
Neuester Testbericht: ... Zero eintaucht. Als Roboter hat man die Aufgabe gegen das "Böse" zu kämpfen. Das klingt nun nicht besonders spannend; doch d... mehr
Ruckel-Festival
Slave Zero (DC)

Name des Mitglieds: Yasmina24
Produkt:
Slave Zero (DC)
Datum: 11.04.05, geändert am 11.04.05 (106 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Keine Probleme mit Kamera und Steuerung, Vierspielermodus theoretisch nicht uninteressant
Nachteile: Erbarmungslos schlechte Grafik, ständiges Ruckeln, einfache Texturen, wenig packende Spielatmosphäre, insgesamt sogar deutlich zu leicht
Slave Zero bekam ich zum ersten Mal irgendwann gegen Ende des Jahres 2000 zu Gesicht, allerdings wäre ich nie von alleine darauf gekommen, mich mit so einer Art von Videospiel zu befassen, vielmehr ließ ich mich dazu überreden, es mir einmal genauer anzuschauen. Bei diesem Actionspiel befinden wir uns in einem sehr futuristischen Ambiente, kein Wunder also, dass auch die Geschichte (so man diese überhaupt auch nur ansatzweise ernst nehmen kann) zu einer Zeit spielt, die unserer mehrere Jahrhunderte voraus ist, um genau zu sein, befinden wir uns im Jahr 2512. Und wie es so oft bei so futuristischen Actionspielen eben ist, tauchen wir ein in eine sehr düstere, kalt wirkende Atmosphäre. Slave Zero erschien jedenfalls sowohl für den PC als auch für den Sega Dreamcast, berichten möchte ich Euch nun von der Dreamcast-Version.
Wie eigentlich immer bei solchen Videospielen, könnt Ihr keinen besonderen Tiefgang erwarten, vielmehr dreht sich alles um bedingungslose Action und eine möglichst beeindruckende Präsentation gerade in grafischer aber auch akustischer Hinsicht. Schließlich kommt auch der Steuerung eine ganz besondere Bedeutung zu, schließlich müsst Ihr oft blitzschnell reagieren und ins jeweilige Ziel treffen, insofern hat auch diese ein besonderes Gewicht im Hinblick darauf, ob es sich um ein qualitativ hochwertiges oder doch eher minderwertiges Spiel handelt. Bevor ich auf die (leider nicht wenigen) Negativpunkte eingehen muss, zunächst einmal etwas Positives: die Steuerung ist durchaus gelungen, sollte Euch nicht vor allzu viel Probleme stellen, innerhalb kürzester Zeit habt Ihr Euch mit den grundlegenden Dingen, die mit der Bewegung des Helden, dem Wechseln von Waffe und Munition und natürlich dem Schießen zu tun haben, vertraut gemacht. Diejenigen jedenfalls von Euch (und dies sollten in der Regel die Meisten von Euch sein, sollten sie sich tatsächlich für dieses DC-Spiel interessieren), die schon zuvor einige Erfahrungen im Action- beziehungsweise Shooterbereich gesammelt haben, werden sich schnell zurechtfinden.
Wie so oft bei düsteren Ballerspielen in der fernen Zukunft haben mächtige Konzerne das Sagen, sie kontrollieren praktisch alles, da macht Slave Zero auch überhaupt keine Ausnahme. Damit der Machtbereich weiter ausgeweitet werden kann, stehen gewaltige Kampfroboter im Dienst jener Konzerne und verleihen deren Anweisungen notfalls ordentlich Nachdruck, diese sogenannten Mechs sind so etwas wie die Kontrollorgane. Menschen wie uns gibt es zum Glück tatsächlich auch noch, wenig überraschend dürfte dabei sein, dass uns diese Kampfroboter wenig behagen und uns ordentlich auf den Geist gehen. Einige mutige Menschen haben sich schließlich zusammengefunden, alle wollen sich mit der Unterdrückung durch die Konzerne einfach nicht mehr abfinden und planen eine Rebellion, um diesen traurigen Zustand endlich ändern zu können. Dieser Widerstandsgruppe gelingt es dann tatsächlich eines Tages, einen der wertvollen Kampfroboter zu stehlen, endlich sind auch wir im Besitz solch eines furchterregenden Mordinstruments. Völlig klar ist daher, dass wir uns unverzüglich aufmachen, um den Kampf mit den Feinden aufzunehmen.
Wir sind es natürlich, welche die Steuerung des riesigen Kampfroboters übernehmen und alles über den Haufen schießen, was sich uns in den Weg stellt. Den feindlichen Mechs ist allerdings nur mit besonders durchschlagskräftigen Waffen beizukommen, daher greifen wir in erster Linie auf Laser und Raketen zurück, alles andere juckt diese nicht besonders. Natürlich sind wir bei unserem Kampf gegen die Unterdrücker ebenfalls ständig darauf aus, zusätzliche Munition und Energie einzusammeln, ohne diese würden wir natürlich innerhalb kürzester Zeit auf der Strecke bleiben. Trotz unserer gewaltigen Größe können wir mit unserem Kampfroboter sogar auf Häuserdächer steigen, wir verfügen nämlich über einen sehr hilfreichen Düsenantrieb. Neben der gelungenen Steuerung gibt es auch noch die Perspektivauswahl lobend zu erwähnen, denn Ihr steuert Euren Mech entweder in der Egoansicht oder aus der sogenannten Third-Person-Perspektive, wo Ihr Euch selber praktisch von schräg oben über die Schulter schaut. Bis hierhin gibt es also noch nichts zu meckern, doch leider ändert sich dies schlagartig.
Selten habe ich ein Dreamcastspiel gesehen (zumindest kann ich mich nicht an ein solches erinnern), welches derart stark ruckelt wie dieses hier. Nach einigen Minuten taten mir sogar die Augen davon weh, dass dies äußerst nervig ist, könnt Ihr Euch sicher vorstellen. Die Hintergründe sehen ebenfalls nicht besonders ansehnlich aus, sehr fade beziehungsweise einfache Texturen, soweit das Auge reicht. Egal ob Boden, Wand oder Decke, ich fing mich sehr schnell an zu langweilen und fühlte mich bei diesem Spiel auf Anhieb nicht besonders wohl. Von einer flüssigen Grafik kann daher überhaupt nicht die Rede sein, eher sind hier Kopfschmerzen praktisch vorprogrammiert. Da hilft dann auch der Vierspielermodus (Duelle im Deatmatch-Modus) als Trost (das war ja auch der eigentliche Grund, wieso ich mitspielen sollte!) schrecklich wenig, denn auch hier herrscht im Grunde in grafischer Hinsicht das nackte Grauen. Kaum konnte beziehungsweise wollte ich glauben, dass ich es hier mit einem Videospiel aus dem Jahr 1999 zu tun hatte, derart erschreckend niedrig ist bei Slave Zero die Auflösung beziehungsweise die Bildrate. Dass wir es hier mit einem 128-Bit-Spiel zu tun haben (zum Vergleich: Super Nintendo und Sega Megadrive mit 16, bei der Playstation 32 und dem Nintendo 64 eben 64 Bit), ist fast unglaublich und umso peinlicher für das Entwicklerteam von Infogrames wie ich finde. Tatsächlich gibt es ab und zu ein paar ganz nette Spezialeffekte zu bestaunen, in erster Linie natürlich bei den Schusswechseln und den Explosionen, doch das hilft auch nicht darüber hinweg, dass die uns hier präsentierte Optik einfach nur schlecht ist. Der Soundtrack ist da auch nicht viel besser, aber immerhin noch so halbwegs als Durchschnitt zu bezeichnen. Die Hintergrundmelodien sind jedenfalls nicht völlig unpassend, manche Soundeffekte ganz nett (wenn auch wenig abwechslungsreich) und ab und zu könnt Ihr sogar etwas in Sprachausgabe hören. Na immerhin etwas, wenn auch nicht gerade viel.
Wer bis jetzt immer noch nicht abgeschreckt genug ist, dem muss ich schließlich sagen, dass der Schwierigkeitsgrad zu niedrig ist, sich die Gegner nicht besonders intelligent verhalten und manchmal sogar ein echter Witz sind, dass selbst Anfänger/innen ziemlich wenig Probleme haben dürften. Die Zwischengegner, welche Euch nach jeder Mission erwarten, sind jedenfalls kaum ernst zu nehmen, so leicht (und zugleich auch so langweilig) wird es Euch bei Actionspielen nur extrem selten gemacht, glaube ich. Empfehlen kann und will ich Euch dieses Ballerspiel somit auf keinen Fall.
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Dreamcast Spiele

