
Neuester Testbericht: ... nicht bei VF3tb. Da gibt es nämlich noch, neben dem besagten TeamBattleModus auch noch den Normal Modus, beides nochmal als Multipl... mehr
Extrem anspruchsvolles Beat'em-Up
Virtua Fighter 3tb (DC)

Name des Mitglieds: sinfortuna
Produkt:
Virtua Fighter 3tb (DC)
Datum: 12.03.05, geändert am 02.04.05 (86 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Extrem viele individuelle Moves bei allen Kämpfern, hoher Anspruch, da geschicktes Blocken und Ausweichen zum Erfolg führt, beeindruckende Spezialeffekte
Nachteile: Kein richtiger Zweispielermodus, was fast schon unverzeihlich ist, leicht veraltete Optik bei den Kämpfern
Trotz des Kaufs der Playstation 2 spiele ich ab und zu, wenn es die Zeit erlaubt, noch Spiele meiner Lieblingskonsole, und zwar auf dem Sega Dreamcast. Fragt mich nicht wieso, irgendwie sind die Games trotz der mittlerweile veralteten Spieltechnik immer noch reizvoll für mich. Virtua Fighter 3tb gehört auch zu jenen Spielen, wobei hier natürlich der Mehrspielerspaß im Vordergrund steht. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sowohl Konsole als auch die dazugehörigen Games größtenteils schweinebillig geworden sind, ist dieses Klöpperspiel gar nicht mal so uninteressant, schätze ich. Klar ist, dass dieses DC-Game zu den Beat’em-Ups gehört, die ziemlich bekannt wurden, denn Virtua-Fighter-Versionen gibt es für alle möglichen Systeme, über den PC, den Saturn, die Playstation, eben den Dreamcast bis hin zur Playstation2 sind mir welche bekannt, so ganz schlecht können diese demnach nicht sein.
Vorbild für dieses Klöppergame war wieder einmal ein Spielautomat, also praktisch das, wodurch Sega einst berühmt wurde. Ziemlich genau 1:1 wurde die Fassung für den Automaten in den Spielhallen auf den Dreamcast umgesetzt, was wirklich schon eine Leistung ist. Allerdings gibt es bei Virtua Fighter 3tb einen gewaltigen Unterschied, was die Importversion und unsere europäische Pal-Version. Bei der Pal-Umsetzung wurde nämlich etwas Mist gebaut, denn leider gibt’s unübersehbare dicke Balken am oberen und unteren Bildschirmrand, was natürlich äußerst unschön ist. Zudem leidet dann auch typischerweise die Spielgeschwindigkeit darunter, was natürlich auch ziemlicher Mist ist. Zwar ist das Spiel trotzdem nicht verkehrt, doch eine Klasse schlechter als das Original aus Fernost ist die Europa-Fassung daher schon.
Einen kleinen aber sehr feinen Trick, diesen Lapsus auszubügeln, gibt’s allerdings doch: kauft Euch den VGA-Adapter, den Ihr mittlerweile sicher nur noch im Internet oder bei Importhändlern bekommt, schließt die Konsole dann entsprechend an einen VGA-tauglichen Fernseher an oder nehmt, falls Euch dies nicht möglich ist einfach Euren PC-Monitor und siehe da: das Dreamcastgame läuft auf einmal auch in der europäischen Fassung im 60Hz-Modus! Feine Sache, oder? Das gilt übrigens meines Wissens für alle DC-Spiele in Pal, die unverschämterweise über keinen 60Hz-Modus verfügen. Bei mir hat dieser Trick jedenfalls stets funktioniert, die Mühe lohnt sich auf jeden Fall.
So, jetzt habe ich genug Zeilen der Technik gewidmet, komme ich nun also zum Game an sich. Zwölf Athleten hauen sich in einem Kampfsportturnier die Birne weich, insofern gibt’s erst einmal nichts wahnsinnig Neues. Die Spielmodi sind hier zwar nicht sonderlich zahlreich, haben es aber trotzdem in sich: zur Auswahl stehen Training, Arcade und Teambattle, wobei es mich doch sehr verwunderte, dass es keinen lupenreinen Zweispielermodus gibt, das ist nicht nur dreist, sondern einfach schlecht. Zwar kann sich während des Fightens ein zweiter Spieler durch Betätigung der Start-Taste mit einklinken, doch dann ein neuer Krieger kann dann beim nächsten Kampf nur durch den Verlierer ausgewählt werden, da dieser dann bekanntlich vom Continue-Feature Gebrauch machen darf. Ein weiterer Lapsus neben der schon erwähnten schlampigen Pal-Anpassung, wie ich jedenfalls finde.
Nach diesen beiden Patzern gibt es aber einige Dinge, die für Entschädigung der arg geschundenen Beat’em-Up-Seele sorgen: die Moves sind nämlich sehr schell zu erlernen und schon n ach wenigen Minuten habt Ihr Euch am äußerst fesselnden Gameplay festgebissen, nach Herzenslust – und dies zudem sehr variantenreich – darf nun , geschlagen, getreten, geblockt und geworfen werden, Spezialmanöver und heftige Kombinationen gibt’s hier en masse. Das ist überhaupt die Stärke von Virtua Fighter 3tb schlechthin, denn jeder Kämpfer verfügt sicherlich weit über 50 verschiedene Bewegungsmöglichkeiten, wobei speziell dem Blocken der gegnerischen Angriffe, dem Ausweichen und der Konterattacke hier eine enorme Bedeutung zukommt, was das Ganze angenehm taktisch macht und eben dafür sorgt, dass wir es mit einem erstaunlich anspruchsvollen Klöpperspiel und nicht mit einem dumpfen Joypadgehämmer – wer am Häufigsten drückt, der gewinnt – zu tun haben. Gerade das Blocken und Ausweichen tragen dazu bei, dass die Kämpfe wesentlich interessanter als beim Großteil der Beat’em-Up-Konkurrenz rüberkommen, der Ablauf eines Kampfes kann sich daher deutlich von anderen unterscheiden, Monotonie entsteht somit nicht, langweilig wird’s so schnell auch nicht.
Des Weiteren ist es als sehr positiv einzuschätzen, dass die individuellen Fähigkeiten jedes einzelnen Kämpfers sehr gut zur Geltung kommen und ebenso die Schwachpunkte deutlich aufgedeckt werden können. Mag der eine Fighter schnell und wendig, dafür aber wenig robust sein, der andere im Zeitlupentempo agieren, aber wenn er einmal zuhaut, wächst meistens kein Gras mehr, das macht Laune. Was Virtua Fighter 3tb auszeichnet oder besser gesagt kennzeichnet, sind die Wall-Moves, bei denen der Kontrahent mächtig an den Zaun oder Wände gedonnert wird, was für eine phasenweise mitreißende Kampfatmosphäre sorgt, Ihr es gerade in dieser Hinsicht richtig krachen lassen könnt. Ferner sind auch die Besonderheiten der jeweiligen Umgebung zu beachten, denn Abgründe oder auch tiefe Seen können für den ein oder anderen unfreiwillig komischen Lacher sorgen. Besonders witzig oder auch raffiniert ist es, den Gegner heranstürmen zu lassen, um diesem dann im letzten Moment auszuweichen, falls dies hinhauen sollte, schaut der Kontrahent mehr als nur dämlich in die Wäsche, ein Sturz in die Tiefe oder ins eiskalte Wasser sind dann praktisch vorprogrammiert.
Schließlich ist die Grafik von Virtua Fighter 3tb auch mehr als nur zufriedenstellend, die Kampfarenen weisen schöne Hintergründe mit mächtigen Farben auf, wenn auch der Detailreichtum etwas zu wünschen übrig lässt. Spezialeffekte gibt’s hier auch nicht gerade selten, ob Spiegelungen im Eis, aufwirbelnder Staub oder Wüstensand, herumwirbelndes Laub bei starkem Wind, schöne Sonnenuntergänge und so weiter und so fort, es passt einfach. Die Kämpfer sind prächtig groß gezeichnet, egal ob Männlein oder Weiblein, wenn die Animationen auch für heutige Verhältnisse nicht ganz so geschmeidig aussehen, zumindest einen etwas klobigen Eindruck hinterlassen. Die Akustik kann auch durch einen hämmernden Soundtrack und sehr gelungene Soundeffekte überzeugen, auch hier ist alles im grünen Bereich. Das Hauptargument für einen Kauf dieses Klöppergames auch heute noch sind aber weder Grafik noch Sound, sondern neben den schönen Spezialeffekten vor allem die unzähligen Moves, welche die Athleten drauf haben und der hohe Anspruch in den stark von der Taktik geprägten Kämpfen.
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Dreamcast Spiele

