Soul Fighter (DC)
Kämpfe um Deine Seele! - Soul Fighter (DC) Dreamcast Spiele

Neuester Testbericht: ... schließlich liebe zumindest ich persönlich diese Spiele; leider haben sich jedoch einige unverzeihliche Schwächen ins Gameplay gesc... mehr

Kämpfe um Deine Seele!
Soul Fighter (DC)

The-Wishmaster

Name des Mitglieds: The-Wishmaster

Produkt:

Soul Fighter (DC)

Datum: 28.08.10

Bewertung:

Vorteile: ...theoretische Grundidee...

Nachteile: ...praktische Umsetzung...

Hallo liebe Leserinnen und Leser!


Heute möchte ich meine Reihe an Dreamcast-Games weiterführen und dabei auf einen Titel zu sprechen kommen, den ich mir damals selbst mit großen Erwartungen gekauft hatte - zum Glück über Ebay für schlappe sechs Euro, denn obwohl in Fachzeitschriften der Titel als gar nicht mal soooo übel eingestuft wurde, wollte sich der Spielspaß nicht so recht einstellen. Es handelt sich um den Scroll-Klopper "Soul Fighter", aber lest am besten selbst...


| ° Story
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Jedes Game dieser Art, egal wie gut oder schlecht es sein mag, besitzt eine Story, so ist das natürlich auch bei "Soul Fighter". Wir befinden uns demnach im sagenumwobenen Königreich Gomar (noch nie von gehört) und haben das Problem, dass es von einer finsteren Macht verflucht worden ist. An allen Ecken und Enden des Reiches finden sich deswegen nun allerlei Monster und andere Kreaturen, die den freundlichen Einwohnern Böses wollen. Mehr noch, man munkelt sogar, dass diese Übeltäter den Leuten ihre Seelen rauben sollen! Das kann nicht angehen - so denken sich die zwei Recken Altus und Orion und ziehen zusammen mit dem Mädel Sayori los, um diesem Zutand ein Ende zu bereiten.


| ° Spielprinzip
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An dieser Stelle steigen wir - wer hätte es gedacht? - in das Spielgeschehen ein und übernehmen spontan die Rolle eines Protagonisten. Wer mit einem spielbereiten Kumpel gesegnet ist, der darf diesen sogleich mit ans Pad bitten, um fortan zu zweit durch die Stages zu ziehen. Eure ideelle Aufgabe besteht darin die Seelen der Einwohner zu retten, die Monster zu vertreiben und das Böse zu besiegen. Welch ehrvolles Ansinnen - doch die Realität sieht leider ganz anders aus. Mit Axt und Schwert bewaffnet zieht Ihr durch die Levels und schlachtet alles in Grund und Boden, was kreucht und fleucht. Als Extras lassen sich zudem einige Zaubersprüche einsetzen und nach eigenem Gutdünken dürfen auch die sporadisch auftauchenden Gegenstände eingesetzt werden. Zudem entstehen aus besiegten Gegner ab und zu Schatzkisten, die weiteres Goodies wie beispielsweise Fresspakete und Medizin enthalten.

Was bis hierher vielleicht in der Theorie noch recht ansprechend klingt, entpuppt sich aber nach spätestens fünf Minuten Daddeln auf dem Bildschirm als mittelschwere Pixel-Katastrophe. Vor allem die Steuerung macht dem Spieler hier nämlich einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Rein theoretisch hätte man nämlich mit diversen Schlagkombinationen und dem Mix aus Handwaffen und Zaubern sicher ein fulminantes Prügel-Epos gestalten können. Die Realität sieht aber ganz anders aus. Man kloppert sich stur mit wenigen Tastenkombinationen (oder purem Button-Gehämmere) durch die Stages und achtet eigentlich nur darauf immer in Richtung der Monster zu schauen, damit Euer Held auch brav zuschlägt. Filigrane Bewegungsabläufe oder ein taktisches Vorgehen sucht man vergeblich, stattdessen sind grobschlächtige Steuerungsbefehle an der Tagesordnung.

Besonders sauer stossen solche Sachen auf, wenn man auf der Suche nach Kraftreserven sich auf jede erscheinende Schatztruhe stürzt, die aber nicht wie eigentlich vorgesehen mit dem ersten Hieb zerdeppern, sondern ein halbes Dutzend Mal schlagen muss, bis sie sich öffnet und ihren Inhalt Preis gibt. Es kommt zwar nicht gerade oft vor, dass man knapp vorm Abkratzen steht, da die Medi-Packs schon recht großzügig verteilt sind, ist es aber dann doch mal der Fall und man scheitert letztlich wegen der mangelhaften Steuerung, dann ärgert man sich doppelt, zumal die Rücksetzpunkte gelegentlich etwas ungünstig positioniert wurden. Langeweile wurde übrigens beim Programmieren scheinbar groß geschrieben, denn die Levels selbst sind dermaßen eintönig, dass man echt beim Spielen einschlafen könnte. In der Regel läuft man aus der Iso-Perspektive "in den Bildschirm" hinein, diverse Brücken und Tore gehören dabei schon zu den gestalterischen Highlights in den ansonsten recht kargen Welten.

Dass die Gegner dann allesamt auch eher unspektakulär und repetitiv sind, ist eigentlich kein Wunder mehr. Stumpfe Bewegungsabläufe und eine mangelhafte KI lassen nicht gerade großen Spielspaß aufkommen, sollte dieser überhaupt jemals aufgekommen gewesen sein. Nach wenigen Minuten hat man im Prinzip alles von dem Spiel gesehen, die eigentliche Story wird gekonnt ignoriert und nur wer ganz hart im Nehmen ist, der wird sich erbittert an den verschiedenen Zwischenbossen bis zum finalen Obermotz durchkämpfen. Aber spätestens dann ist Schluss mit jeglicher Motivation, denn erspielbare Extras sucht man vergeblich, was auch für motivierende Spielmodi zutrifft. Schade, denn wie bereits erwähnt, auf dem Papier hätte das Fantasy-Geklopfe durchaus das Zeug zum Geheimtipp gehabt.


| ° Grafik & Sound
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Leider wurde "Soul Fighter" aber in nahezu jedem Punkt tüchtig in den Sand gesetzt. Keine Ausnahme macht hierbei die Grafik, wobei ich sie noch als eines der "am wenigsten schlechten" Elemente des Games bezeichnen würde. Denn zumindest auf den ersten Blick könnte das ungeschulte Auge die unverhältnismäßig bunte Grafik für recht gelungen halten. Erst nach und nach offenbart sich dann beim Spielen das Ausmaß der Katastrophe. Die Animationen der Protagonisten wurden dabei noch halbwegs detailliert umgesetzt, aber spätestens wenn man sieht wie abgehackt teilweise die Gegner agieren möchte man schreiend das Pad aus den Händen fallen lassen. Manch Augenkrebs fördernde Farbkombination bei diversen Charakteren hätte auch nicht unbedingt sein müssen und die langweiligen und einfallslosen Hintergründe tun ihr übriges, um den Titel auch technisch in die untersten Regionen abrutschen zu lassen.

Rein vom Sound her ist dann natürlich auch nicht mehr viel zu erwarten, dieser zieht sich aber mit netten Hintergrundmelodien noch einigermaßen akzeptabel aus der Affäre. Nur schade, dass man bei den Effekten dann wieder auf mittelmäßige Standardsounds gesetzt hat, anstatt hier mit krachenden Punches, schmetternden Kicks und klirrenden Waffen für Atmosphäre zu sorgen.


| ° Fazit
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Letztlich wird "Soul Fighter" wohl nur den Hardcore-Fantasy-Freak oder den verbissenen Final Fight-Recken gefallen und länger als zehn Minuten an den Bildschirm fesseln. Alle anderen sind von der drögen Grafik, der hakeligen Steuerung und der vorherrschenden Langeweile im Gameplay wahrscheinlich schnell abgeschreckt und legen das Pad genervt zur Seite. Nur gut, dass man den Titel schon für wenige Euro bei Ebay finden kann, denn selbst wenn man ernsthaftes Interesse an diesem Monster-Gekloppe hat, so sollte man nicht mehr als fünf Euro dafür ausgeben.


In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Soulmaster


PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen von von den Augenkrebs fördernden Farben geblendet werden... ;)

Shake Heads!

Fazit: Das Fazit bietet euch Prügel an.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: