Der Beweis - Liebe zwischen Genie und Wahnsinn (DVD)
Innenansichten eines Genies
Der Beweis - Liebe zwischen Genie und Wahnsinn (DVD)

Name des Mitglieds: IQIQIQ
Produkt:
Der Beweis - Liebe zwischen Genie und Wahnsinn (DVD)
Datum: 18.01.07
Bewertung:
Vorteile: schöner Film, anspruchsvoll, gut gespielt
Nachteile: DVD zu mager ausgestattet für den derzeitigen Preis
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Die Story:
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An ihrem 27. Geburtstag hat Catherine viel zu verkraften. Ihr Vater Robert, ein genialer Mathematiker, der allerdings psychisch krank war und immer verrückter wurde, den sie aber trotzdem über alles geliebt hat, stirbt. Catherine befürchtet schon lange, neben dem Genie ihres Vaters auch seine Geisteskrankheit geerbt zu haben.
Hal, einer von Roberts Studenten, der ihn sehr bewundert hat, sucht in Roberts Unterlagen nach weiteren genialen mathematischen Beweisen seines Professors, wird aber von Catherine, die zunehmend paranoid reagiert, schließlich rausgeworfen.
Catherines Schwester Claire hat weder Roberts Geisteskrankheit noch seine Genialität vererbt. Sie kommt besser mit dem Leben klar als Claire, hat sich aber auch von der übrigen Familie distanziert und ist aus Chicago nach New York gezogen. Für Catherine hat sie kaum Verständnis, im Gegenteil: Sie fürchtet mehr und mehr, Claire könne wirklich ebenso verrückt sein wie Robert.
Trotz allem beginnt Catherine ein wenig Vertrauen in Hal zu setzen. Die beiden verlieben sich ineinander und kommen einander vorsichtig näher. Catherine erlaubt ihm sogar, in den Unterlagen ihres Vaters weiterzusuchen. Doch eines Tages entdeckt Hal tatsächlich einen genialen mathematischen Beweis – und Catherine behauptet, er stamme von ihr, nicht von Robert. Claire glaubt ihr nicht, und auch Hal, dessen großes Idol Robert war, stellt sich zunächst nicht auf ihre Seite.
Dadurch wird Catherines aufkeimendes Vertrauen sofort wieder zerstört. Immer mehr zweifelt sie selbst daran, ob sie den genialen Beweis erbracht hat oder nicht doch Robert. Sie lässt sich fallen und von Claire umsorgen. Als Hal endlich überzeugt ist, dass der Beweis wirklich von Catherine stammt, scheint es bereits zu spät zu sein – Catherine scheint sich aufgegeben zu haben.
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Anmerkungen zum Film:
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Der Film basiert auf dem Theaterstück „Proof“ des jungen Dramatikers David Auburn, der auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat.
Nun mag es Laien so erscheinen, als ob sich Theaterstücke besser als alle anderen Vorlagen zur Verfilmung eignen, aber genau das Gegenteil ist der Fall: Theater wirkt sehr stark über den Dialog, über Sprache, die Umwelt ist meist nur angedeutet. Film fokussiert dagegen stark auf Settings und äußerliche Handlung, meist ist das, was nicht ausgesprochen wird, stärker als das, was im Dialog ausgesprochen wird. Daher sind Theaterstücke, vor allem moderne, besonders schwer zu verfilmen.
Wenn sie verfilmt werden, dann kommen allerdings normalerweise anspruchsvolle Filme heraus, Filme für ein Nischenpublikum, nicht für die große Masse, wie auch bei „Der Beweis“.
Ob die Verfilmung gelingt, ist dann noch die zweite Frage, aber unzweifelhaft ist sie in diesem Fall gut gelungen.
Ich habe den Film zunächst in Begleitung einiger Freundinnen gesehen und war relativ stark abgelenkt, eine echte Konzentration auf den Film, wie das bei anspruchsvollen Filmen nötig ist, um sie genießen zu können, war da nicht möglich. Bei dieser Gelegenheit hat er mich ehrlich gesagt nicht überzeugt, und meine Begleiterinnen auch nicht. Ich hatte schon gespürt, dass da ein gewisser Charme spürbar ist, dass die Darsteller gut sind und der Film irgendwas hat, aber als der Film dann zu Ende war, hatte ich das Gefühl: „Das soll’s schon gewesen sein?“ Ich hatte den Eindruck, die Essenz des Films, das, was ihn wirklich sehenswert macht, verpasst zu haben.
Aus diesem Grund schaute ich ihn dann noch einmal alleine (und natürlich voll konzentriert) auf DVD, und diesmal hat er mich gepackt. Es ist offensichtlich für diesen Film wirklich große Konzentration nötig, um die Zwischentöne, die ihn sehenswert machen, mitzubekommen.
Der Film erzählt seine Geschichte aus der stark subjektiven Sicht von Catherine und erfordert daher die Bereitschaft, ihr in die Zweifel zu folgen, ob ihre Wahrnehmung korrekt oder verrückt ist. Der Film nutzt dazu Szenen, die in Catherines realer (objektiver) Umwelt spielen ebenso wie ihre Erinnerungen an die letzte Zeit mit ihrem Vater und eingebildete Zwiegespräche zwischen ihm und ihr, die wiederum in die reale, gegenwärtige Welt der Filmhandlung gesetzt sich, aber nach dem Tod ihres Vaters, gleichzeitig jedoch mit ihm spielen. Das zeigt schon, wofür die Konzentration auf den Film nötig ist: Man muss sowohl den verschiedenen Zeitebenen zwischen Gegenwart und unterschiedlichen Zeitpunkten in der Vergangenheit folgen und sie korrekt einordnen können, als auch den verschiedenen Realitätsebenen zwischen realen Ereignissen und fiktiven Zwiegesprächen zwischen Catherine und Robert. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen realen Gesprächen zwischen Catherine und Robert in der Vergangenheit und fiktiven in der Gegenwart.
Vielleicht hört sich das jetzt abschreckend an, aber da kann ich alle interessierten Zuschauer beruhigen: Wenn man wirklich hinschaut und nicht noch irgendwas anderes nebenher macht, sollte es nun auch wieder kein Problem sein, diese Ebenen auseinander zu halten. Sie sind durch die Filmhandlung und Bildgestaltung schon deutlich voneinander zu unterscheiden.
Eine Ebene des Films, die sich vielleicht nicht jedem erschließt, ist die der Mathematik. Ich habe vor Jahren mal angefangen, Mathematik zu studieren, dürfte also insgesamt doch ein überdurchschnittliches Verständnis dafür haben. Einige der Verbindungslinien zwischen der Filmhandlung und mathematischen Beweisen konnte ich dadurch selbst ziehen, andere haben sich aber auch mir erst durch die Erläuterungen im Audiokommentar erschlossen. Und das finde ich ein wenig schade: Die ganze Vielschichtigkeit des Films dürfte sich nur den wenigsten Zuschauern erschließen.
In Deutschland ist der Film ab 6 Jahren freigegeben. Ich glaube nicht, dass der Film für Sechsjährige schädlich wäre, allerdings glaube ich auch, dass er frühestens ab 16 wirklich interessant werden dürfte. Es ist schließlich kein Kinderfilm und auch keine Teenie-Love-Komödie!
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Die Filmcrew:
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Von der Filmcrew möchte ich diesmal besonders den Autor des Theaterstücks und gleichzeitig des Drehbuchs nennen, David Auburn. Über ihn als Theaterautor konnte ich nicht viel herausfinden, aber mit dem Drehbuch für „Der Beweis“, seinem ersten Drehbuch, hat er sich ein Standbein im Filmbusiness geschaffen. Ein Film, der auf Grundlage eines Drehbuchs von ihm verfilmt wurde, kam letztes Jahr in die Kinos: „Das Haus am See“ – vielleicht kein Geniestreich und ganz gewiss wesentlich schwächer als „Der Beweis“, aber immerhin ein großer Mainstreamfilm. Für 2007 sind zwei weitere Filme angekündigt, zu denen er die Drehbücher geschrieben hat. Ich bin gespannt!
Regisseur John Madden ist wesentlich bekannter. Sein wohl weltweit größter Erfolg war „Shakespeare in Love“, mit dem er 1999 für den Oscar nominiert war. Er verlor damals gegen Steven Spielberg, was sicherlich keine Schande ist, und der Film räumte immerhin sieben andere Oscars ab, darunter auch den als „Bester Film“.
Ebenfalls sehr bekannt ist „Corellis Mandoline“, der unter der Regie von John Madden entstanden ist, und für 2007 ist ein neuer Film von ihm angekündigt.
Insgesamt ein Regisseur, der nicht gerade viele Filme macht, dafür aber gelungene – auch bei „Der Beweis“.
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Die wichtigsten Darsteller:
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Hier ist an erster Stelle Gwyneth Paltrow als Catherine zu nennen. Sie hat die Rolle bereits im Theaterstück „Proof“ in London gespielt. Ihr Erfolg in dieser Rolle war wohl auch einer der Gründe, die letztlich zur Verfilmung geführt haben.
Ich finde, sie spielt diese schwierige Rolle hervorragend, was vor allem an ihrer herausragenden, überaus differenzierten Mimik liegt. Überhaupt war ich, nachdem ich sie anfangs meist in Mainstreamfilmen gesehen hatte, in denen eine ihrer wichtigsten Aufgaben nicht selten „gut aussehen“ war, von ihr bereits in mehreren anspruchsvollen Filmen, die sie durch ihre Darstellung getragen hat, sehr beeindruckt.
Robert wird gespielt von Anthony Hopkins. Den meisten dürfte er wohl als „Hannibal Lector“ im „Schweigen der Lämmer“ bekannt sein, wobei er genau genommen als Theaterschauspieler noch größere Meriten als auf der Leinwand gesammelt hat. Ich glaube, für eine verrückte Figur, die gleichzeitig so liebenswert und in ihrer Vielschichtigkeit so wichtig ist wie Robert für diesen Film, braucht man einen Darsteller seines Kalibers – und auch er konnte mich überzeugen.
Jake Gyllenhaal, der Hal spielt, bekommt hier nur wenige Szenen, die eine wirklich differenzierte Darstellung von ihm erfordert, aber an den Stellen, wo es nötig ist, gelingt das ihm. Seit seinem großen Erfolg in „Brokeback Mountain“ dürfte sein Name wohl gerade für die Frauen vielleicht ein Grund sein, auch den „Beweis“ anzuschauen.
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DVD-Ausstattung:
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Technische Daten:
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
FSK 6
Spieldauer: 96 min.
Film-Veröffentlichung: 2005
DVD-Erscheinungstermin: 07.09.2006
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Anmerkungen zur DVD:
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Die DVD beginnt mit DVD-Trailern zu „Casanova“, „Das größte Spiel seines Lebens“ und „Flightplan“, die sich allerdings problemlos abbrechen lassen.
Der Film ist auf der DVD in englischsprachiger Originalfassung sowie französischer, italienischer, deutscher und spanischer Synchronfassung enthalten, darüber hinaus in einer englischsprachigen Hörfassung (Audio Descriptive).
Untertitel gibt es für Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Französisch, Italienisch und Deutsch.
„Extras“:
„Audio-Kommentar“:
Der Audiokommentar wird gesprochen von Regisseur James Madden. Natürlich ist er auf Englisch, verfügt aber über deutsche Untertitel.
Der Audiokommentar ist fachlich ausgerichtet, und zwar speziell auf den Bereich der Regie, auch wenn James Madden hin und wieder kurz auf andere Fachbereiche (etwa Kameraführung oder Drehbuch) eingeht. Ich finde den Kommentar fachlich interessant, gleichzeitig ist er so verständlich gestaltet, dass auch Normal-Zuschauer das allermeiste verstehen und einordnen können.
An einer Stelle des Kommentars habe ich einen Kritikpunkt in Sachen Gestaltung: Da spricht James Madden über die Filmmusik, aber leider ist dort keine Filmmusik zu hören, und die braucht man ja, um diese Aussagen einordnen zu können. Dort wäre es sinnvoll gewesen, die Filmmusik hochzuregeln oder in die Tonspur des Audiokommentars zu integrieren oder mindestens mal eine Lücke im Audiokommentar zu lassen, um dem Zuschauer / Zuhörer des Audiokommentars auch die Chance zu geben, sich diese Filmmusik ins Gedächtnis zurückzurufen.
Ein Manko des Films, nicht des Kommentars, ist, dass man einige Intentionen des Films nicht wirklich beim Ansehen versteht, auch wenn sie nach der Erläuterung im Kommentar sehr einleuchtend sind. Wer daher ganz tief in den Film einsteigen will, sollte sich den Kommentar anhören.
„Von der Bühne auf die Leinwand: Das Making Of ,Proof’“:
Dieses kurze Pseudo-Making-Of ist leider gar nicht nach meinem Geschmack. Da wird von Darstellern und Filmcrew die Bühnenvorlage gelobt, das Drehbuch, die anderen Darsteller … Außer diesem exzessiven Lob erfährt man aber leider nicht viel, alles bleibt extrem oberflächlich.
Da ich die DVD schon da habe, muss man mich doch nicht noch immer mit „Reklame“ bombardieren! Eindeutig ein Extra, das die Welt nicht braucht!
„Zusätzliche Szenen“:
Hier finden sich drei zusätzliche bzw. erweiterte Szenen, die in der endgültigen Schnittfassung des Films nicht enthalten sind. Man kann sie wahlweise mit oder ohne Kommentar des Regisseurs ansehen.
Die ersten beiden Szenen gefallen mir sehr gut, ich hätte sie auch gerne im Film gesehen. Die dritte passt allerdings gar nicht rein, wie auch der Regisseur im Kommentar erklärt. Auch bei den Anmerkungen zu den ersten beiden Szenen, kann ich seine Argumente nachvollziehen, wobei ich aber trotzdem die erste Szene drin gelassen hätte, die sie ist wirklich großartig, und außerdem ist der Film ja auch nicht übermäßig lang, so dass er eine kurze Szene mehr gut hätte verkraften können. Aber die Abwägung der Argumente beim Filmteam ist offensichtlich anders ausgefallen.
Das ist die komplette DVD-Ausstattung. Insbesondere der Audiokommentar ist gut, allerdings finde ich die Ausstattung beim Preis von derzeit noch deutlich über 17 Euro einfach zu mager. Lieber abwarten, bis die DVD billiger wird!
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Fazit:
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Der Film ist sehenswert, aber sehr anspruchsvoll und nur zum konzentrierten Anschauen geeignet, nicht als leichte Unterhaltung nebenbei. Daher dürfte seine Zielgruppe überwiegend aus den Fans anspruchsvoller, introvertierter Filme bestehen.
Die DVD-Ausstattung ist für den derzeit noch hohen Preis allerdings zu mager.
Die Story:
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An ihrem 27. Geburtstag hat Catherine viel zu verkraften. Ihr Vater Robert, ein genialer Mathematiker, der allerdings psychisch krank war und immer verrückter wurde, den sie aber trotzdem über alles geliebt hat, stirbt. Catherine befürchtet schon lange, neben dem Genie ihres Vaters auch seine Geisteskrankheit geerbt zu haben.
Hal, einer von Roberts Studenten, der ihn sehr bewundert hat, sucht in Roberts Unterlagen nach weiteren genialen mathematischen Beweisen seines Professors, wird aber von Catherine, die zunehmend paranoid reagiert, schließlich rausgeworfen.
Catherines Schwester Claire hat weder Roberts Geisteskrankheit noch seine Genialität vererbt. Sie kommt besser mit dem Leben klar als Claire, hat sich aber auch von der übrigen Familie distanziert und ist aus Chicago nach New York gezogen. Für Catherine hat sie kaum Verständnis, im Gegenteil: Sie fürchtet mehr und mehr, Claire könne wirklich ebenso verrückt sein wie Robert.
Trotz allem beginnt Catherine ein wenig Vertrauen in Hal zu setzen. Die beiden verlieben sich ineinander und kommen einander vorsichtig näher. Catherine erlaubt ihm sogar, in den Unterlagen ihres Vaters weiterzusuchen. Doch eines Tages entdeckt Hal tatsächlich einen genialen mathematischen Beweis – und Catherine behauptet, er stamme von ihr, nicht von Robert. Claire glaubt ihr nicht, und auch Hal, dessen großes Idol Robert war, stellt sich zunächst nicht auf ihre Seite.
Dadurch wird Catherines aufkeimendes Vertrauen sofort wieder zerstört. Immer mehr zweifelt sie selbst daran, ob sie den genialen Beweis erbracht hat oder nicht doch Robert. Sie lässt sich fallen und von Claire umsorgen. Als Hal endlich überzeugt ist, dass der Beweis wirklich von Catherine stammt, scheint es bereits zu spät zu sein – Catherine scheint sich aufgegeben zu haben.
