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Heldenhafte USA
Vigilante 8 Second Offense (DC)

Name des Mitglieds: Yasmina24
Produkt:
Vigilante 8 Second Offense (DC)
Datum: 10.05.05
Bewertung:
Vorteile: Action, schnell erlernt, große Fahrzeugauswahl, individuelle Eigenschaften, Quest-Modus, 60Hz-Modus
Nachteile: Wenig Tiefgang, simples Drive-and-Shoot, trotz Missionen eigentlich immer dasselbe, absolut sinnfrei
Vigilante 8, die zweite Herausforderung (im weiteren Verlauf meines Berichts einfach nur noch V 8.2 genannt) kann zweifellos als reinrassiges Drive and Shoot bezeichnet werden, einen besonderen Tiefgang beziehungsweise eine fesselnde Rahmenhandlung dürft Ihr demzufolge nicht erwarten, ist aber ohnehin bei Spielen dieses Genres aber generell weniger gefragt. Einen Oberfiesling gibt es dennoch, sein Name ist Lord Clyde. Er ist der Präsident des größten Ölkonzerns der Welt und demzufolge ein sehr mächtiger Mann. Im Laufe der Zeit hat sich dieser Fiesling ein richtiges Imperium aufgebaut und versetzt nahezu die ganze Welt mit seinem Syndikat in Angst und Schrecken, kontrolliert sozusagen den gesamten Weltmarkt. Eine Ausnahme gibt es dennoch, denn die Vereinigten Staaten von Amerika setzen sich energisch zur Wehr, wollen den bösen Machenschaften des mächtigen Lords schnellstmöglich Einhalt gebieten. Lassen wir den (in meinen Augen wieder einmal sehr dämlichen) US-Pathos einmal größtenteils unkommentiert und nehmen es jetzt einfach einmal so als Bestandteil der (Pseudo-) Geschichte hin.
Lord Clyde scheint aber noch nicht satt zu sein, er will (noch) mehr: leider Gottes gelingt es ihm, in Erfahrung zu bringen, dass eine supermoderne Zeitmaschine entwickelt wurde und schmiedet daraufhin sehr finstere Pläne. Kurz darauf gelingt es (fast schon wie erwartet) seinen Anhängern, jene Maschine zu stehlen, woraufhin er beginnt, sein schreckliches Vorhaben so langsam aber sicher in die Tat umzusetzen. Ohne lange zu zögern, lässt sich Lord Clyde ins Jahr 1977 zurückschicken, um in jener Epoche die gesamten Vereinigten Staaten zu vernichten, so dass auch der letzte Unruhestifter keinen Schaden in der Zukunft mehr würde anrichten können. Mag sich dies auch möglicherweise fast wie eine richtige Handlung anhören, so täuscht dies lediglich etwas darüber hinweg, das es von nun an nur noch um das Zerstören allerlei fahrbarer Untersätze geht, über das ich nun etwas mehr im Detail berichten möchte.
Bevor es richtig losgehen kann, erfreut Ihr Euch (nun kommt der erste Unterschied zwischen den einzelnen Versionen) hier auf dem Sega Dreamcast und übrigens auch auf der Version für die Sony Playstation an einem netten Vorspann, wobei die Qualität der Filmsequenzen qualitativ (für damalige Verhältnisse zumindest) doch sehr hochwertig ist. Während Ihr also auf Sonys und Segas Spielkonsole gut auf das bevorstehende Action-Abenteuer eingestimmt werdet, seht Ihr auf dem Nintendo 64....... nichts! Ja wirklich, rein gar nichts. Fragt mich nicht wieso, auf dem N64 erscheint nur das Titelbild, das war es, kein sogenanntes Full-Motion-Video ist dort in Sicht. Dies ist zwar insgesamt nicht ganz so schrecklich tragisch, meiner Meinung nach aber trotzdem erwähnenswert. Dann aber kann es wirklich losgehen, es beginnt das actionreiche Abenteuer voll mit Kämpfen zwischen der tapferen Vigilante-Gang und den fiesen Untergebenen des bösen Lords, die sich übrigens Coyote-Rowdies nennen. Im Vergleich zum Vorgänger wurde in diesem zweiten Teil eine dritte Gruppe neu kreiert, welche sich Drifters nennen und besonders erbarmungslos zu Werke gehen, wovon wir uns aber natürlich als tapfere Superhelden auch nicht schocken lassen.
Wir dürfen auf jeden Fall zunächst zwischen insgesamt achtzehn verschiedenen Hauptfiguren wählen, die jeweils (natürlich) über einen unterschiedlichen fahrbaren Untersatz verfügen, was zweifelsohne eine Stärke von V 8.2 darstellt. Die Fahrzeuge unterscheiden sich nämlich nicht nur vom Design und überhaupt der Art her (vom Motorrad, über Pick-Up, Panzerwagen und Truck ist so ziemlich alles dabei), sondern auch in ihren Fahreigenschaften, speziell im Hinblick auf Robustheit, Beschleunigung und die Höchstgeschwindigkeit. In diesem Fall habt Ihr also wirklich die Qual der Wahl, seid Ihr schließlich zu einer endgültigen Entscheidung gekommen, begebt Ihr Euch unverzüglich ins erste Schlachtszenario, worauf wir uns kurze Zeit später im ersten der zahlreichen 3D-Schauplätze wiederfinden. Die Örtlichkeiten sind dabei quer über den amerikanischen Kontinent verstreut, schließlich will der böse Lord ja die gesamte USA vernichten. Demzufolge sehen auch die Landschaften sehr unterschiedlich aus, was abwechslungsreichen Schlachten zunächst einmal grundsätzlich nicht im Wege stehen dürfte. Doch ausgiebig Zeit, Euch in aller Ruhe die Umgebung anzuschauen, habt Ihr hier in V 8.2 nicht, denn unaufhörlich tobt hier die Action und das ohne jede Verschnaufpause. Erholungsphasen gibt es hier einfach nicht, lediglich zwischen den einzelnen Spielabschnitten dürft Ihr (selbstverständlich) kurz durchatmen.
Ob über Asphalt, durch die Wüste oder Schneelandschaften, durch Hafengebiete oder Fabrikanlagen, innerhalb kürzester Zeit wird der eben noch mehr oder weniger idyllisch wirkende Schauplatz in ein apokalyptisch anmutendes Szenario verwandelt, kein Stein bleibt mehr auf dem anderen, dafür sorgt sowohl Ihr als auch die bis an die Zähne bewaffneten Feinde. Alles wird innerhalb sehr kurzer Zeit in Schutt und Asche gelegt, schließlich ist eine freie Sicht das A und O in diesem zwar relativ unkomplizierten aber sehr hektischen Actionspektakel. Es wird dabei auch kein Halt vor Öltanks oder Hochöfen gemacht, hier geht es einzig und allein um das Zerstören aller feindlichen Einheiten und das ohne Rücksicht auf Verluste, schließlich kämpfen die Vereinigten Staaten von Amerika ums pure Überleben, da kann keine Rücksicht auf Tankstellen oder Fabriken genommen werden.
Im Mittelpunkt stehen bei dieser Dreamcast-Version nicht nur die Fahrzeuge, sondern ganz besonders natürlich auch die Waffensysteme, mit denen sich gegenseitig das Leben zur Hölle gemacht wird. Fast schon serienmäßig findet Ihr bei jedem Fahrzeug ein Maschinengewehr mit einem unerschöpflichen Munitionsvorrat vor, doch dies ist bei weitem die harmloseste Waffe. Wichtig ist es, die überall herumliegenden Extras aufzusammeln, so spielen gerade Minen, Raketen und Flammenwerfer eine nicht gerade unwesentliche Rolle. Diese von Euch in aller Regel bitter benötigten Extrawaffen gehen automatisch in Eure Ausstattung über, so dass Ihr bequem aus allen Rohren feuern könnt. Interessant sind nun aber in V 8.2 die Kombinationsmöglichkeiten, denn durch das Betätigen einer ganz bestimmten Reihenfolge der Tasten auf Eurem Joypad löst Ihr noch wesentlich durchschlagskräftigere Attacken aus, welche im Erfolgsfall dementsprechend großen Schaden anrichten. Darüber hinaus sind in Holzkisten die Spezialwaffe für jedes einzelne (am Anfang anwählbare) Fahrzeug vorzufinden, was den Spielablauf erheblich interessanter macht. Dies bedeutet, dass Ihr je nachdem, welchen fahrbaren Untersatz Ihr ausgewählt habt, im weiteren Verlauf des Spiels eine ganz individuelle Spezialattacke zur Verfügung habt, die es eben nur einmal gibt. Dies dürfte die Langzeitmotivation für Fans solcher Drive-and-Shoot-Spiele erheblich in die Höhe schrauben, glaube ich.
