Schau mir in die Augen, Kleines!
Brennen muss Salem (DVD)

Name des Mitglieds: Panhandle
Produkt:
Brennen muss Salem (DVD)
Datum: 07.09.10, geändert am 09.04.12 (118 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: David Soul(mal nicht in der Rolle des "Hutch")
Nachteile: Schnittfassung, Musik, Bildqualität
Liebe Dooyoos,
es gibt ja Filme, die man als Teenager ganz toll fand und man freut sich, wenn man sie endlich oder noch auf DVD bekommt. So erging es mir vor zwei Jahren, als ich den Film
==Salem's Lot - Brennen muss Salem==
als DVD bei Amazon gesehen habe.
==**Die Story**==
Ben Mears ist Schriftsteller und kehrt für Recherchen in seine Heimatstadt Salem's Lot zurück. Schon als Kind faszinierte ihn das einsam auf einem Hügel stehende Marsten-Haus, über welches er nun schreiben will. Der ehemalige Besitzer des Hauses, Hubert Marsten, hat sich dort umgebracht und seitdem ist das Gebäude als Spukhaus verschrieen.
Ben möchte sich seinen alten Ängsten stellen und das Marsten-Haus mieten. Zu seinem Erstaunen hat es aber neue Besitzer gefunden, zwei Geschäftsleute, die im Ort einen Antiquitätengeschäft eröffnen wollen.
Ben möchte mehr über die neuen Besitzer erfahren. Komischerweise ist nur einer von ihnen präsent, der etwas merkwürdig anmutende Richard Straker. Dieser erwähnt seinen Partner Kurt Barlow zwar öfter, aber zu sehen ist dieser nie. Eines Tages wird in das Marsten-Haus eine riesige Kiste geliefert....und prompt häufen sich in der Stadt merkwürdige Vorfälle. Menschen verschwinden spurlos oder sie sterben an plötzlicher Blutarmut.
Ben hat schnell den Verdacht, dass es sich um einen Vampir handelt, der über kurz oder lang die ganze Stadt einnehmen wird. Schließlich kann er seine Freundin Susan Norton, ihre Eltern und Nachbarsjunge Marc davon überzeugen, den Kampf gegen den Untoten aufzunehmen.
Aber die Toten erscheinen den Lebenden, meistens klopfen sie nachts ans Fenster und verlangen Einlass. Ein Blick in die unheimlichen Augen und man gibt ihnen nach, wird einer von ihnen....und so vermehrt sich in Salems Lot unaufhaltsam das Böse....
==**Allgemeine DVD-Infos**==
Komponist: Harry Sukman
Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Englisch (Dolby Digital 1.0)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 4:3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Warner Home Video - DVD
Erscheinungstermin: 13. Januar 2006
Produktionsjahr: 1979
Spieldauer: 103 Minuten
(Quelle: amazon.de)
==**Regisseur**==
TOBE HOOPER
Wurde am 25.01. 1943 in den USA geboren. Bevor er zum Film kam, war er ein Collegeprofessor. Aber auch beim Film fing er zuerst klein an, indem er etliche Werbefilme und Dokus drehte und damit Erfahrungen sammelte.
Sein erster größerer Erfolg als Filmemacher war "Blutgericht in Texas", ein Film, der heute zum Klassiker seines Genres zählt.
Nachdem Hooper "Salem's Lot" gedreht hatte, wurde er 1982 mit der Regiearbeit zu "Poltergeist" beauftragt. Allerdings löste Produzent Spielberg ihn während der Dreharbeiten ab, um den Film eigenhändig zu beenden. Hooper widmete sich dann kleineren Brötchen im TV und hatte 2002 wieder einen größeren Erfolg mit der Miniserie "Taken".
==**Darsteller**==
DAVID SOUL als Ben Mears
geboren am 28.August 1943 in den USA, war er vor seiner Schauspielkarriere kein Unbekannter. In den 60er Jahren machte er Furore als "the covered Man"; er trat als Sänger auf, stets mit einer Skimaske im Gesicht und hatte damit großen Erfolg. Diesen Erfolg brachte er selbst zum Einsturz, als er sich eines Tages während eines Auftritts die Maske vom Gesicht nahm. Fortan wollte niemand mehr etwas von ihm wissen, trotz seiner gesanglichen Qualitäten.
Soul brauchte Monate, um überhaupt wieder auf die Beine zu kommen. Er bemühte sich um kleine TV-Rollen, spielte Gastrollen in "Die Straßen von San Francisco", "Cannon", "Der Chef", "Raumschiff Enterprise". Besonders erwähnenswert sei an dieser Stelle seine Rolle als faschistoider Polizist in "Dirty Harry 2", wo er neben Clint Eastwood spielt.
In den 70er Jahren sollte David für die neue Krimiserie "Starsky & Hutch" eigentlich "nur" die Musik schreiben. Als er deshalb mit dem Produzenten verhandelte, meinte dieser, er wäre eigentlich genau der richtige Partner für P.M. Glaser.
