätte er doch locker mit mehr Emotionen ausfüllen können. So wirkt er den ganzen Film über einfach nur unmotiviert.
Matthew Macfadyen als Prior Philip ist definitiv die beste Besetzung. Genau so habe ich ihn mir nach dem Buch auch vorgestellt und er schafft es auch authentisch rüberzukommen. Schade das ausgerechnet seine Lebensgeschichte so verkürzt wurde. Die Filmemacher haben sich zu sehr auf Tom und Ellen konzentriert.
Das Leben im Mittelalter kommt im Film zu schön daher. Die Menschen sind allesamt wohlgenährt, glatt rasiert und ansehnlich. Keine Spur vom im Buch auch beschriebenen Elend.
Insgesamt gibt's daher 4 Sterne. Eine solide, sehenswerte Umsetzung. An das Buch kommt der Film freilich nicht heran und zu kritisieren gibt es auch viel. Gerade im Vergleich zu anderen Buchverfilmungen der letzten Zeit ist hier aber eine sehr gute Qualität sichtbar. Dem Zuschauer wird vor allem eine spannende Handlung geboten.
Fazit: insgesamt sehenswert
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