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Neuester Testbericht: ... *** ******************* Die echte Familie Crowley, eine bewegende Geschichte Entfernte Szenen Wendecover *** Worum es geht *** ... mehr
Wie würde ich entscheiden?
Ausnahmesituation (DVD)

Name des Mitglieds: Priscalein
Produkt:
Ausnahmesituation (DVD)
Datum: 25.10.10, geändert am 30.09.11 (44 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: emotional aber nicht kitschig - gute Darsteller
Nachteile: manchmal ein wenig zu schnellebig
Und weiter geht's mit einem neuen DVD Bericht. Zur Abwechslung mal etwas aktuelles aus dem Jahr 2010.
*** AUSNAHMESITUATION ***
Ich weiß nicht, wer schon von diesem Film gehört hat, so richtig bekannt ist er, denke ich, niemals gewesen Ich bin auch nur zufällig drüber gestolpert und da sich die Story ganz interessant anhörte habe ich ihn mir mal ertauscht (Tauschticket sei Dank - sei ich diese Seite kenne komme ich viel schneller an aktuelle DVDs als jemals zuvor - aber das nur ganz nebenbei)
*** INHALT ***
John Crowley ist erfolgreich in seinem Job, hat eine nette Frau und drei Kinder. Alles könnte perfekt sein - wenn nicht zwei seiner Kinder unheilbar erkrankt wären. Beide leiden an einem genetischen Effekt namens Morbus pompe, der innerhalb der ersten sechs bis acht Lebensjahre zum Tod führt.
Als sich die Situation seiner Tochter Meggan kurz nach ihrem achten Geburtstag dramatisch verschlimmert und die Ärzte den Eltern raten sich schon mal auf den Abschied vorzubereiten, beschließt John zu handeln. Er nimmt Kontakt zu Dr. Robert Stonehill auf - einem Wissenschaftler, dem man nachsagt, das er in der Erforschung eines Medikaments gegen diese Krankheit am weitesten ist.
Beide Männer, so gegensätzlich wie sie sind, nehmen gemeinsam den Kampf gegen die Krankheit auf ...
Mehr möchte ich an dieser Stelle über den Inhalt des Films nicht verraten, sonst würde zu viel Spannung raus genommen werden. Allerdings wird sich das eine oder andere weitere Details nicht ganz vermeiden lassen, wenn ich zu meinem
*** EINDRUCK ***
über den Film komme.
Ich muss dazu sagen, das ich Filme dieser Art mag. Auch diese Geschichte, wie andere, ähnliche Filme, auf einer wahren Begebenheit - wie weit man sich hier an die Tatsachen gehalten oder einfach zugunsten des Films ein wenig nachgeholfen hat, vermag ich nicht beurteilen. Fest steht, das ein spannender, durchaus glaubwürdiger Film entstanden ist - der mir persönlich stellenweise allerdings etwas zu schnell vorwärts pirscht
Angefangen von den ersten, kleinen Schritten, als beide gemeinsam wagen eine eigene Firma zu gründen - über die Übernahme dieser Firma durch einen größeren Konzern, weil es für sie beide finanziell schließlich nicht mehr tragbar ist - bis hin zur groß angelegten Forschung durch verschiedene Wissenschaftler. Und schließlich, als sie sich schon fast am Ziel glauben, das Aus für alle Träume und Hoffnungen von John. Oder vielleicht doch nicht? Das werde ich euch an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Der Film umfasst einen Zeitraum von mehreren Monaten, die er teilweise eben sehr, sehr schnell abhandelt. Was dabei ein wenig untergeht ist die Tatsache, das man ein solches Medikament eben nicht mal so nebenbei entwickelt ...
Abgesehen davon gefällt mir der Aufbau des Films aber sehr gut. Die Zusammenarbeit zwischen John und Dr. Crowley gestaltet sich keineswegs immer problemlos. Hier kommt sehr gut raus, das zwar beide dasselbe ziel haben, aber völlig andere Motive es anzustreben. Für John geht es nur darum ein Medikament zu finden, dass das Leben seiner Kinder retten kann. Für Dr. Stonehill geht es vor allem darum sich als Wissenschaftler zu beweisen - der Welt zu zeigen, das sein Ansatz für dieses Medikament der einzig richtige ist. Beide sehen sich von dem anderen enttäuscht, weil jeder auf seine Weise versucht ans Ziel zu kommen.
Zum Ende hin steigert sich die Dramatik im Film noch einmal rapide. Wenn es sich im wahren Leben so zugetragen haben sollte, kann ich nur sagen: wow - das ist echter Hollywoodstoff. Ich finde die Darstellung des ganzen war jedenfalls kein schlechter Schachzug um den Zuschauer bis zur letzten Sekunde bei der Stange zu halten.
Alles in allem ein gelungener Film. Emotional, aber nicht zu sehr auf die Tränendrüse drückend um ins Kitschige abzugleiten. Spannend, weil man als Zuschauer mit John Crowley und seiner Familie hofft. Aber durchaus auch humorvoll. Sei es nun durch die Lebenslust, die Meggan Crowley trotz ihrer lebensbedrohenden Krankheit ausstrahlt, sei es durch die Verschrobenheit von Dr. Stonehill. Ich glaube, das hat mir an diesem Film besonders gut gefallen, das ich zwischendurch immer wieder mal schmunzeln konnte.
Verlieren wir jetzt noch ein paar Worte über die
*** SCHAUSPIELER ***
Brendan Frazer spielt als John Crowley die Hauptrolle in dem Film und er macht seine Sache als verzweifelter Vater, der bereit ist alles aufzugeben um das leben seiner Kinder zu retten wirklich sehr gut. Auf mich wirkt er einfach glaubwürdig - nicht zu übertrieben, niemals zu dick aufgetragen.
Noch einen Tick besser gefällt mir allerdings Harrison Ford in der Rolle des Dr. Stonehill. Ich würde nicht behaupten, das er überzeugender spielt als Brendan Frazer. Ich mag einfach seine Rolle als Dr. Stonehill sehr gern. Der eigenwillige, dickköpfige Wissenschaftler, der immer am liebsten seinen eigene Weg geht. Der am besten arbeiten kann bei laut dröhnender Musik, die alle anderen in den Wahnsinn treibt. Der sich gefühlloser gibt, als er es im Inneren ist ...
Aber wenn ich sagen sollte, welche Rolle mir persönlich am besten gefallen hat: Meggan Crowley, gespielt von Merideth Droeger. Zwar ist ihre Rolle eher eine kleinere, aber sie spielt das kranke Mädchen, das bereits mit acht Jahren zum Tode verurteilt ist (und durchaus darum weiß) sehr, sehr glaubwürdig. Ihr Lebensmut, ihre Zuversicht, ihr Lachen sind für mich Dinge, die diesen Film mit getragen haben. Und vielleicht berührt der Film mich auch deshalb so sehr, weil es dabei um die Rettung ihres Lebens geht. Sie vermittelt einem einfach das Gefühl, das es ungerecht wäre, diesem kleinen Mädchen das Leben so früh zu nehmen, wo sie doch noch so viele Träume hat ...
Aber auch die Nebenrollen sind sehr gut besetzt: Keri Russel als Aileen Crowley (obwohl sie in der Rolle das Mutter der beiden kranken Kinder vielleicht ein klein wenig zu kurz kommt). Diego Velazquez als Patrick Crowley (ebenfalls erkrankt an Morbus pompe) und Sam M. Hall als John Crowley Junior (das älteste und als einzigstes gesunde Kind der Crowleys) haben nur kleine Auftritte, wissen aber durchaus auch zu berühren.
*** MEHR INFOS ZU FILM UND DVD ***
Ausnahmesituation
OT: Extraordinary Measures
Regie: Tom Vaughan
gedreht: 2010 in USA
Deutschlandpremiere: März 2010
DVD-Veröffentlichung: August 2010
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bild: 16:9
Ton und Bild sind völlig in Ordnung für eine aktuelle DVD Veröffentlichung, aber es wird auch nichts Außergewöhnliches geboten, das man an dieser Stelle erwähnen müsste.
Lauflänge: 101 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung, trotzdem in meinen Augen kein Kinderfilm
Preis: neu ca. 14,00 Euro, gebraucht schon etwas günstiger
Extras:
entfallene Szenen
zwei recht kurze Featurettes: 'Eine bewegende Geschichte' und 'Die echte Familie Crowley'
Na ja, wer interessiert ist, kann hier mal einen Blick riskieren, in meinen Augen sind die Extras aber nicht besonders ergiebig.
*** MEIN FAZIT ***
Ein gut umgesetzter Film nach einer emotional ergreifenden realen Geschichte. Durch die Schauspieler sehr gut dargestellt - mit dem nötigen Gefühl, aber nicht zu viel Pathos, so dass das Ganze nicht in tränenrührenden Kitsch abgleitet.
Ob man jetzt schon das Geld für die noch recht teure DVD ausgeben möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich würde sagen, wenn man es nicht Abwarten kann bis die DVD noch etwas günstiger geworden ist dann reicht vielleicht auch erst mal ein Ausleihen aus der Videothek. Denn es ist sicher kein Film, den man sich alle Tage wieder angucken wird.
@ Prisca - Oktober 2010
Fazit: +++
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