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Neuester Testbericht: ... Familiengeschichte zur Sprache kommt. Die eigentliche "Party" beginnt. Ich darf hier unmöglich mehr erzählen, der Film ist ei... mehr
Ein typisches Familienfest?
Das Fest - SZ-Cinemathek (DVD)

Name des Mitglieds: Manu1111
Produkt:
Das Fest - SZ-Cinemathek (DVD)
Datum: 09.02.01, geändert am 09.02.01 (130 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: sehr gute Story
Nachteile: nicht alle Dogma-Regeln überzeugen, zu wenig Bonusmaterial auf der DVD
Als ich gelesen hatte, daß der Film 'Das Fest' auf DVD erschienen ist, mußte ich ihn mir sofort bestellen. Denn schon als der Film in den Kinos lief, waren viele meiner Freunde total begeistert. Zwar wurde ich wegen Ton und Bild vorgewarnt, aber der Inhalt machte mich immer neugieriger.
Handlung :
Der Hotelier Helge feiert seinen 60. Geburtstag. Zu diesem Anlaß findet eine große Familienfeier im eigenen Hotel statt. Alles ist perfekt geplant, auch die gesamte Familie und ihre Freude und Bekannten sind versammelt. Sein Sohn Christian hält bei der Tafel die Eröffnungsrede, und beschuldigt seinen Vater, ihn und seine inzwischen tote Schwester mehrfach mißbraucht zu haben. Doch niemand reagiert, schnell wird ein Lied angestimmt, um die gute Stimmung wiederherzustellen. Doch Christian gibt nicht auf, immer wieder spricht er das Thema an. Auch das seine Schwester deswegen Selbstmord begangen hat. Da aber alle Gäste die Augen verschließen wollen, wird Christian kurzerhand vom Fest verbannt. Aber er kommt zurück, und konfrontiert erneut. Der Koch hat inzwischen alle Autoschlüssel vesteckt, so daß niemand abreisen kann...
Der Regisseur Thomas Vinterberg schloß sich 1995 mit seinen Kollegen Lars von Trier, Kristian Levring und Soren Jakobsen zum Kollektiv Dogma 95 zusammen, um 'bestimmten Tendenzen im modernen Kino entgegenzuwirken'. 'Das Fest' ist Vinterbergs erster Film, der nach den Dogma-Regeln gedreht wurde, die ich hier mal kurz auflisten werde.
Dogma-Regeln : (Quellenangabe : DVD-Inlet)
# Es darf nur am Schauplatz gedreht werden. Sets und Requisiten sind verboten. (Wenn eine besondere Requisite für die Geschichte notwendig ist, muß ein Drehort gefunden werden, an dem die Requisite vorhanden ist.)
# Der Ton darf niemals unabhängig von den Bildern produziert werden oder umgekehrt. (Musik darf nur dann verwendet werden, wenn sie dort eingespielt wird, wo die jeweilige Szene gedreht wird.)
# Es wird aussc
hließlich mit der Handkamera gedreht. Jede Bewegung oder Bewegungslosigkeit, die mit der Hand erreicht werden kann, ist erlaubt.
# Der Film muß in Farbe gedreht werden. Spezielle Beleuchtung wird nicht akzeptiert. (Wenn zu wenig Licht zur Verfügung steht, muß die Szene geschnitten werden oder eine einzelne Lampe an der Kamera angebracht werden).
# Optische 'Spielereien' und Filter sind verboten.
# Der Film darf keine oberflächliche Action beinhalten. (Morde, Waffen etc. dürfen nicht vorkommen).
# Zeitliche und geographische Verfremdungen sind verboten. (Das heißt, der Film muß Hier und Jetzt spielen).
# Genrefilme sind nicht akzeptiert.
# Das Filmformat muß Academy 35mm sein.
# Der Regisseur darf weder in den Titeln noch im Abspann genannt werden.
Trotz dieser Regeln, oder genau deswegen, bekam der Film 1998 in Cannes den Spezialpreis der Jury. Man kann auch nicht bestreiten, daß 'Das Fest' ein sehr guter Film ist, aber diese Dogma-Regeln können mich nicht wirklich begeistern. Man muß sich so anstrengen, um der Handlung folgen zu können, um die Dialoge akustisch wahrnehmen zu können, und um teilweise überhaupt etwas auf dem Bildschirm erkennen zu können. Gegen diese unwirtlichen Bedingungen muß der wirklich intelligente und tiefgreifende Inhalt ankämpfen. Und nur deshalb habe ich mir den Film bis zum Ende angeschaut, obwohl die Bilder und der Ton teilweise eine Zumutung sind. Trotzdem ist 'Das Fest' absolut sehenswert, und ich will auch niemanden abschrecken. Der Inhalt hat mir wirklich gut gefallen, und ich bin auch nicht gegen einen schlichten und leisen Film. Aber das Bild und der Ton könnten ein wenig besser sein. Das würde doch auch nicht vom Inhalt ablenken, oder?
Was Dogma 95 mit diesen Regeln bezweckt, ist mir jetzt noch unklarer. Wollen sie wirklich weg vom Hollywood-Kino, und deren Einheitsstrickmuster? Aber was sollen dann die Dogma-Regeln. Diese verursachen wiederrum einen Einheitsfilm.
>Mittlerweile hat auch Regisseur Lars von Trier seinen ersten Dogma-Film gedreht, 'Idioten'.
Die DVD ist ziemlich spärlich ausgestattet, wahrscheinlich gelten auch hier die Dogma-Regeln (*grins*). Diese sind als Texttafeln auch hier nochmals nachzulesen, genau wie ein Interview mit dem Regisseur. Aber dann hort es mit dem Bonusmaterial auch schon auf. Außer ein paar Trailer war nichts aufzufinden. Deshalb gibt es für die DVD zwei Punkte Abzug, obwohl der Film die Höchstpunktzahl verdient hätte.
Das Bild und der Ton sind durchschnittlich, aber das liegt ja nicht an der DVD, sondern an den Dogma-Regeln.
Den Film kann man übrigens auch in der Originalfassung in Dänisch sehen, aber nur mit eingeblendeten deutschen Untertiteln.
Bonusmaterial :
# Interview mit dem Regisseur Thomas Vinterberg (Texttafel)
# Filminfo : Dogma-Dokument (Texttafel)
# Trailer 'Das Fest'
# diverse Trailer : 'Schwarze Katze, weißer Kater', 'Senseless', 'Geliebte Aphrodite', 'Harry außer sich', 'Celebrity'
Sprachen : Deutsch, Dänisch
Untertitel : Deutsch
Spielzeit : 101 min
Zusammenfassend kann man sagen, daß 'Das Fest' ein wunderbarer Film ist, der mit seiner Schlichtheit schockiert. Trotzdem bin ich nicht von den Dogma-Regeln überzeugt.
Fazit:
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