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Anmerkungen zum Film:
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Der Film basiert auf dem Theaterstück „Proof“ des jungen Dramatikers David Auburn, der auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat.
Nun mag es Laien so erscheinen, als ob sich Theaterstücke besser als alle anderen Vorlagen zur Verfilmung eignen, aber genau das Gegenteil ist der Fall: Theater wirkt sehr stark über den Dialog, über Sprache, die Umwelt ist meist nur angedeutet. Film fokussiert dagegen stark auf Settings und äußerliche Handlung, meist ist das, was nicht ausgesprochen wird, stärker als das, was im Dialog ausgesprochen wird. Daher sind Theaterstücke, vor allem moderne, besonders schwer zu verfilmen.
Wenn sie verfilmt werden, dann kommen allerdings normalerweise anspruchsvolle Filme heraus, Filme für ein Nischenpublikum, nicht für die große Masse, wie auch bei „Der Beweis“.
Ob die Verfilmung gelingt, ist dann noch die zweite Frage, aber unzweifelhaft ist sie in diesem Fall gut gelungen.
Ich habe den Film zunächst in Begleitung einiger Freundinnen gesehen und war relativ stark abgelenkt, eine echte Konzentration auf den Film, wie das bei anspruchsvollen Filmen nötig ist, um sie genießen zu können, war da nicht möglich. Bei dieser Gelegenheit hat er mich ehrlich gesagt nicht überzeugt, und meine Begleiterinnen auch nicht. Ich hatte schon gespürt, dass da ein gewisser Charme spürbar ist, dass die Darsteller gut sind und der Film irgendwas hat, aber als der Film dann zu Ende war, hatte ich das Gefühl: „Das soll’s schon gewesen sein?“ Ich hatte den Eindruck, die Essenz des Films, das, was ihn wirklich sehenswert macht, verpasst zu haben.
Aus diesem Grund schaute ich ihn dann noch einmal alleine (und natürlich voll konzentriert) auf DVD, und diesmal hat er mich gepackt. Es ist offensichtlich für diesen Film wirklich große Konzentration nötig, um die Zwischentöne, die ihn sehenswert machen, mitzubekommen.
Der Film erzählt seine Geschichte aus der stark subjektiven Sicht von Catherine und erfordert daher die Bereitschaft, ihr in die Zweifel zu folgen, ob ihre Wahrnehmung korrekt oder verrückt ist. Der Film nutzt dazu Szenen, die in Catherines realer (objektiver) Umwelt spielen ebenso wie ihre Erinnerungen an die letzte Zeit mit ihrem Vater und eingebildete Zwiegespräche zwischen ihm und ihr, die wiederum in die reale, gegenwärtige Welt der Filmhandlung gesetzt sich, aber nach dem Tod ihres Vaters, gleichzeitig jedoch mit ihm spielen. Das zeigt schon, wofür die Konzentration auf den Film nötig ist: Man muss sowohl den verschiedenen Zeitebenen zwischen Gegenwart und unterschiedlichen Zeitpunkten in der Vergangenheit folgen und sie korrekt einordnen können, als auch den verschiedenen Realitätsebenen zwischen realen Ereignissen und fiktiven Zwiegesprächen zwischen Catherine und Robert. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen realen Gesprächen zwischen Catherine und Robert in der Vergangenheit und fiktiven in der Gegenwart.
Vielleicht hört sich das jetzt abschreckend an, aber da kann ich alle interessierten Zuschauer beruhigen: Wenn man wirklich hinschaut und nicht noch irgendwas anderes nebenher macht, sollte es nun auch wieder kein Problem sein, diese Ebenen auseinander zu halten. Sie sind durch die Filmhandlung und Bildgestaltung schon deutlich voneinander zu unterscheiden.
Eine Ebene des Films, die sich vielleicht nicht jedem erschließt, ist die der Mathematik. Ich habe vor Jahren mal angefangen, Mathematik zu studieren, dürfte also insgesamt doch ein überdurchschnittliches Verständnis dafür haben. Einige der Verbindungslinien zwischen der Filmhandlung und mathematischen Beweisen konnte ich dadurch selbst ziehen, andere haben sich aber auch mir erst durch die Erläuterungen im Audiokommentar erschlossen. Und das finde ich ein wenig schade: Die ganze Vielschichtigkeit des Films dürfte sich nur den wenigsten Zuschauern erschließen.
In Deutschland ist der Film ab 6 Jahren freigegeben. Ich glaube nicht, dass der Film für Sechsjährige schädlich wäre, allerdings glaube ich auch, dass er frühestens ab 16 wirklich interessant werden dürfte. Es ist schließlich kein Kinderfilm und auch keine Teenie-Love-Komödie!
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Die Filmcrew:
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Von der Filmcrew möchte ich diesmal besonders den Autor des Theaterstücks und gleichzeitig des Drehbuchs nennen, David Auburn. Über ihn als Theaterautor konnte ich nicht viel herausfinden, aber mit dem Drehbuch für „Der Beweis“, seinem ersten Drehbuch, hat er sich ein Standbein im Filmbusiness geschaffen. Ein Film, der auf Grundlage eines Drehbuchs von ihm verfilmt wurde, kam letztes Jahr in die Kinos: „Das Haus am See“ – vielleicht kein Geniestreich und ganz gewiss wesentlich schwächer als „Der Beweis“, aber immerhin ein großer Mainstreamfilm. Für 2007 sind zwei weitere Filme angekündigt, zu denen er die Drehbücher geschrieben hat. Ich bin gespannt!
Regisseur John Madden ist wesentlich bekannter. Sein wohl weltweit größter Erfolg war „Shakespeare in Love“, mit dem er 1999 für den Oscar nominiert war. Er verlor damals gegen Steven Spielberg, was sicherlich keine Schande ist, und der Film räumte immerhin sieben andere Oscars ab, darunter auch den als „Bester Film“.
Ebenfalls sehr bekannt ist „Corellis Mandoline“, der unter der Regie von John Madden entstanden ist, und für 2007 ist ein neuer Film von ihm angekündigt.
Insgesamt ein Regisseur, der nicht gerade viele Filme macht, dafür aber gelungene – auch bei „Der Beweis“.
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Die wichtigsten Darsteller:
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Hier ist an erster Stelle Gwyneth Paltrow als Catherine zu nennen. Sie hat die Rolle bereits im Theaterstück „Proof“ in London gespielt. Ihr Erfolg in dieser Rolle war wohl auch einer der Gründe, die letztlich zur Verfilmung geführt haben.
Ich finde, sie spielt diese schwierige Rolle hervorragend, was vor allem an ihrer herausragenden, überaus differenzierten Mimik liegt. Überhaupt war ich, nachdem ich sie anfangs meist in Mainstreamfilmen gesehen hatte, in denen eine ihrer wichtigsten Aufgaben nicht selten „gut aussehen“ war, von ihr bereits in mehreren anspruchsvollen Filmen, die sie durch ihre Darstellung getragen hat, sehr beeindruckt.
Robert wird gespielt von Anthony Hopkins. Den meisten dürfte er wohl als „Hannibal Lector“ im „Schweigen der Lämmer“ bekannt sein, wobei er genau genommen als Theaterschauspieler noch größere Meriten als auf der Leinwand gesammelt hat. Ich glaube, für eine verrückte Figur, die gleichzeitig so liebenswert und in ihrer Vielschichtigkeit so wichtig ist wie Robert für diesen Film, braucht man einen Darsteller seines Kalibers – und auch er konnte mich überzeugen.
Jake Gyllenhaal, der Hal spielt, bekommt hier nur wenige Szenen, die eine wirklich differenzierte Darstellung von ihm erfordert, aber an den Stellen, wo es nötig ist, gelingt das ihm. Seit seinem großen Erfolg in „Brokeback Mountain“ dürfte sein Name wohl gerade für die Frauen vielleicht ein Grund sein, auch den „Beweis“ anzuschauen.
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DVD-Ausstattung:
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Technische Daten:
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
FSK 6
Spieldauer: 96 min.
Film-Veröffentlichung: 2005
DVD-Erscheinungstermin: 07.09.2006
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Anmerkungen zur DVD:
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Die DVD beginnt mit DVD-Trailern zu „Casanova“, „Das größte Spiel seines Lebens“ und „Flightplan“, die sich allerdings problemlos abbrechen lassen.
Der Film ist auf der DVD in englischsprachiger Originalfassung sowie französischer, italienischer, deutscher und spanischer Synchronfassung enthalten, darüber hinaus in einer englischsprachigen Hörfassung (Audio Descriptive).
Untertitel gibt es für Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Französisch, Italienisch und Deutsch.
„Extras“:
„Audio-Kommentar“:
Der Audiokommentar wird gesprochen von Regisseur James Madden. Natürlich ist er auf Englisch, verfügt aber über deutsche Untertitel.
Der Audiokommentar ist fachlich ausgerichtet, und zwar speziell auf den Bereich der Regie, auch wenn James Madden hin und wieder kurz auf andere Fachbereiche (etwa Kameraführung oder Drehbuch) eingeht. Ich finde den Kommentar fachlich interessant, gleichzeitig ist er so verständlich gestaltet, dass auch Normal-Zuschauer das allermeiste verstehen und einordnen können.
An einer Stelle des Kommentars habe ich einen Kritikpunkt in Sachen Gestaltung: Da spricht James Madden über die Filmmusik, aber leider ist dort keine Filmmusik zu hören, und die braucht man ja, um diese Aussagen einordnen zu können. Dort wäre es sinnvoll gewesen, die Filmmusik hochzuregeln oder in die Tonspur des Audiokommentars zu integrieren oder mindestens mal eine Lücke im Audiokommentar zu lassen, um dem Zuschauer / Zuhörer des Audiokommentars auch die Chance zu geben, sich diese Filmmusik ins Gedächtnis zurückzurufen.
Ein Manko des Films, nicht des Kommentars, ist, dass man einige Intentionen des Films nicht wirklich beim Ansehen versteht, auch wenn sie nach der Erläuterung im Kommentar sehr einleuchtend sind. Wer daher ganz tief in den Film einsteigen will, sollte sich den Kommentar anhören.
„Von der Bühne auf die Leinwand: Das Making Of ,Proof’“:
Dieses kurze Pseudo-Making-Of ist leider gar nicht nach meinem Geschmack. Da wird von Darstellern und Filmcrew die Bühnenvorlage gelobt, das Drehbuch, die anderen Darsteller … Außer diesem exzessiven Lob erfährt man aber leider nicht viel, alles bleibt extrem oberflächlich.
Da ich die DVD schon da habe, muss man mich doch nicht noch immer mit „Reklame“ bombardieren! Eindeutig ein Extra, das die Welt nicht braucht!
„Zusätzliche Szenen“:
Hier finden sich drei zusätzliche bzw. erweiterte Szenen, die in der endgültigen Schnittfassung des Films nicht enthalten sind. Man kann sie wahlweise mit oder ohne Kommentar des Regisseurs ansehen.
Die ersten beiden Szenen gefallen mir sehr gut, ich hätte sie auch gerne im Film gesehen. Die dritte passt allerdings gar nicht rein, wie auch der Regisseur im Kommentar erklärt. Auch bei den Anmerkungen zu den ersten beiden Szenen, kann ich seine Argumente nachvollziehen, wobei ich aber trotzdem die erste Szene drin gelassen hätte, die sie ist wirklich großartig, und außerdem ist der Film ja auch nicht übermäßig lang, so dass er eine kurze Szene mehr gut hätte verkraften können. Aber die Abwägung der Argumente beim Filmteam ist offensichtlich anders ausgefallen.
Das ist die komplette DVD-Ausstattung. Insbesondere der Audiokommentar ist gut, allerdings finde ich die Ausstattung beim Preis von derzeit noch deutlich über 17 Euro einfach zu mager. Lieber abwarten, bis die DVD billiger wird!
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Der Film ist sehenswert, aber sehr anspruchsvoll und nur zum konzentrierten Anschauen geeignet, nicht als leichte Unterhaltung nebenbei. Daher dürfte seine Zielgruppe überwiegend aus den Fans anspruchsvoller, introvertierter Filme bestehen.
Die DVD-Ausstattung ist für den derzeit noch hohen Preis allerdings zu mager.
Fazit: Wer stille Filme mag, wird den "Beweis" lieben!
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