Schneider NLQ 401
Warum zum Tätowierer ? Der Drucker kann es auch ! :) - Schneider NLQ 401 Druckerzubehör

Produkttyp: SchneiderSoehne Druckerzubehör

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Warum zum Tätowierer ? Der Drucker kann es auch ! :)
Schneider NLQ 401

Elektro-Man

Name des Mitglieds: Elektro-Man

Produkt:

Schneider NLQ 401

Datum: 21.04.09

Bewertung:

Vorteile: Mega kultig

Nachteile: Keine Treiber für Vista *g*

Der NLQ 401 Nadeldrucker war der offizielle Drucker für die Amstrad bzw. Schneider CPC Computerreihe in den 80ern.

NLQ401 hatte 9 Nadeln und nein, es ist keine Nähmaschine, sondern ein richtiger Drucker, nur halt kein Laserdrucker, kein Tintenstrahldrucker, kein Thermodrucker sondern eben ein Nadeldrucker.

Es war mein erster Drucker überhaupt!

Für die, die mit dem Bergriff Nadeldrucker überhaupt nix mehr anzufangen wissen, obwohl selbst heute noch vereinzelt beispielsweise manche Kassenbons immer noch mit Nadeldruckern gedruckt werden, die allerdings modern und wenig mit dem NLQ 401 gemein haben, folgt nach diesem unnötig verschachteltem Satz, ein kleiner Vergleich mit einer ebenfalls kaum noch vorhandener, jedoch wohl immer noch jedem bekannter Maschine:
Die Schreibmaschine. Damit meine ich nicht die letzten elektronischen Modelle, sondern die gute alte mechanische Schreibmaschine, wie man sie heute noch aus Film und Fernsehen kennt.

Habe selbst auch eine gehabt, bevor ich diesen Drucker kaufte, der dann doch die Arbeit verglichen mit dieser erleichterte.
Im Grunde funktionieren aber Nadeldrucker ziemlich ähnlich den Schreibmaschinen. Man hat ein Farbband, das Papier auf der einen und die Formen, bzw. Nadeln auf der anderen Seite, die mit jedem Aufschlag einen Abdruck auf dem Papier hinterlassen. Dabei nutzt sich das Farbband ab und damit dies nicht so schnell passiert, wird es mit jedem Aufschlag ein Stückchen zu einer Seite aufgerollt, damit nicht immer die gleiche Stelle vom Farbband getroffen wird. Es ging meist nicht wie heute bei den Druckern die Farbe leer, sondern irgendwann waren zuviele Löcher im Farbband oder es war schon ganz gerissen, dass es ersetzt werden musste.
Vorallem bei älteren Schreibmaschinen musste man kräftig auf die Tasten hämmern, um einen sichtbaren Abdruck bei jedem Buchstaben und Satzzeichen zu hinterlassen, durfte gleichzeitig aber nicht zu stark drauf hauen, sonst hatte man ein Loch im Papier. Mit einer Computertastatur benötigt man natürlich weit weniger Kraft und die Nadeln waren im Gegensatz zur menschlichen Hand immer gleichmässig. Somit hielten die Farbbänder bei Nadeldruckern in der Regel auch länger als auf den Schreibmaschinen.
Der Drucker war auch wesentlich schneller als ein Mensch, wobei er natürlich bei einem Vergleich mit heutigen Printern einer Schnecke entspricht, die einem Ferrari hinterherkriecht.
In der Regel konnte man nicht einfach das Farbband einer Schreibmaschine bei einem Nadeldrucker verwenden, je nach Band war das aber mit einiger Kniffelei doch möglich.

Vielleicht ist der Begriff Dot-Matrix-Printer mehr geläufig. Mit einem Farbband und 9 Nadeln konnte der Drucker natürlich nicht farbig drucken. In der Regel waren auch keine Verläufe möglich, ja eigentlich noch nichteinmal Flächen. Somit hat jedes Faxgerät und s/w Kopierer heute "mehr drauf", als dieser Nadeldrucker, der eben nur zum Drucker von Texten gedacht war.

Bequemer als eine Schreibmaschine war das schon, wer allerdings glaubt man konnte früher einfach wie heute ein Programm wie Word öffnen und loslegen, der irrt sich gewaltig. Zumindest mussten früher in der Regel aber keine Druckertreiber installiert werden.
Dafür musste man für das Drucken Befehle schreiben, alles per Text, ähnlich MS-Dos ohne grafische Oberfläche. Mit den Druckbefehlen allein konnten jedoch nur englische Zeichen gedruckt werden, also keine Umlaute und pro Befehl war die Textlänge stark beschränkt. Wollte man Sonderzeichen drucken, musste man eine Zahlenkombination für den entsprechenden ASCI Code angeben, dafür gab es Tabellen. Es konnten dann nur Zeichen gedruckt werden, die in ASCI festgelegt waren und nur in einer einzigen Schriftart, in einer einzigen Schriftgrösse.

Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, dass der Drucker kein "normales" Papier "schieben" konnte. Er hatte nur einen Mechanismus für dieses Endlospapier, wo an den Rändern abtrennbare Streifen mit den Löchern waren und wo alle A4 Blätter zusammenhafteten und nach dem Druckvorgang per Hand getrennt werden mussten. Man konnte natürlich auch anderes Papier nehmen, musste dann aber dieses selbst positionieren, also jede Zeile.

Ihr seht schon, das Drucken war früher noch ein echtes Abenteuer !

Wem das mit den Sonderzeichen und ASCI und der begrenzten Textlänge zu nervig war, konnte entweder ein eigenes Druckprogramm programmieren oder auf ebensolche zugreifen. Programm im heutigen Sinne ist auch übertrieben. Das was ich hatte, keine Ahnung ob es dem Drucker auf einer Kassette beilag oder ich es anderweitig besorgt hatte, jedenfalls war es eigentlich ein reiner Compiler statt Programm. Man hatte etw. vereinfachte Befehle und konnte Sonderzeichen nun mit Tastenkombinationen darstellen.

Mehr habe ich persönlich nicht versucht aus dem Drucker raus zu holen, ging offiziell auch nicht. Andere Technikfreaks schafften es aber tatsächlich dotmatrix Grafiken teilweise sogar zumindest mit Andeutung von Verläufen zu drucken, indem sie die Nadelaufschlagstärke manipulierten.

Ah, doch ein kleines Erfolgserlebnis fällt mir noch ein, der 2 farbige Druck. Das lag aber einfach an der Farbrolle. Es gab nämlich früher auch welche, die aus einem Doppelstreifen bestanden, meist war oben rot und unten schwarz oder anders rum. Man musste dann nur die Aufschläge kalibrieren wann sie weiter oben und wann weiter unten erfolgen sollten. Klingt viel einfacher, als es war.

Der Witz ist, dass ich so gut wie nie mit meinem NLQ 401 Drucker geschimpft habe, im Gegensatz zu allen späteren Druckern, gerade weil die Bedienung von NLQ 401 so kompliziert war, man dadurch aber stets auch den Grund wusste, warum etw. nicht funktionierte. Im Gegensatz zu heute, wo man keine Ahnung hat, was sich alles im Hintergrund bei der Technik und Software abspielt und ohne Erklärung dem Drucker gleich die Schuld gibt, wenn er wiedermal keine Lust hat, obwohl man doch "Drucken" gedrückt hat.

Fazit: My Number 1

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Installation: