Deterrence (DVD)
Wir sind Amerika! (Sean-Astin Part 10) - Deterrence (DVD) DVD Video Film

Erhältlich in: 2 Shops

Neuester Testbericht: ... viele stimmen mit der Aussage auf dem DVD Cover überein, die da lautet: ... ein beklemmendes Kammerspiel mit einer intelligenten und ... mehr

Wir sind Amerika! (Sean-Astin Part 10)
Deterrence (DVD)

Priscalein

Name des Mitglieds: Priscalein

Produkt:

Deterrence (DVD)

Datum: 20.05.07, geändert am 20.05.07 (59 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: niedlicher Sean (aber nur ohne Ton ansehen) - die Grundstory (die leider verschenkt wird)

Nachteile: die Aussage des Films

Und weiter geht´s mit meiner Sean Astin-Reihe* - heute ein unbekannter Film aus dem Jahr 1999.


*** DETERRENCE ***


Ich glaube, es ist mir bisher bei keinem Film so schwer gefallen, über ihn zu schreiben - obwohl ich ja auch schon über Filme mit Sean geschrieben habe, die so gar nicht auf meiner Wellenlänge liegen. Diesen Film finde ich erschreckend. Aber lest selbst.


*** INHALT ***


Amerika 2008. Nordkorea droht mit Krieg gegen Südkorea. China plant, Japan anzugreifen. Der Irak marschiert (mal wieder) in Kuwait ein. Und die USA meint mal wieder, alles kontrollieren zu müssen!

Dabei ist die Situation gänzlich schwierig - der US-Präsident (der nur vorübergehend das Amt bekleidet nachdem der letzte gewählte Präsident unverhofft abgetreten ist) befindet sich mitten im Wahlkampf in Colorado. Unglücklicherweise wird er in einem kleinen, unscheinbaren Ort von einem Schneesturm überrascht und sitzt nun gemeinsam mit ein paar Mitarbeitern, Angestellten und Bewohnern des kleinen Orts in einem unscheinbaren Diner fest.

Als er von der Invasion der Iraker in Kuwait erfährt, sieht er keinen anderen Weg als über Funk und Fernsehen (einen Kameramann hat er wegen des Wahlkampfes praktischer Weise bei sich) mit dem irakischen Präsidenten Kontakt aufzunehmen. Als der sich uneinsichtig zeigt, reagiert er mit einer Drohung: Entweder der Irak zieht sich sofort aus Kuwait zurück - oder wir bombardieren Bagdad ... nicht etwa mit konventionellen Waffen, sondern mit einer Atombombe.

Doch der Irak ist nicht bereit zu kapitulieren - droht nun seinerseits damit, falls die Bomber der USA ihre Grenze überfliegen, würde zurückgeschlagen, mit Atombomben auf verschiedene europäische und amerikanische Städte ....

Soweit zum Inhalt - ich werde jetzt zu meinen


*** EINDRÜCKEN ***


kommen (und dabei ziemlich spoilern - wer es also absolut nicht wissen möchte, wie es mit dem Film weiter geht, der sollte vielleicht lieber nicht weiterlesen).

Wenn man den Inhalt so liest kann man zu dem Entschluss kommen, das es sich hier thematisch um ein 08/15 B-Movie handelt - ähnliches hat man ja schon so oft gesehen.

Aber dieser Film ist anders - er ist erschreckend, weil er sich auf so engem Raum abspielt, weil kaum Handlung da ist und umso mehr Dialog - und weil diese Dialoge irgendwie zu sagen scheinen: Wir sind Amerika - und was Amerika macht, ist immer richtig! Ich habe schon häufiger Filme gesehen, die Amerika das Recht der Supermacht einräumen, die alles bestimmen kann und will. Aber noch nie hat mich diese amerikanische Glorifizierung so gestört wie in diesem Film.

Ich weiß, die Kritiken zu diesem Film sind sehr unterschiedlich: viele stimmen mit der Aussage auf dem DVD Cover überein, die da lautet: ... ein beklemmendes Kammerspiel mit einer intelligenten und glaubhaften Schilderung fiktiver Ereignisse. Dem kann ich nur sehr bedingt zustimmen. Vielleicht stimmt es tatsächlich, der Ablauf der Ereignisse wirkt stellenweise erschreckend realistisch - da ist ein Mensch, der über das Schicksal der ganzen Menschheit bestimmen kann - der sich das Recht heraus nimmt, den Einmarsch der Iraker in Kuwait zu verurteilen - der aber andererseits bereit ist Millionen unschuldiger Menschen in einen grausamen Tod zu schicken, indem er den Einsatz einer Atombombe auf die Großstadt Bagdad befiehlt. Soweit könnte das Ganze tatsächlich nachdenklich stimmen ...

... wenn da nicht der weitere Verlauf des Filmes wäre. Denn hier merkt man nichts von ernsthafter Auseinandersetzung mit der Thematik. Zwar gibt es zaghafte Ablehnung des Befehls des Präsidenten - aber letztlich bleibt doch die Tatsache bestehen, das er allein als Präsident das Sagen hat und das sein Wort Befehl ist.

Und das er zu seinen Worten steht - ungeachtet der Konsequenzen - schließlich kann er als Präsident ja keine leeren Drohungen aussprechen, ohne an Gesicht zu verlieren. So spitzt sich die Situation mehr und mehr zu - das Flugzeug mit der Atombombe überquert die Grenze zum Irak, woraufhin die Iraker die angekündigt ihren Gegenschlag starten. Das die Atombombe auf Bagdad abgeworfen wird, das hier Millionen ziviler Opfer zu beklagen sind geht in dem kleinen Diner (und im Film) beinahe unbeklagt unter - viel wichtiger ist doch die Frage: wann werden die ersten Bomben in Europa und Amerika einschlagen?!

Für mich der Gipfel des Hohns, als sich schließlich herausstellt, das diese Bomben zwar tatsächlich einschlagen (eine davon sogar ganz der Nähe des kleinen Orts in Colorado, an dem sich der Präsident aufhält), jedoch ohne zu explodieren, denn, wie der Präsident kurz darauf in seine Fernsehkamera spricht: "Wir haben den Irak einst mit diesen Bomben versorgt, als wir erkennen mussten, das er sonst unaufhörlich selbst nach einer nuklearen Bombe forschen würde, vielleicht mit Erfolg. So haben wir dafür sorgen können, das er nur funktionsunfähige Atombomben erhalten hat - es hat also niemals eine echte Gefahr für die USA bestanden ...."

Irgendwie läuft für mich alles auf die Aussage hinaus: Wir sind Amerika! Wir sind eine Weltmacht! Wir bestimmen, wo es lang geht und wenn jemand aus der Reihe tanzt nehmen wir uns das Recht heraus, zu handeln! Wir haben das Recht, zu töten, zu lügen und zu betrügen wenn wir es für den Weltfrieden für nötig erachten! ....

Einfach erschreckend, das man so etwas verfilmt - und dann auch noch auf eine solche Art und Weise! Aber kommen wir jetzt trotzdem zu den


*** SCHAUSPIELERN ***


auch wenn ich nicht begreife, warum man in so einem Film mitspielen muss.

Da hätten wir Kevin Pollak als Präsident Walter Emerson. Überzeugend gespielt?! Keine Ahnung, ich mochte ihn nicht, aber das mag auch an der Rolle liegen. Mir persönlich spielt er ein wenig zu hölzern, zu wenig emotional - vielleicht ist dieser Eindruck aber auch so gewollt.

Weitere Rollen werden gespielt von Timothy Hutton, Sheryl Lee Ralph, Clotilde Courau, Badja Djola, Mark Thompson. Bekannt ist mir eigentlich niemand davon - und ehrlich gesagt habe ich auch nach den Darstellungen im Film nicht das Bedürfnis, einen von ihnen näher kennen zu lernen. Wirklich überzeugt hat mich hier eigentlich niemand - das ganze Spiel kommt mir ziemlich steif und unecht vor - von echten Emotionen nirgends eine Spur.

Was ich fast ein wenig bedauere ist die Tatsache, das selbst ein


*** SEAN ASTIN ***


in diesem Film mitspielen musste. Ich meine, Sean ist Amerikaner - und damit meine ich nicht nur, das er in Kalifornien geboren wurde - sondern er ist wirklich überzeugter Amerikaner. Er steht hinter seinem Land, ist politisch sehr interessiert und ab und an gibt er durchaus Dinge von sich, bei denen ich unwillkürlich denken muss: Na, typisch Amerikaner!

Die Rolle in diesem Film geht mir aber doch einen Schritt zu weit - ich meine, es ist nur eine kleine Rolle mit relativ wenig Text, allerdings gibt es da einen kleinen Monolog, den ich einfach nur schrecklich finde. Ich meine, wenn jemand seinem Präsidenten sagt, das er hinter ihm steht, egal was er tut, ist das eine Sache - wenn er aber im nächsten Atemzug sagt, das man ruhig alle Iraker ausrotten kann, denn das sind ja sowieso keine Menschen, dann ist das doch mehr, als ich ertragen kann.

Scheinbar war das selbst seinem Präsidenten etwas zu viel, darauf folgt nämlich die einzige Stelle im Film, die mir doch tatsächlich gefallen hat - als nämlich der Präsident darauf erwidert: "Was halten sie davon, wenn ich ihnen ein Schreiben ausstelle, das ihnen lebenslange Steuerfreiheit garantiert?" ... Pause ...´Und dann: "Aber dafür schließen wir einen Deal: Sie versprechen mir, das sie mich NIE WIEDER ansprechen werden!" DAS fand ich doch glatt mal lustig und als Dialog echt gelungen!

Positiv kann ich zu Seans Rolle in diesem Film eigentlich nur eines anmerken: er sieht echt niedlich aus! Also, wenn schon - dann guckt man den Film am besten OHNE Ton im Schnelldurchlauf und genießt nur zwischendurch mal das Aussehen von Sean!

Ja, was soll ich noch sagen - habe ich euch jetzt abgeschreckt - oder wollt ihr tatsächlich noch ein paar


*** FAKTEN ***


zum Film lesen? Na ja, weil es dazu gehört ...

Gedreht 1999 USA / Frankreich
Regie: Rod Lurie
Laufzeit: 96 Minuten (ganz schön lange für so einen Film)

DVD
Bild: widescreen
Ton: dolby digital
Beides ist okay - aber auch nicht mehr.

Sprache: deutsch
Untertitel: Fehlanzeige

FSK: 12 Jahre - vergesst es, kein Zwölfjähriger (na ja, eigentlich überhaupt niemand) sollte sich so einen Schwachsinn angucken

Extras:
Trailer - Biographien/Filmographien (beides nur als Textseiten) - eine Slideshow mit einigen wenigen Bildern aus dem Film
Alles in allem hätte man sich diese Extras auch schenken können - sie sind 0 informativ und einfach nur lieblos zusammengestellt.

Preis: 6,99 Euro neu bei Amazon, ca. 4,00 Euro neu bei Ebay - ehrlich gesagt, der Film ist es nicht wert auch nur einen Cent dafür auszugeben - aber vielleicht kommt er ja mal wieder im Fernsehen (ab und an läuft er da tatsächlich mal im Nachtprogramm), falls ihr es trotzdem mal mit dem Film versuchen wollt (es gibt ja durchaus auch ganz andere, positive Kritiken!)


*** MEIN FAZIT ***


Nein - Nein - Nein! Ich kann euch diesem Film in keinster Weise empfehlen. Die Grundstory hätte durchaus zum Nachdenken anregen können, wenn man sie entsprechend behutsam umgesetzt hätte - allerdings ist das hier leider überhaupt nicht der Fall. Ich finde die Aussage dieses Films einfach nur erschreckend.

Außerdem empfinde ich die Schauspieler durchweg als zu steif und unecht - vielleicht ein gewollter Eindruck, der die Wirkung des Filmes erhöhen sollte - für mich ist das allerdings beides total in die Hose gegangen.

Selbst Sean Astin Fans würde ich nicht zu einem Kauf raten! So einen Sean muss nicht einmal ich sehen!

@ Prisca - Mai 2007 - ich schreibe für Ciao, Yopi und Dooyoo


* Sean Astin Serie: als großer Sean Astin Fan habe ich beschlossen, das es Zeit wird, das die Welt ein wenig mehr von ihn und seinen Filmen erfährt - denn seine Karriere beschränkt sich keinesfalls auf Goonies und Herr der Ringe. Darum habe ich mich entschieden, so nach und nach seine Filme (aber auch anderes) vorstellen - und dabei immer seinen Part an der Sache ein klein wenig im Auge zu behalten. Ansonsten findet ihr hier nichts anderes als einen ganz normalen Produktbericht, an dem ihr hoffentlich ein bisschen Spaß habt!

Fazit: Annehmbare Grundstory - schrecklich umgesetzt