Wild Metal (DC)
Jetzt gibts Action! - Wild Metal (DC) Dreamcast Spiele

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Jetzt gibts Action!
Wild Metal (DC)

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Produkt:

Wild Metal (DC)

Datum: 08.04.11, geändert am 08.04.11 (27 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Graphik "ok", nette Idee, für die Dreamcast

Nachteile: langweilig und langwierig, KI, detailarme Welt

Ja, Wild Metal: Die Premiere von RockstarGames, bevor sie noch mit GTA richtig bekannt werden sollten. Anscheinend haben nicht viele dieses Debut der Spieleentwickler mitverfolgt, denn sonst wären sie heute nicht so berüchtigt ;) , zumal sie nur bei der Dreamcast-Version, die ich hier vorstellen will, beteiligt waren . Das Spiel selber erschien 2000 (PC 1999) und landete dabei vermutlich in viele Spieleregale ehm. Dreamcast-Spieler (oder auch heute noch standhafter Veteranen, zu denen ich mich zähle). Im folgenden Bericht möchte ich Ihnen ein bißchen über diesen actiongeladenen Sci-Fi-Kracher erzählen.

== Anschaffung ==
Die Dreamcast ist eine Konsole in den letzten Zügen. Deswegen kann man dieses Spiel nicht mehr im Laden erstehen. Das Angebot in Internetläden wie Amazon und co. ist aber reichhaltig: Neu kann man es dann für 20Euro erstehen. Gebraucht liegen die Preise natürlich weit darunter. Ich habe es damals in einer Speielsammlung bekommen.

== Hülle und Anleitung ==
Die Hülle verspricht schon einiges: Ein Panzer ballert ordentlich auf einen Helikopter und auf den Bildern hinten sieht man, wie sich Panzer beschießen! Die Graphik macht auf mich einen durchaus ordentlichen Eindruck, obwohl da bei der Dreamcast natürlich ein bißchen mehr drinnen gewesen wäre...
Die Anleitung, die Dreamcast-typisch mehrsprachig verfaßt ist und deswegen sehr dick daherkommt, erklärt das Spiel bis ins Detail: Waffen, Gegner, Level und Aufgaben werden gut erläutert, vielleicht auch etwas zu gut. Wenn man das Spiel noch nicht angespielt hat, dann kann man nach den ersten Steuerungsseiten ruhig das Buch weglegen und einfach losspielen: Das Handbuch ist dann eher etwas zum Nachschlagen.

== Was zu tun ist ==
In "Wild Metal" tauchen Sie in die Rolle eines Panzerfahrers ein, der zwischen 5 Panzer auswählen darf. Ein Planet wurde damals von Maschinen ausgerottet, die den Menschen nicht mehr zu gehorchen begannen. Nun müssen Sie mit Ihrem Panzer, der von einem Sonderkommando geschickt wurde, alles wieder ins Lot bringen und 5 Energiekerne sammeln, die pro Karte auf dem Boden irgendwo liegen oder sich die Gegner geschnappt haben. Ähnlich wie in einem Deathmatch haben Sie unendlich Leben, nur, daß wie in einem Highscore-Spiel all Ihre Taten und Ihre benötigte Zeit später protokolliert werden. Sterben Sie, verlieren Sie alle Energiekerne, die Sie nicht "gesichert" haben und auch Ihre bis dahin gesammelte Ausrüstung ist futsch. Aber: Ihr ehm. Hab und Gut liegt da, wo Sie es verloren haben, sofern es sich kein Gegner gekascht hat. Ihre Gegner sind hauptsächlich andere Panzermodelle, Helikopter oder, das ist besonders nervig, allerarten von Schutztürmen und Atillerie, die in unübersichtlichen Stellen auf ihr Metall schießen. Haben Sie ein paar Energiekerne gesammelt, dann sichern Sie selbige am besten in der Nähe eines ihrer Lagerportale, an denen Sie auch starten. Eine Karte kann mehrere von denen haben. Sollten Sie mal unter Energienot sein oder durch ein unsinniges Manöver auf dem Rücken liegen und nicht mehr wieder hochkommen (:->), dann können Sie einen Helikopter ordern, der Sie wieder auf Fahrbahn und zu Saft und Kraft bringt. Eine gute Idee, die das einsame Szenario etwas auflockert. Der Helikopter kann von Gegnern aber aufgehalten werden bzw., wenn Sie ihn zu oft ordern, kann er Ihnen seinen Dienst kurzweilig versagen. Sie sehen, in Wild Metal kann man durchaus was erleben, auch wenn die Terminator-Handlung nicht unbedingt mitreißend ist.

== Graphik ==
Die Graphik ist wie gesagt ordentliche Polygonoptik, also komplett in 3D. Die Panzerketten rollen und die Explosionen sind glaubwürdig, wenn auch nicht spektakulär. Doch die Texturen: Natürlich spielt "Wild Metal" in einer eingeödeten Welt... aber es gibt sicherlich schönere Einöden! Und wo sind die Ruinen der ehm. Bewohner? Ich finde es schade, daß die Spielemacher keine beklemmende Szenerie geschaffen haben (wie z.B. in POD, wo die Leute den Planeten wegen eines Viruses verließen), sondern einfach nur gewaltige Wüsten geschaffen haben, mit ebenselbiger Begründung, die Menschen seien ausgestorben. Haben die damals in Holzhütten gewohnt?
Neben dieser ruinenarmen Gegend, die trotz der Futuro-Story komischerweise Pyramiden u.ä. aufbringt, strotzen die Karten von Wild Metal von unüberwindbaren Hügeln und unübersichtlichen Landschaften. Das, so die Spielemacher, sei Teil der Strategie: Man muß sich eben seinen Weg irgendwie durchbahnen. Natürlich könnte das schon Spaß machen und das hat auch sicher seinen Wert. Zusammen mit der kahlen Landschaft und den wenigen Gegnern jedoch ist das immer nur ein ich-kratze-gegen-den-Berg-und-gucke-daß-ich-rüberk omm'. Alles in allem ist die Graphik gut, aber detailarm.

== Sound ==
Der Sound ist "in Ordnung", kommt aber etwas dumpf daher. Schüsse, Treffer, Gebäudekawumms oder Flugbeschuß sind nicht gerade vom Feinsten. Da hätte VIEL mehr drin sein können! Aber die Musik finde ich besonders gut: GAR KEINE! Das nervt natürlich, denn so wird das trostlose Szenario gleich noch ein Stückchen langweiliger. Im Sound gibt es auf jeden Fall eine ganz schlechte Bewertung...

== Steuerung ==
Gesteuert wird mit dem Dreamcastüblichen Controller. Am Anfang muß man sich etwas and die Besetzung der ABXY-Knöpfe gewöhnen, trotzdem kann man sagen, daß die Steuerung von Wild Metal wirklich gut ist. Mit dem Analog-Stick bewegt man sich auf der Karte, während man den Geschützturm mit den L und R Tasten bewegt. Man sieht übrigens immer Richtung Kanonenrohr, was es ermöglicht, anders zu fahren, als man sieht, was sehr wichtig ist, wenn man z.B. mit Schußinferno einen Rückzug machen will o.ä. Mit den bunten Tasten kann man seine Sicht umstellen oder schießen, was im BallistikStil funktioniert: Das Rohr hebt sich mehr und mehr, je länger man die Taste gedrückt läßt und man schießt eben entsprechend weit seines Befehles. Das erfordert etwas Übung und am Anfang wird man nicht viel treffen. An den bunten Tasten ruft man auch den Helikopter. Die Steuerkreuztasten legen die Waffen- und Minenwahl fest. Insgesamt eine gelungene Steuerbesetzung.
Der Bildschirm der VMU zeigt einem lediglich an, welche Waffe man gerade angewählt hat. Da man selbiges auch gut am Bildschirm sieht, ist diese Information nicht ganz so wichtig.
Die VMU wird desweiteren auch zum Speichern des Spielstandes benötigt.

== Ablauf ==
Man fängt immer gleich an: Man muß die 5 Levels hintereinander absolvieren, kann also nicht gemischt anfangen (ähnelt also einer Kampagne). Man darf jedoch stets bei Beginn einen neuen Panzer wählen; auch dann, wenn man ein- und dieselbe Karte nach Speichern verlassen hat. Speichern kann man nämlich "nur" in den Ladeportalen und das wiederum bedeutet sozusagen, daß man kurz zum "Mutterschiff" zurückkehrt und sich neu rüsten kann. Obwohl ich solche Speicherzwänge hasse, ist es bei Wild Metal nicht weiter schlimm, da man diese Portale schnell findet.
Einmal auf der Map gilt es nun die Energiekerne zu finden, die man daran erkennt, daß sie sehr sehr bunt leuchten. Außerdem zeigt euer Radar, sofern er von einem Gegnerfahrzeug nicht gestört wird, die ungefähre Position derselben an. Derweil finden Sie auch neue Waffen in Kisten. Die verlorene Lebensenergie kann man mit dem Helikopter, durch Ausruhen oder durch das einsammeln gegnerischen Schrotts nach einem Kampf wieder auffüllen. Sind einige Kerne in Ihren Besitz übergetreten, sollte man sie sichern, um sie nach dem eigenen Tod nicht zu verlieren: Dazu macht man einfach in einem Ladeportal halt und könnte z.B. die Zeit zum Sichern und Unterbrechen nutzen.
Die zur Verfügung stehenden Panzer zeichnen sich durch ihre Fahreigenschaften aus: Der eine ist wendiger, kippt aber leichter, der andere wiederum ist schwerer und langsamer usw. . Auch die Panzerung hängt vom Modell ab. Aber hier kann man nach Belieben die 5 ausprobieren und sich für einen Liebling entscheiden. Bewaffnet werden sie übrigens gleich.
Am Anfang hat man nur die Standartkanone und "Leuchtminen", mit denen man sich z.B. Gegenden markieren kann. Im Laufe des Spieles gibt es dann noch viele viele richtige Minen, hochexplosive Waffen Streuwaffen uuu. Sehr viel spektakulärer wird die Partie aber auch mit High-End-Bewaffnung nicht.
Haben Sie alle Kerne, dann können Sie am Ladungsportal die Partie beenden und gelangen um nächsten Level. Juhu!

== Die KI ==
Der Computergegner reagiert längst nicht so schlau, wie es einem das Handbuch weismachen will: Spähfahrzeuge, die, da unbewaffnet, ihre Freunde alamieren und gegen Sie aufhetzen, Panzer, die selbst zum Rückzug und zur Recreation aufbrechen; all das gibt es nur scheinbar. Der Spieler wird, auch wenn er sich mit den ballistischen Waffen schwertut, schnell dem Computer überlegen sein. Hier kann Schwierigkeit nur durch bloße Masse und Terrainvorteil erzeugt werden. Hier aber kommt man sich dann besonders machtlos vor, zumal man als Panzer sehr unwendig ist. Das erzeugt dann ein Gefühl von Frust, weil man nur unter unfairen Bedingungen wirklich verlieren kann. Die KI reagiert meistens plump: Ein Minenwerfer stellt ab einer gewissen Entfernung einfach das Feuer ein und verfolgt mich nicht, obwohl ich ihn noch immer mit meinen Geschossen treffe (er flieht auch nicht, denn er SOLL ja da stehen). Ein "flüchtender" Spähwagen stellt alle 2m die Flucht ein, so daß ich ihn nach bestimmten Abständen immer wieder beschießen und dann ausschalten kann. Der "flüchtender" Panzer schießt nicht während seiner "Flucht", obwohl ich hinter ihm herfahre und entsprechend schieße. Solche und mehr Kleinigkeiten lassen die KI alles andere als sehr geistreich erscheinen.

== Spaßfaktor ==
Das Spiel ist so langweilig, daß man es v.a. den Kindern schenken könnte, die nie für die Schule lernen. Nach ca. 30 Minuten werden Sie sie hinter den Büchern sehen... ich meine, "Wild Metal" meint es ja wirklich gut mit uns, aber das Spiel i s t z u l a n g w e i l i g. Ich sage es noch einmal in aller Härte: <<Es ist langweilig>>. Es ist so langweilig, daß ich mir überlegte, mit dem Briefmarkensammeln anzufangen um den letzten Kick zu bekommen. Man fährt wirklich nur musiklos durch karge große Landschaften, um Kerne für irgendeinen Zweck zu sammeln und bekommt es mit Metalgegnern zu tun, die zwar angeblich die Menschheit ausrotten konnte, aber zu dumm sind einen einzigem Panzer das Wasser zu reichen. Sicherlich will man diesem Spiel irgendwie eine Chance geben: Ich selber habe wirklich lange davor gesessen und dachte mir: "Na komm, so schlimm ist es ja nicht." Denn eigentlich ist es ja schon sympathisch gestaltet, aber leider gibt es da um einiges bessere Actiontitel. Deswegen ist der Wiederspielwert extrem gering und das Spiel extrem langwierig gestaltet. V.a., wenn man ein Level fast geschafft hat und fast alle Gegner tot sind, muß man irgendwie irgendwo in der kargen Landschaft irgendwas finden, was sich irgendwo versteckt und bleibt dabei immer wieder an irgendwelchen Hängen stecken. Nein!

== Multiplayer ==
Wer sich gerne in Gesellschaft langweilt, kann "Wild Metal" auch zu zweit spielen. Dabei kann man sich z.B. in einem Kampf gegenseitig die tollen Energiekerne wegschnappen und muß sich abschießen, um an die seines "Freundes" zu kommen. Das rettet den Unterhaltungswert vielleicht ein bißchen, aber letzten Endes sitzen dann halt zwei Leute dösend vor dem Teleschirm.

== Fazit ==
"Wild Metal" ist allenfalls Altmetall oder gar Schrott. Das Spielprizip ist nett, die Graphik in Ordnung... aber leider strotzt das Spiel voller eintöniger Tristesse und macht sehr schnell keinen Spaß mehr. Ich kann dieses Spiel nur den Leuten empfehlen, die evt. ihre Dreamcast-Sammlung etwas aufwerten wollen; als Budget-Titel ist das Preis-/Leistungsverhältnis vielleicht noch in Ordnung. Wer aber noch ein Spiel braucht, um sich zu unterhalten, dem kann ich von "Wild Metal" nur abraten.
Ich habe mir aber sagen lassen, daß man diese Rockstargames-Debut mittlerweile als PC-Version kostenlos auf der Rockstargames-Homepage runterladen kann. So kann man prima sehen, ob einem das Spiel gefällt. WENN es einem aber gefällt, so sollte man sich für die Dreamcast-Version entscheiden: Denn 1.ist die Steuerung echt gut 2.es ist die glorious Dreamcast und 3.laßt die Dreamcast nicht sterben!
In diesem Sinne: Keine Kaufempfehlung von mir, für Hardcoregamer und Sammler eventuell ein nettes Schmuckstück

Fazit: Langweiliges Rockstar-Debut mit niedrigem Wiederspielwert

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: