Shadow Man (DC)
Zwei Dimensionen - Shadow Man (DC) Dreamcast Spiele

Neuester Testbericht: ... geschichte wird dermaßen düster geschildert, dass es einem wohlige schauer über den rücken jagd, wenn das böse persönlich jack the ripper... mehr

Zwei Dimensionen
Shadow Man (DC)

Yasmina24

Name des Mitglieds: Yasmina24

Produkt:

Shadow Man (DC)

Datum: 11.05.05

Bewertung:

Vorteile: Spielatmosphäre, Steuerung, Grafik sind viel besser als bei der relativ schwachen PS-Fassung

Nachteile: Nichts richtig Schwerwiegendes (wenig Highlights)

Das Videospiel Shadow Man gehört zum Genre der Actionadventure und erschien gegen Ende des Jahres 1999 sowohl für das Nintendo 64, die Sony Playstation als auch eben den Sega Dreamcast. Große Unterschiede gibt es zwar gar keine, was die Geschichte und den Spielverlauf angeht, im Hinblick auf die Grafik erkennt Ihr die Playstationversion im Vergleich zu dieser Dreamcastversion aber so gut wie gar nicht wieder. Um die chronologische Reihenfolge nicht durcheinanderzubringen, berichte ich Euch vom Dreamcast-Spiel. Hier kann ich mich gleich zu Beginn eindeutig festlegen: wer dem Genre der Actionadventure auch nur ein bisschen abgewinnen kann, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten, mit Shadow Man für den Sega Dreamcast erwartet Euch nämlich in der Tat ein sehr bemerkenswerter Titel, welcher in qualitativer Hinsicht sicherlich zu den besten seines Genres auf dem DC gehört. Doch nun erst einmal der Reihe nach.

Im Mittelpunkt des DC-Abenteuers steht ein Held namens Mike Le Roy, er ist der Shadow Man. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass er zwischen den verschiedenen Dimensionen hin- und herwandeln darf, worauf ich gleich noch genauer eingehen werde. Mike Le Roy fühlt sich nämlich sowohl in der uns bekannten realen Welt als auch im Schattenreich zu Hause. Unser Planet wird von einer finsteren Macht bedroht, welche es darauf anlegt, die totale Kontrolle über die Erde zu gewinnen und die ultimative Katastrophe auszulösen. Der Name des bösen Wesens lautet Legion, doch es ist nicht dieser finstere Zeitgenosse alleine, der das Schicksal der Erde und der gesamten Bevölkerung bedroht, Legion hat es nämlich geschafft, auf die Unterstützung fünf berüchtigter Massenmörder zählen zu können, so ist zum Beispiel auch Jack the Ripper mit von der Partie. Dieser weltberühmte Fiesling hat es tatsächlich fertiggebracht, eine riesige Kathedrale zu erschaffen, welche quasi als Zufluchtsstätte für das üble Gesindel dient. Von dort geht alles Böse aus, eine Teufelsmaschine dient dabei im tiefen Inneren der Kathedrale als Energiequelle. Dass dies auf gar keinen Fall so weitergehen darf, wundert natürlich nicht und so liegt es selbstverständlich an unserem Helden, diesem finsteren Treiben Einhalt zu gebieten. Und so macht sich der gute Mike Le Roy auf und wandelt fortan zwischen der Welt der Lebenden und jener der Untoten umher, denn nur so kann die teuflische Brut ausgerottet und demzufolge die Erde noch gerettet werden.

Während wir durch das finstere Szenario wandeln, schauen wir in diesem Dreamcastabenteuer unserem Held nahezu ständig über die Schulter, was dafür sorgt, dass wir nicht so schnell wie beispielsweise bei Egoshootern den Überblick verlieren, uns aber trotzdem mittendrin im Spielgeschehen fühlen und uns im Laufe des Spiels dann auch tatsächlich mehr als nur einmal urplötzlich der Schreck in die Glieder fährt. Betrachtet man sich die Geschichte, dürfte es wenig überraschend sein, dass die Spielatmosphäre eher gruselig ist, zumindest eine leichte Horror-Atmosphäre macht sich schon nach ziemlich kurzer Zeit breit. Hauptziel unseres Helden ist es, möglichst viele dunkle Seelen auszulöschen und einzusammeln, erst ab einer bestimmten Anzahl ist es uns dann nämlich möglich, tiefer in das Reich von Legion vorzudringen. Dann erst lassen sich die mysteriösen Sargtore öffnen, woraufhin sich uns dann völlig neue Level erschließen.

