Outtrigger (DC)

Oma-Trigger
Outtrigger (DC)

Name des Mitglieds: Hiimori
Produkt:
Outtrigger (DC)
Datum: 13.02.02, geändert am 13.02.02 (202 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Grafisch sauber
Nachteile: winzige Arenen, langweilige Waffen, langweilige Firguren
Oft verschoben, nun doch noch erschienen: endlich ein neuer Ego-Shooter für Sega Dreamcast. Doch die Freude währte nicht lange....
Nach dem ungeschlagenen Quake und dem mehr oder weniger belanglosen Unreal Tournament warteten wir lange auf die Heimumsetzung von Segas Spielhallen-Hit "Outtrigger". Immer wieder wurde der Release in Japan und Europa verschoben, doch schließlich war es so weit und ich hielt das Spiel in den Händen.
** Anmerkung **
Ich möchte darauf hinweisen, daß ich den Schwerpunkt meines Erfahrungsberichtes auf den Multiplayer-Modus lege. Zwar werde ich auch auf die Einzelspieler-Missionen eingehen, aber bei einem Ego-Shooter interessiert uns persönlich am meisten, wieviel Spaß man an einem Zocker-Wochenende mit diesem Spiel hat.
** noch eine Vorbemerkung **
Da sich die Kritiker und Spielezeitschriften mit Lob und Huldigungen nahezu überschlugen, rechnete ich demzufolge mit einem absoluten Kracher. Dieses war auch notwendig, da seit dem indizierten Quake III Arena im Bereich Ego-Shooter auf Dreamcast nichts mehr passiert war (rechnet man mein heiß geliebtes "Rogue Spear" nicht hinzu, welches eher ein Taktik-Shooter ist, da man hier ohne die brachiale Gewalt von Quake oder Unreal auskommt).
Bei Outtrigger handelt es sich um eine Spielhallen-Konvertierung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Genres sind die Ego-Shooter fest in amerikanischer Hand. Outtrigger bildet eine seltene Ausnahme und ist ein japanischer Ego-Shooter. Nach dem Durchspielen wußten wir allerdings, warum
dieses Genre in Japan niemanden sonderlich interessiert...
** Handlung **
Die Story hinter Outtrigger ist schnell erzählt und für den Spielverlauf absolut irrelevant: Zur Bekämpfung des Terrorismus wurden die besten Elitekämpfer der Welt in einer speziellen Anti-Terror-Einheit namens
"Outtrigger" vereint, um für Recht und Ordnung zu sorgen.
** S
pielmodi **
Nach einem relativ belanglosen Vorspann und der Wahl zwischen dem 50 und 60 Hz-Modus hat man die Möglichkeit zwischen verschiedenen Spielmodi wie Arcade
(dem Spielhallen-Modus), einem Einzelspieler-Missionsmodus, einem
Spielfiguren-Editor und dem Multiplayer-Deathmatch zu wählen. Das heiß
erwartete Online-Spiel sucht man hier vergebens.
** Ein Wort zum Online-Spielen **
Gleich an dieser Stelle fällt unangenehm auf, daß ein wichtiger Faktor in der europäischen Version - wie auch schon bei Unreal Tournament - gestrichen wurde: Der Online-Multiplayer. Damit fällt auch schon ein großer Teil des Spielspaßes eines Ego-Shooters flach. Möglich sind ausschließlich Multiplayer-Kämpfe im Splitscreen mit bis zu 4 Spielern.
Während in der japanischen und der US-Version noch Online-Kämpfe möglich
waren, bekommt man in Europa wieder einmal schmerzhaft zu spüren, daß der hiesige Markt absolut uninteressant und irrelevant ist. Den gleichen Eindruck erweckt deswegen dieses Spiel. Während wir es einem intensiven Multiplayer-Dauertest unterzogen, hatten wir mehrmals das Gefühl, als habe man noch eben schnell eine lieblose und halbherzige PAL-Konvertierung hingeworfen, um den europäischen Kunden vorzugaukeln, es kämen noch ein paar Spiele, bevor der Markt völlig dichtgemacht wird. (written by Hiimori) Da auch Alien
Front Online schon für Europa gecancelt wurde, hatten wir gehofft, mit Outtrigger zumindest für die nächste Zeit etwas Ego-Shooter-Nachschub zu bekommen, da wir Quake mittlerweile in- und auswendig kennen.
** Spielverlauf **
In einem Optionsmenü können diverse Einstellung vorgenommen werden. Es ist
löblicherweise möglich, sowohl mit Pad als auch mit Keyboard und Maus zu spielen. Für alle Eingabegeräte sind diverse Vorkonfigurationen im Angebot. Es gibt zwar nicht die Möglichkeit einer freien Tastenbelegung, aber aufgrund der zahlreichen - sogar für Links- und Rechtshän
der geeigneten - Konfigurationen
müßte wirklich für jeden etwas dabei sein. Das Keyboard und die Maus sind ebenfalls sinnvoll belegt.
