Marvel vs. Capcom (DC)
Irgendwie originell - Marvel vs. Capcom (DC) Dreamcast Spiele

Neuester Testbericht: ... ist. Prügeln kann man das, was bei M. vs. C. geboten wird, nicht nennen. Eher wildes Rumgedrücke auf dem Pad , daß ca. alle 2 Sekunden... mehr

Irgendwie originell
Marvel vs. Capcom (DC)

Yasmina24

Name des Mitglieds: Yasmina24

Produkt:

Marvel vs. Capcom (DC)

Datum: 13.05.05

Bewertung:

Vorteile: Mehrspielerspaß, variantenreiche Kämpfe, Teamkampf, originelle Ideen, technisch einwandfrei

Nachteile: Comic-Helden sind Geschmackssache, nur durchschnittliche Präsentation (für eine 128-Bit-Konsole)

Wer von Euch früher gerne Comics gelesen hat (oder vielleicht auch heute noch), dem wird der Name Marvel höchstwahrscheinlich ein fester Begriff sein. Hingegen dürfte der Name Capcom eher Fans der Automaten in den Spielhallen und natürlich von Videospielen etwas sagen, nicht zuletzt durch die Prügelserie rund um die „Streetfighter“ erlangte diese Firma Weltruhm. Bei Marvel vs. Capcom handelt es sich somit wenig überraschend um ein sogenanntes Beat em Up, in welchem sich die Hauptdarsteller naturgemäß eher wortkarg zeigen und viel lieber ihre Fäuste sprechen lassen. Entwickelt wurde dieses Prügelspiel im Jahre 2000 und erschien für Segas Dreamcast.

Wie nach dem Titel schon unschwer zu vermuten war, treten die mittlerweile legendären Helden der Streetfighter-Reihe gegen die Superhelden aus den bekannten Comics an. Gleich zu Beginn dieses Dreamcastspiels habt Ihr eine vergleichsweise große Auswahl an zur Verfügung stehenden Kämpfern und Kämpferinnen, insgesamt sind es immerhin fünfzehn Stück. Doch es gibt noch weitere Spielfiguren, die Ihr natürlich erst nach und nach durch entsprechende Erfolge freispielen müsst, alles in allem stehen letztlich 20 Akteure zur Auswahl. Bis hierhin hört sich ja alles noch ziemlich normal an, denn schließlich ist es im Prügelgenre so üblich, dass weitere Figuren erst freigespielt werden müssen, doch im folgenden Punkt erwartet uns eine echte Neuerung.

In Marvel vs. Capcom treten wir nämlich in Zweierteams an und bekommen im Laufe eines Kampfes tatsächlich Hilfe durch eine dritte Figur, dies allerdings nur für begrenzte Zeit, nachdem wir sie gerufen haben. Wie einige von Euch es möglicherweise schon vom Wrestling her kennen, schlagt Ihr aber größtenteils nicht alle gleichzeitig aufeinander ein, sondern klatscht Euren Teamkollegin beziehungsweise Eure Teamkollegin ab, wenn es so langsam aber sicher an der Zeit ist und zum Beispiel Eure Kräfte langsam zur Neige gehen und Ihr eine Erholung sehr gut gebrauchen könntet. Während die erschöpfte oder verletzte Figur sich eine Auszeit nimmt, regenerieren sich nach und nach wieder ihre Kräfte, allerdings benötigt es schon etwas Zeit, bis diese vollends genesen ist, aber das ist ja eigentlich auch gut so.

Abgesehen von den üblichen Schlägen, Tritten und Würfen sind natürlich besonders die Spezialattacken nicht uninteressant, speziell die Kombos spielen hier (wie so oft) eine entscheidende Rolle. Da jeder Charakter über sehr individuelle Specials verfügt, kann man diese gelegentlich wunderbar miteinander kombinieren, je nachdem, welche zwei Kämpfer sich gerade in Eurem Team befinden. Ist die eine Figur besonders gut mit Fernattacken und befördert den Gegner mit wuchtiger Magie zu Boden, kann schnell abgeklatscht werden und sich der Teampartner als Nahkampfexperte frisch ans Werk machen. Mehr vertiefen möchte ich diesen Punkt nicht, da Eure Fantasie eigentlich ausreichen sollte, sich bestimmte Kombination halbwegs vorzustellen und dies den Bericht meiner Meinung nach nur unnötig in die Länge ziehen würde.

Dadurch dass zahlreiche Charakter wie zum Beispiel Spiderman, Captain America, aber auch Ryu und Ken mit dabei sind, existieren entsprechend viele unterschiedliche Variationsmöglichkeiten, wodurch die Kämpfe an sich auch nur relativ selten ähnlich sind, was sicherlich eine Stärke dieses Dreamcastspiels darstellt. So kommt Ihr nicht nur zu zweit im Versus-Modus auf Eure Kosten, sondern selbst die Solospieler/innen bekommen hier für ein paar Wochen gute Unterhaltung geboten und möglicherweise reizt es den ein oder anderen von Euch selbst nach langer, langer Zeit wieder einmal, dieses Dreamcastspiel wieder hervorzukramen. Insofern ist die Langzeitmotivation (zumindest für ein Prügelspiel) gar nicht einmal so gering, wie es ursprünglich zu erwarten war.

Sowohl die Grafik als auch der Sound befinden sich auf einem überdurchschnittlichen Niveau, zu einem klaren „Gut“ konnte und wollte ich mich aber trotzdem irgendwie nicht durchringen. Dies liegt in erster Linie daran, dass auf der (immerhin) 128-Bit-Konsole, welche der Sega Dreamcast schließlich darstellt (somit 4fach höher als die alte Sony Playstation), einfach mehr möglich sein muss, da muss meiner Meinung nach einfach noch Berauschenderes geboten werden. Ähnlich sieht es beim Soundtrack aus, der zwar völlig in Ordnung geht, aber sich auch hier sowohl bei den Hintergrundmelodien als auch den Soundeffekten etwas vornehm zurückhält. Denke ich da beispielsweise an das alte „Soul Blade“ für die Sony Playstation, so hat Marvel vs. Capcom einfach das nachsehen, kann da bei weitem nicht mithalten, was angesichts der wesentlich größeren Möglichkeiten, welche die Hardware des Sega Dreamcast bietet, zumindest eine kleine Enttäuschung (für mich jedenfalls) darstellte.

Schließlich haben wir es hier auch nur mit einer 2D-Prügelei zu tun, was Nostalgie-Freunde wahrscheinlich erfreuen wird, aber eigentlich im Jahr 2000 schon längst nicht mehr zeitgemäß war, wenn auch der ein oder andere Spezialeffekt bei einer wuchtigen Kombination oder dem Verwenden von Magie ganz nett anzuschauen war, dies will ich ja gar nicht leugnen. Das Kämpfen im Team sorgt für ordentlich Stimmung, wie schon erwähnt ist die Langzeitmotivation (für ein Beat em Up) erstaunlich hoch und die Steuerung ist schnell erlernt, bietet aber trotzdem vielfältige Möglichkeiten, so dass ich hier gar nichts zu meckern finde. Dass Ihr Euch (sogar) maximal zu viert gleichzeitig ins Kampfgeschehen stürzen könnt, ist sicherlich kein Nachteil, so dass ich mich im Gesamturteil noch zu einer klaren Empfehlung durchringen kann, da zudem technische Schwächen überhaupt nicht auszumachen sind. Zugeben muss ich allerdings auch, dass das Design nicht unbedingt jedermanns Sache ist, auch für die bekannte Marvel-Comic-Helden wird sich bestimmt nicht jede/r von Euch begeistern können. Bei Marvel vs. Capcom haben wir es mit einem durchschnittlich präsentierten Prügelspiel mit einem hohen Actiongehalt zu tun, welches sich erstaunlich abwechslungsreich und motivierend darstellt und besonders zu mehreren lange Zeit für ordentlich Stimmung und somit richtigen Spielspaß sorgen wird.

Fazit: Ungewöhnlich aber durchaus beachtlich

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: