
Neuester Testbericht: ... dass alles was ihr jetzt noch wissen müßt sei: Wer sind die guten Jungs und wer die Bösewichter(?); habt ihr euch geschnitten, den ich werd... mehr
"Explosive Special Forces-Action" für Geduldige
Rainbow Six (DC)

Name des Mitglieds: von16zu51
Produkt:
Rainbow Six (DC)
Datum: 22.03.01, geändert am 22.03.01 (100 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Spannendes Gameplay, Spieler hat großen Einfluß auf das Geschehen
Nachteile: Miserable Technik, Ewige Ladezeiten, Mängel in der KI
Einstieg
Nach einem kurzen, englischsprachigen Intro, welches wohl als 16 fach komprimiertes Videofile auf der GD lagert, da die Bildqualität einfach scheiße ist, kommt man ins Hauptmenü. Das Spiel bietet neben der Möglichkeit, eine Einsatzkampagne zu absolvieren auch einen Trainingsmodus an. Das Training ist relativ für die Katz. Zwar kann man alle wichtigen Vorgehensweisen mal durchprobieren, allerdings bietet das Spiel nur Gelände und Aufgaben, kein eigenes Tutorial. An sich mag ich Trainingsmodi, die einem das Handbuch lesen ersparen, aber genau hier versagen die Missionen, da man von ihnen keine Hinweise auf die richtige Vorgehensweise oder die nun naheliegende Aktion bekommt. Um einen Blick ins Manual kam ich also nicht rum. Das Handbuch ist komplett deutsch, schwarzweiß und weitestgehend gut geschrieben. Allerdings etwas dünn. Natürlich ist das Wichtigste enthalten, z.B. eine gut sortierte Liste der 37 (!!!) verschiedenen Controllerbefehle, allerdings hätte ich mir noch ein wenig mehr Info gewünscht. So wird darauf hingewiesen, daß man seinen Einsatzteams verschiedene Taktiken auflegen kann, so z.B. Räumen oder Vorrücken, was das dann aber für Auswirkungen auf das Spiel hat, darüber steht dann nichts mehr.
Der Autodidakt im Spieler ist also gefragt, wenn man in die (durchaus vorhandenen) Tiefen von R6 einsteigen möchte, da weder Training noch Booklet erschöpfend über das Spiel informieren.
Planvolles...
Wählt man Einsatz, beginnt man e
ine Kampagne. 16 verschiedene Missionen warten auf mein Special Forces Team plus 4 Eagle Watch Boni Einsätze. Die Einsätze muss man nacheinander absolvieren, das Spiel gibt keine Möglichkeit sich den Weg durch die Missionen selber zu bahnen, nur schon Geschaffte dürfen noch einmal angegangen werden. Vor dem eigentlichen Einsatz steht die Planungsphase, durch Monologe von verschiedenen Personen und einem Einsatzbefehl erfährt man, was genau zu tun ist und wie die Lage sich darstellt. Erfreulicherweise ist das Game komplett übersetzt und sogar die Sprachausgabe (außer in den Aktionsphasen und bei den Eagle Watch Missionen) ertönt auf Deutsch. Rainbow Six wurde ja nach einer Romanvorlage von Tom Clancy entwickelt und bei den Einsatzbesprechungen merkt man das wirklich deutlich. Die Texte sind absolut detailliert, das ganze Geschwalle über Terroristen, Firmen und Gangster präsentiert sich dichter als ich es sonst von Videospielrahmenhandlungen gewohnt bin. Nach einigen Missionen entwickelt sich sogar eine durchgehende Geschichte, die immer weiter gesponnen wird. Nach der Einsatzbesprechung kann man noch in ein paar Akten schnüffeln, die weitere Informationen über die involvierten Gruppen/Organisationen oder Personen enthalten. Fiktives und die Realität gehen hier eine interessante Mischung ein, und so findet man Informationen über die erfundene Phoenix Group aber auch welche über die Europäische Union.
Nach ausreichendem Input kommt man dann zur wirklichen Planung. Loser können auch jederzeit auf einen vorgefertigten Plan zurückgreifen, aber damit hat man bei R6 wirklich nur den halben Spaß. Zuerst werden die Teammitglieder für den Einsatz ausgewählt (maximal 6) und auf maximal 4 Teams verteilt, danach werden sie ausgerüstet. Es steht ein Roster von verschiedensten Agenten zur Verfügung, allerdings können Agenten, die bei einem Einsatz sterben, später nicht mehr ausgewählt werden. Auch hier können Informationen über die Agenten eingesehen werden, neben statistische
n Fähigkeitswerten auch Lebensläufe und medizinische Daten. Meinen gewählten „Püppchen“ durfte ich dann auch was schickes anziehen, Uniformen natürlich, am Besten den Umweltsituationen angepaßt, und was zum Spielen in die Hand geben. Wieviele verschiedene Wummen es gibt weiß ich nicht, ich habe mit den verschiedensten Waffen herumexperementiert und kann versichern, daß es innerhalb der Einsätze so gut wie keinen Unterschied macht, welches Gewehr man gewählt hat. Auch Handfeuerwaffen können mitgeführt werden, gebraucht habe ich nicht einmal welche. Außerdem stehen noch Granaten oder nützliches Equipment wie Herzschlagsensoren, Dietriche oder Elektroniksets zur Wahl, allerdings dürfen immer nur zwei mitgeführt werden. Schlußendlich kommt man auf die Landkarte, die einen Überblick über das Missionsterrain bietet. Auch hier können Informationen abgerufen werden, z.B. wo sich Geiseln oder Sprengsätze befinden, wie die einzelnen Terroristen sich verhalten (patroullieren sie oder bleiben sie stehen), welche Orte gefährlich sind usw. Jetzt kann man für jedes Team eine Route wählen, indem man Checkpoint für Checkpoint eingibt, die Geschwindigkeit der einzelnen Teams setzt und ihnen Aktionen vorgibt (z.B. Räumen, an einem Punkt auf einen Startcode warten oder die Geiseln eskortieren aber auch spezielles wie Granate ins Zimmer werfen oder Bomben entschärfen). Jetzt muß nur noch das Team gewählt werden, mit dem man den Einsatz beginnen möchte und dann beginnt die Aktionsphase.
... Vorgehen
R6 steuert sich ähnlich wie MDK 2. Grunsätzlich wird mit den Buttons die Marsch- und mit dem Analogstick die Blickrichtung angegeben. Rennen und feuern liegen auf den Triggern. Alle anderen Kommandos, Aktionen oder Blickwinkeljustierungen ruft man entweder mit dem Digikreuz auf oder durch Kombinationen von Digikreuz und Aktionstaste. Zum Teil sind auch ganz abstruse Kombinationen von nöten, um z.B. dem Team Alpha einen Startcode zu erteilen drückt man die Kombin
ation L-Trigger + Start – Taste + Taste A. Ich war oft in Verwirrung darüber, was ich jetzt drücken mußte um z.B. die Zoom Funktion des Gewehres zu nutzen, und bis zum Schluß passierte es mir öfters, daß ich was falsches eingab. Beim Spielen sollte das Handbuch also nie allzuweit entfernt liegen, Nachschauen ist angesagt. Das Ganze nervt zum Glück nicht so extrem, da R6 ein relativ ruhiges Spiel ist. Direkte Feuergefechte mit Terroristen gibt es selten, effektiver konnte ich vorgehen indem ich mich Meter für Meter vorgearbeitet habe und die Gegner überraschte, bevor sie mich entdecken konnten, deshalb gibt es oft Rückzugspositionen an denen Ruhe herrscht und ich ungestört meine Einstellungen vornehmen konnte.
Man steuert immer nur ein Team, kann zwischen den verschiedenen Gruppen allerdings jederzeit wechseln. Die restlichen Teams arbeiten sich alleine Vorwärts, jedes nach seiner vorgegebenen Route und dem Auftragsplan. Hier kommt es wirklich entscheident darauf an, wie gut man geplant hat, denn an sich funktioniert es ziemlich gut, die Gruppen arbeiten zu lassen. Manchmal versagt die KI der Agenten allerdings und sie bleiben an irgendeiner Wand hängen oder laufen wie bekloppt im Kreis, dann mußte ich kurz eingreifen und sie wieder auf die Route bringen, doch soetwas kam relativ selten vor. Wenn man die ganze Action für sich alleine haben will, arbeitet man am Besten mit den Einsatzbefehlen. Denn dann verharrt das jeweilige Team am Checkpoint und wartet, man kann also in Ruhe die Route der aktuellen Gruppe beenden und sich dann das nächste Team vornehmen.
Ansich katastrophal ist die Intelligenz der Gegner. Die laufen ihre Routen oder stehen an ihren Positionen und an sich kann sie gar nichts davon abhalten. Erschießt man beispielsweise einen ihrer Kollegen, laufen sie einfach darüber hinweg und sehen ihn nicht und für Schußgeräusche sind sie eh taub. Nur ab und zu, wenn man einen der Terroristen verfehlt und neben ihn in die Wand schießt schreckt er a
uf und sucht eine neue Position auf, oder, was schlimmer ist, geht los und erschießt die Geiseln, was für mich als Spieler Game Over bedeutet.
Andererseits, sollte ein Terrorist mal freie Sicht auf einen der Agenten bekommen, schießen sie verdammt gut und genau. Da der Agent nach einem oder höchstens zwei Treffern tot ist, Lebensenergiebalken oder ähnliches gibt es nicht, habe ich, wie oben beschrieben, versucht das Schußfeld zu meiden.
Die Spielbarkeit trifft sich ganz gut zwischen diesen beiden Extremen. Denn wären die Terroristen intelligenter, würden aber genauso gut schießen wäre das Spiel zu schwer, andersrum allerdings zu leicht. So ist es aber eine gute Herausforderung vorsichtig vorzugehen und einen nach dem anderen auszuschalten.
Manchmal ist das Spiel unfair, was vor allem an den Herzschlagsensoren liegt. Die funktionieren nämlich nur auf dem aktuellen Stockwerk und erst wenn ich eine Treppe ganz runter oder rauf gelaufen bin registriert der Sensor, daß ich eine neue Ebene betreten habe. Dann ist es allerdings oft schon zu spät. So kann ich mich nicht über die Positionen der Terroristen informieren, die z.B. auf einem Balkon auf mich lauern oder einmal hatte ich die Situation, daß ich ganz oben an einer Strickleiter angekommen war aber nicht checken konnte, ob auf dem Plateu ein Terrorist auf mich wartete, der mich immer erschoß, bevor ich überhaupt ganz oben war (während man auf einer Leiter steht kann man nicht schießen). Ergebnis war, daß ich auf pures Glück spielen mußte und einfach hochstürmte in der Hoffnung, daß er diesmal auf einer anderen Position verweilte.
Hat man eine Mission abgeschlossen, erscheint ein Statusbildschirm und man kann sich der nächsten Mission zuwenden oder die absolvierte noch einmal versuchen, um z.B. ohne Verluste durchzukommen.
Grausame Technik
R6 ist technisch eine Katastrophe. Der Titel ist grafisch altbacken, ein 98er PC Spiel ohne jeglichen Verbesserungen zu portieren ist an sich schon
frech. Die Texturen sind oft unscharf und das gesamte Spiel ist äußerst polygonarm, in der R6 Realität ist halt alles etwas kantiger, zum Glück läuft diese Häßlichkeit weitestgehend flüssig ab, vor allem mit Boot Disc (s.u.). Die Soundeffekte sind schlecht digitalisiert und wirken viel zu aufgesetzt, um für Atmosphäre zu sorgen. Der größte Mist sind allerdings die Ladezeiten, egal ob Planungs- oder Aktionsphase, über 1 Minute (!) muß immer geladen werden. Vor allem in der Aktionsphase, wenn ich nach 2 Minuten Spielzeit erschossen wurde, nervt das ungemein. Später habe ich mir angewöhnt, während der Ladezeiten Fernsehzugucken, aber trotzdem, sowas muß echt nicht sein, vor allem da R6 grafisch zu den häßlichsten DC Spielen gehört.
Einzig und allein die Musik kommt richtig derb. Filmreife Klänge, mit einem echten Orchester eingespielt wirken sehr bombastisch, werden aber nur selten eingesetzt. Hinzu kommen noch einige Fehler, die wirklich keinem Entwickler passieren dürfen. So ist mir das Spiel 2 mal abgestürzt und während des Abspanns, der nicht rollend sondern mit verschiedenen Screens abläuft, startet die Musik bei jedem Screen von Neuem, also so ungefähr alle 10 Sekunden. Swing hat es auch nicht für nötig gehalten das Spiel anzupassen, kein 60 Hertz Modus und Pal Balken sprechen für sich. Allerdings kann man mit der DC-X Boot Disc einen 60 Hertz Modus aus R6 herauskitzeln.
Das Spiel bietet keinen VGA Support.
Fazit
Das Ganze ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist R6 ein Spiel, welches mit katastrophaler Technik, Mängeln in der KI und derben Flüchtigkeitsfehlern einiges versaut. Andererseits macht die Agentenaction Spaß. Es ist spannend durch die verschiedenen Bauten zu schleichen und die Aufgaben zu erledigen. Oft habe ich gemerkt, wie sehr ich unter Hochspannung stand. Einmal ein Schritt zu weit ohne aufzupassen und ZACK man liegt schon wieder auf dem Boden. Überhaupt fand ich es verdammt spannend, den Einsatz genau zu
planen und diesen Plan dann umzusetzen.
Rainbow Six hat viel Potential verloren, trotzdem ist der Titel so stark, daß ich noch eine Menge Spaß damit hatte.
Fazit:
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