Anschließend kann man zwischen unterschiedlichen Spielfiguren wählen (im
Gegensatz zu anderen Ego-Shootern unterscheiden sich diese in Fähigkeiten und
Waffenauswahl) und dann stürzt man sich ins Geschehen. Zur Verfügung stehen zu Beginn 4 Personen (ein Brite und ein Franzose mit jeweils ausgeglichenen Fähigkeiten, eine Japanerin, die über weniger Kraft verfügt, dafür schneller und beweglicher ist, und ein Amerikaner, der groß, schwer und langsam ist, dafür aber die explosivesten Waffen hat). Im Laufe des Spieles ist es möglich, sowohl im Arcade-Modus als auch in den Missionen weitere Spielfiguren und
Arenen freizuschalten.
Es ist möglich, die Figuren den eigenen Vorlieben anzupassen, d.h. die Farbe ihrer Kleidung zu ändern. Auch ist es möglich, die Waffen zu ändern, wenn einem die drei vorgegebenen Waffen nicht passen.
** Arcade-Modus **
Der Arcade-Modus gliedert sich in eine Art Anfänger-Training, Fortgeschrittenen- und Profi-Training. Hier müssen innerhalb eines Zeitlimits bestimmte Aufgaben erfüllt werden, z.B. 10 Terroristen innerhalb von einigen Sekunden erschossen werden oder Münzen eingesammelt werden. Das Zeitlimit wird von Aufgabe zu Aufgabe knapper, kann jedoch durch das Einsammeln von Zeit-Items um jeweils 5 Sekunden ausgeweitet werden. In den Kämpfen gegen mehrere Terroristen in den Arenen verfügt man über die drei Standard-Waffen seiner Spielfigur (bei Jay, den ich zu Beginn nahm, waren dieses z.B. ein Maschinengewehr, Granaten und ein Raketenwerfer). Zusätzlich liegen diverse
Waffen in den Arenen zum freien Gebrauch herum, wie z.B. Flammenwerfer.
Es ist möglich, sowohl in der 1. als auch in der 3. Person zu spielen, was ich
persönlich bei einem Ego-Shooter jedoch für witzlos halte, so daß ich ausschließlich die Ego-Perspektive ausprobier
t habe.
Es gibt neben dem Fadenkreuz auch eine Art Zielcursor, der den anvisierten Feind umgibt. Ein weißer Zielcursor bedeutet, daß es sich um keinen Terroristen, sondern um eine Geisel handelt. Diese zu erschießen, kostet Zeit und sollte deswegen vermieden werden.
Alles in allem ist der Arcade-Modus spielhallentypisch schnell, laut und explosiv sowie rasant geschnitten. Taktisches Vorgehen ist hier nicht möglich,
es wird geballert, was das Zeug hält, da einerseits die Zeit abläuft und andererseits die Feinde einen mit Raketen unter Beschuß halten. Auch die Aufmachung ist sehr spielhallen-typisch mit beliebig vielen Continues, dem Einsammeln von Münzen, aufdringlichen "Start!" "Continue" und "Game Over!"-Rufen und man wäre immer versucht, ständig Geld nachzuwerfen...
...wenn das Spiel etwas interessanter wäre. Doch dazu später. Bis hierhin liest es sich ja noch ganz abwechslungsreich.
** Missions-Modus **
Der Missions-Modus wartet mit einem Menü wie bei den Puzzles in Chu Chu Rocket auf: In 3 Schwierigkeitsgraden gibt es eine Anzahl von Kästchen, hinter denen sich Missionen verbergen. Diese lauten in etwa so: "Töten sie 10 Terroristen innerhalb eines Zeitlimits" oder "Sammeln Sie Münzen im Zeitlimit". Ein paar ausgefallenere Übungen wie das Ausweichen vor feindlichem Raketenwerferbeschuß kommen hinzu. Hat man eine bestimme Anzahl von Aufgaben gelöst, schaltet man dadurch die nächsten Missionen frei. Nach einigen Missionen erhält man neue Arenen und Spielfiguren, die man im Multiplayer nutzen kann. Der Schwierigkeitsgrad steigt ganz gut an, was aber vor allem daran liegt, daß das Zeitlimit immer weiter heruntergeschraubt wird.
** Multiplayer **
Hier komme ich zu einer großen Enttäuschung des Spiels. In einem Ego-Shooter-Wochenende hatten wir uns vorgenommen, das Spiel auf Herz und Nieren zu testen. Nach ungewöhnlich kurzer Zeit
kamen wir übereinstimmend zur Ansicht, daß der Multiplayer-Modus einfach nur langweilig ist. Erst einmal gibt es ausschließlich Deathmatches - andere Modi wir Capture the Flag oder Domination sucht man hier vergebens.
Zweitens ist die Waffenauswahl mehr als öde - jeder hat passend zu seiner Spielfigur nur 3 Standardwaffen, die im übrigen nicht sonderlich innovativ sind. Außerdem liegen in einigen Arenen noch zusätzliche Waffen herum, die jedoch ebenfalls nicht sonderlich aufregend sind.
Drittens sind die Arenen, in denen man sich die Kämpfe liefert, viel zu klein. Sie sind zwar wunderschön texturiert und optisch gibt es an ihnen nichts zu meckern. Vom asiatischen Tempel bis zum Kunstmuseum mit einer wunderschönen Gemäldegalerie ist alles mögliche vertreten. Auch sind schon zahlreiche Multiplayer-Arenen freigeschaltet, so daß man direkt von Beginn einige zur Auswahl hat. Nach kurzer Spielzeit stellt man allerdings fest, daß die Arenen außer einer schönen Texturierung nicht mehr zu bieten haben und schlicht und
ergreifend langweilig sind. Ich habe den symmetrischen Levelaufbau in Unreal für Dreamcast schon mehr als bemängelt, aber gegen die Arenen in Outtrigger waren die Unreal-Level eine Ausgeburt an Innovation und Abwechslung!
