Alien 3 (DVD)
Ein würdiger Teil der Alien-Saga - Alien 3 (DVD) DVD Video Film

Erhältlich in: 2 Shops

Neuester Testbericht: ... Teilen 1 und 4). "Back to the roots" war das Motto dieses Filmes. Ein einziges Alien jagt die Menschen, die nicht fliehen könn... mehr

Ein würdiger Teil der Alien-Saga
Alien 3 (DVD)

kompetenz_team

Name des Mitglieds: kompetenz_team

Produkt:

Alien 3 (DVD)

Datum: 28.10.01, geändert am 28.10.01 (10 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: sehr spannend, gutes Bild, Untertitel für Hörgeschädigte

Nachteile: nicht viele Features

Die Story
*********

Ripley (Sigourney Weaver), Newt und Hicks steuern an Bord der ´Sulaco´ den nächsten Stützpunkt-Planeten an. Doch sie sind nicht allein: ein ´FaceHugger´ der Alien-Brut tötet Ripleys Freunde und sorgt dafür, dass das Raumschiff auf dem Gefängnisplaneten ´Fury 161´ strandet. Die Männer der Strafkolonie, allesamt yy-Chromosomträger und Schwerverbrecher, retten Ripley aus dem brennenden Wrack. Seit ihrer Gefangennahme haben sie keine ´echte´ Frau mehr gesehen - und Ripleys Auftauchen wirbelt die bestehende Ordnung auf ´Fury 161´ gehörig durcheinander. Der einzig nette und freundliche Strafgefangene ist der Arzt der Kolonie. Mit ihm gemeinsam findet Ripley die grausame Wahrheit heraus: eines der Alien-Monster ist mit auf den Planeten gelangt - und beginnt nun sukzessive die Menschen der Strafkolonie ´zu vernaschen´. Nur Ripley, die eine sehr persönliche Begegnung mit dem Alien hat, wird regelmässig von dem Biest verschont. Da die überaus religiösen Strafgefangene auf ´Fury 161´ selbstverständlich nicht bewaffnet sind (so etwas ist nur in US-amerikanischen und deutschen Gefängnissen möglich), muss Ripley in ihrem Kampf gegen das Monster auf andere Ressourcen und insbesondere ihren Verstand zurückgreifen. Ein aussichtslos erscheinender Feldzug gegen die Kreatur und die Zeit beginnt - gegen die Zeit deshalb, weil ein Raumschiff der Company unterwegs ist, um Ripley ´zu retten´. Und die wahren Absichten dieser Leute sind für Ripley seit ihrem ersten Zusammentreffen mit dem Alien nicht mehr neu.

Regisseur David Fincher (´Sieben´, ´The Game´, ´Fight Club´) kehrt mit seiner Interpretation des Alien-Themas wieder zu den Wurzeln zurück - und das in mehrfacher Hinsicht: es ist wieder ´nur´ noch ein Alien, das bekämpft werden muss; die engen Gänge auf ´Fury 161´ erinnern stark an die klaustrophobischen Verhältnisse an Bord der ´Nostromo´ aus Teil 1; die Story präsentiert sich wieder etwas weniger ´action-lastig´ und hebt den Suspense-Charak
ter des Ursprungs-Filmes sehr deutlich hervor; das Monster, das nun wesentlich länger zu sehen ist als in den vorherigen Teilen, ist erneut auf ´Normalmaß´ zurückgeschrumpft (Cameron`s Alien war ja zu einem wahren Giganten mutiert) usw. Es gibt in Finchers Version aber auch deutliche Unterschiede zu den vorherigen Teilen: das Alien wirkt wesentlichen ´menschenähnlicher´ in seinem Aussehen (die entsprechenden Szenen wurden beim ursprünglichen ´Alien´ wieder herausgeschnitten, damit - in Zusammenspiel mit den überaus kurzen Kameraeinstellungen - das Wesen möglichst fremdartig und unheimlich erscheint); die Kameraführung baut weniger auf kurze Schock-Szenen auf; die Farbgebung ist viel natürlicher und weit weniger ´kalt´ und farbarm gehalten, als bei den ersten beiden Filmen; ´Alien3´ ist weniger effekthaltig, als es noch bei Teil 2 der Fall war - was aber nicht heissen soll, dass die Tricktechnik ´schlechter´ wäre - ganz und gar nicht. Fincher baut in nahezu all seinen Filmen eine beklemmend düstere Atmosphäre auf und lässt seine Charaktere in einer gespenstischen und hoffnungslos erscheinenden Umgebung agieren.

Für viele Fans der Alien-Reihe besitzt der dritte Teil nicht ganz die Klasse oder das Kult-Niveau der beiden Vorgänger. Wer sich jedoch intensiver mit Finchers Interpretation befasst, wird feststellen können, dass die bedrückende und furchteinflössende Atmosphäre in ´Alien3´ eigentlich viel besser zu der von Dan O`Bannon und Ronald Shusett erschaffenen fiktiven Welt passt, als die auf pure ´Action´ aufbauende Variante eines James Cameron. (PS: Bitte nicht falsch verstehen - auch für den Rezensenten ist ´Aliens´ ein Meisterwerk, und Cameron einer der begnadetsten Regisseure Hollywoods. Aber die ´Alien´-Welt ist nun mal eine bedrückend-düstere - und kein ´Starship Troopers meets the Alien-Creature´.) Die Kreaturen in ´Alien3´ stammen wieder aus der Künstler-Hand des Schweizers H. R. Giger und sehen erneut fantastisch ´gothic´ aus - düster, beängstigend,
bizarr und unheimlich. Die Musik entstammt diesmal der Feder von Elliot Goldenthal, der zuvor für Stephen King`s ´Pet Semetary´ den Score schrieb. Weitere Filmmusiken hat er für die Kino-Hits ´Alien3´, ´Demolition Man´, ´Interview mit einem Vampir´, ´Batman Forever´, ´Heat´, ´Michael Collins´, ´Batman & Robin´, ´Sphere´ und ´Titus´ komponiert. Der dritte Teil der Alien-Saga ist überaus gut bis sehr gut zu nennen - insbesondere deshalb, weil er wieder zurück zu den Wurzeln von Alien (Teil 1) führt. Aber die meisten Fans mögen offenbar den actionreichen zweiten Teil von James Cameron lieber.


Bild
***

Das anamorphe Bild im Format 2,35:1 ist von beachtlicher Qualität: Die Farben sind sehr natürlich und ziemlich kräftig - sei es die düstere, kalte Farbgebung der Aussenaufnahmen, oder die warme, rötliche Kontrastierung bei den Innenaufnahmen. Farbrauschen ist nahezu keines zu erkennen, wie auch Flächenrauschen nur sehr dezent im Hintergrund vorhanden ist, ohne wirklich ernsthaft störend zu wirken. Die Vorlage des Ausgangsmaterial war überaus rein: kaum Schmutzflecken, keine Dropouts, keine Fäden, die sich durchs Bild schlängeln. Auch das Pre-Mastering des Bildmaterials erfolgte ohne gravierende Probleme, wie das Nicht-Vorhandensein von digitalen Kompressionsartefakten, stehenden Rauschmustern oder Nachzieh-Fehlern beweist. Die Schärfe ist gut, und das Kontrastverhältnis ausgezeichnet zu nennen. Jedes Detail ist konturiert und präzise zu erkennen. Die Schwärze des Weltalls ist ´abgrundtief schwarz´ - und die Konturen des Raumschiffs sowie die Myriaden Sterne stechen optisch sofort ins Auge - ohne dass man irgendwelche Doppelkonturen oder Überzeichnungen befürchten muss. Ein sehr plastisches und überaus ´stimmiges´ Bild, dem sein Alter von nunmehr acht Jahren nichts anhaben konnte - wirklich gut oder sogar sehr gut in der Benotung.


Ton
***

Die Tonspuren in deutscher und englischer Sprache wurden als Dolby Digital Trac
ks in 5.1 Kanälen neu abgemischt. Dabei kann die Qualität der O-Ton-Fassung vollauf überzeugen: Beginnend mit der schönen und atmosphärisch überaus dichten Musik, die sich mehr an den ersten Teil anlehnt, was die in einigen Sequenzen doch recht düstere Stimmung anbelangt; sauber verständliche und korrekt zentrierte Dialoge im passenden Verhältnis zu den Umgebungsgeräuschen; direktionale Soundeffekte, die wuchtig und mit genügend ´Biss´ daherkommen; ein ordentlicher Subwoofer-Einsatz, der mehr als ausreichend satte und konturierte Bassgewalt produziert; ein grosser Dynamikumfang und breite sowie tiefe Räumlichkeit - der Ton ist in allen Belangen gut ausgefallen. Der deutsche Synchron-Ton ist zwar ebenfalls recht ordentlich, fällt aber in Punkto Dynamikumfang, Bassgewalt und Effekten deutlich gegenüber der englischen Spur zurück. Nicht dass der Ton schlecht wäre - aber auch nicht besser als ordentlicher Durchschnitt: vollauf befriedigend.


Features
*******

Ausstattung ist bei ´Alien3´ Mangelware: Das Menü ist nett animiert und weist musikalische Untermalung auf. Die Kapitelwahl sieht nett aus, erfolgt aber lediglich über Standbilder. Befriedigend. An Extras findet der Filmfan neben dem originalen Kinotrailer noch ein 21-minütiges ´Making of´ zum Film mit ein paar durchaus interessanten Hintergrundinformationen. Untertitel sind auch diesmal wieder für Hörgeschädigte mit auf die DVD gekommen. Das ist sehr lobenswert und sollte eigentlich selbstverständlich sein. Die Ausstattung ist ´noch befriedigend´zu nennen - mehr aber auch nicht.


Fazit
****

Der Film fasziniert beim Zuschauen - eventuell sollte er mehrmals angesehen werden, da es hier weniger auf ´Action´ ankommt, als vielmehr auf das, was sich ´im Kopf´ abspielt. Leider wird Teil 3 der Alien-Saga immer wieder etwas unterschätzt. Für wahre Fans der Reihe zählt er aber nicht bloss dazu, sondern weist einen eigenständigen, überaus interessanten Charakter auf. Bild-
und Tonqualität der DVD sind eigentlich vollauf gut ausgefallen - wobei der deutsche Ton gegenüber der englischen Fassung doch klar zurückstecken muss. Die Ausstattung in der Reihe wird von Teil zu Teil schwächer. Die Extras bei Alien 3 sind bestenfalls noch "befriedigend" zu nennen. Das ist schade. Dennoch kann die DVD empfohlen werden.

Fazit: