Andrej Tarkowskij DVD Collection (5 DVDs)
Für Freunde von Tarkowskij eine sinnvolle Anschaffung - Andrej Tarkowskij DVD Collection (5 DVDs) DVD Video Film

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Neuester Testbericht: ... wenig über den Künstler Rubljow bekannt ist. Der ebenso wie Iwans Kindheit in Schwarzweiß gedrehte Film ist deutlich weniger Abstrakt, abe... mehr

Für Freunde von Tarkowskij eine sinnvolle Anschaffung
Andrej Tarkowskij DVD Collection (5 DVDs)

scoopexx

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Produkt:

Andrej Tarkowskij DVD Collection (5 DVDs)

Datum: 19.02.12

Bewertung:

Vorteile: Alle wichtigen Werke in einer Box

Nachteile: Bildqualität, kein Originalton, deutsche Sprache nicht lippensynchron

In dieser Box sind die wichtigsten Werke vom sowjetischen Regisseur Andrej Tarkowskij enthalten, die in den 60er, 70er und 80er Jahren entstanden sind. Die fünf Filme, die den Weg in diese Veröffentlichung gefunden haben, sind:


Iwans Kindheit:

Iwan ist ein 12-jähriger Junge an der Ostfront im Zweiten Weltkrieg, dessen Familie von deutschen Soldaten umgebracht wurde und der nun als Waise in einer militärischen Einheit aktiv ist. Hier dient er zur Aufklärung, da er durch seine geringe Größe weniger leicht vom Feind zu entdecken ist. Durch seinen Hass auf die Deutschen weigert er sich zudem, von der Front abgezogen zu werden, um auf eine Schule zu gehen.

Iwans Kindheit war für mich etwas zu abstrakt gehalten. Die Handlung wirkt nebensächlich und zumindest für heutige Verhältnisse wenig stringent. Stimmung spielt eine weitaus größere Rolle und erst gegen Ende, wenn sich die Soldaten mit Iwan auf eine Mission begeben, ergibt sich so etwas wie ein sichtbares Handlungsgefüge.

Der Film mit einer Spieldauer von 91 Minuten ist von 1962 und in Schwarzweiß abgedreht. Das Bild ist sehr körnig und war auf meinem Samsung LED-Fernseher nicht auf Fullscreen zu bekommen - alle anderen Filme in dieser Box übrigends ebensowenig.


Andrej Rubljow:

Andrej Rubljow war ein Künstler aus dem 15. Jahrhundert, der auf das Ausmalen von Kathedralen spezialisiert war. Tarkowskij stellt wichtige Ausschnitte aus dessen Leben dar, die seine Kunst beeinflusst haben (könnten). Besonders nah an den Fakten musste sich Tarkowskij dabei nicht bewegen, da nur wenig über den Künstler Rubljow bekannt ist.

Der ebenso wie Iwans Kindheit in Schwarzweiß gedrehte Film ist deutlich weniger Abstrakt, aber ebenso hintergründig und wird wohl am ehesten diejenigen ansprechen, die sich auch für Kunst interessieren. Für alle anderen bleibt es leider bei einer Aneinanderreihung von mehr oder weniger tragischen Ereignissen. Die Geschichte von Rubljow wurde in zwei Teilen gedreht, die 1966 und 1969 veröffentlicht wurden. Die Laufzeit beträgt jeweils 81 und 93 Minuten.


Solaris:

Solaris werden viele sicherlich durch die Neuverfilmung von Steven Soderbergh mit George Clooney aus dem Jahr 2002 kennen. Es geht um den Psychologen Kris Kelvin, der nach dem Kontaktabbruch mit einer Raumstation dort vor Ort untersuchen soll, warum keine Kommunikation mehr besteht. Hier eingetroffen findet er Verstörendes vor: von den drei Kosmonaten hat bereits einer Selbstmord begangen und die anderen haben einen merkwürdigen Kontakt mit Fremden aufgenommen, die sich aus dem Nichts zu materialisieren scheinen und in Zusammenhang mit dem sich in der Nähe befindenden stellaren Objekt "Solaris" zu stehen scheinen. Bald besucht eine solche Fremde auch Kelvin in Gestalt seiner bereits verstorbenen Frau.

Solaris und Stalker waren die beiden Filme, wegen denen ich zu dieser Box gegriffen habe. Soderberghs Remake kannte ich bereits und war sehr positiv beeindruckt, weshalb ich natürlich auf das Original gespannt war. Für das Auge bietet der Film leider nichts mehr, zum Nachdenken dafür jedoch umso mehr.
Leider ist auch hier die Bildqualität nicht besonders. Starkes Rauschen besteht in schwarzen Flächen, das allerdings später nachlässt. Solaris ist der erste in Farbe gedrehte Film der Box.


Der Spiegel:

Mit seiner Produktion "Der Spiegel" versucht Tarkowskij seine eigene durch den Zweiten Weltkrieg geprägte Kindheit aufzuarbeiten. Im Gegensatz zu den vorher genannten Filmen ist Der Spiegel erstmals in etwas besserer Bildqualität, was jedoch auch noch nichts heißt. Der Spiegel ist teilweise auch in Farbe gedreht, es wechseln sich jedoch farbliche und schwarzweiße Szenen immer wieder ab. Der 1975 entstandene Film hat eine Lauflänge von 102 Minuten.


Stalker:

Sicher einer der bekannteren Filme von Tarkowskij und wie Solaris auch im Science-Fiction-Genre angesiedelt. In einer unbekannten Stadt wurde nach einem nicht näher erklärten Ereignis in der Vergangenheit die sogenannte "Zone" geschaffen. Hier gibt es seltsame Erscheinungen, die unerklärlichen Ursprungs sind. Die sogenannten Stalker verdienen sich ihr Geld damit, Leute durch diese Zone zu führen.
Die nur als "Professor" und "Schriftseller" bezeichneten beiden Kunden eines Stalkers wollen an einen Ort in der Zone geführt werden, der angeblich magische Kräfte beherbergen soll. Auf dieser Reise begleitet man als Zuschauer das ungleiche Trio.

Stalker ist auch in Farbe gedreht und hat mit die beste Bildqualität des Filmquintetts - dennoch ist auch diese ziemlich unterirdisch. Mit 154 Minuten besitzt der Film eine recht ansehnliche Laufzeit.


Fazit:

Die deutsche Sprache ist bei allen Streifen die einzige Auswahl, der russische Originalton ist nicht vorhanden, was einige sicher sehr ärgern wird - insbesondere, weil die Synchronisation sich nicht unbedingt an die Lippenbewegung der Schauspieler hält. Die Stimmen sind jedoch eigentlich immer gut gewählt und werden ansonsten gut gesprochen.
Leider krankt die Box zudem unter der schlechten Bildqualität. Natürlich handelt es sich um Filme aus Sowjetzeiten, man darf also keine besonders hohen Ansprüche stellen, aber etwas mehr wäre vielleicht doch dringewesen. Wieso ich die Filme nicht bildfüllend auf meinem Fernseher schauen konnte, weiß ich noch nicht - eventuell liegt es auch an dessen Einstellung. Da das Gerät neu ist, kenne ich mich noch nicht so gut aus.

Gegen die Filme lässt sich sonst nichts sagen, wer einmal ein bisschen abseits von Hollywood-Schund à la The Fast & The Furious schnuppern möchte, kommt um Tarkowskij zumindest nicht herum. Unterhalten wurde ich selbst jedoch nur von Solaris und Stalker, da die anderen Produktionen sehr abstrakt sind und sich hier eher künstlerische Komponenten in den Vordergrund drängen.
Die Extras auf den DVDs habe ich mir noch nicht angesehen. Gegebenenfalls werde ich den Bericht noch einmal aktualisieren, wenn ich dies nachgeholt habe.

Ich gebe der DVD-Box somit letztlich drei Sterne. Fans dieser Filme und Sammler werden sicherlich zufrieden sein, weil sie eine recht ansehnliche Box bekommen, die alle wichtigen Werke von Tarkowskij beinhaltet. Leute, die einfach einmal reinschnuppern wollen, werden aber wohl eher von Bild und Inhalt enttäuscht sein.

Fazit: 3 Sterne