Tee off (DC)
Niedliches Spaß-Golfspiel - Tee off (DC) Dreamcast Spiele

Neuester Testbericht: ... hast Du die Auswahl zwischen 4 Spieler, mit denen Du Dich auf dem Grünen Rasen austoben kannst und versuchen musst die 18 Löcher auf ... mehr

Niedliches Spaß-Golfspiel
Tee off (DC)

Yasmina24

Name des Mitglieds: Yasmina24

Produkt:

Tee off (DC)

Datum: 10.05.05

Bewertung:

Vorteile: Niedliche Kulleraugen-Optik, unkomplizierte Steuerung, Karriere-Modus, Mehrspielerspaß

Nachteile: Für ein DC-Spiel bietet die Optik zu wenig, zu leicht, keine ernstzunehmende Golfsimulation

Golfspiele faszinierten mich schon immer, ich mag generell die Spielatmosphäre bei solchen Videospielen, ganz besonders, wenn das Design etwas auf Niedlichkeit getrimmt ist. Genau das ist bei Tee Off für den Sega Dreamcast der Fall, welches nicht ganz so wahnsinnig ernst genommen werden sollte und demzufolge auch nicht allzu großen Wert auf Realismus legt, ich bezeichne dieses DC-Spiel daher als Spaß-Golf-Spiel. Wer von Euch keinen Dreamcast aber dafür eine alte Playstation besitzt, wird sich möglicherweise an die beiden Teile von Everybodys Golf erinnern, so ähnlich verläuft es auch hier bei Tee Off.

Erstaunlicherweise existiert bei Tee Off ein niedliches Intro, welches von einem kleinen Märchen erzählt, indem ein Mädchen in die weite Welt hinauszieht, um diese quasi im Sturm zu erobern, was natürlich in diesem Fall auf das Golfspiel an sich bezogen ist. Niedliche bunte Bilder inklusive Figuren mit leicht überdimensionalem Kopf und einer schönen Hintergrundmelodie stimmen Euch auf angenehme Art und Weise auf das bevorstehende Golfabenteuer ein. Mir hat das auf jeden Fall sehr gut gefallen.

Bevor es dann aber endlich so richtig losgehen kann, müsst Ihr natürlich eingeben, wie viele menschliche Mitspieler am Start sind, die Solospieler/innen lockt auf jeden Fall der Karriere-Modus, auf den ich später erst eingehen möchte. Wie bei Golfspielen so üblich, erwartet insbesondere den/die Einzelspieler/in eine sehr umfangreiche Statistik, aus der zu entnehmen ist, wie tapfer Ihr Euch auf den jeweiligen Kursen geschlagen habt, was Eure jeweils weiteste Schlagdistanz ist und wie viele Birdies, Eagles oder gar Hole-in-Ones Ihr im Laufe der Zeit fabriziert habt. Des Weiteren sind immerhin fünf verschiedene Schwierigkeitsgrade anwählbar, so dass auch wirklich jede/r in den Genuss dieses Golfspiels kommen dürfte, der diesem Sport auch nur ein bisschen abgewinnen kann. Insofern ist Tee Golf doch sehr einsteigerfreundlich ausgefallen, unterfordert auf dem höchsten Niveau allerdings auch nicht den Profi.

Nicht unbedeutend gerade bei Golfspielen ist natürlich der Mehrspielerspaß, diesen hat auch Tee Off nicht außer acht gelassen. Zur Auswahl steht hier zum Beispiel der Free-Round-Modus, in welchem Ihr (wie der Name schon vermuten lässt) eine normale Golfrunde zu mehreren absolviert. Immerhin dürfen bis zu vier Spieler gleichzeitig an den Start gehen, was bei uns auch nicht gerade selten vorkam, zumindest für einige Wochen ist in dieser Hinsicht für genügend Unterhaltung gesorgt. In Free-Round gibt es zusätzlich noch die interessante Möglichkeit, individuelle Einstellungen vorzunehmen, Ihr habt hier nämlich eine größere Auswahl an Varianten, was das Regelwerk betrifft. Beispielsweise könnt Ihr (wie üblich) die Endsumme nach achtzehn Löchern als wichtigstes Kriterium auswählen oder auch für Loch spielen, so dass später lediglich zusammengezählt wird, wer die meisten Löcher für sich entscheiden konnte. Falls jemand schon deutlich erfahrener (oder eben unerfahrener) als die übrigen Mitspieler ist, kann man die Erfahreneren auch mit einem Handicap antreten lassen, so dass die Unterschiede zumindest halbwegs ausgeglichen werden. Ansonsten existieren noch weitere Modi (weitester Abschlag, Schlag zur Fahne u.v.m.), auf die ich jetzt aber nicht näher eingehen möchte, um den Bericht hier nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

