Schlagwerk CBA-1 Cajon Bausatz
preiswerte Kinderkiste - bumbum, so lala - Schlagwerk CBA-1 Cajon Bausatz Drums & Percussion

Erhältlich in: 1 Shop

Produkttyp: Schlagwerk Drums & Percussion

Neuester Testbericht: ... Länge oder mehr, um beim Schleifen der Korpus-Kanten an Vorder- und Rückseite auf Planheit zu prüfen (ich hatte Glück mit dem Rücken ei... mehr

preiswerte Kinderkiste - bumbum, so lala
Schlagwerk CBA-1 Cajon Bausatz

Mister_Mue

Name des Mitglieds: Mister_Mue

Produkt:

Schlagwerk CBA-1 Cajon Bausatz

Datum: 05.05.15

Bewertung:

Vorteile: preiswert, Bastel - Erfolgserlebnis, sehr gute Füße

Nachteile: mühsam zu bauen, viel Schleifstaub und Sägemehl, eigenes Werkzeug muß vorhanden sein

Gleich am Anfang will ich sagen, daß ich zum Klang der CBA 1 wenig sagen kann, da ich sie sehr modifiziert gebaut und zum Teil auch anderes Material verwendet habe und mein Modell ganz bestimmt anders klingt. Allerdings habe ich fast 100% der Arbeitsschritte der Bausatz-Anleitung abgearbeitet, so daß ich zum Bausatz einen vollwertigen Erfahrungsbericht abgeben kann (meine Modifikationen hatten fast ausschließlich Mehrarbeiten zur Folge, die ich zusätzlich zu den Original-Arbeitsschritten erledigt hatte).
und auch gleich das Fazit:

Dieser Bausatz ist von der Höhe her für Kinder gedacht, vielleicht so bis 12 Jahre etwa. Die vergleichen keine Sounds, die wollen keine beste Optik, die wollen eher was bemalen, auf das sie hinterher nicht wie auf ein Heiligtum aufpassen müssen. Da ist so ein Bausatz zu einem solchen Preis gar nicht schlecht, und bei ein paar Arbeitsschritten können sie mitmachen. Was ich an dem CBA 1 kritisiere, ist angesichts des Preises (39 nochwas plus Versandkosten bei einem Musikhaus mit Onlineshop) auch weniger die Qualität selbst, als vielmehr, daß man mit kaum Mehraufwand etwas deutlich besseres hätte liefern können. Darüber habe ich mich geärgert, den Kauf aber trotzdem nicht bereut.
an Werkzeug und Hilfsmitteln braucht man:
* eine Feinsäge oder Stichsäge, um Rückwand und Schlagplatte zuzuschneiden
* eine Laubsäge oder Stichsäge, um das Schalloch in die Rückwand zu schneiden
* Schleifpapier in 60, 80, 120 und 240 (bei bedachtem Einsatz reicht je ein Bogen gerade so aus)
* eine grobe, flache Holzraspel (oder noch viel mehr 60er Schleifpapier...), um die Kanten rund zu feilen
* einen Schleifklotz
* ein Brettchen ca. 40x8cm als "Schleifklotz" zum Planschleifen der Korpus-Kanten vorn und hinten
* 4 Stücke einer Latte für die Druckverteilung beim Leimen
* 4 Spanngurte oder 4 bis 8 Schraubzwingen, um Korpus, Rückwand (und ggf Schlagplatte) zu verleimen
* Expreß-Weisleim
* ein Winkel
* eine Richtlatte oder etwas ähnliches absolut gerades mit 50cm Länge oder mehr, um beim Schleifen der Korpus-Kanten an Vorder- und Rückseite auf Planheit zu prüfen (ich hatte Glück mit dem Rücken eines Fuchsschwanzes)
* eine Bohrmaschine und Bohrer 3mm und 4mm für die Löcher in der Schlagplatte
* ein Handsenker oder Senker für die Bohrmaschine für die Löcher in der Schlagplatte (sollte sehr scharf sein)
* Kreuzschlitz-Schraubendreher Größe 2
* Öl, Wachs oder Lasur für die Behandlung der fertigen Cajon

Für das Verleimen soll man angeblich keinen normalen Holzleim verwenden, da der nach dem Aushärten ein wenig zäh bleibt und so dämpfend wirkt. Schnelltrocknender Holzleim (Expreß-Leim) ist zwar schwieriger zu verarbeiten, weil er schnell fest wird und weniger Korrekturen erlaubt, dafür soll er härter werden und darum die Schwingungen des Holzes besser von einem zum nächsten Brett übertragen.
der Bericht:

Grundsätzlich kann man sagen, daß der CBA 1 so etwa das Minimum ist, was sich schon "Bausatz" nennen kann. Sich im Internet eine Anleitung runterzuladen und auszudrucken und gemäß deren Angaben im Baumarkt Schrauben und zugeschnittenes Holz zu kaufen, ist mit 2 Ausnahmen das gleiche, wie sich den CBA 1 zu kaufen: Deckel, Boden und Seitenflächen haben ein Nut- und Feder-System, um ein Verrutschen der Teile während des Zusammenpressens zu verhindern, und es ist ein halber Snare-Teppich beigelegt, den man sich sonst getrennt vom restlichen Material im Fachhandel kaufen müßte.
Allerdings hätte man dann wohl auch zwei Vorteile:
* Die Bretter des Bausatzes sind sehr unpräzise zugeschnitten und erfordern so einiges an unnötigem Säge- und Schleif-Aufwand, da ist Zuschnitt aus dem Baumarkt in aller Regel maßhaltiger.
* Mit einem separat gekauften Snare-Teppich hätte man nach dem Durchschneiden zwei Hälften, die man dann auch (nebeneinander) beide verbauen würde und so einen etwas besseren Snare-Klang hätte (der nur unbedeutend höhere Bausatz CBA 2 z.B. hat 2 solche Hälften im Lieferumfang).
Bei meinem Bausatz waren entweder die Seitenteile unterschiedlich lang (hoch), oder die Nuten in Deckel und Boden unterschiedlich weit voneinander entfernt (oder beides...), darum konnte man bei zusammengesteckten Teilen nie auf 4 90°-Winkel kommen: Immer waren irgendwo zwei nebeneinanderliegende Ecken, die beide mehr oder beide weniger als 90° hatten. Im Gegensatz zu auf Gehrung geschnittenen Brettern ist es bei dem System der CBA 1 nicht so, daß sich die Teile beim Zusammenpressen von selbst in die optimale Ausrichtung bringen, sondern man muß beim Erhöhen des Drucks immer wieder messen und korrigieren. Das ist lästig, wenn man nicht auf saubere rechte Winkel prüfen kann, sondern immer 2 "schiefe Ecken" miteinander vergleichen muß, ob sie so etwa identisch schief sind.

Wie erwähnt, müssen sowohl vorn (für das Schlagbrett), als auch hinten (für die Rückwand) die Korpus-Kanten sehr sorgfältig so geschliffen werden, daß eine plane Fläche entsteht oder anders gesagt eine plane Fläche ringsum bündig aufgelegt werden könnte. Das erfordert einiges an Sorgfalt und Fingerspitzengefühl: A) müssen die Übergänge von einem zum anderen Brett bündig geschliffen werden, B) müssen die Kanten so geschliffen werden, daß sie im Winkel von 90° zur Fläche innen/außen bleiben, und C) muß das insgesamt über alle vier Bretter auch noch mehr oder weniger plan werden. Während A) und C) Geduldsache sind und man sich einfach zwingen muß, immer wieder drüber zu fühlen (A) oder mit einer Richtlatte zu kontrollieren (C), ist B) ziemlich heikel: Man neigt bei Handarbeit dazu, die Schnittkanten "rund" zu schleifen, was nicht nur die Dichtheit des Korpus beeinträchtigt, sondern auch die Stabilität, da die Verleimung sofort sehr viel weniger Fläche hat.

Auch außen hat man wegen Fertigungstoleranzen unnötig viel wegzuschleifen und bei Schlagbrett und Rückwand muß man sogar mit einer Säge vorarbeiten, so viel zu groß sind beide zugeschnitten.

Anschließend muß man mit einer Raspel (oder viel Zeit und viel grobem Schleifpapier) alle 8 Ecken und alle 12 Kanten rund feilen, wobei die oberen 4 Ecken und die oberen 3 Kanten links, rechts und vorn besonders intensiv abzurunden sind: Beim Spielen würde es sonst an den Seiten in den Oberschenkeln einschneiden und vorn an den Händen schmerzen, die ständig mit der vorderen Oberkante Kontakt haben. Schon nur beim Verrücken der Cajon um ein paar Schritte weiter neigen Kinder aber dazu, sich an allen Kanten und Ecken weh zu tun, wenn die nicht gut abgerundet sind.

Die 4 Füße sind wirklich aus einem idealen Material gemacht: Sehr stabil, aber trotzdem etwas weich und mit sehr viel Reibung, so kann man nach hinten gekippt sitzen ohne Rutschgefahr und ohne Gefahr, die Füße oder einen empfindlichen Fußboden zu beschädigen.
Was ich sehr schlecht finde, ist, daß die 4x20er Spax für die Füße zu lang sind und innen aus dem Bodenbrett herausschauen. Spax sind sehr spitz und es kommt bei Kindern immer mal vor, daß sie in eine Cajon hineingreifen, da ist das eine ernste Verletzungsgefahr. Ich hatte 4er Spax in 16mm Länge da und habe die verwendet, so daß deren Gewinde komplett im Holz bleiben (wo sie auch hingehören...).

Die Bauanleitung ist OK, denke ich. Dieser Bausatz ist etwas ganz anderes, als ein Baukastenregal dieses skandinavischen Möbelhauses zusammenzusetzen. Hier ist wirklich was handwerklich zu tun, und dafür braucht man Gefühl und Geschick, das muß einem liegen. Wer das hat, dem reicht auch die Anleitung absolut aus. Oder umgekehrt: Wer mit der Anleitung Probleme hat, der wird auch nicht in der Lage sein, die erforderlichen handwerklichen Tätigkeiten hinzubekommen.
Einziger Kritikpunkt sind die vergessenen Füße: Was man nicht im Kopf hat, sollte man doch wenigstens in den Füßen haben :-) :-) Tatsächlich sind sie samt ihrer (zu langen) Schrauben noch vorn in der Inhaltsbeschreibung enthalten, dann aber nirgendwo mehr erwähnt - auch nicht in einer Zeichnung, der die Montageposition zu entnehmen sein könnte. Auch das wird keinen Hobby-Instrumentenbauer aus der Bahn schleudern ;-) aber das geht natürlich nicht, einen Arbeitsschritt komplett zu vergessen.

Fazit: siehe Testbericht