Le Mans 24 (DC)
Rennspiel-Marathon - Le Mans 24 (DC) Dreamcast Spiele

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Rennspiel-Marathon
Le Mans 24 (DC)

Yasmina24

Name des Mitglieds: Yasmina24

Produkt:

Le Mans 24 (DC)

Datum: 09.05.05

Bewertung:

Vorteile: Deutlich bessere Grafik als auf der PS, 2-Spieler-Meisterschaft, Marathonrennen, wechselndes Wetter

Nachteile: Rennverläufe wenig realistisch, mäßiger Sound, nach wenigen Wochen nicht mehr besonders reizvoll

Nun berichte ich von einem Videospiel aus einem Genre, von welchem wir zu Hause wohl am Meisten an Videospielen rumfliegen haben, nämlich von dem der Rennspiele. Normalerweise sind die Rennspiele aus der Zeit des alten Sega Dreamcast (hoffentlich sage ich jetzt nichts Falsches) ja längst nicht mehr zeitgemäß, doch „Die 24 Stunden von Le Mans“ aus dem Jahr 2000 gehören meiner Meinung nach in jede Dreamcastsammlung, auch aus der heutigen Sicht. Dies liegt nicht nur daran, dass Ihr dieses Rennspiel mittlerweile im Internet sicher für weniger als 10€ kaufen könnt, sondern speziell daran, dass der Spielverlauf nicht ganz alltäglich ist. Zumindest die Anhänger/innen von Rennsimulationen dürften hier für viele Wochen voll auf ihre Kosten kommen, das glaube ich jedenfalls.

Was mir bei diesem DC-Spiel in bester Erinnerung geblieben ist, ist das „Marathonrennen“, welches seinem Namen tatsächlich alle Ehre macht. Denn falls Ihr Lust habt, dürft Ihr dieses Rennen wirklich über 24 Stunden fahren, das ist kein Witz! Natürlich ist es Euch erlaubt, zwischendurch auch einen (nicht zeitraubenden) Boxenstopp einzulegen und dort abzuspeichern, um dann ein anderes Mal das Rennen an jener Stelle wieder aufnehmen zu können, aber jetzt sagt mir einmal, wo eine solche Rennlänge schon einmal möglich war? Mir fällt da jedenfalls kein Spiel ein. Natürlich ist das nur etwas für echte „Freaks“, aber das erwähnte ich ja schon zu Beginn. Und keine Sorge, so verrückt war ich jedenfalls nicht, als dass ich dies gemacht hätte, aber einiges an Spielzeit habe ich trotzdem mit dieser Simulation verbracht, das dürft Ihr mir glauben.

Nachdem Ihr in Euren Rennflitzer gestiegen seid, werdet Ihr nach kurzer Zeit merken, dass ein ewiges Drauflosrasen Euch nicht weiterbringen wird, schließlich haben wir es hier nicht mit einem Arcaderacer, sondern mit einer Rennsimulation zu tun, die besonders viel Wert auf eine möglichst realistische Umsetzung legt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Ihr zwar schnell unterwegs sein müsst, aber doch nicht zu ungestüm ans Werk gehen dürft, anderenfalls habt Ihr schnell das Nachsehen. Wer sich im Motorsport etwas auskennt, der wird merken, dass wir es hier mit Originalfahrzeugen der damaligen GT-Rennserie zu tun haben, ich kenne mich da zwar nicht so aus, machte aber im Grunde auch nichts.

Im Solo-Modus bauen wir uns dann bei dieser DC-Version mehr oder weniger mühsam eine richtige Karriere auf, wobei wir auf Angebote unterschiedlicher Firmen angewiesen sind. Nach etlichen Probefahrten auf der Teststrecke entschied ich mich dann für einen der mir angebotenen Sportwagen und begab mich zunächst in den Modus „Arcade-Challenge“. Seid Ihr dort in einem Rennen siegreich schaltet Ihr umgehend die nächste Strecke frei, im Spielmodus des „Zeitrennens“ musste ich dann stets ein vorgegebenes Zeitlimit einhalten. Obwohl ich kein Rennprofi bin, empfand ich dies nicht als besonders schwer und so kam ich doch recht zügig voran, fast schon ein bisschen zu schnell.

Wem das noch zu umständlich ist, der geht einfach im „Schnellen Rennen“ in einem 8er-Feld an den Start, um seine Fähigkeiten zu testen oder versucht sich natürlich mit einem menschlichen Mitspieler in einem der Zweispielermodi und rast mit diesem um die Wette, auf Wunsch auch über jene unbarmherzig langen Renndistanzen, Duelle sind hier sowohl in Einzelrennen als auch im Meisterschaftsmodus möglich, was ganz sicher ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt ist. Kernstück ist jedoch sicherlich der „Meisterschaftsmodus“. Hier versucht Ihr regelmäßig in der Qualifikation einen möglichst guten Startplatz durch entsprechende Rundenzeiten zu ergattern und macht Euch dann in den Hauptrennen auf die Jagd nach den heißbegehrten Meisterschaftspunkten.

Simulationsfans werden sich dabei daran erfreuen, dass man genau auf den Zustand der Reifen und den Benzinverbrauch achten muss, rümpfen aber sicherlich darüber die Nase, dass kein Schaden im Laufe des Rennens ersichtlich ist und somit keine Nachteile im Laufe des Rennens durch Karambolagen zu erwarten sind, was natürlich nicht ganz realistisch ist. Auswirkungen solcher Schäden gibt es nur in der „Profiversion“, was mir dann aber weiterhin zumindest etwas unverständlich ist, ist die Tatsache, dass Schäden an Karosserie und Getriebe zwar vorhanden aber nach wie vor nicht sichtbar sind, Ihr merkt dann eben nur ziemlich schnell, dass etwas nicht stimmt. Aber okay, ich jedenfalls störte mich im weiteren Verlauf des Spiels nicht mehr daran, wollte es aber kurz erwähnen.

Wie schon zu Beginn angesprochen, könnt Ihr auf Wunsch tatsächlich ganze 24 Stunden unterwegs sein, wer nicht ganz so verrückt ist, darf natürlich auch deutlich humanere Renndistanzen auswählen, so zum Beispiel 12 oder 24 Minuten, 2 oder eben jene 24 Stunden, wobei ich mich regelmäßig auf die ersten beiden Varianten beschränkte. Auch bei den (von mir gewählten) kürzeren Rennen wechseln sowohl Tageszeit als auch Wetterverhältnisse, was für Abwechslung sorgt und für eine angenehme Atmosphäre sorgt, so empfand ich es jedenfalls. Von strahlendem Sonnenschein bis hin zu heftigen Gewittern, am helllichten Tag bis in die dunkle Nacht, alles ist in „Die 24 Stunden von Le Mans“ vorhanden, mehr oder weniger seelenruhig dreht Ihr unbeirrt Eure Runden.

Dass wir es hier nicht mit einer lupenreinen Rennsimulation für den Sega Dreamcast zu tun haben, merkt Ihr spätestens bei der Steuerung des Autos, denn es lässt sich eine Brems- und Lenkhilfe zusätzlich aktivieren, so dass Ihr nicht jedes Mal durch eine überhöhte Geschwindigkeit zu spät abbremst und infolgedessen die Fahrbahn verlassen müsst oder einen bösen Dreher produziert. Den ein oder anderen Simulationsfan wird dies eventuell etwas ärgern, mir war das auf jeden Fall ganz recht so, schließlich haben alle, egal ob Anfänger oder Profi, zu Beginn eines Rennens die Wahl. Erwähnen muss ich an dieser Stelle aber unbedingt, dass dieses Rennspiel zwar sehr einsteigerfreundlich gemacht ist, was aber keinesfalls bedeutet, dass der Schwierigkeitsgrad etwa niedrig ist, denn die Computergegner fahren äußerst stark, wenn ich das noch so halbwegs richtig in Erinnerung habe. Gerade deswegen fand ich das mit Lenk- und Bremshilfe völlig okay, ansonsten hätte es viel zu oft frustrierende Momente gegeben.

So langzeitmotivierend „Die 24 Stunden von Le Mans“ auch gemacht sind, nicht zuletzt durch die Möglichkeit, eine Meisterschaft zu zweit fahren zu können, so schön fand ich, dass gerade der Schwachpunkt der PS-Version hier bei der DC-Fassung nicht zum Tragen kommt, nämlich im Hinblick auf die Präsentation. Nicht nur der Vorspann, die Rennwiederholungen und die Siegerehrungen sind wirklich sehr nett anzuschauen, auch die Spielgrafik während des Rennens, die Menüs und auch der Soundtrack sind mehr als nur durchschnittlich, da zeigte der Sega Dreamcast dann doch, was zumindest in grafischer Hinsicht für ein Potential in ihm steckt und er mindestens einen Tick mehr zu bieten hat als die Sony Playstation. Die Hintergründe sind hier bei der DC-Version nicht mehr so einfach gehalten, die Autos sehen bei weitem nicht mehr so eckig und kantig aus und die gesamte Szenerie wirkt farbenfroher, weniger pixelig und weicher gezeichnet als noch beim (damaligen) Konkurrenten aus dem Hause Sony. Des Weiteren ist die Grafik flüssig, an böse Ruckler kann ich mich jedenfalls überhaupt nicht erinnern, auch nicht bei einem höheren Aufkommen an Fahrzeugen gleichzeitig auf dem Bildschirm. Sechs verschiedene Rennkurse sind mir allerdings einfach zu wenig, so lang die Renndistanz eines Rennens auch sein mag. Die Hintergrundmusik passt zwar, klingt aber nicht immer sauber und langweilt nach einer gewissen Zeit, wobei auch die Soundeffekte nicht so richtig überzeugen können, ohne allerdings jetzt eine große Enttäuschung darzustellen, die Kommentare des Reporters stellen zudem auch nichts Weltbewegendes dar, zumindest hält sich dieser aber relativ vornehm zurück, er quasselt zum Glück nicht die ganze Zeit, das wäre dann wirklich nervig gewesen.

Alles in allem kann ich Euch das Videospiel „Die 24 Stunden von Le Mans“ für den Sega Dreamcast klar empfehlen, denn ungewöhnlich sind die Marathonrennen zweifellos und interessant ist die Möglichkeit, zu zweit an einer Meisterschaft teilnehmen zu können, auf jeden Fall. Auf Wunsch gestaltet sich die Steuerung kinderleicht, was allerdings auf Kosten des Realismus geht, andererseits hätte ich dann kaum eine Chance gehen die stark fahrenden Computergegner gehabt. Dass es nur sechs unterschiedliche Strecken gibt, ist ebenso wie der 08/15-Sound weniger schön, doch angesichts der hier bei der DC-Version schönen grafischen Präsentation und nicht zuletzt aufgrund des mittlerweile doch sehr niedrigen Preises heutzutage können die Meisten unter uns die (wenigen) Negativpunkte sicher noch halbwegs verschmerzen. Der motivierende Spielverlauf ist jedenfalls nicht zu unterschätzen und daher gehört meiner Meinung nach dieses Spiel in jede ältere Rennspielsammlung. Bevor die Version für die Playstation 2 auf den Markt kam, war diese Dreamcast-Fassung ganz sicher die beste auf dem Markt, deutlich besser im Hinblick auf die Präsentation im Vergleich zur PC- und Playstationfassung. Wer diese Version für den Sega Dreamcast schon besitzt, benötigt keine neuere Fassung mehr, finde ich. Für DC-Besitzer/innen, die zugleich Liebhaber/innen von Rennspielen sind, ist Die 24 Stunden von Le Mans ein Pflichtkauf, das glaube ich jedenfalls.

Fazit: Sehr ansprechend präsentiert, leider hapert es im Hinblick auf die Langzeitmotivation

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: