Dark Blue (DVD)
Böse - Böser - Polizist - Dark Blue (DVD) DVD Video Film

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Böse - Böser - Polizist
Dark Blue (DVD)

lemmel

Name des Mitglieds: lemmel

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Dark Blue (DVD)

Datum: 26.03.11, geändert am 14.03.12 (135 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Weitgehend spannend.

Nachteile: Driftet ins Klischeehafte ab.

Mitten am Tag überfallen zwei geistig unterentwickelte aber dafür umso brutalere Verbrecher ein koreanisches Geschäft in Los Angeles. Tatsächlich haben sie es nicht auf die Ladenkasse abgesehen, sondern einer der beiden geht zielstrebig in die Wohnung über dem Laden, um dort einen Safe zu stehlen. Der andere erschießt in der Zwischenzeit skrupellos mehrere Kunden, die den Laden betreten.
Für die Polizei ist der Fall zunächst ein Rätsel, insbesondere da der Ladenbesitzer den Diebstahl des Safes verschweigt. Dieser ist nämlich im Zweitberuf Zuhälter und hatte dort seine Nebeneinkünfte gelagert. Der Fall wird Sgt. Eldon Perry (Kurt Russell) und seinem jungen Partner Bobby Keough (Scott Speedman), beider Ermittler einer Eliteeinheit, von ihrem Vorgesetzten Jack Van Meter (Brendan Gleeson) übertragen. Und tatsächlich haben beide schon bald Fahndungserfolge und identifizieren die Killer. Sie ahnen jedoch nicht, dass die beiden Verbrecher im Auftrag gehandelt haben. Und ihr Auftraggeber ist niemand anders als ihr Vorgesetzter selbst. Als beide van Meter über ihre Vermutung über die Täter informieren, befiehlt ihnen dieser stattdessen zwei andere Sündenböcke hinzurichten. Der jenseits der Legalität arbeitende Perry stellt keine Fragen und gehorcht. Sein junger Kollege wird hingegen nachdenklich, ist aber schon viel zu tief in diesem Polizeisumpf verstrickt.
Der Film spielt in LA Anfang der 90er Jahre als die Verhandlung gegen vier Polizisten lief, die den farbigen Rodney King zusammengeschlagen hatten. Genauer gesagt "kollidiert" die Handlung des Films auch mit den Unruhen, die durch den Freispruch ausgelöst wurden. Mit dem Fall selbst hat "Dark Blue" nichts zu tun. Es wird lediglich auch hier die Themen Polizei und ihre eigenen Gesetze behandelt. Auch ist die Kurzbeschreibung auf der DVD Van Meter wäre korrupt eigentlich falsch. So weit die Hintergründe im Film bekannt werden, ist Van Meter ein "normaler" Schwerverbrecher, der sich mit Hilfe von Handlangern Geld beschafft, auch wenn dies selbst "nur" von einem Kriminellen kommt.
Von der Grundidee ist der "Dark Blue" sehr gut und auch die Schauspieler spielen durchweg glaubwürdig. Unglaubwürdig ist hingegen an vielen Stellen der Film im Detail. So ist es kaum vorstellbar, dass sich ein dermaßen skrupelloser Gangster wie Van Meter, offen seinen geistig minderbemittelten Gehilfen zu erkennen gibt, die Beute bei ihnen zu Hause persönlich abholt und dann auch noch aus seinem Büro heraus mit ihnen telefoniert. Dann gibt es unheimlich viele Zufälle: Bobby Keough hat beispielsweise zufälligerweise und ohne es zu Wissen ein Verhältnis mit der engsten Mitarbeiterin (Was ist eigentlich die weibliche Form von Cop?) des stellvertretenden guten Polizeichefs Holland, der den Sumpf erahnt und beenden will, Oder Perry ist seinem Chef auf's engste verbunden, da dieser der ehemalige Partner von seinem Vater ist. (Warum muss eigentlich in jedem amerikanischen Cop-Film das abgedroschene Thema "Bulle und sein Übervater, der auch schon Bulle war" bedient werden?)
Diese zahlreichen Unglaubwürdigkeiten und Zufälle machen den Film, der wie gesagt eigentlich alle Voraussetzungen für einen guten und tiefgründigen Cop-Thriller hat, doch etwas platt und klischeehaft (oder besser hollywoodhaft). Dieses Abdriften kulminiert in einem fast schon lächerlichen Showdown, in welchem dem "bösen" Cop Perry plötzlich sein Gewissen schlägt, und er bei seiner Beförderungsrede vor versammelter Mannschaft und natürlich der Presse wieder auf den rechten Weg einschwenkt, auch wenn ihn zunächst ein paar Jahre Knast erwarten. Also bitteschön: Wenn schon ein dunkler und zynischer Cop-Thriller, dann wenigstens konsequent bis zum Schluß. So ist der Film zwar spannend (mit ein paar Längen), hinterlässt aber eine schalen Nachgeschmack.
Die Fakten:
Darsteller: Kurt Russell, Scott Speedman, Michael Michele
Regisseur: Ron Shelton
Bildseitenformat: 2.35:1
FSK: ab 16
Spieldauer: 113 Minuten
Fazit: Guter Ansatz wird nicht konsequent durchgehalten.

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien auch bei yopi.

Fazit: Ein guter Ansatz wird nicht konsequent durchgehalten. Da hätte man mehr daraus machen können.