Parallel zu der Serie verfolgte Soul aber weiterhin seine Musikkarriere. Ein bißchen Werbung dafür machte er auch innerhalb der Krimiserie; es gibt einige Folgen, wo er seine Sangeskünste zum besten geben durfte.
Allein 1977 hatte Soul drei weltbekannte Hits: "Going in with my Eyes open", "Silver Lady" und "Don't give up on uns".
1979 bekam Soul dann die Hauptrolle als Ben Mears in der Stephen King - Verfilmung "Salems Lot".
Häufig Schlagzeilen machte er mit seinem turbulenten Privatleben; er war mindestens vier mal verheiratet und hat aus den verschiedenen Ehen mehrere Kinder.
In den letzten Jahren spielte Soul häufig auf diversen Theaterbühnen. Vor ein paar Jahren stand der 67jährige in Dublin im Stück "Love Letters" neben Mick Jaggers Ex-Frau Jerry Hall auf der Bühne.
JAMES MASON als Richard Straker
Mason wurde am 15.05.1909 in England geboren. Nachdem er Architektur studiert hatte, ging er in den 30er Jahren zur Bühne und zum Film. Der erste Erfolg kam erst 1943 mit dem Film "The Man in Grey", wo er einen undurchsichtigen Adligen zur Zeit Königin Victorias spielt.
Es folgten Filme, in denen Mason meistens den "geheimnisvollen Mann" spielte. Der Film "Ausgestoßen" ebnete ihm 1947 den Weg nach Hollywood. Dort hatte er z.B. 1951 großen Erfolg in der Rolle des Felsmarschalls Rommel im Film "Rommel, der Wüstenfuchs".
Es folgten zwei Jules Verne Verfilmungen mit Mason in der Hauptrolle, ansonsten wurde er eher für Nebenrollen ausgewählt.
Mason starb am 27.Juli 1984 in der Schweiz an einem Herzinfarkt.
BONNIE BEDELIA als Susan Norton
Bedelia wurde am 25.03.1948 in den USA geboren. Mit neun Jahren stand sie erstmals auf einer Theaterbühne und machte dann eine Ausbildung zur Ballettänzerin und studierte Schauspiel. In den 60er Jahren spielte sie in der Seifenoper "Love of Life", trat aber auch vermehrt am Broadway auf.
Ihr Spielfilmdebüt hatte sie 1969 neben Burt Lancaster in "Die den Hals riskieren". In den 70er Jahren sah man sie hauptsächlich in kleineren Nebenrollen im TV, z.B. in "Bonanza".
Dem deutschen Publikum ist sie vermutlich eher aus den "Stirb langsam"-Filmen bekannt, wo sie die Ehefrau von Bruce Willis spielt.
Sie ist übrigens die Tante von "Kevin allein zu Haus"-Darsteller Macaulay Culkin.
==**Verpackung/Hülle**==
Das nenne ich mal ein simples DVD-Cover....vorne sieht man nämlich nur den Schattenriss des Vampirs und dazu die Umrisse des Hauses. Ganz oben der Hinweis "nach dem Roman von Stephen King" und ganz unten in großen Lettern den Filmtitel.
Auf der Rückseite wird's dann gruselig....dort ist nämlich das Gesicht des Vampirs ordentlich groß abgebildet und er leuchtet im schönsten Grün. Eine kurze Inhaltsangabe und die Aufzählung der Darsteller vervollständigt die Rückseite. In blau leuchtet das FSK, diesmal ab 16 Jahren.
Die runde Scheibe selbst ist bedruckt wie die DVD-Hülle vorn.
==**Meine Meinung**==
Ich bin Fan von David Soul, seitdem ich in den 70ern "Starsky & Hutch" mit ihm gesehen habe. Während alle Welt vom dunkellockigen Paul Michael Glaser schwärmte, hatte es mir der große Blonde mit den himmelblauen Augen angetan ;o) Ich glaube, er hatte mehr Erfolg als Sänger denn als Schauspieler, aber dennoch wollte ich als Fan natürlich alles sehen, was er gedreht hat.
Dazu kam meine Vorliebe für die Bücher von Stephen King. Komischerweise habe ich aber "Salem's Lot" nie gelesen, kenne nur den Film und kann daher keine Vergleiche anstellen. Was bei manchen Buchverfilmungen ganz gut ist, *gg*
Als ich den Film erstmals in den 70er Jahren sah, fand ich ihn natürlich klasse. Und sogar gruselig. Heutzutage schaue ich mir das Werk dann doch mit anderen Augen an ;o) Auf jeden Fall ist die Maske von Reggie Nalder, der in wenigen Szenen als Vampir zu sehen ist, für damalige Verhältnisse wirklich gut gemacht und wirkt recht unheimlich, auch heute noch. Was das Vergnügen des Filmes erheblich schmälert, ist die furchtbare Schnittfassung. Diese ist sehr abrupt, die Szenenwechsel dadurch manchmal nicht nachvollziehbar. Kleines Beispiel; Ben trifft Susan auf einer Wiese, sie unterhalten sich, verabreden sich zum Essen. Quasi "mitten im Gespräch" kommt der Schnitt, plötzlich ist es Nacht und Ben steht vor dem Marsden-Haus. Als Zuschauer bin ich doch zuerst etwas verwirrt, bis ich mich wieder in den Film einfinde. So geht es leider einige male.
Leider hat der Film hier und da auch seine Längen. Besonders eine Szene, wo der Totengräber auf das Grab schaut, welches er zuschaufeln soll. Natürlich ist dem Zuschauer bis dahin schon klar, dass die Untoten eine gewisse Hypnose auf die Lebenden auswirken. Dennoch hätte man diese Szene kürzer halten können. So steht der Totengräber minutenlang vor dem Grab und starrt hinein, während der geneigte Zuschauer sich fragt, ob er denn nun springt oder es irgendwie anderweitig weiter geht....
Zu bemängeln ist auf jeden Fall auch die Bildqualität. Wie Ihr wisst, sind wir hightechmäßig nicht sehr modern ausgestattet, haben noch Röhrenfernseher, einfache DVD-Player und ich bin nicht so anspruchsvoll. Dennoch kann man die Bildqualität nur als schlecht bezeichnen, an einer Stelle kriselt das Bild sogar. Ansonsten müsst Ihr Euch vorstellen, Ihr schaut einen alten Film, der nicht überarbeitet wurde. Das mag ja manchmal ganz reizvoll sein, aber für eine DVD habe ich etwas anderes erwartet.
Über die Schauspieler kann ich nicht meckern, sie machen alle ihre Sache sehr gut. Ich hatte das Gefühl, der Film war bis in die Nebenrollen sehr gut besetzt und fühlte mich zumindest aus dieser Richtung gut unterhalten. Natürlich ist die Story ziemlich simpel gehalten, bietet aber doch zwei oder drei Schockelemente, so z.B., wenn der Vampir unvermittelt auftaucht. Ich muss betonen, dass dieser Film selbstverständlich nicht mit heutigen Produktionen zu vergleichen ist und man immer die damalige Zeit im Auge behalten muss. Zuschauer, die Werke wie "Saw" lieben, werden hier nur müde lächeln können ;o)
==**Musik und Sound**==
Ich bin, ehrlich gesagt, kein Sound-Experte und habe keine riesige Stereoanlage zu Hause. Was ich beim Film hörte, war durchaus in Ordnung und für mich völlig ausreichend. Die Darsteller waren sehr gut zu verstehen, kein Rauschen, keine Nebengeräusche.
==**Bonusmaterial**==
Nichts, aber auch nicht das kleinste Fitzelchen....schade!
==**Fazit**==
Hier war eher der Wunsch der Vater des Gedanken....will heißen, die Nostalgie hatte mich erwischt. Jugendsünden halt ;o) Dass man aber einen Film, den man als Teenie toll fand, als Erwachsene mit anderen Augen sieht, ist oftmals unausweichlich. Heute fehlt mir der schwärmerische Blick auf David Soul, der allein schon den Film toll machte, *gg* Zwar gefällt mir der Mann immer noch, aber die Sichtweise hat sich geändert und ich nehme auch die Schwächen des Filmes wahr. Und die überwiegen leider, muss ich zugeben. Das fängt mit der miserablen Bildqualität an. Ich bin wirklich nicht anspruchsvoll, aber für eine DVD finde ich das nicht in Ordnung. Über die schlimme Schnittfassung habe ich mich ja schon geäußert und was ich ebenfalls als schrecklich empfand, war die Filmmusik. Während des Filmes ging es, aber zu Beginn und zum Ende wurde das echt unerträglich. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll, auf jeden Fall war die Musik so schrecklich, dass es wirklich zum Fürchten war, *gg*
Ach ja, irgendwie hatten es damals die Gruselfilme noch einfach. Die Effekte waren simpel, hier wurden die Vampirbisse nur angedeutet und man wurde ihnen hörig, wenn man ihnen in die Augen blickte. Quasi ein "schau mir in die Augen, Kleines", auf Vampir-Art. Die bösen Blutsauger hatten noch Angst vor Kruzifixe und es reichte, wenn man ihnen einen Pfahl durch das Herz schlug. Heutzutage haben sie sich ja angepasst und lassen sich nicht mehr so einach töten, *gg*
Für einen nostalgischen Ausflug war der Film seinen Kaufpreis von knapp 10 Euro durchaus wert. Für nicht-Fans dürfte er allerdings weniger infrage kommen, schon aufgrund diverser Marotten, die ich aufgezählt habe. Es gibt eine Neuverfilmung von 2004, die ich aber bisher nicht gesehen habe. Trotz allem gibt es für mich dann doch nur einen Ben Mears, nämlich "mein" großer Blonder ;o)
Ich bedanke mich für's Lesen, Bewerten und Kommentieren :o)
Fazit: reicht gerade mal so für einen nostalgischen Trip
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