Außergewöhnlich ist allerdings der sogenannte Gate-Ball-Modus, welches merkwürdigerweise unübersehbare Ähnlichkeiten mit dem Cricket-Sport aufweist. Es werden zwei Teams à zwei Spieler gebildet, die auf einem quadratischen Spielfeld gegeneinander antreten, wobei die Hauptaufgabe darin besteht, den Golfball durch eine bestimmte Anzahl an Toren zu bugsieren. Schlagt Ihr den Ball aber zu fest oder zu schief, driftet dieser nicht selten ins Aus und Ihr erhaltet einen Strafschlag, was natürlich nicht sonderlich erstrebenswert ist. Interessant ist hierbei zudem, dass Ihr Euch dabei nicht nur auf Euer eigenes Spiel konzentrieren müsst, sondern ebenso probieren könnt, die Lage des Balles Eurer Gegner zu verschlechtern, ihn in eine entsprechend ungünstige Position zu stoßen.

Den Kernpunkt stellt meiner Meinung nach aber zweifellos der Karrieremodus dar, für den ich mich auch mehrere Wochen lang durchaus begeistern konnte. Wie anfangs schon erwähnt, wählt Ihr Euch den passenden Schwierigkeitsgrad aus (wobei ich zum Zweitschwersten der insgesamt fünf Leistungsniveaus tendierte) und begebt Euch zur Auswahl der Spielfiguren, welche in typischer Japano-Kulleraugen-Optik daherkommen, was ich übrigens sehr gerne mag. Dabei unterscheiden sich die Spielfiguren natürlich nicht nur im Hinblick auf ihr Aussehen, sondern außerdem noch in ihren individuellen Fähigkeiten, speziell hinsichtlich Kraft, Genauigkeit und Schnitt. Etwas ungewöhnlich aber dadurch nicht minder interessant ist die Tatsache, dass noch zwei weitere Attribute hier bei Tee Golf hinzukommen, nämlich Glück und Weisheit. Zum Glücksfaktor gibt es nicht viel zu sagen, die Weisheit einer Figur bezieht sich darauf, ob die Person den richtigen Schläger auswählt oder Ihr in den entsprechenden Situationen immer nachkorrigieren müsst. Mir persönlich war die Weisheit weniger wichtig, da ich ohnehin selber immer noch einmal ganz genau schaue, wie es mit der Schlägerauswahl, den Boden- und Windverhältnissen aussieht, andere Fähigkeiten wie Kraft und Genauigkeit sind mir da erheblich wichtiger, aber dies muss schließlich jede/r von Euch für sich selber wissen und dann auch entscheiden.

Nachdem Ihr Euch dann noch kurz der Schläger- und Ballauswahl gewidmet habt, könnt Ihr endlich loslegen und schon befinden wir uns auf dem ersten Golfplatz, blicken in die Sonne und in eine hoffentlich sehr erfolgreiche Zukunft als Golfstar. Schon nach ziemlich kurzer Zeit merkte ich jedenfalls, dass mir die Schläge etwas zu gut gelangen, viel zu oft erreichte ich Birdies, Eagles und sogar mehrere Hole-in-Ones, das war meine Meinung nach einfach übertrieben und so richtig konnte ich mich über meine Erfolge dann auch gar nicht freuen. Selbst aus riesiger Entfernung, meinetwegen aus 100 Yards oder noch mehr, gelang mir nicht nur regelmäßig der Schlag auf das grün, sondern nicht selten rollte der Ball zudem direkt ins Loch, das fand ich dann auf Dauer doch ziemlich lächerlich, der anfängliche Stolz verflog auf jeden Fall sehr schnell, als diese vermeintlichen Superschläge fast schon zum Alltag gehörten. Das darf eigentlich nicht sein, da solch ein niedriger Anspruch die Motivation wirklich nicht fördert.

