Casino Royal zum Ersten - aber nicht ernst gemeint
Casino Royale (DVD)

Name des Mitglieds: HeiderSV
Produkt:
Casino Royale (DVD)
Datum: 24.06.08, geändert am 28.05.09 (208 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: skurile Einfälle, total überdreht
Nachteile: wie eben erwähnt, total überdreht
Teaser
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Das Universum von James Bond, der weltweit erfolgreichsten Kinofilmserie überhaupt, ist groß. 3 (4) Hauptdarsteller (Sean Connery, Roger Moore, Pierce Brosnan, - Timothy Dalton mag ich eigentlich gar nicht erwähnen, eine klare Fehlbesetzung) haben bisher mehrfach als Agent 007 die Welt oder die britische Krone vor den finstersten Bösewichten und großen Verschwörungen gerettet. Der arme George Lazenby bekam nur eine Chance und hat diese dann auch konsequent nicht genutzt, und der Neue (Daniel Craig) fängt gerade mal an, sein 2. Film startet noch in diesem Jahr.
Doch echte Bond-Fans wissen natürlich, dass es da noch mindestens einen mehr gibt, nämlich den, über den ich hier schreibe.
Der Film in der Reihe der Bondfilme mit Sean Connery
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James Bond jagt Dr. No erschien im Jahr 1962
Die Liebsgrüße aus Moskau 1963
Goldfinger 1964
Feuerball 1965
Man lebt nur zweimal 1967
Dann versucht sich 1969 Georg Lazenby "Im Geheimdienst Ihrer Majestät"
1971 greift dann Sean Connery zum (vor-)letzten mal ein und jagt Blofeld im Diamantenfieber.
Man sieht, 1966 war ein "Loch". Und genau dieses Loch wurde von "Casino Royal" gefüllt
So geht die Serie weiter (Kurzfassung)
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Danach übernimmt Roger Moore die Rolle des James Bond und parodiert sich gegen Ende beinahe selbst, bzw. trägt nur einen Dress nach dem anderen zum nächsten Stunt am nächsten Schauplatz irgendwo in der Welt.
Timothy Dalton versucht sich an der Rolle, die für ihn eine Nummer zu groß ist. Hier wurden zwei gute Bond-Geschichten leider verheizt.
Mit Pierce Brosnan schlüpft dann wieder ein harter Kerl in die Rolle, der Ost-West-Konflikt ist historisch beseitigt und so geraten weltweite Wirtschaftsverbrecher ins Visier.
Daniel Craig beginnt mit "Casino Royal", dem ersten Band von Ian Fleming, nicht nur vom Titel her sondern auch von den groben Zügen der Originalstory her. Hier wird die Geschichte erzählt, wie Bond erst zu 007 wird. - Mal schauen, wie die Fortsetzung wird.
Doch zurück zu dieser Verfilmung mit dem Titel "Casino Royal" aus dem Jahr 1966
Ein paar Fakten zum Film und der DVD
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Produziert wurde er für Columbia, Albert R. Broccoli und Henry Saltzman hatten hier ihre Finger nicht im Spiel.
Die Besetzungsliste liest sich wie eine Stargala: Neben Peter Sellers auch David Niven (er spielt James Bond) und Orson Welles, Ursula Andres darf wieder Bond-Girl sein, Daliah Lavi, Woody Allen, Deborah Kerr, William Holden und viele bekannte Namen mehr.
Herb Alpert mit seiner Tijuana Brass spielen in ihrer gewohnten Art das musikalische Thema, da kommt allerdings keinerlei Bond-Feeling auf.
Die DVD ist spärlich ausgestattet, nur 1 Trailer und ein Teaser ergänzen den Film.
Sie wird z.Z. geradezu verramscht, 2,99 bei Weltbild sind eine Kaufüberlegung wert.
Der Film ist in bester Bondmanier 125 Minuten lang.
Es ist eine PARODIE. Wenn hier Häuser in die Luft fliegen, wie gleich zu Beginn, dann zerstören britische Soldaten das weitläufige Anwesen von "Sir James Bond", der inzwischen im Ruhestand lebt, damit dieser wieder aktiv wird. Dass dabei aber "M", der den entsprechenden Auftrag gegeben hat, gleich mit in die Luft fliegt, ist halt Pech. Nur sein Toupet kann der trauernden Witwe überreicht werden. ;-) Da die aber sowieso schon Agentin für den Feind ist, spielt das auch keine Rolle.
Die Bösewichte sprechen schottisch mit extrem deutschem Akzent, das kommt in der Synchronisation natürlich nicht so gut rüber. Von daher empfiehlt sich als Audiosprache dringend das englische Original.
STOPP!!!!
Ich bin schon in die Filmbesprechung gerutscht, sorry.
update nicht erforderlich
Filmbesprechung:
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Kurz zur Wiederholung: 4 Bondfilme mit Sean Connery hat es bisher gegeben, die Figur ist also bekannt, ebenso der Einsatz technischer Hilfsmittel und sein Verbrauch an schönen Frauen. Hier setzt jetzt David Niven als Ruheständler Sir James Bond an. Er ärgert sich, dass sein Name und seine Nummer einfach an einen anderen gegeben wurden, ausgerechnet an "so einen!". M versucht sich mit den notwendig gewordenen Sparmaßnahmen und Image-Problemen in seiner Abteilung zu rechtfertigen.
Jedenfalls wird die Welt mal wieder von einem gewissenlosen Schurken bedroht, der scheinbar allwissend ist. Alle großen Geheimdienste, auch der KGB, bitten Sir James, doch wieder aktiv zu werden.
Er tut es, nachdem sein Ruhesitz ja nicht mehr existiert (s.o.). Sofort werden Killer (nein: Killerinnen) auf ihn angesetzt. Sie wollen ihn betören, verführen und dann umbringen, aber da er auf die ersten beiden Angebote nicht anspricht -er verabscheut seinen "Nachfolger" für dessen Frauenverschleiß! und meint auch, dass M im Ministerium "andersrum" war (herrlich zweideutig in der deutschen Synchronisation gelungen!)- werden härtere Geschütze aufgefahren. Mit Hilfe seiner Hosenträger und einer geläuterten Attentäterin kann er die fliegende Bombe auf das Fahrzeug seiner Angreiferinnen, natürlich ein deutscher VW (!), zurücklenken.
Und so geht es munter weiter, ein paar weitere Happen sollen euch den Film schmackhaft machen:
Woody Allen hat zunächst einen kurzen Auftritt als Neffe von Sir James, einen sehr glücklosen Agenten namens Jimmy Bond (lest darüber unten etwas mehr!), der dem Erschießungskommando greinend erklärt, dass ihm sein Arzt vor Bleivergiftungen gewarnt habe, "und das auf nüchternen Magen!". Er entkommt zwar bondlike mit Hilfe einer Zigarettenbombe, um nur auf der anderen Seite der Mauer dem nächsten Kommando gegenüber zu stehen. Aber er kommt wieder (Nicht böse sein Arnie, das musste hier gesagt werden ...)
Peter Sellers spielt "Evelyn Tremble", den Spiele-Theoretiker, der gegen Le Chiffre gewinnen soll. Sein Name wird in James Bond geändert. Bei Q wird er mit jedem Quatsch ausgerüstet, den sich ein krankes Gehirn nur ausdenken kann.
Der Film strotzt vor abstrusen Ideen, alle Agenten werden 007 genannt, um den Gegner zu verwirren.
Als ein Agent an der Berliner Mauer in die Luft gesprengt wird, fliehen sofort mehrere Menschen mit Kinderwagen voller Klamotten durch die neu entstandene Lücke.
Das amerikanische Expeditionscorps ist eine Horde wirld gewordener Cowboys, die eine zünftige Saloonschlägerei im piekfeinen Casino Royal anzetteln. Dazu stoßen Indianer, die mit dem Fallschirm einschweben, und dann taucht auch noch Jean-Paul Belmondo als Ein-Mann-Fremdenlegion als Hilfe auf.
Ein kleiner Dialog: "Kann der uns verstehen?" "Charly, verstehst du uns?" "Nein!" "Gut:" ... und die Geheimbesprechung geht weiter.
Casino Royal, zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten / Das Buch
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Korrekt gesehen gibt es den Film Casino Royal schon dreimal, neben der Neuverfilmung mit Daniel Craig, was für ein Körper (!) und der eben beschriebenen Parodie gibt es noch eine amerikanische Fernsehproduktion aus dem Jahr 1954. Hier muss "Jimmy Bond" als CIA-Agent Le Chiffre besiegen. Decken wir den Mantel des Vergessens darüber; es war ja sowieso kein Kinofilm.
Die Parodie von 1966 hat mit Ausnahme vom Titel und einer längeren Passage mit dem Kartenspiel gegen Le Chiffre wenig mit der James Bond Geschichte zu tun, das lag natürlich auch daran, dass sich Albert R. Broccoli die Filmrechte an allen Bonds gesichert hatte. Gegen die Verwendung des Titels konnte er nichts machen. Und bei einer Parodie ist Werktreue sowieso eher hinderlich.
Die dritte Verfilmung geht ein wenig back to the roots. Sie übernimmt viele Elemente aus der Romanvorlage und baut sie sehr geschickt in einen modernen Plot ein. Zum einen wird James Bond überhaupt erst als 007 eingeführt, 2 Kills sind dafür notwendig und mit dem zweiten plus Rückblende auf die kurz zuvor erfolgte erste Tötung beginnt dann auch der Film. Le Chiffre ist sein buchstäblicher Gegenspieler, hier zwar beim Pokern statt beim Baccarat, aber dennoch. Der Versuch, ihn am Tisch zu töten, als es für Le Chiffre brenzlig wird, kommt genauso vor, wie die grausame Folterszene auf dem Stuhl. Ja, das war auch in der Romanvorlage so! Die Parodie kennt diese Szene ebenfalls, aber hier hat der Stuhl nur deshalb keine Sitzfläche, weil er zum Polsterer soll. -lol-
5 Sterne für diesen Blödsinn im peppigen 60er-Jahre Look, der hier ja noch Orignal ist, während er bei Austin Powers nur nachgeäfft wird.. Aber ob sich jemand diese DVD wirklich kaufen will, sollte er selbst entscheiden. Ich übernehme keine Garantie für Gefallen, zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihre Axt oder ihre Ascheimer.
In diesem Sinne, man liest sich, man klickt sich (... würde das aber nie zugeben!), man kommentiert sich.
Fazit: Warum nicht?
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