Psychic Force 2012 (DC)
Pixel-Schrott! - Psychic Force 2012 (DC) Dreamcast Spiele

Neuester Testbericht: ... du noch 2 dazugewinnwn kannst.Diese Kämpfer verteidigen sich mit ihren Fäusten,Händen und ihren PSYCHOkräften in einem dreidimensi... mehr

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Psychic Force 2012 (DC)

The-Wishmaster

Name des Mitglieds: The-Wishmaster

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Psychic Force 2012 (DC)

Datum: 19.01.04, geändert am 19.01.04 (51 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: ...

Nachteile: ...

Hallo liebe Leserinnen und Leser!



Weiter geht's in meiner unterhaltsamen Reihe der Dreamcast-Spiele, diesmal möchte ich mein Augenmerkt erneut auf ein Game aus dem Beat'em'Up-Sektor richtgen. Neben den großen Klassikern Virtua Fighter 3 TB und Soul Calibur gibt es da noch eine ganz Menge anderer Titel, die aber nicht alle gelungen sind. Ein Beispiel für einen besonders derben Griff ins Klo dürfte Taitos "Psychic Force 2012" sein. Im Bundle mit mehreren anderen Nippon-Games hatte ich es mir vor gut zwei Jahren mal gebraucht ersteigert, mangels Qualität aber längst wieder verkauft. Um Euch vor einer ähnlichen Enttäuschung zu bewahren versuche ich mich dennoch so gut wie möglich an diese Software-"Perle" der ganz besonderen Art zu erinnern...



Ohne großartig Rücksicht auf eine Story zu nehmen - die bei Prügelspielen ja sowieso eigentlich nur eine Farce ist, um seine Gegner nicht grundlos in Grund und Boden zu dreschen - katapultieren wir uns direkt in die Zukunft, ins Jahr 2012 um genau zu sein. Dort treten 12 Charaktere in einem Wettstreit gegeneinander an und - an dieser Stelle dürft Ihr jubilieren! - könnt Ihr einen der Recken übernehmen. Man könnte nun meinen, dass sich fortan immer zwei Streithähne in einer Arena gegenüberstehen und solange kämpfen, bis einem der beiden die Energie aus der dafür vorgesehenen Leiste flöten gegangen ist, das ist aber nur bedingt richtig. Denn "Psychic Force 2012" bietet ein völlig neues, innovatives Klopp-Konzept:

Die beiden Haudegen befinden sich eben nicht in einer herkömmlichen Stage, sondern schweben salopp ausgedrückt in einem durchsichtigen Würfel umher. Verkörpern soll dieser die psychische Energie zwischen beiden Kämpfern, deswegen schweben die beiden da auch locker flockig durch die Gegend. Beharkt wird das Gegenüber dabei mit den üblichen Schlägen und Tritten, auch Waffen der Charaktere wie Schwerter kommen zum Einsatz. Dazu gibt's Street Fighter-typische Specials wie Feuerbälle und Energieschübe, die mit den entsprechenden Tastenkombinationen ausgelöst werden können. Fliehen kann man natürlich nicht, da das Euch umgebende Quadrat dies verhindert und ein "Ring Out" unmöglich macht. Ihr seid Eurem Gegner also mehr oder weniger hilflos ausgeliefert, Feiglinge haben keine Chance!

Was anfangs vielleicht ziemlich interessant klingt, entpuppt sich jedoch nach spätestens fünf Minuten als spielerische Katastrophe. Die Steuerung der einzelnen Helden ist äußerst hakelig geworden und reagiert nur sehr schwerfällig auf eingegebene Kommandos. Diese sind zudem nur teilweise zu gebrauchen, denn manche Moves sind derart unausführbar, dass sich ein Versuch gar nicht lohnt. Stattdessen ist die Flucht in eine Ecke und das Beharken der Kontrahtenten mit Projektilen stets die beste Lösung, um einen Sieg davonzutragen. Das wiederum geht jedoch zu Lasten des Spielspaßes, denn eine heisse Combo-Schlacht ist wesentlich interessanter als feiges Feuerball-Abgefeuere - nur dumm, wenn wegen der unzureichenden Steuerung nur diese Möglichkeit offen bleibt.

Dabei sind die Ansätze des Games wirklich gar nicht mal so übel, zumal dem Spieler mit dem Story- und Arcade-Modus die üblichen Single-Player-Optionen geboten werden, man gegen einen menschlichen Mitspieler antreten und im Watch-Mode die Kämpfe zweier computergesteuerter Figuren bewundern darf. Solide Mode-Vielfalt ist also geboten, was immerhin für ein durchschnittliches Game reichen würde. Negativ fällt hier eigentlich lediglich das Fehlen jeglicher Extras auf - das aber dann gewaltig, denn so sinkt die Motivation natürlich das Game mehrmals mit den verschiedenen Charakteren durchzuspielen.


Kommen wir stattdessen doch mal zur technischen Seite des Titels. Hier offenbart sich neben den spielerischen Mankos gleich der nächste Knüller, denn "Psychic Force 2012" wäre grafisch selbst auf der Playstation eine echte Schande gewesen. Dass man uns den Titel dagegen als Dreamcast-Spiel unterjubeln will kommt dabei schon einer bodenlosen Unverschämtheit gleich. Im ruhenden Zustand sehen die wie aus einem Anime entsprungenen Charaktere noch einigermaßen passabel aus, hier kann man lediglich ihre Farbarmut und die Grobpixeligkeit bemängeln. Wenn sie sich jedoch erst einmal bewegen, dann offenbart sich ein Bild des Grauens. Mit abgehackten Animationen werden belanglose Specials und effektarme Moves ausgeführt, dass es ein wahres Trauerspiel ist.

Wer von Soul Calibur gestochen scharfe Grafiken und lebensecht animierte Recken gewohnt ist, wird hier weinend vor dem Bildschirm sitzen und Gott und die Welt nicht mehr verstehen. Die Hintergrundgrafiken wurden zudem als simple Bitmap-Grafiken erstellt, irgendwelche Objekte die einem eine Dreidimensionalität zumindest vortäuschen sollen such man vergebens. Stattdessen hat man versucht durch den Würfel als Kampfarena möglichst viel Effekthascherei zu betreiben, um so detailliert gestaltete Hintergrundgrafiken unter den Tisch fallen lassen zu können. Dass manche Duelle gar ganz simpel einfach im Weltall durchgeführt werden, zeugt auch von der Einfallslosigkeit der Entwickler.

Dagegen wirkt der dröge Soundtrack ja fast schon wie eine Offenbarung - aber eben nur fast. Denn bewegen sich die typischen Soundeffekte noch auf einem relativ normalen Durchschnitts-Niveau, gehen einem die dudelnden Nippon-Melodien während der Fights irgendwann einfach nur tierisch auf den Keks. Hier hätte man sich ruhig mal eine Scheibe vom Klassenprimus "Soul Calibur"abschneiden sollen, wo das Ohr des Spielers mit bombastischen Hymnen verwöhnt wird. Nichts dergleichen findet sich in "Psychic Force 2012", wobei ich das ganz ehrlich gesagt auch gar nicht erwartet hätte.


Meine Fresse, ich hab selten ein derartig mieses Spiel gesehen! Hier ist der Ansatz zwar recht interessant und auch einigermaßen innovativ (was im Prügel-Genre ja selten genug ist), nur wieder dieser leider durch die grottenschlechte Umsetzung sofort wieder zunichte gemacht. Die Steuerung ist lahm und ungenau, das Charakterdesign langweilig und die vor Mängeln nur so strotzende, öde Grafik ist eine Katastrophe sondergleichen. "Psychic Force 2012" wurde gehörig in den Sand gesetzt und wer sich das Game dennoch für wenige Euro gebraucht zulegen will, dem möchte ich sagen: Selbst als abschreckendes Beispiel es wäre mir die Kohle für den Titel nicht wert!



In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Psychomaster



PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen alleine in eine Psycho-Kapsel verbannt werden... ;)



Shake Heads!






Fazit: