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Neuester Testbericht: ... da Cagliostro nur drei Teile hat. Der Film selbst ist gut gemacht. Jean Marais verkörpert den Cagliostro sehr gut. Angenommen, ich hätte d... mehr
Spannung gepaart mit schauspielerischem Können
Cagliostro - Die legendären TV-Vierteiler (2 DVDs)

Name des Mitglieds: CarlosDiMarekant
Produkt:
Cagliostro - Die legendären TV-Vierteiler (2 DVDs)
Datum: 28.02.09, geändert am 28.02.09 (32 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: gute Schauspieler, spannende und interessante Handlung, authentische Schauplätze
Nachteile: manchmal leer wirkende Szenen, Romanvorlage für Filmhandlung abgeändert
Da ich bereits zwei Mal den Roman Cagliostro von Alexandre Dumas gelesen habe, wollte ich mir eine Verfilmung des Romans ansehen.
Hierfür habe ich mir den Cagliostro mit Jean Marais in der Hauptrolle zugelegt.
Handlung:
Da das Interessanteste an dem Film die Handlung selbst ist, will ich hier nicht zu viel verraten. Hauptperson ist Cagliostro, der in verschiedenen Teilen der Welt herumgekommen ist und sich überall als, wie vielerorts behauptet wird, Scharlatan zu schaffen gemacht hat. Er scheint für Personen, die ihn treffen, ewig zu leben, scheint Gold machen zu können und über alles Bescheid zu wissen. Cagliostro ist zudem Mitglied eines Geheimbunds, welcher sich verschworen hat, die Monarchie in Frankreich zu stürzen und eine Revolution zu entfachen. Diese Verschwörung spielt in dem Film eine wichtige Rolle und beeinflusst die Handlungen von Cagliostro, der es im Laufe des Films schafft, sich in Versailles "einzuschleichen". Erzählt und kommentiert werden die Ereignisse von Gilbert, einem jungen 19 Jahre alten "Philosophen", welcher die Werke von Rousseau vergöttert und für den der Gesellschaftsvertrag von Rousseau seine Bibel zu sein scheint.
Umsetzung:
Der Film gehört zur Reihe "Die legendären TV-Vierteiler", was zuerst etwas verwirrend ist, da Cagliostro nur drei Teile hat.
Der Film selbst ist gut gemacht. Jean Marais verkörpert den Cagliostro sehr gut. Angenommen, ich hätte das Buch nicht schon vorher gekannt, dann hätte mir der Film sehr gut gefallen. Da ich die Geschichte bereits kannte, fand ich ihn "nur" gut.
Wer einen der TV-Vierteiler aus den 70er Jahren kennt, kennt auch ungefähr die Technik und Kameraführung dieser Filme. Die Kameraführung ist sehr ruhig, viele Großaufnahmen von Gesichtern. Der Film wurde an authentischen Schauplätzen gedreht, also in Schlössern und Wäldern in Frankreich, was dem Film sehr zugute kommt, wie ich finde.
Ein klein wenig schade ist, dass die Atmosphäre in manchen Szenen etwas leer wirkt, da hätte man möglicherweise mehr draus machen können. Auf den Straßen fährt z.B. nur eine Kutsche an einem Haus vorbei (kein "Straßenlärm" wie Kinder, die spielen oder andere Fußgänger, was es auch zu Zeiten der französischen Könige in Versailles gegeben haben müsste). Das tritt aber nur marginal auf.
Schauspieler:
Jean Marais spielt seine Rolle als Cagliostro sehr gut. Ich hatte mir ihn etwas jünger vorgestellt, da er am Ende auf einen Schlag älter aussehen sollte, aber vom Charakter her passt Jean Marais sehr gut zu Cagliostro.
Der König wird ebenfalls sehr gut verköpert. Man sieht ihm richtig an, wie selbstgefällig dieser König Ludwig ist.
Die Gräfin Dubarry, die Geliebte des Königs, ist auch gut getroffen.
Die Darstellung von Gilbert hat ein paar kleinere Schwachstellen, wie ich finde, aber im großen und ganzen ebenfalls gut gespielt.
Auch die Nebendarsteller sind gut besetzt, erwähnenswert sind hier vor allem Jean Dubarry, der Lebemann und Bruder der Gräfin Dubarry und der Baron von Taverney, der seine eigene Tochter verkaufen würde, wenn es ihm zum Vorteil gereicht.
Vergleich zur Buchvorlage:
Vergleicht man den Film mit der Romanvorlage Cagliostro (oder auch Joseph Balsamo) von Alexandre Dumas, so schneidet meiner Meinung nach das Buch zehn Mal besser ab. Leider wurde die Handlung (wahrscheinlich aus Dramaturgiegründen) zum Ende hin abgeändert, so dass ich nur einzelne Ideen des Buches aus dem Schluss des Films erkennen konnte. Der Roman besitzt ein für Cagliostro und Gilbert offenes Ende, der auf die Fortsetzungen des Romans hindeutet. Es kommt einem beim Ansehen des Films vor, als hätte man die Handlungen des Romans etwas durcheinander gewürfelt, um die spannendsten Szenen an den Schluss zu bringen oder weil man nicht mehr als drei Teile machen wollte. Das ist sehr schade, denn die Schauspieler (vor allem Jean Marais) hätten bei originalgetreuer Umsetzung wesentlich mehr glänzen können.
Extras:
An Extras sind Produktionsnotizen vorhanden, in denen erzählt wird, wie der Film entstanden ist. Dieses Extra habe ich mir erst nach Verfassen des oberen Teils des Berichts angesehen. Hier wird auch erzählt, warum der Film nicht mehr originalgetreu ist. Das französische Drehbuch war ursprünglich sehr nah am Original, aber das deutsche Studio fand dieses zu französisch, da zu viele Rollen und Handlungsstränge und machte hier Änderungen. Für mich gehörten viele Handlungsstränge bei einer Intrige dazu, aber das ist sicher Ansichtssache. Anscheinend hatte der Film auf französischer Seite ursprünglich sogar sieben Teile.
Als weiteres Extra gibt es eine Bildergalerie mit Vergleich der Drehorte heute und damals bei den Aufnahmen.
Fazit:
Kennt man den Roman noch nicht, so ist der Film jedem zu empfehlen. Er ist spannend und gut gespielt. Der Film ist natürlich weder ein Action- noch ein allzu intensiver Abenteuerfilm, man würde ihn eher als Politikthriller oder Intrigenfilm bezeichnen, dennoch enthält er auch ein paar Elemente aus anderen Genres.
Kennt man den Roman, sollte man keine allzu großen Erwartungen in die originalgetreue Umsetzung legen. Wenn das einen nicht zu sehr stört, kann man diesen Film auch in diesem Fall empfehlen.
Mir selbst hat der Film auf jeden Fall gut gefallen und für 3xca.90 Minuten guten Film ist der Preis mit ca. 13 EUR sehr günstig.
Fazit: Gut gespielter und spannender Film über Intrigen in Versailles
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