
Neuester Testbericht: ... hinten, links und rechts) durch, die Buttons dienen dem Beschleunigen, Bremsen und Fahrzeugwechsel oder lösen Bord-MG sowie Sekundärw... mehr
way back into time
Toy Commander (DC)

Name des Mitglieds: von16zu51
Produkt:
Toy Commander (DC)
Datum: 23.01.01, geändert am 23.01.01 (63 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Innovatives Gameplay, Intelligente Aufgabenstellung, gute Physik
Nachteile: nicht durchdachtes Waffendesign, problematische Kollisionsabfrage
Toy Commander versucht etwas wirklich Cooles: Den Spieler in seine Kindheit zurückzuversetzen. Eine Zeit mit Plastiksoldaten, Matchboxautos, Plüschtieren, Legofiguren und einem gemeinem Teddybären. Das Spiel wurde von dem europäischen Entwickler "No Cliche" programmiert und erschien kurz nach dem PAL Launch des Dreamcast.
Story/Idee:
Der Spieler schlüpft in die Haut des Jungen Guthy, der in einem schicken Einfamilienhaus wohnt und verdammt viel Spielzeug hat. Leider schenkt er diesem nicht genug Beachtung und so beginnt eines Tages eine Meuterei unter dem Kommando von Teddybär Hugolin, der sich zum neuem "Toy Commander" erklärt. Als erste Amtshandlung ernennt General Hugolin 7 Kommandanten, wobei jeder ein anderes Zimmer besetzt. Guthy muß nun jedes Zimmer zurückerobern und jeden Kommandant in einem Duell schlagen. Schafft er dies, stellt sich der jeweilige Kommandant unter Guthys Befehl und steht ihm für den Endkampf gegen Hugolin zur Seite.
Man sollte bei Toy Commander allerdings nicht an martialische Schlachten im Stile von "Army Men" denken, die sich nur in ihrer Spielzeugthematik von "echten" Kriegsspielen unterscheiden. Vielmehr bekommt Guthy in jedem Raum 6 verschiedene Aufgaben gestellt, die er mit viel Witz, Geschick und einem Schuß Knobelei lösen muß.
Gameplay:
No Cliche stellt eine ungeheure Vielfalt an Aufgaben zur Verfügung. Ich kenne wenig andere Spiele, die in ihren Andorderungen dermaßen abwechslungsreich und innovativ sind. Manches wiederholt sich zwar, so ist z.B. die erste Aufgabe in einem neuen Raum zumeist, ein Rennen zu fliegen oder zu fahren. Dies bietet sich andererseits auch an, weil man so erst einmal den Raum kennenlernen kann und in den späteren Missionen weniger Orientierungsprobleme hat. Aber was einen danach erwartet, ist unglsaublich: Eier wollen durch geschicktes schubsen gekocht, Kakerlakenschwärme überfahren, Plastiksoldaten geschickt positioniert, Feuer gel
öscht, ein Godzilla gekillt, ein Hafen bombardiert und Planeten eingefärbt werden. Hierzu stehen Guthy 30 Fahrzeuge zur Vefügung, die allerdings nicht frei gewählt werden dürfen. Im Prinzip gibt es 3 Fahrzeugklassen: Hubschrauber, Flugzeuge und Autos, daß Handling ist jeweils verschieden, man merkt es schon ob man nun einen Panzer oder einen Rennwagen, bzw. einen alten Bomber oder einen Düsenjet steuert. Die Fahrzeuge sind, bis auf spezielle Transportfahrzeuge, immer mit den gleichen Waffen bestückt, allerdings in unterschiedlicher Anzahl. Es gibt Platzpatronen-MG, Bleistiftraketen, Radiergummibomben und Reißzweckminen, jede Waffe ist upgradebar. Hier liegt leider auch einer der kleinen Designfehler von Toy Commander begraben, denn gerade Bomben und Minen sind in zu wenig Situationen sinnvoll einsetzbar. In über 90% der Missionen verläßt man sich auf die Raketen und das MG, taktisch variieren muß man zu selten.
Der Schwierigkeitsgrad steigt mit schöner Regelmäßigkeit, Toy Commander bleibt allerdings immer fair, wenn auch in den späteren Leveln die Aufgabenstellung teils knackig ist. Zusätzlich erschwert werden die Missionen durch ein Zeitlimit, welches man unterbieten muß, damit der jeweilige Kommandant die Aufgabe als "gelöst" anerkennt. Coolerweise bietet Toy Commander für jede einzelne Aufgabe eine eigene Ranking Liste, so daß man Ergebnisse gut untereinander vergleichen kann. In manchen Leveln muß man ein wenig herumprobieren oder suchen, und obwohl mich so etwas schnell nerven kann störte mich dies bei Toy Commander kaum. Das liegt an den überschaubaren Arealen die man schnell kennenlernt dankt einprägender Architektur, so daß ich mich nie "verloren" fühlte.
Zu erwähnen ist noch der Multiplayermodus für bis zu 4 Spieler. Hier kann man sich im Deathmatch oder aber auch im Hunting oder Chase the Flag Modus mit seinen Spielzeugen jagen. Das macht schon Spaß, allerdings sind die Arenen von Red Dog weitaus überzeugender.
Techn
ik:
Die Grafik von Toy Commander ist bunt und ohne störende Fehler wie Nebel oder Pop Ups. Die Framerate ist weitestgehend stabil, Slow Downs gibt es ganz selten und dann auch nur minimalst. Ein großer Schwachpunkt sind die Texturen, sie sind oft matschig. Insgesamt gefällt mir die Optik, vor allem weil die Räume mit sehr viel Liebe zum Detail ausgebaut sind. Alle Objekte, Burgen, Hindernisse etc. sind aus alltäglichen Gegenständen zusammengebaut, die man deutlich erkennen kann. So gibt es eine Gitarrenrampe, eine Bauklötzchenfestung oder einen Frühtsücksflockentunnel. Interessant ist auch das Phyikmodell, viele Gegenstände lassen sich verschieben oder umschmeißen, zumeist physikalisch korrekt, wenn auch in Zeitlupe. Die Kameraführung ist solide, das virtuelle Auge bleibt hinter dem Spieler, wenn man nicht in eine andere Perspektive umschaltet. Nur bei Kollisionen mit dem Boden oder Gegenständen versagt sie sie und man sieht öfters mal einen Moment gar nichts oder hat eine "Wand vor dem Kopf". Ein wenig störend ist auch die Kollisionsabfrage, man bleibt oft ungewollt an Objekten hängen.
Fazit:
Trotz geringer Mängel bei der Technik und einem leicht unausgereiftem Waffensystem hat mir Toy Commander viel Spaß gemacht. Ich habe es zwei mal durchgespielt und war jedesmal begeistert von den wirklich lustigen Ideen. Vor allem hat Toy Commander etwas leicht magisches: Ich fühlte mich wirklich ein wenig zurückversetzt in mein altes Kinderzimmer. Jedem also, dem so eine Thematik nicht grundsätzlich zu albern ist und der manchmal noch wehmütig seine Spielsachen im Keller anschaut, lege ich dieses Spiel ans Herzen. Wenige Spiele sind so phantasievoll und sympathisch designt.
Fazit:
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