Was die Gegner betrifft, so handelt es sich hier eigentlich fast schon selbstverständlich um sehr finstere dämonische Gestalten, welche überwiegend dem Totenreich angehören. Jene Zombies erledigen wir natürlich nicht mit der bloßen Faust, zum Glück steht uns eine große Vielfalt an durchschlagskräftigen Waffen im Laufe unseres Abenteuers zur Verfügung. Während in der realen Welt Maschinenpistole und Schrotflinte für Recht und Ordnung sorgen, kommt in der Schattenwelt eine entsprechende Schattenpistole und weitere etwas skurrile Geräte aus dem Bereich des Voodoo-Zaubers zum Einsatz. Außerdem kommt Tätowierungen in diesem Gruselabenteuer eine übergeordnete Bedeutung zu, denn diese ermöglichen es uns später, zuvor nicht erreichbare Gebiete zu erkunden oder auch beispielsweise über glühendheiße Lava laufen zu können, was natürlich sehr praktisch ist. Klar ist, dass Ihr Euch diese erst nach und nach verdienen müsst, bis Ihr auf eine größere Anzahl solcher nützlicher Tätowierungen zurückgreifen könnt, vergehen einige Stunden voll mit zahlreichen Kämpfen.

Im Gegensatz zur Playstationversion, gefällt mir hier bei der DC-Version (ähnlich wie beim N64) die Grafik deutlich besser, sie ist von einer überdurchschnittlichen Qualität, denn fast das ganze Spiel über erfreuen Euch hochauflösende Grafiken. Nervige Pop-Ups, störende Clipping-Fehler, Texturverzerrungen, schlechte Animationen, all das gibt es in dieser DC-Version so gut wie gar nicht, glücklicherweise. Auch nur äußerst selten gibt es ein leichtes Ruckeln oder ganz kurzzeitig ein bisschen Flimmern zu beobachten, doch dies fällt im Grunde fast gar nicht auf, stört so gut wie nie. Die Grafik von Shadow Man beim DC ist sehr gut, die von Shadow Man bei der Playstation ist eher schlecht, viel größer könnten die Unterschiede also kaum sein, was mir nebenbei gesagt auch völlig unverständlich ist.

Einen weiteren gewichtigen Unterschied zwischen den einzelnen Versionen gibt es auch noch, nämlich was die Steuerung betrifft. Während bei dieser DC-Version die Analogsteuerung sehr gut funktioniert und Ihr eigentlich auch immer das Gefühl habt, dass diese sehr präzise ist, so scheint dies bei der Playstationversion fast das Gegenteil zu sein. Jedenfalls überzeugt die Steuerung bei der DC-Version schon wesentlich mehr. Einen kleinen Nachteil bei der DC-Version im Vergleich zu Shadow Man für Sonys Spielkonsole gibt es dann doch noch, nämlich was die Musik betrifft. Diese klingt auf der Playstation etwas authentischer, irgendwie ist der Soundtrack da doch deutlich packender, kann aber selbstverständlich die gewichtigen Nachteile nicht wieder wettmachen. Bei dieser DC-Variante ist der Sound aber trotzdem okay, ja im Großen und Ganzen noch ganz gut. Sowohl die Hintergrundmelodien als auch die Soundeffekte verstärken die Spielatmosphäre stimmungsvoll, nur sind sie eben nicht ganz so von beeindruckender Qualität wie bei der PS-Version von Shadow Man, was aber selbstverständlich nicht zu Abzügen in der Gesamtwertung führen soll.

Alles in allem ist Shadow Man für den Sega Dreamcast als ein gelungenes 3D-Actionadventure zu bezeichnen, welches im Vergleich zur Playstationversion so gut wie gar keine Schwächen aufzeigt. Wer beide Spielkonsolen besitzt, sollte auf jeden Fall die DC-Version (oder die für das N64) wählen oder kauft sich von mir aus auch beide, um sich dann nachher gewaltig über die gravierenden Unterschiede in qualitativer Hinsicht im Vergleich zur relativ schwachen PS-Fassung zu wundern. Shadow Man für den Sega Dreamcast ist auf alle Fälle ein spannendes Gruselabenteuer, welches nicht nur durch eine interessante Handlung und einen abwechslungsreichen Spielverlauf, sondern auch durch eine hohe Qualität im Hinblick auf die Spieltechnik (Grafik, Sound, Steuerung) zu überzeugen weiß. Für nahezu alle Besitzer/innen des DC ist Shadow Man eigentlich ein Pflichtkauf, wer es noch nicht kennt, hat definitiv etwas verpasst. So sieht zumindest meine Meinung aus.

Fazit: Interessantes Action-Abenteuer auf dem Dreamcast gut umgesetzt

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: