Die Kammer der toten Kinder (DVD)
Typisch französisch - Die Kammer der toten Kinder (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... eine oder andere zu verraten. *** MEIN EINDRUCK VOM FILM *** Hm! Schwer zu sagen. Es ist ein Thriller. Er setzt aber nicht so sehr au... mehr

Typisch französisch
Die Kammer der toten Kinder (DVD)

Priscalein

Name des Mitglieds: Priscalein

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Die Kammer der toten Kinder (DVD)

Datum: 05.01.11, geändert am 30.09.11 (71 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: spannend, mysterös, sympatische Hauptperson

Nachteile: etwas zu schwamming und unklar bis zum Schluß

Heute möchte ich euch mal wieder eine DVD vorstellen, die ich gesehen habe. Irgendwie steht sie schon länger bei mit Regal herum. Ich wollte sie damals unbedingt haben, weil sie sich interessant anhörte. Und dann konnte ich sie endlich eintauschen und müsste feststellen: französischer Thriller.

Ich weiß nicht warum, aber das schreckt mich immer ein wenig ab. Französische Filme haben (zumindest für mich) einen etwas eigenwilligen Erzählstil mit dem mich oft nicht so recht anfreunden kann. Aber egal, gestern war es endlich soweit und ich habe mich entschieden, mir den Film endlich mal anzusehen.

*** DIE KAMMER DER TOTEN KINDER ***

Leider ist die Übersetzung mal wieder etwas misslungen, denn eigentlich heißt der Film "Die Totenkammer" und trifft damit den Tenor des Filmes fast besser.

*** INHALT ***

Der Film beginnt mit zwei jungen Männern, die gerade ihre Arbeit verloren haben und aus Frust eines Nachts nach einer Kneipentour beschließen, die Wände ihres ehemaligen Arbeitgebers mit Graffiti zu verzieren. Soweit, so gut. Wahrscheinlich wäre alles ganz anders gekommen, wenn sie nicht beschließen würden, auf dem zur Zeit leeren Betriebsgelände ein kleines Autorennen zu veranstalten.

Unglücklicherweise hat sich hier nämlich gerade ein Entführer mit dem Vater eines kleinen Mädchens verabredet, der das Lösegeld überbringen soll. Bevor es dazu kommt, wird er von dem Auto der beiden jungen Männer gerammt und verstirbt. Zurück bleibt ein Koffer voller Geld. Die beiden Männer beschließen, die Leiche verschwinden zu lassen und das Geld zu behalten. Nicht ahnend, das sie damit das Todesurteil eines kleinen Mädchens unterschrieben haben. Denn obwohl der Entführer alles aus nächster Nähe beobachtet hat und weiß, warum die Geldübergabe nicht geklappt hat, tötet das Kind.

Am nächsten Tag setzen die polizeilichen Ermittlungen ein ... und geraten beinahe aus dem Fugen, als ein zweites junges Mädchen verschwindet. Diabetikerin - ohne ihre Medikamente hat sie nur noch wenige Stunden zu leben ...

Mehr möchte ich zum Inhalt selbst an dieser Stelle gar nicht sagen. Allerdings komme ich, wie üblich, in meiner Stellungnahme zum Film nicht umhin, noch das eine oder andere zu verraten.

*** MEIN EINDRUCK VOM FILM ***

Hm! Schwer zu sagen.

Es ist ein Thriller. Er setzt aber nicht so sehr auf Action sondern spielt viel mehr mit den Ängsten und Gefühlen des Zuschauers. Er lässt vieles im Unklaren. Er ist sehr sprunghaft und hat mehrere Erzählebenen, von denen man nicht immer weiß, wie sie zueinander gehören.

Typisch französisch, würde ich mal (augenzwinkernd) sagen. Trotzdem hat er mir eigentlich ganz gut gefallen. Es ist eben keine 08/15 Thrillerkost, auch wenn es nach dem ersten Eindruck so klingt. Man sollte sich schon auf das Geschehen konzentrieren und ihn nicht nur als Unterhaltung nebenbei laufen lassen. Dann würde man sicher recht schnell den Überblick verlieren.

Hauptsächlich konzentriert sich der Film auf die junge Polizistin Lucie, die zwar noch unerfahren ist, aber sich mit einem erstaunlichen Gespür in diesem Fall hinein versetzen kann (wobei man sich als Zuschauer schon wieder fragt, was sie in ihrer Vergangenheit erlebt hat, das es ihr so gut möglich ist).

Aber auch andere Handlungszweige kommen nicht zu kurz. Der Fall der beiden arbeitslosen jungen Männer, die immerhin einen Mann auf dem gewissen haben und jetzt mit dem Lösegeld dasitzen, wird nicht aus den Augen verloren, sondern erzählt eine ganz eigene, tragische Geschichte

Zum Ende des Filmes erfährt man als Zuschauer auch einige Hintergründe über die Entführungen (warum, weshalb, weswegen)

Aber obwohl der Film sich auf so vielen Erzählebenen bewegt - und er auf seine Art durchaus Spannung zu erzeugen versteht - bleibt doch vieles im Unklaren. Da gibt es Rückblenden in die Vergangenheit, bei denen ich bis kurz vor dem Ende nicht genau wusste, auf wen sie sich jetzt eigentlich beziehen - und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, ganz sicher bin ich eigentlich immer noch nicht.