Natürlich gibt es in dieser Dreamcast-Fassung nicht nur eine größere Auswahl an Fahrzeugen und Waffensystemen, sondern (fast schon selbstverständlich) auch an vorhandenen Spielmodi, insgesamt sind es drei an der Zahl. Beim Arcade-Modus sucht Ihr Euch einfach einen Schauplatz aus und rast los, schießt wie wild um Euch und hofft, dass Ihr alles kurz und klein geschossen habt, bevor Ihr das Zeitliche segnet. Im Survival-Modus geht es darum, möglichst viel kaputt zu schießen, bevor das Schicksal Euch ereilt, auch dies sorgt zumindest für ein paar Tage für gute Unterhaltung, wie ich jedenfalls fand. Der Schwerpunkt von V 8.2 liegt (zumindest meiner Meinung nach) aber eindeutig beim Quest-Modus, welcher Solospieler/innen ansprechen soll. In diesem Modus wählt Ihr zunächst Euer Lieblingsfahrzeug beziehungsweise den entsprechenden Charakter aus und wütet von da an quer durch die vereinigten Staaten von Amerika, sofern Ihr nicht frühzeitig zerschossen, zerbombt oder flambiert wurdet. Das Vibrieren Eures Joypads schüttelt Euch dabei regelmäßig ganz schön durch, einschlafen werdet Ihr hier bei V 8.2 aber so oder so nicht.
Vor jedem Einsatz gibt es eine genaue Missionsbeschreibung, wobei es meiner Erinnerung nach immer drei unterschiedliche Ziele gibt, bei denen Ihr aber erfreulicherweise selber entscheiden könnt, wie Ihr diese in Angriff nehmt beziehungsweise in welcher Reihenfolge Ihr die einzelnen Missionsteile absolvieren wollt, insofern gibt es zumindest etwas spielerischen Freiraum, was ja eindeutig positiv anzusehen ist. Ab und zu reicht es sogar, dass Ihr nur eine Missionsaufgabe erledigt, was allerdings den eingefleischten Drive-and-Shoot-Fan ganz sicher nicht zufrieden stellen kann, sofern diese noch halbwegs fit genug sind, verlassen diese selbstverständlich nicht vorzeitig das jeweilige Szenario, bevor nicht alle Ziele erreicht sind. Immerhin habt Ihr aber oft die Wahl und das ist ja schon einmal etwas, wie ich jedenfalls finde. Zum Beispiel sollt Ihr gewaltige Waffenvorräte an mehreren Stellen aufspüren und an Euch nehmen und alle Tankstellen zerstören und so ganz nebenbei alle feindlichen Einheiten, wobei es eben nicht immer Grundvoraussetzung ist, dass Ihr alle drei Sachen erledigt. Nach und nach verbessern sich im Quest-Modus auch die einzelnen Eigenschaften Eures Fahrzeugs, denn nicht gerade selten hinterlassen größere besiegte Gegner sehr nützliche Bonusgegenstände, mit denen Ihr Euer Fahrzeug im Laufe der Zeit immer mehr vervollkommnen dürft. Auch dies ist ein Punkt, der dafür sorgt, dass Euch eigentlich nicht langweilig werden sollte, wenn auch zugegebenermaßen das Spielprinzip bei V 8.2 eigentlich immer dasselbe ist, nämlich Rasen und Zerstören, Rasen und Zerstören und schließlich noch Rasen und Zerstören.
Der zweite Unterschied zwischen den Versionen betrifft den Mehrspielermodus, denn hier auf dem Sega Dreamcast und dem Nintendo 64 können bis zu vier Mitspieler gleichzeitig an den Start gehen, was den Langzeitspielspaß natürlich erheblich fördert, auf der PS-Version sind es nur zwei, was im Vergleich natürlich nicht ganz so toll ist. Erwähnen muss ich aber, dass gerade auf dem Nintendo 64 der Vierspielermodus unaufhörlich ruckelt und dies so stark, dass es kaum zu ertragen ist und ich das Ganze sogar auf Dauer für unspielbar halte. Dies ist natürlich eine ganz große Enttäuschung auf dem N64, hier hat diese Version für den Sega Dreamcast ganz eindeutig die Nase vorn, die Playstation-Fassung hält sich da mit den (lediglich) zwei Spielern doch sehr vornehm zurück.