Die Arenen in Outtrigger bestehen (überwiegend) aus nur einem einzigen Raum
mit ein paar Treppen und Brücken. Taktik und abwechslungsreiches Spiel ist hier so gut wie nicht möglich - weder kann man sich verstecken, noch ist snipern oder lauern möglich, was gerade den Spielspaß ausmacht. Hier ist lediglich pures Draufhalten mit der möglichst explosivsten Waffe gefragt und wer den anderen zufällig zuerst erschießt, hat gewonnen. Zwar gibt es in
diesem Spiel auch ein Sniper-Gewehr, aber dieses ist völlig überflüssig, da es weder Zeit noch Raum zum Snipern gibt. Der Multiplayer-"Fun" beschränkt sich darauf, in einem engen Raum aufeinander einzuschießen und wer zuerst stirbt,
hat verloren.
Dieses ist für ca. eine Minute spaßig, danach wird es öde. Wir
hatten zu Beginn gehofft, daß es nur ein paar dieser kleinen Arenen gibt und der Rest innovativer und verwinkelter ist, aber wir hatten uns getäuscht. Bis auf das Kunstmuseum, das aus 2 (!) Räumen bestand, waren die anderen Arenen klein und vom Leveldesign her eine Katastrophe.
Da wir in unseren Multiplayer-Tests jedem Spiel eine Chance geben, beschlossen wir auch hier - trotz gähnender Langeweile - das Spiel zumindest einmal ganz durchzuspielen. Ich muß zugeben, das wurde bei Outtrigger tatsächlich gegen Ende hin zu einer Qual und einem Kampf gegen das Einschlafen. Dagegen war Aqua GT ein Highlight und ein mitreißendes Spiel - das ich für eines der schlechtesten Dreamcast-Spiele überhaupt halte!
Nach der zwölften kleinen Arena, in der man im Sekundentakt starb, kam bei uns allen gähnende Leere auf. Jeder wollte das Spiel nur noch so schnell wie möglich beenden. Es war einem irgendwann sogar völlig egal, ob man verlor oder gewann. Da taktisches Vorgehen und ein aktiver Kampf nicht wirklich möglich waren, war es hinterher auch völlig egal, wer nun von wem zum hundertsten Male erschossen wurde.
Selbst tolle Items wie Nachtsicht- und Infrarot-Scanner, die in den Arenen herumlagen, trugen nicht wirklich zum Spielspaß bei. Nachtsichtgeräte sind in
taghellen Arenen eher irrelevant (dunkle Arenen gab es kaum) und die Tatsache, daß man mit den IR-Scannern durch Wände hindurchsehen kann, war auch nicht weiter von Interesse, da man den Feind aufgrund der Winzigkeit der Arenen ohnehin nicht aus den Augen verlor.
Nachdem wir uns bis zum Ende durchgequält hatten und unabhängig voneinander zu der Ansicht gelangt waren, daß der Multiplayer in keinster Weise mit irgendeinem anderen Multiplayer mithalten kann, schmissen wir das Spiel aus der Konsole und widmeten uns dem besten Ego-Shooter aller Zeiten:Perfect Dark.
** Grafik, Sound und Steuerung **
An
der Grafik gibt es absolut nichts auszusetzen. Es ist dem Spiel anzusehen, daß es vom starken Naomi-Board der Spielhalle konvertiert wurde und die
Texturen sind ausgesprochen gelungen. Die Level sind - abgesehen vom unmöglichen Aufbau - wunderschön texturiert. Es gibt Brunnen, schönes fließendes Wasser, ägyptische und asiatische Tempel mit Wandfresken, Gemälde, steinere und von Pflanzen überwucherte Wände, Eisenbahnwaggons sowie sehr schöne Lichteffekte. Die Grafik ist okay! Schade, daß sie nicht das passende Spiel dazu gemacht haben...
Auch die Spielfiguren sind detailreich, zumindest die vier Hauptcharaktere. Die freigespielten Zusatzfiguren sind hingegen eher uninteressant. Die Waffen sind ebenfalls schön modelliert und gut anzusehen.Die Grafik bleibt selbst im Split-Screen sauber und ruckelfrei. Popups und Slowdowns haben wir nicht bemerkt.
Es gibt im Gegensatz zu anderen Ego-Shootern keine wirkliche Gewalt-Darstellung (ob dieses auf eine Zensur zurückzuführen ist, weiß ich
nicht, da ich die japanische oder US-Version nicht gesehen habe. Wer weiß, ob
in diesen Versionen Blut oder platzende Körper vorkommen, kann mir ja einen kurzen Kommentar hinterlassen, würde mich interessieren!). Auch gibt es keine
sonderlich ausgefallenen Sterbeanimationen. Meistens sterben die Gegner in einer Wolke aus Explosion, Feuer und Rauch und lösen sich danach blinkend auf. Keine Spur von zerplatzten Körpern wie bei Quake oder Unreal.
Die Steuerung geht in Ordnung; die Keyboard-Steuerung ist - im Gegensatz zur
vermurksten Unreal-Steuerung - sogar ziemlich angenehm und geht smooth von der
Hand. Auch die Pad-Steuerung ist ganz gut gelungen. Alles in allem reagieren beide Arten der Steuerung etwas langsam, dieses stört aber nicht weiter. Da so gut wie jede Konfiguration des Pads möglich ist, werden auch exotische Voreinstellungen möglich, wie z.B. die beliebte sogenannte Turok-Steuerung, bei der man mittels der Tasten A, X, Y und
B läuft und den Analog-Stick für die Kopfbewegung benutzt.
Die Geräusche und Soundeffekte sind ebenfalls in Ordnung, es kracht und
explodiert ununterbrochen, dazu wird man von einer hektischen Stimme angetrieben. Spielhallen-typische Geräusche beim Einsammeln von Münzen und Items sind ebenso zu finden.
Leider haben die Figuren - anders als bei Quake und UT - keine Gesten, mit denen man den Gegner verspotten kann. So kann man die Schadenfreude gar nicht richtig auskosten. Dieses ist aber ohnehin nicht sonderlich interessant, da man damit rechnen kann, innerhalb der nächsten Sekunden selbst zu sterben, wenn der Gegner im gleichen winzigen Raum vor einem inkarniert.
Die Musik gefiel niemandem von uns sonderlich, sie nervt teilweise sogar
ziemlich! Während sie in Quake und Unreal treibend, aggressiv und entweder Techno- oder Metal-betont ist, erweckt die Outtrigger-Musik eher den Anschein
des Easy Listening. Typischer Japano-Dudelsound begleitet das Durchlaufen der uninteressanten Arenen und trägt nicht gerade zu einer Atmosphäre bei. Alles in allem ist die Musik völlig unpassend für einen Ego-Shooter und ziemlich nervig.
** Fazit **
Wie aus meinen Anmerkungen schon ersichtlich, wurde hier wieder einmal eine
gute Idee völlig vergeigt. Daß Outtrigger die Genre-Referenz des online-tauglichen Quake III Arena nicht vom Thron stoßen würde, war zu erwarten, aber daß es sogar langweiliger als das schlechte Dreamcast-Unreal sein würde, schockierte uns doch etwas. Schließlich hatten wir zuvor nur positive Kritiken gelesen.
Die Grundidee ist gut, durch den Einzelspieler-Modus und die Missionen seine
eigene Figur zu entwickeln (was sich in der Praxis nicht sonderlich bemerkbar macht). Auch das Spielhallen-lastige kann gefallen, wenn man ein Freund von Arcade-Umsetzungen ist. Der Zeitdruck und das Einsammeln von Uhren ist nicht besonders Ego-Shooter typisch, aber wenn man bedenkt, daß Outtrigger e
in japanischer Ego-Shooter ist und die gesamte starke Konkurrenz aus den USA kommt, muß man einige Unterschiede in Kauf nehmen.
Daß der Multiplayer aber derartig langweilig und ohne jedwelche Atmosphäre
sein würde, hat selbst uns überrascht, die wir uns schon durch viele schlechte Spiele gequält haben. Die Arenen sind überhaupt nicht dazu geeignet, interessante Kämpfe zuzulassen und ersticken innovatives Gameplay schon im Keim. Ich möchte nicht behaupten, daß Quake ein Ausbund an Taktik und Tiefe ist, aber dort macht das gegenseitige Abballern deutlich mehr Spaß! Selbst ein Spezialisieren auf unterschiedliche Waffen ist langweilig, da die Waffen aufgrund des Leveldesigns ohnehin allesamt einfach nur schnell töten und das snipern oder das gezielte Jagen wie mit der Railgun oder der Shotgun bei Quake
hier völlig wegfallen. Die Waffen unterscheiden sich marginal durch ihre
unterschiedliche Munition, aber im Prinzip macht es keinen Unterschied, ob man mit dem Maschinengewehr oder einem Raketenwerfer herumrennt. Die easy-Listening-Musik macht das letzte bißchen Atmosphäre, das man mit etwas gutem Willen erkennen kann, vollends zunichte.
Der Einzelspieler-Modus macht zwar für kurze Zeit Spaß, weil er halt mal etwas
neues ist, aber spätestens wenn alle Missionen durchgespielt sind (und Missionen entsprechen NICHT abendfüllenden Missionen, wie wir sie von anderen Spielen kennen, sondern sind ganz im Gegenteil nur kleine Aufgaben von maximal zwei Minuten Länge) ist der Einzelspieler-Spaß vorbei. Langzeitmotivation ist also auch für Solisten nicht gegeben.
Einen besonderen Multiplayer-Spaß konnte niemand von uns entdecken; wer sich auf ein ausgiebiges Zocker-Wochenende mit gegenseitigem Erschießen freut, sollte unbedingt noch ein paar andere Spiele auf Lager haben, denn an Outtrigger hat er vermutlich ca. 15 Minuten Freude. Danach, wenn die große Erkenntnis kommt, daß es das auch schon war und mehr nicht kommt, kommt
gähnen
de Langeweile auf. Vielleicht ist das der Grund, warum man den Online-Modus in Europa gestrichen hat; ich hätte zumindest keine Lust, in diesen öden Arenen auch noch online zu spielen und mein Geld zum Fenster hinauszuwerfen.
Ich bin jedenfalls sehr enttäuscht von einem so gehypten und lange angekündigten und erwarteten Spiel wie "Outtrigger". Es hätte ein toller Ego-Shooter werden können, aber was uns schließlich in Europa erreichte, war nichts halbes und nichts ganzes und einfach nur langweilig.
Nach dem ungeschlagenen Quake und dem mehr oder weniger belanglosen Unreal Tournament warteten wir lange auf die Heimumsetzung von Segas Spielhallen-Hit "Outtrigger". Immer wieder wurde der Release in Japan und Europa verschoben, doch schließlich war es so weit und ich hielt das Spiel in den Händen.
** Anmerkung **
Ich möchte darauf hinweisen, daß ich den Schwerpunkt meines Erfahrungsberichtes auf den Multiplayer-Modus lege. Zwar werde ich auch auf die Einzelspieler-Missionen eingehen, aber bei einem Ego-Shooter interessiert uns persönlich am meisten, wieviel Spaß man an einem Zocker-Wochenende mit diesem Spiel hat.
** noch eine Vorbemerkung **
Da sich die Kritiker und Spielezeitschriften mit Lob und Huldigungen nahezu überschlugen, rechnete ich demzufolge mit einem absoluten Kracher. Dieses war auch notwendig, da seit dem indizierten Quake III Arena im Bereich Ego-Shooter auf Dreamcast nichts mehr passiert war (rechnet man mein heiß geliebtes "Rogue Spear" nicht hinzu, welches eher ein Taktik-Shooter ist, da man hier ohne die brachiale Gewalt von Quake oder Unreal auskommt).
Bei Outtrigger handelt es sich um eine Spielhallen-Konvertierung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Genres sind die Ego-Shooter fest in amerikanischer Hand. Outtrigger bildet eine seltene Ausnahme und ist ein japanischer Ego-Shooter. Nach dem Durchspielen wußten wir allerdings, warum
dieses Genre in Japan niemanden sonderlich interessiert...
** Handlung **
Die Story hinter Outtrigger ist schnell erzählt und für den Spielverlauf absolut irrelevant: Zur Bekämpfung des Terrorismus wurden die besten Elitekämpfer der Welt in einer speziellen Anti-Terror-Einheit namens
"Outtrigger" vereint, um für Recht und Ordnung zu sorgen.
** S
pielmodi **
Nach einem relativ belanglosen Vorspann und der Wahl zwischen dem 50 und 60 Hz-Modus hat man die Möglichkeit zwischen verschiedenen Spielmodi wie Arcade
(dem Spielhallen-Modus), einem Einzelspieler-Missionsmodus, einem
Spielfiguren-Editor und dem Multiplayer-Deathmatch zu wählen. Das heiß
erwartete Online-Spiel sucht man hier vergebens.
** Ein Wort zum Online-Spielen **
Gleich an dieser Stelle fällt unangenehm auf, daß ein wichtiger Faktor in der europäischen Version - wie auch schon bei Unreal Tournament - gestrichen wurde: Der Online-Multiplayer. Damit fällt auch schon ein großer Teil des Spielspaßes eines Ego-Shooters flach. Möglich sind ausschließlich Multiplayer-Kämpfe im Splitscreen mit bis zu 4 Spielern.
Während in der japanischen und der US-Version noch Online-Kämpfe möglich
waren, bekommt man in Europa wieder einmal schmerzhaft zu spüren, daß der hiesige Markt absolut uninteressant und irrelevant ist. Den gleichen Eindruck erweckt deswegen dieses Spiel. Während wir es einem intensiven Multiplayer-Dauertest unterzogen, hatten wir mehrmals das Gefühl, als habe man noch eben schnell eine lieblose und halbherzige PAL-Konvertierung hingeworfen, um den europäischen Kunden vorzugaukeln, es kämen noch ein paar Spiele, bevor der Markt völlig dichtgemacht wird. (written by Hiimori) Da auch Alien
Front Online schon für Europa gecancelt wurde, hatten wir gehofft, mit Outtrigger zumindest für die nächste Zeit etwas Ego-Shooter-Nachschub zu bekommen, da wir Quake mittlerweile in- und auswendig kennen.
** Spielverlauf **
In einem Optionsmenü können diverse Einstellung vorgenommen werden. Es ist
löblicherweise möglich, sowohl mit Pad als auch mit Keyboard und Maus zu spielen. Für alle Eingabegeräte sind diverse Vorkonfigurationen im Angebot. Es gibt zwar nicht die Möglichkeit einer freien Tastenbelegung, aber aufgrund der zahlreichen - sogar für Links- und Rechtshän
der geeigneten - Konfigurationen
müßte wirklich für jeden etwas dabei sein. Das Keyboard und die Maus sind ebenfalls sinnvoll belegt.
Anschließend kann man zwischen unterschiedlichen Spielfiguren wählen (im
Gegensatz zu anderen Ego-Shootern unterscheiden sich diese in Fähigkeiten und
Waffenauswahl) und dann stürzt man sich ins Geschehen. Zur Verfügung stehen zu Beginn 4 Personen (ein Brite und ein Franzose mit jeweils ausgeglichenen Fähigkeiten, eine Japanerin, die über weniger Kraft verfügt, dafür schneller und beweglicher ist, und ein Amerikaner, der groß, schwer und langsam ist, dafür aber die explosivesten Waffen hat). Im Laufe des Spieles ist es möglich, sowohl im Arcade-Modus als auch in den Missionen weitere Spielfiguren und
Arenen freizuschalten.
Es ist möglich, die Figuren den eigenen Vorlieben anzupassen, d.h. die Farbe ihrer Kleidung zu ändern. Auch ist es möglich, die Waffen zu ändern, wenn einem die drei vorgegebenen Waffen nicht passen.
** Arcade-Modus **
Der Arcade-Modus gliedert sich in eine Art Anfänger-Training, Fortgeschrittenen- und Profi-Training. Hier müssen innerhalb eines Zeitlimits bestimmte Aufgaben erfüllt werden, z.B. 10 Terroristen innerhalb von einigen Sekunden erschossen werden oder Münzen eingesammelt werden. Das Zeitlimit wird von Aufgabe zu Aufgabe knapper, kann jedoch durch das Einsammeln von Zeit-Items um jeweils 5 Sekunden ausgeweitet werden. In den Kämpfen gegen mehrere Terroristen in den Arenen verfügt man über die drei Standard-Waffen seiner Spielfigur (bei Jay, den ich zu Beginn nahm, waren dieses z.B. ein Maschinengewehr, Granaten und ein Raketenwerfer). Zusätzlich liegen diverse
Waffen in den Arenen zum freien Gebrauch herum, wie z.B. Flammenwerfer.
Es ist möglich, sowohl in der 1. als auch in der 3. Person zu spielen, was ich
persönlich bei einem Ego-Shooter jedoch für witzlos halte, so daß ich ausschließlich die Ego-Perspektive ausprobier
t habe.
Es gibt neben dem Fadenkreuz auch eine Art Zielcursor, der den anvisierten Feind umgibt. Ein weißer Zielcursor bedeutet, daß es sich um keinen Terroristen, sondern um eine Geisel handelt. Diese zu erschießen, kostet Zeit und sollte deswegen vermieden werden.
Alles in allem ist der Arcade-Modus spielhallentypisch schnell, laut und explosiv sowie rasant geschnitten. Taktisches Vorgehen ist hier nicht möglich,
es wird geballert, was das Zeug hält, da einerseits die Zeit abläuft und andererseits die Feinde einen mit Raketen unter Beschuß halten. Auch die Aufmachung ist sehr spielhallen-typisch mit beliebig vielen Continues, dem Einsammeln von Münzen, aufdringlichen "Start!" "Continue" und "Game Over!"-Rufen und man wäre immer versucht, ständig Geld nachzuwerfen...
...wenn das Spiel etwas interessanter wäre. Doch dazu später. Bis hierhin liest es sich ja noch ganz abwechslungsreich.
** Missions-Modus **
Der Missions-Modus wartet mit einem Menü wie bei den Puzzles in Chu Chu Rocket auf: In 3 Schwierigkeitsgraden gibt es eine Anzahl von Kästchen, hinter denen sich Missionen verbergen. Diese lauten in etwa so: "Töten sie 10 Terroristen innerhalb eines Zeitlimits" oder "Sammeln Sie Münzen im Zeitlimit". Ein paar ausgefallenere Übungen wie das Ausweichen vor feindlichem Raketenwerferbeschuß kommen hinzu. Hat man eine bestimme Anzahl von Aufgaben gelöst, schaltet man dadurch die nächsten Missionen frei. Nach einigen Missionen erhält man neue Arenen und Spielfiguren, die man im Multiplayer nutzen kann. Der Schwierigkeitsgrad steigt ganz gut an, was aber vor allem daran liegt, daß das Zeitlimit immer weiter heruntergeschraubt wird.
** Multiplayer **
Hier komme ich zu einer großen Enttäuschung des Spiels. In einem Ego-Shooter-Wochenende hatten wir uns vorgenommen, das Spiel auf Herz und Nieren zu testen. Nach ungewöhnlich kurzer Zeit
kamen wir übereinstimmend zur Ansicht, daß der Multiplayer-Modus einfach nur langweilig ist. Erst einmal gibt es ausschließlich Deathmatches - andere Modi wir Capture the Flag oder Domination sucht man hier vergebens.
Zweitens ist die Waffenauswahl mehr als öde - jeder hat passend zu seiner Spielfigur nur 3 Standardwaffen, die im übrigen nicht sonderlich innovativ sind. Außerdem liegen in einigen Arenen noch zusätzliche Waffen herum, die jedoch ebenfalls nicht sonderlich aufregend sind.
Drittens sind die Arenen, in denen man sich die Kämpfe liefert, viel zu klein. Sie sind zwar wunderschön texturiert und optisch gibt es an ihnen nichts zu meckern. Vom asiatischen Tempel bis zum Kunstmuseum mit einer wunderschönen Gemäldegalerie ist alles mögliche vertreten. Auch sind schon zahlreiche Multiplayer-Arenen freigeschaltet, so daß man direkt von Beginn einige zur Auswahl hat. Nach kurzer Spielzeit stellt man allerdings fest, daß die Arenen außer einer schönen Texturierung nicht mehr zu bieten haben und schlicht und
ergreifend langweilig sind. Ich habe den symmetrischen Levelaufbau in Unreal für Dreamcast schon mehr als bemängelt, aber gegen die Arenen in Outtrigger waren die Unreal-Level eine Ausgeburt an Innovation und Abwechslung!
Die Arenen in Outtrigger bestehen (überwiegend) aus nur einem einzigen Raum
mit ein paar Treppen und Brücken. Taktik und abwechslungsreiches Spiel ist hier so gut wie nicht möglich - weder kann man sich verstecken, noch ist snipern oder lauern möglich, was gerade den Spielspaß ausmacht. Hier ist lediglich pures Draufhalten mit der möglichst explosivsten Waffe gefragt und wer den anderen zufällig zuerst erschießt, hat gewonnen. Zwar gibt es in
diesem Spiel auch ein Sniper-Gewehr, aber dieses ist völlig überflüssig, da es weder Zeit noch Raum zum Snipern gibt. Der Multiplayer-"Fun" beschränkt sich darauf, in einem engen Raum aufeinander einzuschießen und wer zuerst stirbt,
hat verloren.
Dieses ist für ca. eine Minute spaßig, danach wird es öde. Wir
hatten zu Beginn gehofft, daß es nur ein paar dieser kleinen Arenen gibt und der Rest innovativer und verwinkelter ist, aber wir hatten uns getäuscht. Bis auf das Kunstmuseum, das aus 2 (!) Räumen bestand, waren die anderen Arenen klein und vom Leveldesign her eine Katastrophe.
Da wir in unseren Multiplayer-Tests jedem Spiel eine Chance geben, beschlossen wir auch hier - trotz gähnender Langeweile - das Spiel zumindest einmal ganz durchzuspielen. Ich muß zugeben, das wurde bei Outtrigger tatsächlich gegen Ende hin zu einer Qual und einem Kampf gegen das Einschlafen. Dagegen war Aqua GT ein Highlight und ein mitreißendes Spiel - das ich für eines der schlechtesten Dreamcast-Spiele überhaupt halte!
Nach der zwölften kleinen Arena, in der man im Sekundentakt starb, kam bei uns allen gähnende Leere auf. Jeder wollte das Spiel nur noch so schnell wie möglich beenden. Es war einem irgendwann sogar völlig egal, ob man verlor oder gewann. Da taktisches Vorgehen und ein aktiver Kampf nicht wirklich möglich waren, war es hinterher auch völlig egal, wer nun von wem zum hundertsten Male erschossen wurde.
Selbst tolle Items wie Nachtsicht- und Infrarot-Scanner, die in den Arenen herumlagen, trugen nicht wirklich zum Spielspaß bei. Nachtsichtgeräte sind in
taghellen Arenen eher irrelevant (dunkle Arenen gab es kaum) und die Tatsache, daß man mit den IR-Scannern durch Wände hindurchsehen kann, war auch nicht weiter von Interesse, da man den Feind aufgrund der Winzigkeit der Arenen ohnehin nicht aus den Augen verlor.
Nachdem wir uns bis zum Ende durchgequält hatten und unabhängig voneinander zu der Ansicht gelangt waren, daß der Multiplayer in keinster Weise mit irgendeinem anderen Multiplayer mithalten kann, schmissen wir das Spiel aus der Konsole und widmeten uns dem besten Ego-Shooter aller Zeiten:Perfect Dark.
** Grafik, Sound und Steuerung **
An
der Grafik gibt es absolut nichts auszusetzen. Es ist dem Spiel anzusehen, daß es vom starken Naomi-Board der Spielhalle konvertiert wurde und die
Texturen sind ausgesprochen gelungen. Die Level sind - abgesehen vom unmöglichen Aufbau - wunderschön texturiert. Es gibt Brunnen, schönes fließendes Wasser, ägyptische und asiatische Tempel mit Wandfresken, Gemälde, steinere und von Pflanzen überwucherte Wände, Eisenbahnwaggons sowie sehr schöne Lichteffekte. Die Grafik ist okay! Schade, daß sie nicht das passende Spiel dazu gemacht haben...
Auch die Spielfiguren sind detailreich, zumindest die vier Hauptcharaktere. Die freigespielten Zusatzfiguren sind hingegen eher uninteressant. Die Waffen sind ebenfalls schön modelliert und gut anzusehen.Die Grafik bleibt selbst im Split-Screen sauber und ruckelfrei. Popups und Slowdowns haben wir nicht bemerkt.
Es gibt im Gegensatz zu anderen Ego-Shootern keine wirkliche Gewalt-Darstellung (ob dieses auf eine Zensur zurückzuführen ist, weiß ich
nicht, da ich die japanische oder US-Version nicht gesehen habe. Wer weiß, ob
in diesen Versionen Blut oder platzende Körper vorkommen, kann mir ja einen kurzen Kommentar hinterlassen, würde mich interessieren!). Auch gibt es keine
sonderlich ausgefallenen Sterbeanimationen. Meistens sterben die Gegner in einer Wolke aus Explosion, Feuer und Rauch und lösen sich danach blinkend auf. Keine Spur von zerplatzten Körpern wie bei Quake oder Unreal.
Die Steuerung geht in Ordnung; die Keyboard-Steuerung ist - im Gegensatz zur
vermurksten Unreal-Steuerung - sogar ziemlich angenehm und geht smooth von der
Hand. Auch die Pad-Steuerung ist ganz gut gelungen. Alles in allem reagieren beide Arten der Steuerung etwas langsam, dieses stört aber nicht weiter. Da so gut wie jede Konfiguration des Pads möglich ist, werden auch exotische Voreinstellungen möglich, wie z.B. die beliebte sogenannte Turok-Steuerung, bei der man mittels der Tasten A, X, Y und
B läuft und den Analog-Stick für die Kopfbewegung benutzt.
Die Geräusche und Soundeffekte sind ebenfalls in Ordnung, es kracht und
explodiert ununterbrochen, dazu wird man von einer hektischen Stimme angetrieben. Spielhallen-typische Geräusche beim Einsammeln von Münzen und Items sind ebenso zu finden.
Leider haben die Figuren - anders als bei Quake und UT - keine Gesten, mit denen man den Gegner verspotten kann. So kann man die Schadenfreude gar nicht richtig auskosten. Dieses ist aber ohnehin nicht sonderlich interessant, da man damit rechnen kann, innerhalb der nächsten Sekunden selbst zu sterben, wenn der Gegner im gleichen winzigen Raum vor einem inkarniert.
Die Musik gefiel niemandem von uns sonderlich, sie nervt teilweise sogar
ziemlich! Während sie in Quake und Unreal treibend, aggressiv und entweder Techno- oder Metal-betont ist, erweckt die Outtrigger-Musik eher den Anschein
des Easy Listening. Typischer Japano-Dudelsound begleitet das Durchlaufen der uninteressanten Arenen und trägt nicht gerade zu einer Atmosphäre bei. Alles in allem ist die Musik völlig unpassend für einen Ego-Shooter und ziemlich nervig.
** Fazit **
Wie aus meinen Anmerkungen schon ersichtlich, wurde hier wieder einmal eine
gute Idee völlig vergeigt. Daß Outtrigger die Genre-Referenz des online-tauglichen Quake III Arena nicht vom Thron stoßen würde, war zu erwarten, aber daß es sogar langweiliger als das schlechte Dreamcast-Unreal sein würde, schockierte uns doch etwas. Schließlich hatten wir zuvor nur positive Kritiken gelesen.
Die Grundidee ist gut, durch den Einzelspieler-Modus und die Missionen seine
eigene Figur zu entwickeln (was sich in der Praxis nicht sonderlich bemerkbar macht). Auch das Spielhallen-lastige kann gefallen, wenn man ein Freund von Arcade-Umsetzungen ist. Der Zeitdruck und das Einsammeln von Uhren ist nicht besonders Ego-Shooter typisch, aber wenn man bedenkt, daß Outtrigger e
in japanischer Ego-Shooter ist und die gesamte starke Konkurrenz aus den USA kommt, muß man einige Unterschiede in Kauf nehmen.
Daß der Multiplayer aber derartig langweilig und ohne jedwelche Atmosphäre
sein würde, hat selbst uns überrascht, die wir uns schon durch viele schlechte Spiele gequält haben. Die Arenen sind überhaupt nicht dazu geeignet, interessante Kämpfe zuzulassen und ersticken innovatives Gameplay schon im Keim. Ich möchte nicht behaupten, daß Quake ein Ausbund an Taktik und Tiefe ist, aber dort macht das gegenseitige Abballern deutlich mehr Spaß! Selbst ein Spezialisieren auf unterschiedliche Waffen ist langweilig, da die Waffen aufgrund des Leveldesigns ohnehin allesamt einfach nur schnell töten und das snipern oder das gezielte Jagen wie mit der Railgun oder der Shotgun bei Quake
hier völlig wegfallen. Die Waffen unterscheiden sich marginal durch ihre
unterschiedliche Munition, aber im Prinzip macht es keinen Unterschied, ob man mit dem Maschinengewehr oder einem Raketenwerfer herumrennt. Die easy-Listening-Musik macht das letzte bißchen Atmosphäre, das man mit etwas gutem Willen erkennen kann, vollends zunichte.
Der Einzelspieler-Modus macht zwar für kurze Zeit Spaß, weil er halt mal etwas
neues ist, aber spätestens wenn alle Missionen durchgespielt sind (und Missionen entsprechen NICHT abendfüllenden Missionen, wie wir sie von anderen Spielen kennen, sondern sind ganz im Gegenteil nur kleine Aufgaben von maximal zwei Minuten Länge) ist der Einzelspieler-Spaß vorbei. Langzeitmotivation ist also auch für Solisten nicht gegeben.
Einen besonderen Multiplayer-Spaß konnte niemand von uns entdecken; wer sich auf ein ausgiebiges Zocker-Wochenende mit gegenseitigem Erschießen freut, sollte unbedingt noch ein paar andere Spiele auf Lager haben, denn an Outtrigger hat er vermutlich ca. 15 Minuten Freude. Danach, wenn die große Erkenntnis kommt, daß es das auch schon war und mehr nicht kommt, kommt
gähnen
de Langeweile auf. Vielleicht ist das der Grund, warum man den Online-Modus in Europa gestrichen hat; ich hätte zumindest keine Lust, in diesen öden Arenen auch noch online zu spielen und mein Geld zum Fenster hinauszuwerfen.
Ich bin jedenfalls sehr enttäuscht von einem so gehypten und lange angekündigten und erwarteten Spiel wie "Outtrigger". Es hätte ein toller Ego-Shooter werden können, aber was uns schließlich in Europa erreichte, war nichts halbes und nichts ganzes und einfach nur langweilig.
Fazit:
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