Babylon ade?
Babylon A.D. (DVD)

Name des Mitglieds: Panhandle
Produkt:
Babylon A.D. (DVD)
Datum: 18.08.10, geändert am 09.04.12 (120 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Diesels irre Stimme(im Original)
Nachteile: leider viele Schwächen, "ungeschnittene" Fassung klingt wie ein Hohn
Liebe Dooyoos,
inzwischen wisst Ihr ja, dass ich nicht nur Filme mit Hugh Jackman bevorzuge, sondern auch Vin Diesel total gerne sehe, und so musste ich mir natürlich die DVD
==Babylon A.D.==
zulegen.
==**Die Story**==
Irgendwo in Europa, in naher Zukunft; Söldner Toorop(Vin Diesel)fristet in Kasachstan ein einsames, gefährliches, aber auch zugleich langweiliges Dasein. Der Kontinent befindet sich seit einem Krieg im Ausnahmzustand, keine Regeln, keine Gesetze und allein der Gang auf die Straße ist zum Teil lebensgefährlich.
Toorop haust in einer heruntergekommenen Wohnung, in der er sich verbarrikadiert. Doch eines Tages stehen die Schergen des Mafiapaten Gorsky(Gérad Depardieu) in seiner Wohnung, nachdem sie sich den Weg frei gesprengt haben. Gorsky hat ein Angebot für Toorop; dieser soll die junge Aurora wohlbehalten nach Amerika bringen. Gelingt ihm dieses, so bekommt er neue Papiere, die ihm einen Neuanfang in den Staaten ermöglichen.
Nachdem Toorop Gorsky gewisse Bedingungen abgetrotzt hat, nimmt der Söldner den Auftrag an und holt die junge Frau samt ihrer Zofe, Schwester Rebecca, aus einem Kloster ab. Zunächst sieht für Toorop alles nach einem Routinejob aus, aber schon bald bemerkt er, dass Aurora über gewisse Fähigkeiten zu verfügen scheint. So warnt sie beispielsweise vor einer Explosion auf einem öffentlichen Platz, die kurz danach tatsächlich passiert, sie spricht mehrere Sprachen fließend und kennt sich sogar mit der Technik eines U-Bootes aus.
Schließlich erfährt Toorop, dass Aurora in New York an eine zweifelshafte Sekte übergeben werden soll, deren Anführerin(Charlotte Rampling) es kaum erwarten kann, das Mädchen bei sich zu haben.....
==**Allgemeine DVD - Infos**==
Format: PAL, Farbe, Rental
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region 2
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Euro Video
Spieldauer: 97 Minuten
Preis: 14,95 Euro bei Amazon
==**Auch eine DVD ist verpackt...**==
....mal mehr, mal weniger aufwändig. Diese gehört zur letzten Kategorie ;o) Die Hülle ist sehr dunkel gestaltet und vorne sehen wir '''Vin Diesel''' im schicken Regencape. Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass ich eine andere Hülle habe, als Ciao abgebildet hat, es gibt wohl zwei Versionen. Natürlich prangt Diesels Name in großen Buchstaben darüber und rechts sehe ich den Hinweis '''ungeschnitte Fassung'''. Dazu komme ich später noch....
Unter dem Filmtitel wird der Regisseur genannt, links unten ein großer, blauer Button mit dem FSK Hinweis '''ab 16'''.
Die Rückseite der Hülle zeigt mir verschiedene Filmszenen und eine kurze Inhaltsangabe des Filmes.
Die runde Scheibe selbst ist bedruckt wie die DVD-Hülle von vorn, also Vin mit Regencape, *gg*
==**Regisseur**==
'''Mathieu Kassovitz''' wurde am 03.August 1967 in Frankreich geboren. Leider habe ich selbst bei Wikipedia nur wenige Sätze über ihn gefunden. So hat er z.B. den "César" gewonnen, für seinen Film '''Hass'''. Zu seinen bekanntesten Werken gehören sicher '''Gothika''' und '''Die purpurnen Flüsse'''. Er stand allerdings viel öfter vor der Kamera, nämlich in Filmen wie '''Die fabelhafte Welt der Amelie''', '''Das fünfte Element''' oder '''München'''.
==**Darsteller**==
'''VIN DIESEL als Toorop'''
Marc Sinclair Vincent wurde am 18.Juli 1967 in New York geboren. Er ist irischer, afro-amerikanischer, schottischer und italienischer Abstammung. Diesel spielte schon als Kind gerne Theater, später brach er sein Englisch-Studium ab, um nach Hollywood zu gehen.
Da er keinen großen Erfolg hatte, kehrte er nach New York zurück, ohne das sein Interesse an Kino und Theater nachgelassen hatte. Kurzerhand drehte er einen eigenen Film, wo er alle Funktionen selbst übernahm; Drehbuch, Regie und Hauptrolle. Dieser Film, '''Multi Facial''' wurde unter anderem in Cannes gezeigt und begeisterte dort die Kritiker.
Spielberg wurde auf Diesel aufmerksam und verschaffte ihm eine kleine Rolle in '''Der Soldat James Ryan'''. Das war letztendlich der Durchbruch und es folgten Hauptrollen in '''Pitch Black''', '''The fast and the furios''', und einige mehr.
Ich weiß, dass sich bei Vin Diesel die Film-Geister scheiden. Ehrlich gesagt, auch für mich gehört er nicht in die Kategorie der künftigen Oscar-Gewinner. Ich habe aber derweil einige Filme mit ihm gesehen und denke, er liefert ordentliche Arbeit ab. Sein filmisches, aber auch künstlerisches(ganz ehrlich!)Highlight für mich persönlich, wird aber wohl immer die Rolle des '''Riddick''' bleiben. Riddick ist von der coolsten Sorte, fast nichts kann ihn erschüttern, kompromißlos geht er seine Wege und ebenso kompromißlos beseitigt er alles und jeden, die ihm in die Quere kommen. Aber heute soll es ja um eine andere Rolle gehen ;o)
'''MICHELLE YEOH als Schwester Rebecca'''
Eigentlich geboren als Yeoh Choo Kheng, am 06.August 1962 in Malaysien. Aufgewachsen als Tochter eines Anwalts in Malaysien entpuupte sich Michelle schon früh als wahrer Wildfang und als Sportbegeisterte. Mit 15 Jahren ging sie auf ein Internat in England, wollte ursprünglich Balletttänzerin werden, doch ein Unfall machte ihren Traum zunichte.
1983 wurde sie zur "Miss Malaysia" gewählt und lernte dadurch den Geschäftsmann Dickson Poon kennen, der sie ins Filmgeschäft einführte. Sie wurde durch einige Actionfilme und Stunts bekannt, heiratete Poon und gab ihm zuliebe ihre Karriere auf. Erst nach der Trennung 1992 feierte sie ein Comeback und spielte 1997 sogar im James Bond Film "Der Morgen stirbt nie". Höhepunkt ihrer Karriere war dann die Hauptrolle im Film "Die Geisha".
MÈLANIE THIERRY als Aurora
Mélanie wurde am 17. Juli 1981 in Frankreich geboren. Sie startete als Modell und kam später zur Schauspielerei. Die französischen Produktionen, in denen sie mitwirkte, hatten allerdings außerhalb des eigenen Landes keinen Erfolg. Mit 18 spielte sie im Film "Die Legende des Ozeanpolizisten" und "Babylon A.D." ist ihr erster Hollywoodfilm.
CHARLOTTE RAMPLING als Hohepriesterin
Am 05.Februar 1946 in England geboren, begann sie mit einer Karriere als Fotomodell, bevor sie eine Schauspielschule besuchte. 1965 hat sie den ersten Filmkontakt, bekommt aber in England eher nichtssagende Rollen. Daher wendet sie sich dem italienischem Kino zu und hat dort in den 70er Jahren Erfolg. U.a. wird Woody Allen auf sie aufmerksam, und in seinem Film "Stardust Memories" übernimmt sie die Hauptrolle.
Danach arbeitet sie hauptsächlich in Europa und heiratet den Musiker Jean Michael Jarre. Nach der Trennung beginnt sie zu singen, nimmt Platten auf und bekommt 2003 den europäischen Filmpreis für ihre Rolle im Film "Swimming Pool"
2008 hatte sie mehrere Projekte, in denen sie kleinere Rollen übernahm, u.a. in "Deception", mit Hugh Jackman und eben "Babylon A.D.".
GÈRARD DEPARDIEU als Gorsky
Depardieu wurde am 27.Dezember 1948 in Frankreich geboren. Er wuchs mit fünf Geschwistern auf und galt schon früh als aufsässig. 1964 ging er nach Paris und wollte dort Schauspieler werden.
Er lernt die Schriftstellerin Marguerite Duras kennen, mit der er mehrere Filme dreht. 1973 hatte er mit dem Film "Die Ausgebufften" endlich den Durchbruch. Seit den 80er Jahren gehört Depardieu zu den führenden, französischen Schauspielern und war zuletzt in den Filmen "Bellamy" und "A`l'origine" zu sehen.
==** Meine Meinung**==
Ach, mein "Dieselchen"....irgendwie habe ich ihm ja einen weiteren Erfolg wie in "Riddick" gewünscht. Zweifellos ist die Figur des Toorop vom ähnlichen Kaliber und das ist wohl auch das, was die Fans sehen wollen. Und natürlich ist der muskelbepackte Vin auch hier eine imposante Erscheinung. Manchmal reicht das aber leider nicht aus.
Ich hatte mir von "Babylon a.d." auf jeden Fall mehr versprochen, wenn ich auch nicht genau weiß, was. Eigentlich hat die Story Potential, sie klingt erst mal interessant und verspricht Spannung mit ein bißchen Mystik. Vielleicht wäre ja der Film auch genauso geworden, hätte man ihn vernünftig oder gleich gar nicht geschnitten. Was man diesen Film mit der jetzigen Schnittfassung angetan hat, ist eigentlich unverzeihlich. Abrupt wechselne Szenen teilweise ohne jeglichen Zusammenhang und wo der Zuschauer meint, da müsste es doch eigentlich weitergehen. Der Satz "ungeschnitte Fassung" auf der Hülle kommt einem dann vor wie Hohn.
Vin Diesel macht seine Sache ohne Zweifel gut. Er kennt diese Art Charakter ja schon von seinem "Riddick" her und kann da nicht viel falsch machen. Ein wenig Gefühl darf er auch zeigen, so gleich ziemlich zu Anfang, wo er den mit ihm im Haus lebenden Jungen sein Essen spendiert. Ehe es kalt wird, aufgrund seines Auftrages, versteht sich ;o)
Diesels Toorop hat eine leicht ironische Note, was dem Film sehr gut tut. Auch das er mimisch nicht ganz so stoisch agieren muss wie z.B. in "Pitch Black", kommt gut rüber. Dringend anzuraten ist, "Babylon a.D." im Original zu schauen; Diesel hat die tiefste Stimme, die ich je gehört habe und mit dieser macht er alles wett, was eventuell schauspielerisch auf der Strecke bleibt. Zu diesem Thema möchte ich aus einer Kritik zitieren, die ich bei filmsstarts.de gelesen habe und sehr treffend finde:
"Zweifellos ist Muskelklops Vin Diesel auch hier eine imposante Erscheinung. Die Rolle der Kampfmaschine Toorop passt dem ehemaligen Türsteher wie angegossen. In der Originalfassung sind seine Auftritte sogar noch um einiges eindrucksvoller, denn wie er mit seiner unfassbar tiefen Stimme knurrt, hat - ungeachtet seiner limitierten mimischen Fähigkeiten - schon einen enormen Unterhaltungswert."
(Quelle: www.filmstarts.de)
Depardieu hat zwar nur kurze Auftritte, diese sind aber sehenswert, zumal ich ihn kaum erkannt habe. Nun gehört er auch nicht zu meinen bevorzugten Schauspielern, aber zweifellos ist er eine Größe in diesem Geschäft und seine Fähigkeiten muss man nicht bezweifeln. Den russischen Mafiaboss bringt er jedenfalls sehr gut rüber.
Grandios auch Charlotte Rampling, bei der es mich sowieso wundert, dass sie hier mitspielt. Sie ist doch ein ganz anderes Filmgenre gewohnt. Sie ist als Sektenführerin in der Öffentlichkeit charmant und charismatisch, aber hinter den Kulissen eiskalt, berechnend und sie geht über Leichen. Ihre Darstellung hat mir sehr gut gefallen.
Die beiden Damen Michelle und Mélanie dagegen bleiben irgendwie Randfiguren, obwohl sie neben Diesel am meisten zu sehen sind. Eigentlich empfand ich sie eher als schmückendes Beiwerk zu Toorops Weg in die USA, quasi als Grund dafür, dass er die Reise auf sich nimmt.
==**Musik und Sound**==
Ich bin, ehrlich gesagt, kein Sound-Experte und habe keine riesige Stereoanlage zu Hause. Was ich beim Film hörte, war durchaus in Ordnung und für mich völlig ausreichend. Die Darsteller waren sehr gut zu verstehen, kein Rauschen, keine Nebengeräusche.
==**Bonunsmaterial**==
Nichts....aber reineweg gar nichts! Ich habe mir sagen lassen, auf der Doppel-DVD gebe es ein bißchen, aber so lohnenswert ist das wohl auch nicht.
==**Fazit**==
Eigentlich habe ich durchweg gute Rezensionen gelesen, aber auch welche von Fans, die sich über die Schnippelei aufgeregt haben, so wie es mir ja auch geht. Das ist eigentlich das große Manko an dem Film. Es gibt Filme, da merkt man als Laie gar nicht, dass geschnitten wurde. Bei "Babylon a.d." ist es allerdings so offensichtlich, dass man nicht geneigt ist, sich den Film mehrmals anzusehen. Trotzdem schaue ich solche Filme eigentlich immer zweimal; natürlich zuerst in deutsch, damit ich begreife, worum es geht, *gg* Danach nur noch im Original, vor allem bei Filmen mit Diesel. Der Mann hat eine unglaublich tiefe und erotische Stimme....der könnte mir ein Telefonbuch vorlesen und ich würde gebannt an seinen Lippen hängen ;o) Empfehlenswert ist da besonders die Einstiegssequenz, die mich zudem sehr an "Pitch Black" erinnert.
Natürlich ist dieses Endzeitszenario Diesel auf den Leib geschrieben. Ich könnte mir auch niemand anderen vorstellen, der solche Typen so gut rüber bringt. Leider aber bleibt der Film doch hinter meinen Erwartungen zurück. Sicher ist es interessant, erst mal zu rätseln, was mit der jungen Frau Aurora wohl sein könnte und warum sie unbedingt in die Staaten gebracht werden soll. Der Weg dahin ist natürlich nicht einfach, es wird viel geballert und geprügelt, aber die Hauptpersonen überleben selbstverständlich auch noch die unwahrscheinlichsten Situationen. Aber dafür ist es halt ein Science-Fiction Film ;o)
Trotzdem will dieser nicht so richtig in Fahrt kommen, obwohl es zum Teil sehr hektisch und rasant zugeht. Das Geheimnis um Aurora wird letztendlich gelüftet und gibt dem Film noch mal ein bißchen Pepp. Das(für mich)eher unbefriedigende Ende dann wieder nicht, aber immerhin besteht hier die Möglichkeit einer Fortsetzung.
Hier ist die FSK Freigabe ab 16 angesetzt....vielleicht wisst Ihr ja inzwischen, dass dieses FSK für mich öfter mal ein rotes Tuch ist. Da werden Filme ab 6 freigegeben, wo ich nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen kann. Bei "Babylon a.D." frage ich mich allerdings, warum die FSK so hoch angesetzt wurde. Nichtsdestotrotz würden meine mittlerweile 14jährigen Zwillinge den Film eh nicht zu sehen bekommen, auch wenn er ab 12 freigegeben wäre. Mir geht es hier eher im Vergleich zu anderen Filmen; da gibt es genügend mit FSK 12, die eine Freigabe erst ab 16 verdient hätten und die inhaltlich wesentlich brutaler und verwirrender sind als "Babylon a.D." Aber lieber eine FSK höher als zu niedrig.
Alles in allem solides Popcornkino, am besten im Original zu genießen, weil Diesels Stimme für einige Schwächen des Filmes entschädigt.
Ich bedanke mich herzlich fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren :o)
Fazit: das Fazit lässt Mr.Diesel lieber ein Telefonbuch vorlesen und hängt gebannt an seinen Lippen ;o)
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