
Neuester Testbericht: ... träge und lagsam, doch dann als ich das erste preisgeld eingesackt habe konnte ich mir ziemlich gute autos leisten und auch tunen.somit w... mehr
Teuflische Raser
Speed Devils (DC)

Name des Mitglieds: sinfortuna
Produkt:
Speed Devils (DC)
Datum: 14.03.05, geändert am 02.04.05 (60 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Mächtig motivierender Karrieremodus, hochinteressante und anspruchsvolle Strecken, Reparaturen und Tuning ohne Ende, spannende Wetten, eben ein Hochgeschwindigkeits - Funracer
Nachteile: Im Zweispielermodus ruckelt es manchmal, Fahrverhalten der unterschiedlichen Fahrzeuge viel zu ähnlich, keine ernstzunehmende Simulation
Nun muss ich unbedingt etwas über eines meiner absoluten Lieblingsgames für den Sega Dreamcast loswerden. Schon möglich, dass nicht jeder von Euch meine Meinung teilt, doch niemand wird sagen können, dass „Speed Devils“ ein schlechtes Spiel ist, da bin ich mir doch sehr sicher. Dieses Rennspiel für den DC hat mir dermaßen gut gefallen, dass ich mir gedacht habe, dass ich Euch ein bisschen über dieses Game verklickern möchte, denn Fun bringt dieser Arcade-Racer auf jeden Fall und das nicht nur für kurze Zeit, meine Meinung.
Ein Dämpfer für Online-Zocker gleich aber vorweg, denn eine entsprechende Unterstützung gibt’s hier bei diesem Game nicht, aber die meisten von Euch dürften es ohnehin am Liebsten offline zu Hause ausprobieren, mir jedenfalls machte das nicht sonderlich viel aus, ja eigentlich gar nichts. Wie es sich für ein zünftiges Racing-Game gehört, gibt es selbstverständlich einen Arcade-Modus, in welchem Ihr Jagd auf die Bestzeiten macht und mit den dann gespeicherten Erfolgen vor Euren Freunden angeben könnt, sofern zumindest ein Fünkchen Talent in Euch stecken sollte. Dies ist aber keineswegs das Kernstück von Speed Devils, oh nein, der Schwerpunkt liegt bei diesem Dreamcast-Rennspiel ganz eindeutig bei der „Speed-Devils-Meisterschaft“, welcher eine Art Karrieremodus darstellt. Wie der Name schon verrät, geht es auf den Rennstrecken nicht gerade zimperlich zu, sensible Videospielnaturen suchen möglicherweise schon ziemlich schnell das Weite, alle „Geschwindigkeits-Teufelchen“ sind hingegen herzlichst eingeladen.
Am Anfang unserer Karriere sind wir natürlich noch ein Niemand und sind außer uns vor Freude als wir eine doch ziemlich altersschwache Karosse geschenkt bekommen. Doch da man ja einem geschenkten Gaul nicht ins Maul schauen sollte, lassen wir uns nicht lange bitten, nehmend dankend an und schwingen uns auf den Fahrersitz. Fast schon todesmutig schrieben wir uns in die unterste Rennliga ein, in welcher wir uns schon nach wenigen Augenblicken des ersten Rennens heftigem Widerstand der rücksichtslosen Fahrerkonkurrenz gegenübersehen. Um uns halbwegs behaupten zu können, ändern wir „etwas“ unseren Fahrstil und brettern selber drauflos, was das Zeug hält und scheuen auch nie davor zurück, die Konkurrenten von der Piste zu schießen. Nur die Härtesten kommen schließlich durch und da war ich jedenfalls lieber ganz vorne mit dabei.
Ein klitzekleines Problem gibt’s allerdings doch, denn ohne den entsprechenden Zaster lässt sich unsere verbeulte Karre nicht reparieren, demnach sollten wir verhältnismäßig vorsichtig zu werke gehen, soll heißen, dass wir den Gegnern möglichst viel Schaden zufügen müssen, ohne selbst besonders in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Dieser Spagat oder Drahtseilakt oder wie auch immer gelingt zwar nicht immer, aber Ihr solltet es zumindest versuchen. Die dringend benötigte Kohle bekommen wir sowohl durch entsprechend gute Ergebnisse und besonders schnell hingelegte Rundenzeiten, allerdings ist die Knete dann auch vergleichsweise schnell wieder verbraucht, zumindest am Anfang ist es doch ein sehr steiniger Weg zu einer glorreichen Rennfahrer-Karriere. Aber da wir natürlich hart im Nehmen sind und auch nicht lange rumjammern wollen, lassen wir taten sprechen und boxen uns langsam aber sicher auf unserer Karriereleiter nach oben. Wer glaubt, das wäre schon alles gewesen, was das Einkassieren der heißbegehrten Geldprämien angeht, der irrt, denn Ihr bekommt tatsächlich durch das x-fache Rasen durch Radarfallen zusätzliches Geld. Mag dies auch nicht ganz realistisch erscheinen, war’s mir doch schrecklich egal und daher ließ ich mich gerne öfters bei der örtlichen Polizeiwache blicken, um meine „wohlverdiente“ Knete für’s zu schnelle Fahren abzusahnen.
Mit stolzgeschwellter Brust suchen wir dann die nächste Werkstatt auf und lassen unser Auto bis zum es-geht-nicht-mehr tunen, deutlich sind in den nachfolgenden Rennen die entsprechenden Verbesserungen in puncto Bremskraft, Bodenhaftung, Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit spürbar. Achten müssen wir leider vor dem Einbau der Tuningteile auch, dass unser Wagen tiptop in Schuss ist, so dass immer erst die Reparatur und dann das Tuning ansteht, schaut also vorher noch einmal gründlich in Eurer Geldbörse nach, ob das so auch hinhaut. Ist es wieder einmal eher mau in der Klasse, gibt es noch die Möglichkeit, seine Einkünfte durch das Abschließen von speziellen Wetten aufzubessern, mit Risikogarantie natürlich inklusive. Dies geht sogar soweit, dass Ihr Euch nicht nur an bestimmten Stellen von Radarfallen knipsen lassen sollt oder eine bestimmte Platzierung erreichen müsst, um Geld zu bekommen, sondern es steht manchmal sogar Euer gesamter Wagen auf dem Spiel. Fühlt Ihr Euch nicht fit genug oder der Aufgabe irgendwie nicht gewachsen, solltet Ihr es also besser sein lassen, aber natürlich ist das im Grunde Euer Ding.
Ziel ist es auf jeden Fall, in einer Rennsaison so viele Meisterschaftspunkte eingesammelt zu haben, dass Ihr in eine höhere Klasse aufsteigt und dies natürlich noch mal und ein weiteres Mal, bis Ihr schließlich in der höchsten Rennklasse angelangt seid. Natürlich steigen dann nicht nur die Geldprämien, sondern auch die Preise für Wagen, Tuning und Reparaturen und auch das Leistungsniveau der Konkurrenten zieht merklich an, unfair wird’s aber eigentlich nie. Irgendwann ist dann auch der Zeitpunkt gekommen, an dem Ihr Euch von Eurer heißgeliebten Karosse trennen müsst, weil diese trotz mehrfachen Tunings dann einfach nicht mehr genug hergibt, um weiterhin mithalten zu können. Dann solltet Ihr genug auf dem Sparbuch liegen haben, um Euch ein neues edles Teil zu gönnen, welches Ihr dann im weiteren Verlauf des Spiels natürlich wiederum kräftig aufmotzen dürft.
Dass es sich hier bei Speed Devils nicht um eine besonders ernstzunehmende Rennsimulation, sondern vielmehr um einen Arcade-Racer handelt, wie es möglicherweise der ein oder andere von Euch von den Spielautomaten her kennt, merkt Ihr übrigens ziemlich schnell, denn besonders realistisch kommt das Fahrverhalten der jeweiligen Wagen nicht rüber, da sich Jeep, Limousine oder Sportwagen irgendwie nicht so wahnsinnig vom Fahrgefühl her zu unterscheiden scheinen, vielmehr gleiten wir einfach so dahin. Na ja, mich hat’s nicht sonderlich gestört, etwas merkwürdig war’s aber schon, so dass ich dies nicht ganz unerwähnt lassen wollte. Hier stehen auf jeden Fall ganz eindeutig die (unrealistische) Rennaction, das Tempo und die Rangeleien im Vordergrund. Simulations-Fetischisten sollten sich dann lieber beispielsweise an andere Racer halten, dieses hier soll in erster Linie nur Fun bringen, während Ihr versucht, durch besonders rücksichtsloses Fahren zum Ziel zu gelangen.
Die Grafik ist völlig okay, hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen, egal ob in der Stadt, über Land, im Schnee, durch einen Unterwassertunnel oder was weiß ich wo noch, die Hintergründe sind zwar nicht mit besonders vielen Details versehen, dafür gibt’s aber schön große Autos und nette Lichteffekte zu bewundern, ist doch aus was, wie ich finde. Grobe Grafikpatzer, ärmliche Texturen oder Pop-Ups gibt’s eigentlich nicht. Die Grafik bleibt außerdem trotz der hohen Geschwindigkeit immer schön flüssig, abgesehen von ein paar Momenten im Zweispielermodus, gefallen haben mir des Weiteren die schön verbeulten Autos, was die rasante Spielatmosphäre irgendwie noch schöner macht. Der Sound ist da eher normal, reißt niemanden vom Hocker, ist aber auch nicht deplaziert, aber da hätten dem Game ein paar dröhnende oder röhrende Motorengeräusche, quietschende Reifen und so weiter und so fort sicher ganz gut getan. Das Gedudel im Hintergrund ist mir bei den Rennen aber grundsätzlich weniger wichtig, krachende Soundeffekte hingegen schon eher. Egal, man kann eben – meistens – nicht alles haben.
Der Karrieremodus ist derart umfangreich und wirklich extrem motivierend, dass er auch nach mehreren Jahren fast nichts von seinem Reiz verloren hat. Die Jagd nach Meisterschaftspunkten, das Reparieren und Tunen des Wagens, das Kaufen neuer edler Karossen und natürlich auch der Ruhm, den es zu erwerben gibt, können phasenweise richtig süchtig machen, nicht zu vergessen die hochinteressanten Wetten, die es teilweise wirklich in sich haben bzw. bei denen öfters eine Menge auf dem Spiel steht, falls Ihr Euch das natürlich überhaupt traut. Ähneln sich die Autos vom Fahrverhalten merkwürdigerweise sehr, so sieht’s zum Glück bei den Strecken da schon ganz anders aus, welche nicht nur sehr unterschiedlich aussehen, sondern auch sehr anspruchsvoll sind. Kommt Ihr irgendwann auch mit den kurvenreichsten Strecken klar und seid fast schon meisterlich im Umgang mit Lenkung, Gas und Bremse, gibt’s ja immer noch die Konkurrenten, welche Euch nur allzu gerne auf die Nerven gehen wollen. Dass dieses Racing-Game in jede Dreamcastsammlung gehört, steht für mich somit außer Frage.
Fazit:
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