Bionicle: Die Legende erwacht (DVD)
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Auferstanden aus Ruinen ...
Bionicle: Die Legende erwacht (DVD)

schmusenase

Name des Mitglieds: schmusenase

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Bionicle: Die Legende erwacht (DVD)

Datum: 20.10.09

Bewertung:

Vorteile: kurzweilig / gelungene Story / keine "Toten"

Nachteile: . / .

Liebe Dooyoos,
Liebe Leserinnen und Leser,

meine Jungs sind ja nun beide explizite Lego Bionicle Fans, wobei der Ältere eigentlich mehr sammelt und weniger damit spielt und seine Bionicles wie seinen Augapfel hütet, während der Jüngste die Figuren nach Lust und Laune umbaut, sich neue Figuren erfindet ...

Doch eines haben beide gemeinsam: Sie sehen die Filme sehr gerne und 3 gehören bereits zu unserer DVD-Sammlung.

So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass als Belohnung fürs Fleißbienchensammeln zu Hause der Film "Bionicle - Die Legende erwacht" an allererster Stelle der hausinternen Prämienliste stand.

Vergangenen Freitag war es soweit: Pantoffelkino war angesagt. Mit frischem Popcorn, Chips, Saftschorle und guter Laune trotzen wir der Schlechtwetterfront vor dem heimischen Fernseher.



***Preis und Verfügbarkeit***
Den Film hatte ich bereits im Sommer bei Amazon.de vorbestellt, als wir per Zufall entdeckt haben, dass es nach langer Zeit endlich wieder einen Bionicle-Film geben würde.
Gekostet hat mich das gute Stück 15,95 Euro.

Inzwischen habe ich die DVD zur Hälfte des Preises gesichtet, allerdings hat selbige nicht so ein stylisches goldenes Cover wie die unsrige :-)



***Herstellerangaben***
Verantwortlich zeichnen für den Film zum einen der Hersteller der Figuren, die Lego Group sowie die Filmmacher- und Vertreiber, Universal Pictures.



***Technische Daten zur DVD***
Sprachen: Deutsch, Dolby Digital 5.1, Türkisch, Dolby Digital 5.1 sowie Englisch, hier ist allerdings nix mit Dolby Digital.

Spielzeit des Films ca. 75 Minuten
Bonusmaterial:
Extralanges Ende: "Metus' Rache
Videoclip "Bye Bye Babylon"
Entfallene Szenen
Charakterprofile
FSK: ab 6 Jahre



***Die Handlung***
Wer sich den Film noch ansehen möchte, sollte diesen Teil des Berichtes überfliegen, denn so ganz ohne Spoiler geht es nun mal leider nicht!

Mata Nui war einst ein mächtiger Herrscher, ausgestattet mit einem monströsen Körper aus Stein, einem Koloss vergleichbar.
Er sorgte gut und gerecht für sein Volk, bis er verraten wurde und ihm eine böse Macht seine Macht und seinen Körper raubte und sein Volk in die Sklaverei trieb.
Lediglich Mata Nuis Geist überlebte, beschützt von Kanohi Ignika, der Maske des Lebens.

Mata Nui strandet, eingebettet in die Maske des Lebens, auf Bara Magna, einem Planeten, der nur aus Fels, Wüste und Schrott besteht.
Kaum vorstellbar, dass hier in dieser Einöde noch Leben zu verzeichnen sein soll.

Die Maske des Lebens verhilft Mata Nui zu einem neuen Körper, ungleich kleiner und weniger imposant als sein bisheriger, an den sich Mata Nui erst einmal gewöhnen muss.
Mata Nuis erste unbeholfene Schritte erinnern entfernt an ein Kleinkind, dass torkelnd versucht, die Balance zu halten.

An der Landestelle wimmelt es von Krabbelkäfern, optisch eine Symbiose aus Skarabäen und Hirschhornkäfern, von denen einer sich Mata Nui besonders verbunden fühlt und der ihn fortan auf seiner Reise begleiten wird, und den Mata Nui später liebevoll "Klick" nennen wird.

Mata Nuis einziges Ziel ist es, diese Einöde alsbald verlassen zu können, um seine Welt aufzusuchen, sich für den Verrat zu rächen und seinen Platz als unangefochtener Herrscher wieder einzunehmen.

Während er nach einer Möglichkeit zu entkommen sucht, trifft er auf einige Planetenbewohner. Diese sind fast ausnahmslos Glatorianer, die sich für ihren Stamm als Gladiatoren verdingen.
Diese Geschöpfe durchstöbern die Reste und Schrottteile auf ihrem Planeten, um sich aus selbigen Unterkünfte und Arenen anzufertigen.

In diesen Arenen lassen die einzelnen Dörfer ihre besten Kämpfer, die Gladiatoren, gegeneinander antreten.
Auf diese Weise werden im Wettkampf Streitigkeiten beigelegt, ohne Krieg zu führen.
Diesen Kompromiss haben einzelnen Stämme getroffen, um die Verluste unter ihresgleichen möglichst gering zu halten.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, wieder nach Hause zu gelangen, gerät Mata Nui überraschend mitten in einen dieser Wettkämpfe zwischen zwei rivalisierenden Clans.
Unbeabsichtigt und zur Überraschung aller verlässt Mata Nui die Arena als Sieger.

Sogleich versucht ein besonders geschäftstüchtiger Dorfbewohner, Mata Nui als Gladiator anzuwerben, was ihm natürlich gründlich misslingt, denn Mata Nui hegt keinerlei Interesse an einer Einmischung in einheimische Angelegenheiten, zumal er eigene Ziele verfolgt.

Die Dorfbewohner und einige der Gladiatoren schließen ob seiner "Heldentat" Freundschaft mit Mata Nui, bitten ihn aber auch um seine Hilfe zur Verteidigung gegen ihre wahren Feinde, die Stämme der Skrall und die der Knochenjäger, beides unnachgiebige und brutale Völker.

Mata Nui möchte zwar seine Suche auf dem Weg zu seinem Universum nur ungern verzögern, dennoch kann er sich den Bitten seiner neu gewonnenen Freunde nicht verschließen, zumal er inzwischen feststellen musste, dass er ihrer Hilfe bedarf, um den Planeten verlassen zu können. Ein unbekanntes Gefühl für den einst so allmächtigen Herrscher: Freundschaft und Inanspruchnahme von Unterstützung durch andere waren im bisher gänzlich unbekannt, denn so lange er über seine Allmacht verfügte, war er hierauf bisher nie angewiesen.

Mata Nui und seine bunt zusammen gewürfelte Truppe aus Gladiatoren und Plünderern stellen sich sodann gemeinsam im Kampf gegen diese merkwürdigen Kreaturen. Dabei erleben sie so manche faustdicke Überraschung.

Und ein noch größeres Geheimnis erwartet Mata Nui auf Bara Magna...



***Meinung***
Vorausschicken muss ich, dass dieser Film wirklich nur etwas für die Fangemeinde der Figuren aus dem Hause Lego ist.
Wer selbigen nichts abgewinnen kann, der wird auch mit den Protagonisten des Filmes nicht viel anfangen können.

Allerdings hat mich persönlich der Film schon sehr überrascht, und dies gleich aus mehreren Gründen.

Die alten Filme wirkten allesamt noch ein wenig hausbacken, waren sie eben alle noch gezeichnet und nicht vollständig animiert, wenngleich bei Film 2 und 3 bereits Disney die Hand mit im Spiel hatte, so wirkten die Figuren in den älteren Filmen immer ein wenig hölzern.
Diese Filme waren sicherlich auch mit viel Liebe und Mühe gestaltet, doch handwerklich können sie dem 4. Teil das Wasser nicht reichen.

"Die Legende erwacht" ist hervorragend umgesetzt und kann sich durchaus mit anderen aktuellen Animationsserien messen, die fürs Kino produziert worden sind.

Bei den Figuren ist jedes Detail sauber herausgearbeitet worden, jedem Charakter eine entsprechende Mimik verliehen worden, die auch sein Wesen unterstreicht.
Es ist schon interessant, einen Bionicle lächeln zu sehen ...

Die Story des Filmes ist gut aufgebaut, man kann den Film verstehen, ohne die Vorgänger kennen zu müssen, denn hier trifft man auf eine in sich stimmige und abgeschlossene Handlung, wenngleich das Ende zur Überraschung aller im Hause Schmusenase anwesender Zuschauer hinsichtlich der Reise und Heimkehr Mata Nuis offen blieb.

Die Story wird eröffnet durch die kurze Rückblende auf Mata Nuis bisheriges Dasein, seine Wiedergeburt als Toa und seine Reise auf der Suche nach dem Weg zurück, um sich seine Welt zurückzuerobern werden im Anschluss flüssig erzählt.

Ohne Kämpfe kommt der Film natürlich nicht aus, die Toa sind nicht nur weise, sondern eben auch Krieger, allerdings halten sich die Schlachten doch deutlich in Grenzen, und es bleibt bei einigen Blechschäden.
Mata Nui und seine Gefährten geraten zwar in den ein oder anderen Hinterhalt, können sich aber teils mit List und Tücke, teils aber auch mit vereinten Kampfkräften aus den Situationen befreien.

Wenngleich man es kaum für möglich halten mag, dass einem derartigen Film auch noch ein gewisser pädagogischer Wert zugesprochen werden kann, so kann ich hier durchaus behaupten, dass es in diesem Film nicht nur kracht und scheppert, wie man dies vielleicht von anderen Animationsserien kennt.

Es wird auch in diesem Film großer Wert darauf gelegt, dass das eigentliche Wesen der Toa nicht auf Kriegshandlungen und Kämpfe reduziert wird.

Im Kern der Handlung stehen natürlich die Tugenden, die die Toa auszeichnen - Toa sind die Krieger der Bionicle, die über die Kraft der Naturgewalten verfügen; allerdings ist immer nur ein Toa mit den Kräften einer Naturgewalt ausgestattet -, allen voran die Loyalität ihresgleichen und ihres Volkes gegenüber, die Toa nennen dies "Treuepflicht".

Darüber hinaus ist stets Teamwork angesagt, zumal die Toa nur gemeinsam eine enorme Kampfkraft entwickeln könne, in dem sie ihre Fähigkeiten bündeln.

Rache ist ein Gefühl, dass die Toa zwar kennen, es ist jedoch nicht die treibende Kraft ihres Handelns.
Es klingt zwar nach Rachefeldzug, wenn Mata Nui seine Heimkehr anstrebt, um sich sein reich zurückzuerobern und das Böse zu vertreiben, jedoch ist dies nur sein Ziel, um sein Volk aus der Sklaverei und aus dem Dunkel herauszuführen, um wieder für Wohlstand und Frieden zu sorgen.

Der Kampf ist immer nur ein Mittel zum Zweck. Die Toa sind auch nur selten darauf aus, ihren Gegner zu vernichten; es geht nicht ums Töten, lediglich um den ehrenvollen Sieg und das Eingeständnis der Niederlage durch den Unterlegenen.

Mata Nui muss in den Anfängen erkennen, dass er ohne seine Macht auch nicht mehr und nicht weniger zu leisten im Stande ist, als seine auf Bara Magna gefundenen Freunde. Er kann alleine nur wenig ausrichten und ist somit auf die Unterstützung anderer dringend angewiesen, zumal er fremd auf diesem Planeten ist.

Auch lernt er, dass Freundschaft mehr bedeutet als nur Waffenbruderschaft.

Meine Söhne fanden es gut, wie die doch so unterschiedlichen Charaktere, die hier im Verlaufe des Films Freunde wurden, sich ergänzten.

Meine Favoritin ist übrigens - was wunder - die weibliche Glatorianerin "Kina", eine unterschrockene glatorianische Kämpferin, die sich durch Mata Nui in ihrer Annahme bestätigt fühlt, dass das Universum größer ist und mehr zu bieten hat als nur Bara Magna.
Neben Mata Nui, dem Hauptdarsteller, haben sich meine Söhne unisono für den kleinen, komisch und unbeholfen dargestellten Plünderer "Berix" begeistert.

Müßig zu erwähnen, dass am Wochenende mit den bereits im Kinderzimmer vorhandenen Figuren die Geschichte nachgespielt und bereits erste Spekulationen um und Varianten der Fortsetzung entstanden sind ...



***Meinung zur DVD selbst***
Um einige "kritische" Geister zufriedenzustellen, habe ich diesen Unterpunkt separat eingefügt.

Bild und Ton dieser DVD sind überzeugend, wir haben einen Trümmer von TV im Wohnzimmer stehen - 96 kg "Lebendgewicht" kann man schon als Trümmer bezeichnen, der mit seiner 100 Hertz-Technik und seiner gewaltigen Bildschirmdiagonale den Zuschauer auch auf den kleinsten Bildfehler sozusagen mit der Nase stößt.
Allerdings konnten wir selbige nicht ausmachen, so sehr wir uns auch bemühten.

Der Dolby Digital Sound hält was er verspricht; unser TV wird begleitet von einer 270 Watt starken Surround-Sound Anlage und ich wette, dass nicht nur bei uns im Wohnzimmer Mata Nui bei seiner Landung auf Bara Magna zumindest akustisch einen Krater geschlagen hat :-)

Unsere Nachbarn haben sich bislang noch nicht gerührt, aber die sind Kummer inzwischen gewohnt und leben jedes Formel 1 Wochenende damit, dass die Rennwagen sprichwörtlich bei uns durchs Wohnzimmer donnern ...

Das Bonusmaterial haben wir im Schnelldurchgang gesichtet, denn einige Teile davon kannten wir schon von der Bionicle Homepage. Allerdings lohnt das Bonusmaterial schon den ein oder anderen Blick, denn wer Bionicle bislang nicht kannte, sollte zumindest einmal die Charakterprofile der Protagonisten durchstöbern.

Über herausgeschnittene Szenen kann man immer vortrefflich streiten, wir zumindest, so manche Szene war wirklich überflüssig, andere wiederum hätte ich mir auch gut im Film vorstellen können. Allerdings nützt hier alles diskutieren nix; die Szenen sind nicht dabei, sonst würden sie eben nicht als" Entfallene Szenen" zum Bonusmaterial zählen.

Das alternative Ende hat weder mir noch meinen Jungs gefallen; so waren wir ganz froh, dass es eben nur die Alternative war.

Den Videoclip "Bye Bye Babylon"hätte man auch weglassen können; hierbei handelt es sich um das Musikvideo zum Titelsong des Filmes, der der Hauptzielgruppe, den Kindern, sicher völlig schnuppe ist.

Last but not least ist die DVD selbst ein Schmankerl: Unsere Hülle ist goldfarben, passend zum Körper von Mata Nui, der ebenfalls eine goldene "Rüstung" passend zur goldenen Maske des Lebens trägt.

Darüber hinaus liegt der DVD ein kleine Booklet bei, das neben einem Kurzcomic zu Bara Magna auch noch einige kleine Ratespiele, Gutscheine für den Besuch im Legoland und natürlich Hinweise auf im Handel erhältliche Figuren enthält.



***Zusammenfassung***
Nicht nur meine Jungs, auch mein Mann und ich hatten Spaß an dem kurzweiligen Film. Meine Söhne werden ihn sich sicherlich noch häufiger ansehen, denn irgendwie muss man ja die Zeit bis zur Fortsetzung von Mata Nuis Reise überbrücken :-)

Die Story wurde flüssig und mit der für einen Kinderfilm gebotenen Spannung erzählt und so mancher Gag, der für lautes Lachen in unserem Wohnzimmer sorgte, machten den Film zu einem unterhaltsamen Ereignis.

Allerdings hatte ich das ein oder andere Déjà Vu, denn Mata Nui taucht in dem Bionicle Film "die Maske des Lichts" auch schon einmal auf. Auch erinnert die "Maske des Lichts" in Form und Gestalt doch sehr an "die Maske des Lebens".

Ich spreche für Fans der Bionicle gerne eine Kaufempfehlung aus und vergebe für den Film ebenso aus Überzeugung die volle Sternchenanzahl, die er auch verdient.

Kleiner Tipp für Unentschlossene: Einige Filmszenen kann man sich auf der Bionicle Homepage ansehen, und sich so einen ersten Eindruck vom Film verschaffen.
Wir haben damit auch die Zeit bis zur Veröffentlichung des Films überbrückt!

Nun danke ich all meinen Lesern herzlich für die mir bzw. meinem Bericht entgegengebrachte Aufmerksamkeit und freue mich wie immer über Lesungen, auf Kommentare und ebenso auf hinterlassene Bewertungen!

schmusenase.

P.S.: Dieser Bericht wird in Kürze bzw. ist schon in ähnlicher Form auch auf amazon.de sowie anderen Plattformen unter meinem Nick veröffentlicht!

Fazit: Guckt sich den gene mal wieder an ...