Dass die Steuerung sehr simpel ausgefallen ist, Ihr sehr schnell mit allen grundlegenden Dingen vertraut seid und Euch schnell zurechtgefunden habt, ist zwar sehr angenehm, untermauert aber zusätzlich, dass ehrgeizige Golfer/innen sich hier bei Tee Off chronisch unterfordert fühlen. Für blutige Anfänger oder Gelegenheitsspieler/innen mag dies ja anfangs noch schön und gut sein, aber für jeden halbwegs ehrgeizige/n Videospieler/in ist dies definitiv nichts, so hart dies auch klingen mag. Immerhin ist für Abwechslung zweifelsohne gesorgt, denn wir reisen durch mehrere Länder, so statten wir unter anderem Afrika, Australien und den USA einen besuch ab und auch Europa bleibt von unserer Anwesenheit nicht verschont. Überbieten wir dabei die vorhandenen Rekorde, schalten wir dadurch neue Schläger, Bälle und sogar Spielfiguren frei, was mich zumindest ein bisschen wieder versöhnte.

Die niedliche Grafik ist natürlich Geschmackssache, mir haben die Figuren mit ihren überdimensionalen Köpfen und großen Kulleraugen jedenfalls sehr gut gefallen, ich mag so etwas. Zugeben muss ich allerdings auch, dass dieses Spiel nicht aufzeigt, was eigentlich in dem Sega Dreamcast steckt, denn sowohl die Golfbahnen als auch Hintergründe sind doch sehr schlicht gehalten, weisen wenig Details auf und stellen ganz sicher keine herausragend gute Qualität dar. Es könnte sich hierbei auch um ein Spiel für das Nintendo 64 oder vielleicht sogar auch noch um einen Teil vom vorhin erwähnten Everybodys Golf für die Sony Playstation (32 Bit) handeln, dass wir es hier aber bei Tee Off mit einem Dreamcastspiel (128 Bit) zu tun haben, merkt man nicht. Das ist zugegebenermaßen schon etwas schwach, doch da ich die Optik an sich mag, will ich es in diesem Fall jetzt einmal mit einer insgesamt durchschnittlichen Bewertung auf sich beruhen lassen.

Ähnlich sieht es mit dem Hintergrundgedudel aus, welches Ihr schon sehr bald in- und auswendig mitsummen könnt, falls Ihr wollt, in diesem Punkt aber keine Bäume ausgerissen werden, was ich aber auch nicht sonderlich schlimm fand. Große Abwechslung gibt es da nicht, jeder Kurs hat ein bestimmtes Musikstück, das muss (leider) reichen. Begrüßenswert fand ich hingegen, dass immerhin ein paar Soundeffekte zu hören sind, was gerade bei Golfspielen nicht immer der Fall ist. Damit beziehe ich mich nicht nur auf das (fast schon obligatorische) Klatschen der Zuschauer bei einem Par oder noch besser gelungenen Schlägen, sondern auch auf die vereinzelt vorzufindenden Kommentar der Golfer, die Euch zwar auch auf Dauer sicher nicht vom Hocker reißen werden, aber es gibt sie zumindest.

Abgesehen von der nicht hochauflösenden Grafik und dem oftmaligen „wundersamen“ Gelingen von Superschlägen, gefiel mir es zudem nicht, dass die Anzeige beim Putten und die beim Überwinden größerer Hindernisse wenig aussagekräftig ist, so dass ich nicht gerade selten auf gut Glück meinen Schlag vollführte, was ja (selbst bei einem Spaß-Golf) nicht unbedingt Sinn der Sache ist. Aufgrund meiner grundsätzlichen Sympathie für solche niedlichen Golfspiele, spreche ich noch eine knappe Empfehlung aus, trotzdem sollte jede/r von Euch sich vor einem eventuellen Kauf sehr gut überlegen, worauf er bzw. sie bei einem Golfspiel Wert legen, denn hier bei Tee Off für den Sega Dreamcast ist beileibe nicht alles top.

Fazit: Niedlich, aber nicht hochwertig

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: