
Neuester Testbericht: ... regelt. Dieses muß man im Laufe des Spiels täglich mehrmals tun, da Seaman ansonsten eingeht. Die Steuerung der Kontrollen ist völlig einf... mehr
Mein Fisch mag mich
Seaman (DC)

Name des Mitglieds: Hiimori
Produkt:
Seaman (DC)
Datum: 15.02.02, geändert am 15.02.02 (683 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: völlig abgefahren, er ist real, Eine Freude für jeden Wissenschaftler
Nachteile: Ruckelgrafik, grafisch sparsam, für manche vielleicht zu abgefahren
Wer bis jetzt immer noch Bahnhof versteht, dem sei gesagt: bei "Seaman" auf Dreamcast handelt es sich um eine Art "Evolutionssimulation", obwohl auch das nicht wirklich zutrifft. Doch ich beginne am besten ganz von vorne.
** allgemeiner Hinweis **
Seaman ist ein japanisches Spiel (wie eigentlich alles, was wirklich freakig ist) und wurde nach seinem durchschlagenden Erfolg in Japan auch in den USA veröffentlicht. Leider hielten die Verantwortlichen und Sega die europäischen
Zocker für zu konservativ und unwichtig, so daß auf eine PAL-Konvertierung verzichtet wurde. Das bedeutet, daß es Seaman nach wie vor nur in einer japanisch- oder englischsprachigen Importversion gibt (die USA-Version ist - auch von den Unterhaltungen mit dem Fisch her - sehr auf amerikanisches Publikum zugeschnitten). Man benötigt eine NTSC-taugliche Dreamcast (entweder eine Original-Konsole aus USA oder JP, eine umgebaute PAL-Konsole oder die DC-X-Boot-CD von Blaze. Mit letzterer läuft das Spiel auch auf einer nicht-umgebauten PAL-Konsole einwandfrei, ich habe es getestet. (written by hiimori) Jedoch muß der Fernseher 60 Hz-tauglich sein, sonst nützt auch die beste Boot-CD nichts!).
Seaman ist deswegen in Deutschland und Europa nur schwer erhältlich; Möglichkeiten bestehen über den Importhändler oder Online-Gameshops wie z.B. gameplay.de, wo es aber für gewöhlich ziemlich teuer ist; ich habe mein Spiel bei ebay ersteigert. Dort wird es in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder angeboten.
** Ausstattung **
Ich beziehe mich nun ausschließlich auf die USA-Version,
da ich die japanische aufgrund der Sprachbarriere nicht empfehlen kann; fließende mündliche Japanisch-Kenntnisse sind unbedingte Voraussetzung, auch sollte man bei der USA-Version über gute englische aktive Sprachkenntnisse verfügen, da man - wie ich im folgenden erklären werde - nicht nur englisch lesen und verstehen, sondern auch sprechen muß.
Das Spiel kommt in einem kleinen Karton daher, der neben einem sorgfältig gemachten Beiheft und der Spiele-GD-ROM ein Mikrophon enthält. Dieses wird in den zweiten Slot des Dreamcast-Pads gesteckt. Ferner ist eine VMU (eine Originale!) notwendig; zudem verbraucht des Spiel ziemlich viel Platz auf der Speicherkarte. Die Original-VMU ist deswegen nötig, weil dort mittels Icons
und Pieptönen wichtige Hinweise gegeben werden. Mittels des Mikrophons wird im Laufe des Spiels mit Seaman kommunziert; am Anfang kommt man sich ziemlich behämmert vor, wenn man laut in sein Pad spricht und ein Fisch im Fernseher antwortet, nach ein paar Stunden ertappt man sich jedoch dabei, wie man hemmungslos mit seinem Fisch meckert oder sich nach seinem Wohlbefinden
erkundigt.
** Moment mal, worum geht es überhaupt??? **
Stell Dir vor, Dein Ferneher ist ein großes Aquarium bzw. Vivarium. Ein Wissenschaftler namens Dr. Jean Paul Gasse (1899-?) entdeckte bei seinen Forschungen in Ägypten geheimnisvolle Eier. Um seine These über einen "allmächtigen Botschafter der Götter" zu beweisen, warf er diese Eier nach seiner Rückkehr in einen Wasserbehälter. Daraus entwickelten sich einige Seamen, mit deren Hilfe Dr. Gasse die Hypothese aufstellte, daß Seaman möglicherweise im alten Ägypten verantwortlich für die Übermittlung von Wissen während der Dritten Dynasty quer über die Ozeane in ferne Länder verantwortlich war. Diese These wurde zur Basis der Anthro-Bio-Archäologie. Nachdem er seine Theorie veröffentlicht hatte, wurde Dr. Gasse von seinem Posten entfernt und verschwand daraufhin. Sein weiterer Verbleib ist
unbekannt. Kürzlich wurde nun ein Tagebuch entdeckt, in dem detailliert Dr. Gasses Arbeiten und Forschungen rund um Seaman verzeichnet waren. Er versuchte, der Evolution des Seaman auf die Spur zu kommen.
Soviel zur Vorgeschichte, die im Beiheft sehr nett illustriert ist mit einem Gemälde von Dr. Gasse, den Abbildungen fossiler Seamen und alten ägyptischen Papyrus-Rollen, in denen die Götter die göttliche Gabe einer lebenden Kreatur
überreichten. Das Beiheft wurde mit viel Humor und Liebe zum Detail angefertigt.
Der Spieler tritt nun in die Fußstapfen des Dr. Gasse und führt seine Forschungen fort. Zu diesem Zweck bekommt er zu Beginn des Spiels, nach einer kurzen mündlichen Einleitung, die im übrigen von Leonard Nimoy (besser bekannt als der Darsteller von Mr. Spock in Raumschiff Enterprise, der in den USA ein begehrter Synchron- und Hörspielsprecher ist) gesprochen wird. Er wird den Forscher im Laufe des Spiels begleiten und wertvolle Hinweise geben.
** Spielverlauf **
Zu Beginn erhält man ein Ei und ein abgestandenes Aquarium sowie einige Futterpillen. Zuerst muß man ein angenehmes Habitat schaffen, indem man Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt regelt. Dieses muß man im Laufe des Spiels täglich mehrmals tun, da Seaman ansonsten eingeht. Die Steuerung der Kontrollen ist völlig einfach und idiotensicher. Ist das Aquarium in einem guten Zustand, setzt man sein Ei hinein...und wartet, was passiert. Außer dem Ei und der Heizung befindet sich in dem Aquarium noch ein Nautilus, der sehr gelangweilt herumdümpelt, sowie einige
größere und kleinere Steine.
Da das Spiel in "Echtzeit" läuft und sich nach der inneren Uhr der Dreamcast richtet, kann es sein, daß stundenlang nichts passiert. Dieses Spiel ist nichts für Actionsfans und Ungeduldige. Schaltet man zwischendurch die Dreamcast aus (nicht ohne zu speichern, natürlich!) und geht zwischendurch ein paar Stunden aus, läuft die Zeit im Aquarium weiter. (written
by hiimori) Zur Beruhigung sei gesagt, für gewöhnlich verpaßt man nichts; wenn etwas
bedeutendes passiert, wird in der Regel darauf gewartet, bis man wieder vor seinem Fernseher sitzt.
Nach einiger Zeit schlüpfen aus dem Ei acht winzige Wesen, die wie eine Mischung aus einem Spermium und einer Kaulquappe aussehen, nur, daß sie reale menschliche Gesichter haben. Dieses sieht wirklich skurril aus. Spricht man mit diesen Wesen über sein Mikrophon, sind die Unterhaltungen zu Beginn noch nicht sonderlich tiefschürfend; die Kleinen sprechen bislang nur Babysprache und brabbeln unverständlich und mit Kinderstimme.
Ich möchte in meinem Bericht Spoiler so weit wie möglich vermeiden, deswegen mache ich einen Sprung. Wenn etwas bestimmtes passiert ist, was sehr grausam, blutig und sadistisch ist, beginnt eine neue Entwicklungsstufe. Soviel sei verraten: Nicht alle Kleinen werden die ersten Tage überleben. Bei mir waren es vier, die auf der Evolutionsleiter hinaufkletterten. Ob das die Regel ist, weiß ich nicht.
Die neuen Seaman sehen bereits aus wie kleine Fische und haben die Gesichter erwachsener Menschen, übrigens alle unterschiedliche. Dazu haben sie Mimik und
wenn sie sprechen, bewegen sie Mund, Augen, lachen, gucken böse, ziehen die Augenbrauen zusammen usw. Sie reden immer noch in Kindersprache, aber je mehr man mit ihnen spricht, umso besser lernen auch sie sprechen. Mit der Zeit fällt auf, daß sie anfangen, Worte zu wiederholen oder einfache Fragen zu beantworten.
Im Laufe des Spiels durchläufen die Seamen immer neue Evolutionsstadien, in denen sie wachsen und ihr Aussehen verändern. Ein Höhepunkt ihrer Entwicklung ist der riesige Seaman, ein großer ausgewachsener Fisch. In diesem Stadium bekommt er eine erwachsene (Männer-)Stimme. Zu diesem Zeitpunkt darf man ihm auch einen Namen geben, auf den er künftig hört. Vor Freude über seinen Namen verändert er seine Farbe und wird schillernd, so daß man ihn besser von den möglicherw
eise noch lebenden anderen Seamen im Aquarium unterscheiden kann. Leider kann man nur einem Seamen einen Namen geben, die anderen bleiben anonym.
Wegen der Sprache braucht man sich im übrigen keine Sorge zu machen, die Seamen sind ausgezeichnet zu verstehen; obwohl es ein amerikanisches Spiel ist, sprechen sie perfektes und sogar leicht schnöseliges Oxford-Englisch. Auch wiederholen sie Fragen, wenn sie den Eindruck haben, daß man sie nicht verstanden hat, mehrmals.
Im übrigen sind Seamen Zwitter; sie haben eine Art Tentakel auf dem Kopf, mit dem sie quasi alles machen: Essen, Ausscheidungen und Sex. Wenn man sich gut mit seinen Seamen versteht, darf man bei allen drei Dingen zuschauen...;-)
Ich möchte die einzelnen Evolutionsstadien nicht vertiefen, das würde den Spielspaß erheblich mindern; nur soviel sei gesagt, irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Seaman mit Deiner Hilfe das Wasser verläßt und an Land geht...was danach noch weiter geschieht, sei nicht verraten.
** Spielgefühl **
Das Spiel selbst ist sehr einfach zu bedienen, die Steuerung unproblematisch
und in Sekunden erlernt. Der Umgang mit dem Mikrophon ist ebenfalls einfach; der Seaman versteht selbst schludrig dahingesprochenes Englisch und es ist nicht nötig, besonders deutlich und akzentuiert zu sprechen. Ganz im Gegenteil scheint er umgangssprachliches Englisch / Amerikanisch und einen natürlichen Tonfall besser zu verstehen. Ein akzentuiertes "How are you?" wird weniger oft verstanden als ein laxes "Hey, how're you?". Was Sega hier an Spracherkennung geleistet hat, ist beeindruckend und läßt jedes Spracherkennungsprogramm alt aussehen. Es ist teilweise wirklich erstaunlich, wieviel Seaman versteht, auch an komplexen Sätzen.
Demzufolge fallen auch die Gesprächsthemen aus. Seaman ist sehr neugierig und wenn man sich gut um ihn kümmert, beginnt er, einen auszufragen (vernachlässigt man ihn hingegen, ist das Interesse am B
esitzer relativ gering, man wird bespuckt, beleidigt und bestenfalls ignoriert). Seaman möchte alles über Dich erfahren, wie und wo Du wohnst, Deine sexuelle Veranlagung, Dein Geburtsdatum (daraufhin errechnete er mein Sternzeichen, nannte
Prominente, die am selben Tag Geburtstag haben und psycholanalysierte mein Sternzeichen), ob Du Freund oder Freundin hast, fremdgehst (diese Unterhaltung ist besonders witzig, da er ganz konspirativ tut und sich vorher vergewissert, ob niemand im Raum ist), dann natürlich über Konsolen, welche Konsolen man außer Dreamcast noch hat, Lieblingsspiele, Lieblingsgenres, Lieblingsfilme (er kannte tatsächlich sowohl Lieblingsfilm als auch Lieblingsspiel von mir und kommentierte beides entsprechend), sogar über die Konsolenzukunft fragte er mich aus, ob ich zu Gamecube oder X-Box tendiere.
Dann gab es Unterhaltungen über Reisen, das alte Ägypten, Religion, Freundschaft, mein Verhältnis zu anderen Leuten, mein Bild, das ich von mir selbst habe, in welchem amerikanischen Bundesstaat man wohnt (leider versteht er es nicht, wenn man außerhalb der USA wohnt und beharrt so lange auf seiner Frage, bis man einen amerikanischen Bundesstaat nennt, in dem man lebt. Bis dahin nimmt er an, daß man einfach die Frage nicht verstanden hat und
wiederholt sie wieder und wieder. Der gewählte Staat wird im Anschluß natürlich kommentiert...), sogar Politik, meine Meinung zur amerikanischen Verfassung und Gewaltenteilung. Zu all diesen Themen stellt Seaman, wenn er nur genügend motiviert wird, Fragen. Er merkt sich übrigens auch die Antworten und irgendwann teilte er mir mit, daß er nun so viel von mir wüßte, daß er eine kleine Analyse meiner Persönlichkeit wagen würde. Daraufhin wurde ich von meinem Seaman psychoanalysiert, was sogar teilweise gut zutraf.
Vorsicht sollte man walten lasse in der Verteilung der Futterpillen; sind diese zu schnell verbraucht, kann es passieren, daß Seaman verhungert. Unbedingt ist Sparsamkeit angebr
acht, auf keinen Fall sollten die Pellets schon zu Beginn ins Wasser geschmissen werden, die Kleinen brauchen noch keine Nahrung. Seaman sollte wirklich nur gefüttert werden, wenn er Hunger hat und dieses tut er schon lautstark kund, keine Sorge ;-) Im Laufe des Spiels erhält man ein Terrarium, in dem man Insekten sowie Pflanzen züchten kann. Die Pflanzen kann man zur Aquariumsbegrünung einsetzen, die Insekten kann man verfüttern. Wenn es soweit ist, hat man für
gewöhnlich keine Futterprobleme mehr, da die Insekten sehr fortpflanzungsfreudig sind. Jedoch sollte man ein paar Larven schon zum Falter entwickeln lassen, da diese die neuen Eier legen. Auch gibt es eine Spinne im Terrarium, mit der man möglicherweise etwas anstellen kann...
Der Seaman entwickelt, je nachdem, wie gut man sich um ihn kümmert, eine persönliche Beziehung zu seinem Besitzer. Ich brachte bis zum Ende zwei Seamen durch und beide konnten mich gut leiden und teilten mir dieses mit, indem sie mir Komplimente machten und mir sagten, wie gut ich mich um sie kümmere und daß sie sich gut aufgehoben fühlen. Dieses ist nicht immer der Fall, ich kenne Fälle, in denen Besitzer von ihren Seamen gehaßt wurden und ausschließlich beschimpft und ignoriert wurden, bis die Seamen schließlich starben.
So sollte man möglichst viel mit ihnen sprechen. Auch kann man Seamen kitzeln
(das gefällt ihnen sehr gut und sie werden zufriedener). Mit einem Finger kann man an die Fensterscheibe klopfen und so ihre Aufmerksamkeit erregen. Wenn man wirklich sauer auf sie ist (das kommt auch vor, manchmal nerven sie ganz schön), kann man ihnen auch einen kleinen Klaps geben, davon ist aber abzuraten, da es ihre Stimmung nicht gerade hebt. Auch kann man sie aus dem Aquarium heben und betrachten, aber das mögen sie nicht immer.
Allgemein scheint ihre Stimmung davon abzuhängen, wie gut man sich um die Klimabedingungen im Aquarium kümmert, wie gut man sie füttert und wie viel man mit ihnen redet und dab
ei ist noch wichtig, wie viel sie von einem verstehen. Wenn man zu oft und zu wiederholt Dinge sagt, die sie nicht verstehen, verlieren sie irgendwann das Interesse. Spricht man hingegen mit ihnen und stellt ihnen interessierte Fragen, wächst auch ihr Interesse an einem.
** Zeitaufwand **
Man sollte zweimal täglich, am besten morgens und abends, nach seinem Aquarium
schauen. Über Nacht sinkt die Wassertemperatur stark ab und der
Sauerstoffgehalt des Wassers fällt. Ab und zu einen weiteren Besuch, wenn sich
interessante Entwicklungen ankündigen, kann man durchaus unternehmen, aber mehr als drei, vier Besuche am Tag sind nicht nötig und werden auch nicht honoriert. Kommt man zu oft vorbei, unterstellt Seamen einem Langeweile und daß man keine Freunde hätte oder nichts besseres zu tun hätte. Meistens haben sie auch dann nichts mehr zu sagen und verweisen darauf, daß sie für heute
genug gesagt hätten und erst morgen wieder mit mir sprechen würden. Zwei, drei
Besuche reichen also völlig aus. Gelegentlich habe ich das Aquarium einfach so "nebenbei" zu meiner Erbauung laufen lassen, die beruhigenden Wassergeräusche
und Plätschereien waren angenehm. Die Seamen schwimmen ansonsten einfach so vor sich hin, wenn sie sich nicht gerade streiten, Sex haben oder sonst etwas tun. Manchmal wollen sie auch schlafen und bestehen darauf, daß man sie alleine läßt und das Licht ausschaltet.
Nach etwa dreieinhalb Wochen hatte ich das Spiel "beendet", obwohl es natürlich niemals wirklich zuende ist, ich kann natürlich immer noch jederzeit mit meinen Seamen sprechen, aber zumindest ist dann das "Spielziel" erreicht. Das Ende ist im übrigen etwas überraschend. Mit soetwas hätte ich nicht gerechnet.
Wenn man sich für zwei, drei Tage nicht um sein Aquarium kümmern kann, weil man z.B. verreist, sollte man jemanden suchen, der sich so lange um die Tiere kümmert, sonst kann das Spiel ganz schnell vorü
ber sein. Es ist halt wirklich ein virtuelles Tier (und nicht zu vergleichen mit Tamagotchi, auch wenn das gerne getan wird!). Es ist witzig, einen Freund zu bitten, sich um Seaman zu kümmern (und danach festzustellen, was für Schweinereien der Freund Seaman in der Zwischenzeit beigebracht hat..). Die unelegante Lösung ist die, für die Zeit seiner Abwesenheit die Systemuhr der Dreamcast zurückzustellen, so daß für Seaman nur ein paar Stunden vergangen sind, aber das ist nur der halbe Spaß. Wenn man schon so ein Spiel spielt, kann man sich den Spaß ruhig einmal gönnen.
** Grafik **
Die Grafik ist leider nicht so berauschend. Das Aquarium ist schlicht und sparsam in Szene gesetzt und nicht sonderlich schön anzusehen. Die Seamen in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien sehen bizarr aus, ihre Gesichtsausdrücke und Mimik ist prima in Szene gesetzt, ihre Stimmung ist an ihren Gesichtern abzulesen und wenn sie einen für nicht ganz bei Trost
halten, ist auch dieses ihren Gesichtern deutlich zu entnehmen. Die Körper, auf denen die Menschenkörper sitzen, sind etwas polygonarm, die Zeichnungen darauf aber oft schillernd und schön fischig.
Was sehr negativ auffällt, sind zahlreiche Slow-Downs, von denen ich mich frage, woher diese kommen. Da nicht sonderlich viel passiert, ist es mir unverständlich, warum die Grafik oftmals so entsetzlich ruckelt. Dieses ist für den Spielspaß zwar irrelevant, genauso wie das triste Aquarium, aber es ist trotzdem nicht nötig. Da die Handlung sich hauptsächlich über Dialog und im Kopf abspielt, ist es egal, daß es oft Slowdowns gibt, aber erwähnen möchte ich diesen Mangel schon. Es ist halt nicht so schlimm wie bei Ego-Shootern oder anderen Spielen, die von schneller Grafik leben.
** Fazit **
Seaman ist ein absolutes Freak-Spiel. Ich kann es nicht uneingeschränkt empfehlen, da es extrem (!) geschmacksabhängig ist. Zwei Freunde, denen ich es zeigte, fanden es ziemlich öde, daß die Fische die
meiste Zeit herumschwimmen und nichts sonst passiert (zu diesem Zeitpunkt war ich schon mehrmals am Tag am Becken gewesen, so daß sie keine Lust mehr zu sprechen hatten = der berühmte Vorführeffekt).
Wer jedoch keine Angst vor Englisch (oder japanisch..) hat, keine Hemmungen, dieses auch zu sprechen und viel Geduld hat, keine Action erwartet und wem es reicht, für ein paar Minuten bis maximal eine halbe Stunde täglich am Becken vorbeizuschauen, der kann sich diesen Spaß einmal gönnen. Man muß natürlich bereit sein, sich auf dieses Spiel einzulassen und es nicht als ein "Spiel" sehen. Ich habe meine Seamen behandelt, als wären sie echte Wesen und als würde ich mich tatsächlich wissenschaftlichen Forschungen hingeben (bisweilen habe ich, erklärt mich ruhig für bescheuert, sogar ein paar Bemerkungen auf
Diktiergerät gesprochen, da ich für eine Website ein "Seaman-Tagebuch" schreiben wollte) und jedem in meiner Umgebung fiel auf, daß ich während meiner Seaman-Zeit von diesen Tieren sprach, als seien sie real. (Seaman selbst glaubt im übrigen auch, daß er real ist und er führt dafür einen
unwiderlegbaren Beweis an in einer unwiderlegbaren logischen Gedankenkette...das hat mich völlig überzeugt).Man hielt mich sogar schon für noch bescheuerter als gewöhnlich ;-) denn ich war wirklich ständig besorgt und machte mir Gedanken über meine "Fische" ("I'm not
a fish, I'm a Seaman!" lautet übrigens dessen empörte Antwort auf diese Anrede) und redete von nichts anderem.
Also, echte Freaks und experimentierfreudige Spieler können Seaman bedenkenlos antesten, wer sich jedoch nicht ganz sicher ist oder Grafikfetischist ist,
sollte angesichts des sehr hohen Importpreises (teilweise über 150-180 DM) die Finger davon lassen. Zwar bekommt man noch ein Mikrophon für den Preis, aber
dieses ist eh kaum für andere Spiele (abgesehen von Planet Ring) zu gebrauchen.
Meckert aber bitte nicht mi
t mir, wenn Ihr es Euch kauft und ihr es schließlich grauenhaft findet, ich betone, daß es sehr, sehr, sehr geschmacksabhängig ist!! Ich kann mir vorstellen, daß manche Menschen es sogar absolut sch..... finden!
P.S.: Es gibt ebenso freakige Websites über Seaman, sogar eine Organisation zur Rettung und Befreiung der Seamen hat sich gebildet. Die ganzen Seiten sind so aufgezogen, daß sie Seaman als völlig real erachten und beschäftigen sich mit neusten Forschungsergebnissen, Berichten und interessanten biologischen Details.
Empfehlen kann ich zum Beispiel die offizielle Seite, auf der auch mehr Dr.
Gasses Tagebuch zu finden ist: http://www.meetseaman.com
Fazit:
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18.02.02
Hi Hiimori. Willkommen bie dooyoo - hast ja gleich einen Krone-Bericht abgeliefert, Gratulation! Gruß, axel