Schafft Ihr es dann tatsächlich, bis zum Ende durchzuhalten, werdet Ihr mit einem ganz netten Video-Abspann belohnt und es winken sogar weitere Bonuscharaktere, was dem Mega-Fan solcher Spiele natürlich zum erneuten Durchspielen von V 8.2 anspornen soll. Wer von Euch solchen (sinnfreien) Drive-and-Shoot-Spielen etwas abgewinnen kann, der dürfte in diesem Dreamcast-Spiel für einige Wochen ziemlich gut unterhalten werden, denn eine große Auswahl an Fahrzeugen einschließlich deren unterschiedlicher Waffensysteme, wahnsinnig viel Action und auch erfreulich viel Abwechslung sollten Liebhaber/innen dieses Genres doch ziemlich fesseln können, glaube ich. Wie es aber doch sehr oft der Fall ist, so muss ich auch hier bei V 8.2 ein paar Negativpunkte aufführen, wobei sich die Qualität aller drei Versionen insgesamt allenfalls nur im leicht überdurchschnittlichen Bereich befindet:
Zunächst einmal ist die grafische Präsentation bei allen drei Versionen (PS, DC, N64) nur guter Durchschnitt, bis auf das schon erwähnte Fehlen der Filmsequenzen beim N64 sehen sich diese doch in großen Teilen sehr ähnlich. Die Polygonoptik überzeugt durch weite Landschaften, große Fahrzeuge und gelungene Licht- und Feuereffekte, welche bei den pausenlosen Kämpfen ganz gut zur Geltung kommen und generell auch nicht zu übersehen sind. Die beste Grafik hat hier (speziell durch den 60Hz-Modus) diese Dreamcast-Fassung, gefolgt von der für das N64 (trotz konstant niedriger Bildrate, dafür aber mit etwas frischeren Farben und nicht so viel Kanten) und schließlich jene für die Sony Playstation, was dadurch zustande kommt, dass vieles auf Sonys Konsole eckig und grob gezeichnet, es mir viel zu oft ruckelte und teilweise sehr böse Polygonfehler ebenfalls nicht zu übersehen sind. Trotzdem dürft Ihr mich jetzt nicht falsch verstehen, solider Durchschnitt wird uns in dieser Hinsicht auch auf der Playstation noch geboten, allerdings nur so gerade eben noch, diese DC-Fassung überzeugt durch die beste Optik, so richtig toll ist sie aber trotzdem nicht, eben nur leicht überdurchschnittlich. Auch bei der Musikuntermalung im Stil der 70er-Jahre und den Soundeffekten (die bei solch einem Actionspektakel ja besonders wichtig sind) reicht es bei allen drei Versionen nur zu einer durchschnittlichen Wertung, hier fällt allerdings die Version für das Nintendo 64 relativ deutlich von den Fassungen für DC und PS ab, was jedoch insgesamt nicht zu einem erheblich unterschiedlichem Spielgefühl beziehungsweise dem Empfinden der Spielatmosphäre führt.
Zumindest was die Steuerung angeht, so kann ich bei allen drei Versionen grundsätzlich Gutes berichten, hier solltet Ihr auf Dauer wenig Probleme haben, neben der Standardwaffe lassen sich die Extrawaffen bequem durch eine spezielle Taste auslösen und auch das Steuerung der Fahrzeuge geht völlig in Ordnung. Den Überblick verliert Ihr allerdings in den riesigen 3D-Kampfarenen öfter einmal schon, doch das war angesichts der andauernden Action, den zahlreichen Schusswechseln und den unzähligen Explosionen eigentlich auch nicht anders zu erwarten gewesen. Verfügt Ihr jedenfalls über die Möglichkeit, theoretisch alle drei Versionen zu kaufen, so empfehle ich Euch diese Dreamcast-Version, ob Ihr Euch ansonsten für die N64-Version oder die PS-Fassung entscheidet, liegt ganz bei Euch, bis auf winzige (erwähnte) Kleinigkeiten bewegen sich diese auf ungefähr demselben Niveau, was die Qualität angeht. V 8.2 ist durchaus interessant und phasenweise sehr spektakulär, doch auch die erwähnten Mängel (gerade was die Optik manchmal angeht) sind nicht ganz ohne. Wer für sinnfreie Actionspiele wie dieses Drive-and-Shoot hier etwas übrig hat, der/die kommt höchstwahrscheinlich selbst heute noch auf seine/ihre Kosten, eine Kaufempfehlung kann ich somit (wenn auch nicht völlig bedenkenlos) noch halbwegs aussprechen. Die DC-Fassung stellt sicherlich die beste Version von V 8.2 dar, bekommt von mir aber trotzdem (nur) eine leicht überdurchschnittliche Wertung.
Fazit: Die beste V8.2-Version, aber trotzdem keineswegs überragend.
| Bedienkomfort: | ||
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| Spaßfaktor: |
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