Es wird vieles angedeutet, dunkel, geheimnisvoll, mysteriös ... aber es wird beileibe nicht alles aufgeklärt. Irgendwie lässt mich der Film zum Schluss ein wenig unbefriedigt zurück. Nicht, das ich grundsätzlich etwas gegen Filme habe, den dem Zuschauer zum Schluss noch etwas zum Nachdenken zurücklassen, aber hier ist es mir doch fast ein wenig zu viel.

Wer Filme mag, die leicht mystisch angehaucht sind, wer nicht immer sofort für alles eine logische Erklärung haben muss und wer sich mit einem Ende anfreunden kann, das letztlich bei näherem Nachdenken mehr Fragen aufwirft als wirklich beantwortet (obwohl die Geschichte an sich auf dem ersten Blick durchaus gelöst zu sein scheint), der wird an diesem Film wahrscheinlich seine Freude haben.

Wie gesagt, ich persönlich fand ihn jetzt nicht schlecht. Er ist wirklich recht spannend aufgebaut und man möchte schon Antworten finden auf all die Fragen, die im Laufe des Filmes auftreten. Tut man nur leider nicht. Somit fand ich das Ende dann doch eher etwas enttäuschend.

Ein paar Worte möchte ich schon zu den

*** SCHAUSPIELERN ***

verlieren, auch wenn sie bei uns eher unbekannt sein dürften.

Zuerst muss man hier auf jeden Fall Mélanie Laurent nennen, die die Rolle der jungen Polizeibeamten Lucie übernommen hat. Obwohl man nicht unbedingt sagen kann, das dieser Film eine Hauptperson hat, finde ich doch, das sie den Film über weite strecken prägt. Ihre Art zu Spielen ist sehr ruhig und sympathisch So wächst Lucie dem Zuschauer, trotzdem sie einiges zu Verbergen scheint, schnell ans Herz.

Eric Caravaca und Gilles Lellouche spielen die beiden arbeitslosen jungen Männer, die bereits zu Anfang des Films der Auslöser für all die späteren Ereignisse sind, als sie den Vater des Entführungsopfers bei der Geldübergabe versehentlich töten. Sympathisch finde ich sie nicht, glaubwürdig schon.

Andere Namen wie Jonathan Zaccaï, Céline Sallette, Jean-François Stévenin tauchen mehr oder weniger kurz im Film auf - aber mal ehrlich - noch nie von ihnen gehört, angesehen und auch schon wieder vergessen. Sie machen ihre Sache gut und - was wahrscheinlich am Wichtigsten ist - sie passen sich der Machart des Films an. Vielleicht liegt es auch daran, das sie mir nicht wirklich in Erinnerung bleiben. Sie sind ein wenig düster, mysteriös, verschwommen. Niemand, der sich wirklich in den Vordergrund drängt und auf ewig dort verharrt.

Allerdings würde ich nicht den Schauspielern vorwerfen, ich denke eher, das diese Art Film so angelegt ist, das man als Zuschauer beinahe das Gefühl hat, sich in einer "grauen Traumzone" zu befinden, in der nichts wirklich greifbar ist.

Zum Schluss noch ein paar

*** FAKTEN RUND UM FILM UND DVD ***

Die Kammer der toten Kinder
OT. La chambre des morts
Alternativtitel: Melody's Smile

gedreht 2007 in Frankreich

Buchvorlage: Die Kammer der toten Kinder - Franck Thilliez
ein Erstlingswerk übrigens (das ich nicht gelesen habe, ich kann hier also keine Vergleiche ziehen wie weit sich die Verfilmung an das Buch hält)

in Deutschland 2008 auf DVD erschienen

Lauflänge: 113 Minuten

FSK: 16 Jahre

Bild: 16:9
Sprachen: deutsch, flämisch (na, das ist doch mal was anderes)
Untertitel: deutsch
Ton: dolby digital 5.1.
Bild und Ton sind für eine DVD Veröffentlichung völlig okay. Ich konnte keinerlei Rauschen oder Schwankungen feststellen. Allerdings auch nichts, was über einen normalen, durchschnittlichen Standard hinausgeht

Extras:
Die Extras beschränken sich auf recht interessantes Making of von ca. 30 Minuten Länge, das eine Mischung aus Information und Behind-the-scenes Scenen ist. Außerdem gibt es noch einen kurzen Ausflug in das "Lachen der Mélanie Laurent", der sich hauptsächlich mit der jungen Darstellerin und ihrer Rolle beschäftigt.

Ansonsten gibt es noch einige der üblichen Trailer auf andere Filme, aber das ist eher als Werbung denn als Information zu diesem Film zu betrachten, zumal diese Filme nicht einmal ansatzweise etwas mit diesem Thriller gemein haben.

Preis: Neuspreis liegt bei ca. 12,00 Euro, gebraucht allerdings schon wesentlich günstiger

*** MEIN FAZIT ***

Ein eher unbekannter, aber nicht unbedingt schlecht gemachten französischer Thriller. Allerdings muss man schon bereit sich auf Thrillerkost etwas abseits des üblichen Hollywood-Thrillers einzulassen.

Dieser Film ist etwas anspruchsvoller und setzt nicht auf typische Verfolgungsjagden und wilde Schießereien, sondern bewegt sich eher in einer unbestimmbaren Grauzone, die bis zum Schluss nicht ganz aufgelöst wird.

@ Prisca - Dezember 2010

Fazit: +++