Das tödliche Dreieck (DVD)
Harrison Ford zieht in den Krieg - Das tödliche Dreieck (DVD) DVD Video Film

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Harrison Ford zieht in den Krieg
Das tödliche Dreieck (DVD)

mmatzer

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Das tödliche Dreieck (DVD)

Datum: 13.09.11

Bewertung:

Vorteile: spannend, dramatisch, romantisch

Nachteile: wenig Bonusmaterial

Die englische Krankenschwester Margaret (die schöne Lesley-Anne Down) verliebt sich während des Zweiten Weltkriegs in den feschen amerikanischen Bomberpiloten Halloran (Harrison Ford). Doch auf einer Geheimmission im besetzten Frankreich lernt Halloran Margarets Gatten kennen. Er muss sich entscheiden.

Filminfos
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Originaltitel: Hanover Street (GB 1979), DVD: 8. Oktober 2002
Laufzeit: 104 Minuten
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Darsteller: Harrison Ford, Lesley-Anne Down, Christopher Plummer, Patsy Kensit u.a.
Regie: Peter Hyams
Musik: John Barry

Handlung
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London im 4. Kriegsjahr, 1943. Merkwürdig: Die allierten Bomberstaffeln bombardieren Ziele in Frankreich und Belgien, ohne von deutschen Jagdfliegern angegriffen zu werden (es gibt nur Flakfeuer), doch gleich in der ersten Szene wird die Londoner Hanover Street, von der der Film seinen Originaltitel bezieht, von einer Fliegerbombe getroffen! Da die deutsche Luftwaffe die englische Insel schon längst nicht mehr angreift, dürfte wohl die eigene Bombertruppe zugeschlagen haben.

Wenigstens gibt die plötzlich hereingebrochene Katatsrophe in der Straße dem tapferen Bomberpiloten David Halloran aus Chicago (H. Ford) Gelegenheit, sich als edler Ritter in der Not zu beweisen und die etwas erschütterte (aber nicht gerührte) Engländerin Margaret, eine Krankenschwester (Down) vor dem womöglich beinahe fast sicheren Tod zu retten.

Entgegen der moralischen Bedenken der verheirateten Margaret treffen sich die beiden fortan in der Hanover Street: Zunächst um Tee zu trinken, später um sich per Jeep in ein gemütliches englisches Gasthaus zu vertagen, wo sie zusammen das Bett wärmen. Einige hübsch unvernünftige Dialoge machen klar, in welch unhaltbaren Position sich die Liebesaffäre abspielt: Sie verheiratet mit Mann und Kind, er ein Pilot, der jederzeit abgeschossen werden kann.

Um das titelgebende Dreieck zu komplettieren und die ganze Sache etwas in Schwung zu bringen, beschließt Margarets Ehemann (Plummer), ein hohes Tier imGeheimdienst Seiner Majestät König Georgs, selbst einen kleinen Ausflug ins feindlich besetzte Lyon zu machen. Da seine Agenten unfähig sind, ein Geheimdokument aus dem Safe des dortigen gestapo-Hauptquartier zu kopieren,übernimmt er selbst diese heroische Aufgabe.

Als Luftchauffeur wird ihm der als renitent aufgefallene Bomberpilot David Halloran zugewiesen. Der ahnt noch nicht, dass der seltsame Zivilist namens Paul Sellinger der Angetraute seiner geliebten Maggie ist. Da sie über Frankreich hinter feindlichen Linien abgeschossen werden, schlagen sie sich zusammen zu Sellingers Ziel in Lyon durch. Wie sich zeigt, würde Sellinger es ohne Hallorans Hilfe nie im Leben schaffen. Für ordentliche Action mit Feuerzauber ist gesorgt. Schließlich ist dies ja auch ein Kriegsfilm, nicht wahr?

Doch was passiert, wenn sie zurück nach England müssen und Halloran Sellingers Verbindung zu Maggie aufdeckt?


Mein Eindruck
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Diese Mischung aus Romanze und Kriegsaction fällt bereits im Vorspann durch die wundervoll romantische Musik von John Barry auf. Barry erfand das James-Bond-Thema und lieferte den Soundtrack zu der Mutter aller Romanzen: "Out of Africa".

In seinem informativen Audiokommentar weist Regisseur Hyams mehrfach darauf hin, welche Qualitäten diese Musik und ihr Komponist zum Film beitragen. Man könnte sogar soweit gehen zu sagen, dass es die Musik ist, die den Film vor dem Auseinanderfallen bewahrt. Sie beschwört ein bestimmtes Spektrum von Gefühlen, die für Kriegszeiten reserviert sind: Helden- und Opfermut.

Krieg und Leidenschaft

"Guerra e pasión" - der spanische Titel bringt es auf den Punkt, worum es hier geht. Während Margaret und ihr amerikanischer Lover im Lotterbett liegen, rackert sich Maggies Männe ab im Dienste des Vaterlands. Und wenn Bomberpilot Halloran in seiner Maschine namens "Prächtige George Ann" wie weiland Yossarian in "Catch-22" das Bombenwerfen praktiziert, obwohl es eine Selbstmission ist, dann denkt Krankenschwester Maggie an ihre kleine Tochter Sarah (Patsy Kensit) und ihren getreuen, aber so schrecklich unheldenhaften Mann Paul (Plummer). Denn ist nicht gerade ein Krieg die richtige Zeit für Helden, solche feschen Kerle wie Halloran?

Und die zweite Hälfte des Films zeigt genau dies: die Männer bewähren sich auf ihrer Mission im Feindesland (wo es auch unter Zivilisten Helden gibt). Das ist spannend inszeniert und zeigt jede Menge Uniformen, Maschinengewehre, Panzer, eine zünftige Autojagd und auch ein wenig Pyrotechnik.

Das "verwöhnte" Publikum von heute

Allerdings ist das heutige Publikum von den Filmen aus Jerry Bruckheimers Fabrik - "The Rock", "Conair" usw. - doch reichlich verwöhnt. Und so mutet die Kriegsaction heute an wie ein paar Knallfrösche in der Sandgrube. Auch in puncto "pasión" ist man heute ein wenig mehr Offenherzigkeit und Ironie gewöhnt: Man denke nur an die letzten James-Bond-Filme.

Die im Lotterbett gesprochenen Sätze muten an, als stammten sie aus einem Theaterstück der wilden Siebziger: seltsam irrational. Vielleicht ist das in Ordnung, wenn man bedenkt, dass die Liebe selbst ein in höchstem Maße irrationaler Zustand ist.

Im Original wird hier noch deutlicher, welche Welten die beiden Liebenden trennen: Die eine spricht ein astreines brisches Englisch von höchster Güte, der andere, Halloran, ein vernuscheltes Amerikanisch, wie man es halt in den Vororten Chicagos erwirbt.

Die DVD
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Technische Infos

Bildformate: 2.35:1, 16:9
Sprachen/Tonformat: Deutsch (DD 1.0, mono), Englisch (DD 4.0), Französisch (DD 1.0), Spanisch (DD 1.0), Italienisch (DD 1.0)
Untertitel: dt., engl., frz., ital., span., portug., NL, Hindi

Extras:

- Regiekommentar von Peter Hyams
- Versch. Trailer: Spider-Man (guter Sound!); Die Brücke am Kwai; Die Kanonen von Navarone


Bild und englischer Ton sind von guter Qualität, doch in der deutschen Synchronisation und allen anderen Sprachen hat man sich mit Mono-Ton zufrieden zu geben. Der Regiekommentar ist recht informativ. Mit seinem trockenen Humor erzählt Hyams souverän, wie er den Film seinerzeit - lang ist's her - für 5 Millionen Dollar produzierte. Das meiste Geld dürfte er in den Nachbau der Hanover Street in den Elstree Studios gesteckt haben. Er gesteht, heute würde er einiges anders machen und besonders die Monatgen umstellen. Es sei eigentlich ein "woman's film" geworden, etwas "soppy", schmalzig. Dem kann man sich nur anschließen.

Unterm Strich
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Den großen Namen sollte man in diesem Film nicht zu großen Wert beimessen: Die meisten Schauspieler und sogar der Regisseur standen 1979 am Anfang ihrer Karriere; nur Christopher Plummer war bereits ein erfahrener Action- und Dramaheld. Die süße kleine Patsy Kensit (als Sarah Sellinger) sollte es später noch in Filme und die Betten von Film- und Popstars schaffen. Auch eine Art von Laufbahn.

Die DVD hat ihre Meriten wohl mehr in der Restauration von Ton und Bild als in den bescheidenen Extras. Da hatte ja die MASH-DVD mehr zu bieten. Dass sich Film und Scheibe mehr an ein Publikums von Kriegsfilmfans richtet, zeigen die ausgewählten Trailer: "Die Kanonen von Navarone" und "Die Brücke vom Kwai". Deren Ton- und Bildqualität ist nur als lausig zu bezeichnen. Und welche Fortschritte die entsprechende Technik gemacht hat, stellt der Trailer zu "Spider-Man" unter Beweis: Der ist im Vergleich dazu einfach umwerfend.

Michael Matzer (c) 2011ff

Fazit: empfehlenswert für Romantiker