Crime City Cops (DVD)
Cop-Action: zwischen Realismus, Romantik und Gewalt - Crime City Cops (DVD) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... "Das sind sie nicht!" Nachdem die Gang in einer Karaokebar zwei Nutten getötet hat, wird eine neue Spurensicherungsabteil... mehr

Cop-Action: zwischen Realismus, Romantik und Gewalt
Crime City Cops (DVD)

mmatzer

Name des Mitglieds: mmatzer

Produkt:

Crime City Cops (DVD)

Datum: 17.02.12

Bewertung:

Vorteile: unterhaltsam, flott, humorvoll, romantisch, passables Bonusmaterial, guter Sound, gutes Bild

Nachteile: keine Untertitel, verwirrende Namen (falls vorhanden), brutale Gewalt

In Seoul kommt es in letzter Zeit zu extrem brutalen Überfällen. Vier Jugendliche terrorisieren die Stadt. Sie hauen ahnungslosen Passanten mit einer Metallkugel auf den Kopf, rauben sie aus und machen sich aus dem Staub, während das Opfer tödlich verletzt zurückbleibt. Für diese Raubüberfälle ist das Homicide Criminal Team 3 der Polizei zuständig. Doch der erfahrene Cop Oh Yeong-dal (Jeong Jin-yeong) und sein stürmischer Partner Bang Je-su (Yang Dong-kun), die wegen nicht angebrachten Schusswaffengebrauchs bei einem ihrer letzten Einsätze ein Disziplinarverfahren am Hals haben und sich so einen Vorfall nun nicht mehr leisten dürfen, haben nur einen Anhaltspunkt: Die vier Gangster haben eine Bardame vergewaltigt, die sie nun identifizieren soll. Entgegen aller Vorsätze gehen die beiden Cops wieder an ihre Grenzen, um die Kerle zu fassen...

Filminfos
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O-Titel: Wild Card (Südkorea 2003)
Dt. Vertrieb: Splendid
FSK: ab 16
Länge: ca. 110 Min.
Regisseur: Yu-jin Kim
Drehbuch: Man-hui Lee
Musik: Sung-woo Jo
Darsteller: Chae-young Han, Dong-kun Yang, Ha-bok Yu, Jae-kyeong Seo, Jin-yeong Jeong, Ju-bong Gi, Jun-yeong Hwang, Tosha Doiron u.a.

Handlung
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Als in Seoul immer mehr Bürger in Unterführungen und dunklen Straßen Opfer von tödlichen Raubüberfällen werden, setzt Kommissar Oh das Team 3 auf die Sache an. Oh Yeong-Dal ist der erfahrene von beiden, aber sein Partner Bang Je-Su ist ein richtiger Draufgänger. Wegen eines Disziplinarverfahren dürfen sie ihre Pistolen nicht einsetzen, sondern müssen Köpfchen und Fäustchen zur Geltung bringen.

Aufgrund eines Überwachungsvideos und einer Zeugenaussage können sie Phantombilder der vier Täter anfertigen. Mit einem Trick gelingt es ihnen, bis zu dem Obergauner Sang Chun vorzudringen und ihn so unter Druck zu sehtzen, dass er ihnen hilft. Er hofft natürlich auf eine "Belohnung" in Gestalt eines Erlasses seines Sündenregisters. Sie drücken ihm die Phantombilder in die Hand. Allerdings versucht er sich die Sache ein wenig leicht zu machen und lässt irgendwelche Sündenböcke bei der Polizei abliefern. Die Zeugin entlarvt sie sofort: "Das sind sie nicht!"

Nachdem die Gang in einer Karaokebar zwei Nutten getötet hat, wird eine neue Spurensicherungsabteilung hinzugezogen. Darunter befindet sich eine CSI-Spezialistin mit dem Namen Nana Kang. Bang erkennt sie sofort wieder. Sie ist die bildschöne Braut, die er seit Wochen vor einem Fitnesscenter abpasst und kontrolliert. Seltsamerweise sagt sie dabei nie ein Wort. Seit sie aber weiß, dass er ebenfalls ein Bulle ist, hat er bei ihr einen Stein im Brett. Und so kommt eins zum anderen...

Sang Chun liefert der Polizei einen Verdächtigen namens Kim Minkin, dessen Fingerabdruck Nana Kang sichergestellt hatte. Aber einfangen müssen die Cops den Ganoven schon selbst. Als dieser ein Messer zückt, lässt Lt. Chilsun ihn entkommen. Er hat seit einer Messerattacke, bei der schwer verletzt wurde, eine Heidenangst vor Messer. Bang kann Kim Minki jedoch einfangen und verhaften.

Als er Minki (durch allerlei herzerweichende Geschichten) soweit hat, dass Minki mit ihnen kooperiert, können sie den drei restlichen Bandenmitgliedern in einer Disco eine Falle stellen. Doch der psychpathische Anführer der Gang stellt Bangs dienstliche Disziplin auf eine harte Probe, denn er weiß, dass Cops nicht schießen dürfen...

Mein Eindruck
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Dies ist statt eines harten Actionthrillers, den der Klappentext verspricht, ein familienfreundliches Buddymovie, das die Seouler Polizei im besten Licht zeigt: lauter nette Kollegen, wenn da nur nicht die böse und lästige Dienstaufsicht wäre. Mit einer kleinen Geburtstagsfeier fängt es an und mit einem Krankenbesuch hört es af. Doch halt, ich vergaß: Davor und danach kommt ja noch jeweils ein Wettlauf zwischen Cop und Ganove. Aber die gauner können ja nicht weit kommen, tröstet sich der erzählende Cop aus dem Off: In Nordkorea gibt es eine riesige Armee, und der Süden ist ringsum von Meer umgeben. Früher oder später gehen den Cops alle Bösewichte ins Netz.

Humoreinlagen

Wohl eher später. Denn der Film zeigt unsere beiden Helden, den Erfahrenen und den Draufgänger, als fehlbare Menschen, denen man nur allen Erfolg wünschen kann. Lästige und öde Überwachungsaktionen werden da schon mal durch eine parodistische Spaßeinlage eines Essenslieferanten aufgelockert. Außerdem steckt Bang in Liebesnöten, lässt ihn die schöne Braut vom Fitnesscenter stets wortlos abblitzen. Jedenfalls so lange, bis er ihr in die U-Bahn folgt und dort auf noch mehr Ganoven stößt. Er muss sich als Cop zu erkennen geben, was dann doch ihr Interesse weckt - schließlich ist Nana Kang ja selbst einer.

Nicht jugendfrei?

Allerdings kann man den Streifen dennoch nicht zur besten Sendezeit zeigen, weil es einige Szenen gibt, die keineswegs jugendfrei zu nennen sind. Da wäre beispielsweise die Vergewaltigung einer jungen Frau in einem Park. Auch die zwei Morde an Prostituierten in einer karaokebar sind keineswegs hübsch anzusehen, sondern im Gegenteil reichlich blutig. Den Höhepunkt hinsichtlich Gewalttätigkeit liefert aber der Showdown mit dem psychopathoschen Bandenführer, nennen wir ihn mal "Psycho". Um es kurz zu machen: Bang macht ihn fertig, und die Art und Weise, wie er das tut, kann einem auf den Magen schlagen. Diese Szenen sind wohl der Grund für die FSK-Einstufung ab 16 Jahren.

Insgesamt bemüht sich der Streifen um einen semidokumentarischen Ton, der die Arbeit der Cops realistisch zeigt, sie aber auf die leichte Schulter nimmt. Das ist weit entfernt von übertrieben inszenierten Ballerorgien oder historischen Schwertdramen à la "Sword in the Moon". Aber man kann den Realismus auch zu weit treiben, wie die übertriebene Gewalttätigkeit des Showdowns zeigt.

Die DVD
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Technische Infos

Bildformate: 1,85:1 (anamorph)
Tonformate: D in DD 5.1, Koreanisch in DD 5.1
Sprachen: D, Koreanisch
Untertitel: D

Extras:
- Deleted Scenes
- Ausschnitte Videokommentar
- Musikvideo

Mein Eindruck: die DVD
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Bild- und Tonqualität sind auf zufriedenstellendem Niveau, doch die fehlenden deutschen Untertitel dürfen Hörbehinderte Zeitgenossen nicht gerade freuen. Untertitel gibt es hingegen bei den drei Deleted Scenes, die an einem Stück (2:48 Min.) serviert werden, und beim Videokommentar (28:00 Minuten).

So einen Videokommentar habe ich hier zum ersten Mal gesehen. Darunter ist eine Variante des bekannten Audiokommentars zu verstehen, nur dass diesmal die Kommentatoren vor der Kamera sitzen und nicht irgendwo im Off. Der kommentierte Film wird in einem Insert gezeigt. Auf einem Sofa sitzen die beiden Hauptdarsteller sowie die Darsteller von "Nana Kang" und "Sang Chun". Der Erkenntniswert der untertitelten Kommentare hält sich für den Laien in Grenzen, dürfte aber für den Kenner von Asiatica recht interessant sein.

Den Abschluss des Bonusmaterials bildet ein Musikvideo (2:32), das selbstredend die besten Filmszenen zeigt, begleitet von einem Hardrock-Boogie, der auch die Menümusik bildet. Würde man nur dieses Video kennen, würde man denken, es handle sich bei diesem Streifen um einen Nonstop-Action-Cop-Streifen. Nichts wäre weiter von der Wahrheit entfernt. Ein Trailer erübrigt sich dadurch eigentlich, aber es gibt ihn dennoch - im Hauptmenü.

Unterm Strich
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"Crime City Cops" hebt sich erfreulicherweise wohltuend von blutigen Schwertdramen und wüsten Ballerorgien ab, indem es einen leichten Ton anschlägt und sich um Realismus bemüht. Natürlich dürfen dennoch nicht Romantik und Gewalt zu kurz kommen. Das Ergebnis ist eine zunächst verblüffend andersartige Mischung aus Unterhaltung und Information, die sich selbst nicht zu ernst nimmt.

Was mich aber wirklich störte, war der - vielleicht unwichtige - Umstand, dass ich den beiden Hauptfiguren keine Namen zuordnen konnte. Die meisten Figuren nennen einander nicht beim Namen, was vielleicht eine asiatische Sitte ist, aber den Sehgewohnheiten eines Westlers völlig widerspricht.

Das Bonusmaterial ist ebenfalls ungewöhnlich, wenn man den Videokommentar denkt. So etwas muss man einfach mal gesehen haben. Musikvideos und Deleted Scenes sowie Trailer gehören hingegen zur Standardkost des DVD-Guckers. Wer nun aber die titelgebende "Wild Card", der Joker im Spiel, war, darüber grüble ich immer noch.

Fazit: gute drei Sterne.

Michael Matzer (c) 2012ff

Fazit: empfehlenswert für Thriller-Freunde