Millenium Soldier (DC)
Schießen, Nachladen, Schießen - Millenium Soldier (DC) Dreamcast Spiele

Neuester Testbericht: ... Vorgehen (einen Gegner nach dem anderen ausschalten) vollkommen unmöglich wird. Sinnloses und wildes Geballere führt dennoch nicht oft ... mehr

Schießen, Nachladen, Schießen
Millenium Soldier (DC)

Yasmina24

Name des Mitglieds: Yasmina24

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Millenium Soldier (DC)

Datum: 02.03.05, geändert am 02.04.05 (102 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Auch auf dem DC mit guter Optik und düsterer Endzeitstimmung, auf dem DC 60Hz-Modus anwählbar, Action ohne Verschnaufpause, riesige Explosionen, Kooperations-2-Spieler-Mo dus

Nachteile: Auch hier mit nur durchschnittlichem Sound, viel schlechtere Kameraführung als auf der PS, im Zweispielermodus nur zu zweit gegen die Aliens, nicht (wie auf der PS) auch gegeneinander möglich

Auch die Dreamcastversion von "Millenium Soldier", von der ich Euch nun nach dem Rückblick auf die Playstationversion erzählen möchte, gehört natürlich dem Genre an, mit dem ich eigentlich überhaupt nichts zu tun habe beziehungsweise für das ich mich normalerweise kaum begeistern kann, denn vom Inhaltlichen her gleichen sich die DC- und PS-Version total, es sind reine Actionspiele. Da "Millenium Soldier" aber bei uns zu Hause irgendwann einmal rumflog und ich Langeweile hatte, spielte ich das Spiel an, welches einer meiner Brüder am Abend vorher in der Konsole gelassen, hatte und so kam ich dann auch in den "Genuss" der Dreamcastversion, die sich allerdings in zwei Punkten deutlich von der für Sonys Spielkonsole unterscheidet. Bevor ich darauf aber zu sprechen komme, erst einmal etwas Allgemeines zum Spielverlauf.

Als Superkämpfer nehmen wir auch in der DC-Version den Kampf mit Außerirdischen auf und schießen unentwegt aus allen Lagen auf das, was irgendwie einem Alien ähnlich sein könnte. Wie Ihr wahrscheinlich schon vermutet habt, steht hier die Action eindeutig im Vordergrund, einen besonderen Tiefgang dürft Ihr hier nicht erwarten, aber das ist in diesem Genre ja so üblich, hier soll der Konsolenfan eben nur durch geballte Action unterhalten werden, was ja auch nicht immer schlecht sein muss. Jedenfalls müssen wir in über zwanzig Spielabschnitten insgesamt nicht weniger als sechs Planeten von fiesen Aliens befreien, was natürlich alles Andere als ein Kinderspiel ist.

Besonders viel nachdenken müsst Ihr auch bei der Dreamcastversion nicht, dafür sorgt nicht nur die sinnfreie Action sondern auch der streng-lineare Spielverlauf, welcher uns daher leider nicht viel Handlungsspielraum lässt, aber andererseits wir auch nicht Gefahr laufen, die Orientierung zu verlieren, eigentlich ist immer klar, wohin es als Nächstes gehen soll. Als bis an die Zähne bewaffneter Supersoldat wandern wir durch sehr düstere Szenarien, welche eine Art Endzeitstimmung verbreiten, entweder laufen wir durch den tiefen Dschungel herum, treiben in weitverzweigten Tunnelsystemen unser Unwesen oder befördern in dunklen Gassen die fiesen Außerirdischen ins Jenseits, die düstere Stimmung kommt dabei jedenfalls sehr gut rüber, die Spielatmosphäre stimmt also schon einmal.

Da wir ein Elite-Soldat sind, ist es klar, dass wir ganz auf uns allein gestellt sind, aber einem wahren Helden macht die zahlenmäßige Überlegenheit der Feinde natürlich nicht besonders viel aus und so machen wir mit den heranstürmenden Cybersoldaten und anderen mutierten Wesen kurzen Prozess. Besonders aufpassen müssen wir aber dabei, dass wir nicht den weit verstreuten Minen zum Opfer fallen, diese pflastern nämlich gemeinerweise zusätzlich unseren Weg, ebenso setzen wir uns immer wieder aufs Neue schwerem Geschütz aus, so dass wir manchmal gar nicht wissen, welcher Gefahr wir als Erstes aus dem Weg gehen sollen. Wer glaubt, so langsam den Dreh bei diesem Actionspiel raus zu haben, da die Gegner nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kein allzu großes Problem darstellen und auch die Fallen elegant umgangen werden, der hat noch nicht die Bekanntschaft mit de teilweise sehr heftigen Endgegnern gemacht, welche Euch am Ende eines Spielabschnitts traditionell „begrüßen“. Diese sind nämlich nicht nur äußerst robust und können unglaublich viel einstecken, sondern teilen auch kräftig aus, sie schießen manchmal in derart kurzen Intervallen wie verrückt um sich, dass mir wirklich Hören und Sehen verging und ich mich hilfesuchend nach Verstärkung umschaute.

Glücklicherweise haben wir auch auf Segas Dreamcast ein riesiges Waffenarsenal zur Verfügung und das ist wohl der Hauptgrund dafür, dass sich ein Actionfan an diesem Spiel erfreut. Entweder findet Ihr die Mordinstrumente beim Herumstreunen in den Landschaften oder besiegte Feinde hinterlassen sie Euch, diese beiden Möglichkeiten gibt es, um in den Besitz von Maschinenpistole, Gewehr, Granaten, Flammenwerfer und Plasmakanone zu kommen, da schlägt das Herz eines jeden Actionfans (wahrscheinlich) höher. Wieso ich überhaupt (erstaunlicherweise) dabei blieb, hat in erster Linie mit der gelungenen Grafik, insbesondere den Spezialeffekten zu tun und mit dem sehr unkomplizierten Spielverlauf, da sich das Spiel ohne groß nachzudenken fast schon alleine spielt, von den harten Kämpfen mit den Endgegnern einmal abgesehen. Natürlich existieren nicht nur Waffen, sondern auch andere nützliche Gegenstände, welche uns weiterhelfen, so zum Beispiel Items, welche unsere Lebensenergie auffrischen oder uns zeitweise unverwundbar machen. Trotz des dunklen Ambientes lohnt es sich also immer, schön die Augen offen zu halten, es könnte Euch ansonsten etwas Wichtiges entgehen.

Schließlich gibt es wie schon auf der Sony Playstation so auch auf dem Sega Dreamcast eine nicht uninteressante Sache, welche eine ganz besondere Bedeutung in „Millenium Soldier“ hat, nämlich das Aufsammeln eines Uhrensymbols, damit könnt Ihr nämlich das Zeitlimit, in welchem Ihr den jeweiligen Abschnitt erfolgreich bewältigen sollt, verlängern. Ja, Ihr habt richtig gelesen, dieses Actionspiel wird ab und zu nämlich richtig hektisch, denn Ihr müsst bestimmte Zonen in einer vorgegebenen Zeit hinter Euch lassen, ansonsten verliert Ihr ein Leben und wer möchte schon freiwillig den Vorrat an Extraleben frühzeitig aufbrauchen? Niemand natürlich. Genau dieses Zeitlimit ist sicherlich nicht jedermanns Sache, Ihr könnt Euch also vorstellen, dass in diesem Spiel keine einzige Verschnaufpause vorhanden ist, zumindest nicht während einer laufenden Mission. Positiv daran ist aber, dass Langeweile so richtig nie aufkommen dürfte und das ist ja immerhin schon etwas.

Das Einzige worauf Ihr auch bei dieser DC-Version eigentlich nur achten müsst, ist möglichst schnell alles niedergeschossen zu haben ohne selbst größere Verletzungen erleiden zu müssen, ein hoher IQ ist somit nicht zwingende Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Bewältigung dieses Spiels. Wären da nicht die vereinzelten Suchaufträge nach Schlüsselkarten und versteckten Schaltern, Ihr würdet unaufhörlich bis zur Besinnungslosigkeit vor Euch hinballern, anders kann man es wirklich nicht bezeichnen. Was aber ganz eindeutig unumstritten ein dicker Pluspunkt sein dürfte, ist der sehr gelungene Zweispielermodus, denn dieser motiviert wirklich für sehr lange Zeit. Es gibt nämlich zwei Varianten für interessierte Videospieler, einerseits das gegenseitige Bekämpfen und andererseits die Möglichkeit, in Kooperation mit dem anderen Mitspieler im sogenannten Splitscreenmodus auf einem vertikal geteilten Fernsehbildschirm gemeinsam die Aliens zu vernichten, das ist wirklich auch auf längere Sicht hin eine hochinteressante Angelegenheit, wofür sich die Entwickler auch ein Sonderlob verdient haben.

Erfreulich ist, dass auch auf dem Dreamcast nicht nur die Spielatmosphäre und der Langzeitspaß stimmen, sondern zudem die Grafik mich nicht enttäuschte, ich würde sie zweifellos noch als „gut“ bezeichnen. Natürlich wird durch die sehr dunklen Spielabschnitte einiges verdeckt, was möglicherweise „im Hellen“ für wenig Begeisterung gesorgt hätte, aber das soll jetzt nicht zählen, trotzdem sind die Hintergründe erstaunlich detailreich ausgefallen. Tatsache ist, dass die dunklen Farben in Verbindung mit den leuchtenden Spezialeffekten durch die andauernden riesengroßen Explosionen für eine gute „Baller-Atmosphäre“ sorgen und, was noch viel wichtiger ist, mir nirgendwo Grafikfehler in Erinnerung geblieben sind. Die Grafik bleibt konstant flüssig, es ruckelt nie und ich konnte auch an keinerlei Stellen Geschwindigkeitsverluste oder gar richtig hässliche Texturen entdecken, wir haben es hier in grafischer Hinsicht mit einem guten Playstationniveau zu tun. Zudem ist es auf dem Dreamcast möglich, den 60Hz-Modus anzuwählen, das will ich auch noch unbedingt erwähnen. Merwürdigerweise muss ich dann aber auch sagen, dass die Playstationversion (50Hz) trotzdem einen Tick besser aussieht als diese hier für den Dreamcast, was mir eigentlich unerklärlich ist, aber den Tatsachen entspricht.

Etwas mehr hatte ich mir hingegen von den Soundeffekten erhofft, schließlich wird ja nahezu unentwegt geschossen und an fast jeder Ecke sind krachende Explosionen an der Tagesordnung, doch sowohl von den Hintergrundmelodien als auch den akustischen Nebeneffekten muss man leider auch auf dem Dreamcast sagen, dass diese sich relativ dezent im Hintergrund halten, was mich bei einem Actionspiel doch eher wundert. Zu eintönig sind die Melodien und zu wenig unterschiedlich die Soundeffekte, als dass sie sich von der Durchschnittsmasse abheben könnten, passen tun sie aber trotzdem zum Spielgeschehen, keine Frage. Von der Akustik her bietet „Millenium Soldier“ somit soliden Durchschnitt.

Doch wie so oft gibt es leider auch etwas Negatives zu berichten, was den Spielspaß insgesamt doch drückt, wobei die Dreamcastversion insgesamt leider schlechter abschneidet als diejenige für die Sony Playstation. Zunächst einmal zum Nervigsten, nämlich zum Schwachpunkt des Spiels, der in der Kameraführung und Steuerung unserer Figur liegt. Es ist nämlich regelmäßig sehr problematisch, die jeweilige Waffe richtig auszurichten, oft artet dies in eine Art zufälliges Geballer aus, zumal Ihr oft gar nicht genau erkennen könnt, von woher die Gefahr konkret kommt beziehungsweise aus welcher Richtung Ihr gerade aufs Korn genommen werdet. Und das dies nicht gerade toll ist, kann sich jeder von Euch sicher sehr gut vorstellen, um das zu verstehen, muss man kein Freund von Actionspielen sein, der Glücksfaktor beziehungsweise der Zufall spielt dann eine viel zu große Rolle. Doch auf dieser Dreamcastversion kommt es noch schlimmer.

Ein gewaltiger Unterschied zwischen DC- und PS-Version betrifft nämlich die Kameraführung, bei der Playstationversion sah es noch deutlich besser aus, wenn auch nicht alles stimmte. Immerhin war es auf Sonys Spielkonsole möglich, zwischen den unterschiedlichen Kameraperspektiven hin- und herzuschalten, auf Segas Konsole hier ist dies phasenweise eine richtige Katastrophe und ab und an extrem nervig. Dass Ihr auf dem Sega Dreamcast immerhin in den 60Hz-Modus schalten könnt, ist sicherlich ein kleiner Vorteil, doch merkwürdigerweise fällt der Unterschied zur Playstationversion trotzdem nicht so gewaltig auf und kann davon abgesehen denn Negativpunkt, was die schlechten Perspektiven angeht, bei weitem nicht kompensieren beziehungsweise diesen vergessen lassen.

Schließlich empfehle ich Euch zwar beide Versionen von „Millenium Soldier“, solltet Ihr aber die Qual der Wahl haben, greift unbedingt zur PS-Version, was übrigens noch einen sehr gewichtigen Grund hat, welcher den Zweispielerspaß betrifft. Denn nur auf der Playstation ist es Euch möglich, gegeneinander anzutreten, auf Segas Dreamcast dürft Ihr zu zweit nur Jagd auf die Aliens machen, jedoch Euch nicht gegenseitig bekriegen. Und das ist, was die Langzeitmotivation angeht, sicherlich von enormer Bedeutung. Ein fader Nachgeschmack bleibt zumindest bei dieser DC-Version übrig, wobei ich mir die leicht schlechtere Grafik auf dem Dreamcast bei dieser Version hier (trotz 60Hz-Modus) und die starre Kameraführung (bei zudem oft unglücklich gewählten Perspektiven) einfach nicht erklären kann. Alles in allem gibt es zumindest für die DC-Version aufgrund der zwei schwerwiegenden Nachteile im Vergleich mit der PS-Version nur eine knappe Empfehlung.





Fazit: